Der Brutto-Netto-Rechner zeigt dir in Sekunden, was von deinem Gehalt 2026 wirklich übrig bleibt: Lohnsteuer nach der amtlichen Tarifformel, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und alle vier Sozialabgaben — sauber aufgeschlüsselt statt als Blackbox. Bruttogehalt, Steuerklasse, Kinder und der Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse genügen. Und weil der Brutto-Netto-Rechner mit den Werten rechnet, die auch das Finanzamt und die Sozialversicherung ansetzen, verstehst du hinterher, warum dein Netto so aussieht — und an welchen Stellschrauben du drehen kannst. Was vom Netto bei Kurzarbeit uebrig bleibt, zeigt der Kurzarbeitergeld-Rechner.
Das Wichtigste in Kürze
- 2026 gelten: Grundfreibetrag 12.348 €, Beitragsbemessungsgrenzen 69.750 € (Kranken- und Pflegeversicherung) und 101.400 € (Renten- und Arbeitslosenversicherung).
- Vom Brutto gehen gut 21 Prozent Sozialabgaben ab — plus Steuern, deren Anteil mit dem Gehalt wächst.
- Der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen liegt 2026 bei 2,9 %; die Kassen verlangen zwischen 2,18 und 4,39 %. Das Feld lohnt sich anzupassen.
- Kinderlose ab 23 zahlen 0,6 Punkte mehr Pflegeversicherung — ab dem zweiten Kind unter 25 gibt es dagegen 0,25 Punkte Abschlag je Kind.
- Der Solidaritätszuschlag greift in Steuerklasse I erst ab rund 7.700 € Monatsbrutto.
Was sich 2026 geändert hat — und was das netto bedeutet
Drei Größen bestimmen jedes Jahr neu, was vom Brutto bleibt: der Steuertarif, die Beitragsbemessungsgrenzen und die Beitragssätze. Beim Tarif hat der Gesetzgeber 2026 entlastet: Der Grundfreibetrag in § 32a EStG stieg um 252 € auf 12.348 €, die Tarifzonen wurden nach rechts verschoben — der Spitzensteuersatz von 42 Prozent beginnt jetzt bei 69.879 € zu versteuerndem Einkommen, die sogenannte Reichensteuer von 45 Prozent bei 277.826 €. Wer 2025 und 2026 dasselbe Brutto hatte, zahlt 2026 also etwas weniger Lohnsteuer.
Auf der anderen Seite stiegen die Beitragsbemessungsgrenzen deutlich: auf 5.812,50 € im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung und auf 8.450 € für Renten- und Arbeitslosenversicherung — erstmals bundeseinheitlich, die alte Ost-West-Trennung ist Geschichte. Für Gutverdiener heißt das: Ein größerer Teil des Gehalts ist beitragspflichtig. Und der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen kletterte um 0,4 Punkte auf 2,9 Prozent, festgelegt vom Bundesgesundheitsministerium im Bundesanzeiger vom 10. November 2025. Die Pflegeversicherung blieb bei 3,6 Prozent. Unterm Strich hebt sich bei mittleren Gehältern die Tarifentlastung mit dem höheren Zusatzbeitrag nahezu auf; der Brutto-Netto-Rechner arbeitet durchgehend mit dem Rechtsstand 2026.
Unverändert blieben die drei Pauschbeträge, die der Brutto-Netto-Rechner automatisch berücksichtigt: der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € nach § 9a EStG, der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 € (72 € bei Zusammenveranlagung) und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von 4.260 € nach § 24b EStG, der sich um 240 € je weiteres Kind erhöht.
Die Eingabefelder im Detail: was der Brutto-Netto-Rechner von dir wissen will
Sieben Angaben — und jede davon bewegt das Ergebnis. Wer weiß, was dahintersteckt, erkennt auf der Gehaltsabrechnung sofort, ob alles stimmt.
Bruttogehalt (Monat)
Das Brutto ist der Betrag im Arbeitsvertrag, bevor irgendetwas abgezogen wird. Trage den regulären Monatsbetrag ein; Weihnachts- oder Urlaubsgeld rechnest du am besten aufs Jahr um, indem du das Jahresbrutto durch zwölf teilst. Der Brutto-Netto-Rechner rechnet intern immer mit dem Jahreswert, weil Steuertarif und Beitragsbemessungsgrenzen Jahresgrößen sind — genau so macht es das Finanzamt in der Veranlagung.
Steuerklasse
Die Steuerklasse ändert nicht, wie viel Steuer du übers Jahr schuldest, sondern nur, wie viel monatlich einbehalten wird. I gilt für Ledige, IV für Verheiratete mit ähnlichem Einkommen — beide rechnen identisch, deshalb fasst der Brutto-Netto-Rechner sie zusammen. II ist die Klasse für Alleinerziehende und bringt den Entlastungsbetrag. III ist für Verheiratete gedacht, bei denen ein Partner den Großteil verdient; sie rechnet mit dem Splittingtarif und doppelter Soli-Freigrenze. Die Klassen V und VI bildet der Brutto-Netto-Rechner bewusst nicht ab — warum, steht weiter unten bei den Fragen.
Kinder unter 25
Dieses Feld steuert die Pflegeversicherung. Wer 23 oder älter ist und kein Kind hat, zahlt nach § 55 SGB XI einen Zuschlag von 0,6 Beitragssatzpunkten — allein, der Arbeitgeber beteiligt sich daran nicht. Umgekehrt gibt es ab dem zweiten bis zum fünften Kind einen Abschlag von 0,25 Punkten je Kind, solange das Kind unter 25 ist. Eine Mutter von drei Kindern zahlt also 1,3 statt 1,8 Prozent. Bei Steuerklasse II nutzt der Brutto-Netto-Rechner die Kinderzahl außerdem für den Entlastungsbetrag. Wer unter 23 ist, wählt die erste Option — dann entfällt der Zuschlag auch ohne Kind.
Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse
Der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt nach § 241 SGB V 14,6 Prozent, hälftig geteilt. Obendrauf erhebt jede Kasse einen eigenen Zusatzbeitrag, ebenfalls hälftig geteilt. 2026 reicht die Spanne von 2,18 Prozent bis 4,39 Prozent — der Durchschnitt liegt bei 2,9 Prozent, und mit diesem Wert startet der Brutto-Netto-Rechner. Deinen tatsächlichen Satz findest du auf der Gehaltsabrechnung oder auf der Website deiner Kasse. Bei 4.000 € brutto macht der Unterschied zwischen günstigster und teuerster Kasse gut 30 € netto im Monat aus.
Kirchensteuer
Mitglieder einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft zahlen 9 Prozent der Lohnsteuer als Kirchensteuer, in Bayern und Baden-Württemberg 8 Prozent. Wer ausgetreten ist oder nie Mitglied war, wählt „keine“. Ein Detail, das der Brutto-Netto-Rechner zugunsten der Einfachheit weglässt: Gezahlte Kirchensteuer ist selbst wieder als Sonderausgabe abziehbar und senkt in der Veranlagung das zu versteuernde Einkommen leicht.
Arbeitsort
Nur ein Bundesland rechnet bei der Pflegeversicherung anders: In Sachsen tragen Beschäftigte nach § 58 SGB XI einen Prozentpunkt allein, weil das Land den Buß- und Bettag als Feiertag behalten hat. Der Arbeitnehmeranteil liegt dort bei 2,3 statt 1,8 Prozent, der Arbeitgeber zahlt entsprechend nur 1,3 Prozent. Für alle anderen Länder gilt die hälftige Teilung.
Eingetragener Lohnsteuer-Freibetrag
Wer absehbar hohe Werbungskosten hat — lange Arbeitswege, doppelte Haushaltsführung, ein häusliches Arbeitszimmer —, kann beim Finanzamt einen Freibetrag eintragen lassen. Er senkt das monatlich besteuerte Einkommen, sodass mehr Netto sofort ankommt statt erst mit dem Steuerbescheid. Trage hier den Jahresbetrag ein; der Brutto-Netto-Rechner zieht ihn vom zu versteuernden Einkommen ab. Wie hoch ein solcher Freibetrag typischerweise ausfällt, zeigt der Pendlerpauschale-Rechner.
Die Abzüge im Detail: wohin dein Brutto verschwindet
Die vier Sozialabgaben
Als Arbeitnehmer trägst du jeweils die Hälfte: Rentenversicherung 9,3 Prozent (Gesamtsatz 18,6), Krankenversicherung 7,3 Prozent plus halber Zusatzbeitrag, Pflegeversicherung 1,8 Prozent mit den beschriebenen Zu- und Abschlägen, Arbeitslosenversicherung 1,3 Prozent (Gesamtsatz 2,6). Zusammen sind das bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag 21,15 Prozent, für Kinderlose 21,75 Prozent — und zwar nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Was darüber liegt, bleibt beitragsfrei.
Lohnsteuer
Die Lohnsteuer ist die vorweggenommene Einkommensteuer. Der Brutto-Netto-Rechner bildet sie veranlagungsnah ab: Vom Jahresbrutto zieht er den Arbeitnehmer-Pauschbetrag, den Sonderausgaben-Pauschbetrag und die Vorsorgepauschale nach § 39b EStG ab — also deine Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, wobei die Krankenversicherung mit dem ermäßigten Satz von 14,0 Prozent angesetzt wird. Auf das Ergebnis wendet er die Tarifformel an. Die Formel ist progressiv: Der erste Euro über dem Grundfreibetrag wird mit 14 Prozent belastet, ab 69.879 € mit 42 Prozent. Deshalb steigt die Abzugsquote mit dem Gehalt.
Solidaritätszuschlag
Seit 2021 zahlen ihn nur noch Besserverdiener. Nach § 3 SolZG greift er 2026 erst, wenn die Jahres-Lohnsteuer 20.350 € übersteigt (40.700 € bei Steuerklasse III). Darüber beginnt eine Milderungszone, in der der Zuschlag auf 11,9 Prozent des Betrags über der Freigrenze begrenzt ist, bis er den vollen Satz von 5,5 Prozent der Lohnsteuer erreicht. Umgerechnet aufs Gehalt bedeutet das: In Steuerklasse I trifft der Soli ab etwa 7.700 € Monatsbrutto, in Klasse III ab rund 14.000 €. Für die große Mehrheit zeigt der Brutto-Netto-Rechner deshalb „keiner“.
Rechenbeispiele: Netto 2026 für typische Gehälter
Steuerklasse I, ein Kind, keine Kirchensteuer, Zusatzbeitrag 2,9 Prozent, außerhalb Sachsens:
| Brutto/Monat | Netto/Monat | Abzugsquote |
|---|---|---|
| 2.000 € | 1.486 € | 25,7 % |
| 2.500 € | 1.780 € | 28,8 % |
| 3.000 € | 2.068 € | 31,1 % |
| 3.500 € | 2.348 € | 32,9 % |
| 4.000 € | 2.622 € | 34,4 % |
| 4.500 € | 2.889 € | 35,8 % |
| 5.000 € | 3.150 € | 37,0 % |
| 6.000 € | 3.663 € | 38,9 % |
| 8.000 € | 4.699 € | 41,3 % |
Gut zu sehen: Die Abzugsquote steigt mit dem Gehalt — das ist die Progression. Für Verhandlungen ist die Grenzbetrachtung entscheidend: Von einer Gehaltserhöhung um 200 € auf 3.700 € bleiben rund 110 € netto, also 55 Prozent. Der Gehaltserhöhungs-Rechner rechnet solche Sprünge durch, und was deine Arbeitsstunde wert ist, zeigt der Stundenlohnrechner. Die Vergleichstabelle direkt unter dem Ergebnis des Brutto-Netto-Rechners übernimmt deine Angaben zu Steuerklasse, Kindern und Kasse und stellt dein Gehalt neben acht Vergleichsstufen.
Steuerklassen verstehen — und richtig wählen
Die Steuerklasse verteilt nur, sie entscheidet nicht über die Jahressteuer: III/V verschiebt Liquidität zum Hauptverdiener, der V-Partner zahlt dafür drastisch mehr — fair bewerten lässt sich das nur für das Paar gemeinsam, weshalb der Brutto-Netto-Rechner V bewusst nicht anbietet. IV/IV mit Faktor verteilt die Steuer realistisch nach den tatsächlichen Anteilen. II bringt Alleinerziehenden 4.260 € Entlastungsbetrag plus 240 € je weiteres Kind. Welche Kombination wann sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber zu den Steuerklassen.
Richtig Geld wert wird die Steuerklasse beim Elterngeld, denn es bemisst sich am Netto der zwölf Monate vor dem Mutterschutz. Nach § 2c Abs. 3 BEEG zählt dabei die Steuerklasse, die in der überwiegenden Zahl dieser zwölf Monate galt — also in mindestens sieben. Wer als werdender Hauptbezieher des Elterngelds rechtzeitig in Klasse III wechselt, erhöht das maßgebliche Netto und damit das Elterngeld spürbar; ein formloser Antrag beim Finanzamt genügt, der Wechsel wirkt ab dem Folgemonat. Was das konkret bringt, rechnet der Elterngeld-Rechner aus.
Netto erhöhen: die legalen Hebel
Krankenkasse wechseln: Zwischen 2,18 und 4,39 Prozent Zusatzbeitrag liegen 2,21 Punkte — probiere im Brutto-Netto-Rechner einfach beide Werte aus. Freibetrag eintragen: Hohe Werbungskosten holen mehr Netto sofort in den Monat statt erst mit dem Bescheid. Steuerfreie Extras verhandeln: Sachbezüge bis 50 € im Monat nach § 8 EStG, Jobticket, Kita-Zuschuss oder betriebliche Altersvorsorge wirken oft stärker als eine Bruttoerhöhung, weil sie ohne Steuer und Sozialabgaben ankommen — die bAV-Abwägung zeigt der Ratgeber Entgeltumwandlung. Steuererklärung abgeben: Nach dem Statistischen Bundesamt bekamen 13,2 von 15,2 Millionen Veranlagten Geld zurück, im Schnitt 1.240 €; was alles zählt, listet der Überblick zu den Werbungskosten.
Brutto-Netto bei Gehaltssprüngen: die BBG-Effekte
Zwei Schwellen lohnen den zweiten Blick. Oberhalb von 5.812,50 € Monatsbrutto wachsen Kranken- und Pflegebeitrag nicht mehr mit — jeder Euro darüber wird nur noch von Renten- und Arbeitslosenversicherung und vom Steuertarif belastet; der Brutto-Netto-Rechner weist dich darauf hin. Ab 8.450 € sind auch diese beiden gedeckelt, danach wirkt allein die Steuer. Praktisch heißt das: Gehaltserhöhungen „lohnen“ sich prozentual wieder mehr, je weiter das Gehalt über den Grenzen liegt, weil die Sozialabgaben dann nicht mehr mitwachsen. Die Kehrseite: Weil beide Grenzen 2026 deutlich gestiegen sind, zahlen Gutverdiener auf einen größeren Teil ihres Gehalts Beiträge als 2025 — je nach Einkommen einige hundert Euro im Jahr.
Teilzeit, Minijob, Midijob, Werkstudent: Netto in Sonderfällen
Der Brutto-Netto-Rechner passt für sozialversicherungspflichtige Jobs jeder Stundenzahl — bei Teilzeit trägst du schlicht das Teilzeitbrutto ein, die Umrechnung von Stunden auf Gehalt übernimmt der Teilzeit-Rechner. Drei Zonen weichen ab. Im Minijob bis 603 € monatlich bleibt das Gehalt für dich brutto gleich netto; die pauschalen Abgaben trägt der Arbeitgeber, Details liefert der Minijob-Rechner. Im Midijob zwischen 603,01 und 2.000 € zahlen Beschäftigte reduzierte Sozialbeiträge nach einer Gleitformel — das echte Netto liegt dort über dem Ergebnis dieses Rechners, bei vollem Rentenanspruch; der Midijob-Rechner rechnet es exakt. Werkstudenten zahlen bei höchstens 20 Wochenstunden im Semester nur Rentenversicherung, keine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenbeiträge — ihr Netto liegt entsprechend deutlich höher.
Wer mehrere Jobs kombiniert: Der zweite sozialversicherungspflichtige Job läuft über Steuerklasse VI mit maximalem Abzug, die Erstattung kommt mit der Steuererklärung. Und privat Krankenversicherte bildet der Brutto-Netto-Rechner nicht ab — bei ihnen ersetzt der individuelle PKV-Beitrag die gesetzliche Krankenversicherung, der Arbeitgeber zahlt einen Zuschuss bis zur Hälfte des Höchstbeitrags.
Vom Brutto-Netto-Rechner zur Gehaltsabrechnung: so liest du die Zeilen
Die Ergebniszeilen des Brutto-Netto-Rechners entsprechen eins zu eins den Abzugszeilen deiner Abrechnung — nur die Reihenfolge und die Kürzel unterscheiden sich je nach Lohnprogramm. „LSt“ ist die Lohnsteuer, „SolZ“ der Solidaritätszuschlag, „KiSt“ die Kirchensteuer. Bei den Sozialabgaben stehen meist „KV“, „PV“, „RV“ und „AV“ mit dem jeweiligen Arbeitnehmeranteil; manche Abrechnungen weisen zusätzlich den Zusatzbeitrag als eigene Zeile aus.
Was du gegenprüfen solltest: die Steuerklasse im Kopf der Abrechnung, die Kinderfreibeträge (sie beeinflussen Soli und Kirchensteuer), das Kirchensteuermerkmal und den Beitragssatz der Kasse. Stimmt eine dieser Angaben nicht mit deiner Situation überein, weicht das Netto ab — meist zu deinen Lasten, weil etwa ein nicht gemeldetes Kind den Kinderlosen-Zuschlag auslöst. Der Brutto-Netto-Rechner ist damit auch ein Kontrollwerkzeug: Deckt sich sein Ergebnis bis auf wenige Euro mit der Abrechnung, sind die Stammdaten beim Arbeitgeber richtig hinterlegt.
Arbeitgeberkosten: was der Brutto-Netto-Rechner bewusst nicht zeigt
Dein Brutto ist nicht, was du den Arbeitgeber kostest. Er zahlt zusätzlich seine Hälfte der Sozialversicherung — ebenfalls 9,3 Prozent Rente, 7,3 Prozent plus halber Zusatzbeitrag Krankenversicherung, 1,8 Prozent Pflege (in Sachsen 1,3) und 1,3 Prozent Arbeitslosenversicherung, zusammen 21,15 Prozent — sowie die Umlagen für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bei Mutterschaft (U1 und U2, betriebsindividuell meist ein bis drei Prozent) und die Insolvenzgeldumlage von 0,15 Prozent. Den Kinderlosen-Zuschlag trägt er dagegen nicht.
Bei 3.500 € brutto liegen die Arbeitgeberkosten damit bei rund 4.300 € im Monat; von diesen 4.300 € kommen 2.348 € netto bei dir an — etwa 55 Prozent. Wer Gehalt verhandelt, sollte diese Rechnung kennen: Für den Arbeitgeber kostet jeder Euro Bruttoerhöhung rund 1,22 €, bei dir kommen davon je nach Steuersatz 50 bis 60 Cent an. Genau deshalb sind steuerfreie Bestandteile für beide Seiten oft der bessere Deal als das nächste Brutto-Plus.
Häufige Fragen zum Brutto-Netto-Rechner
Wie genau ist der Brutto-Netto-Rechner?
Er nutzt die Tarifformel 2026, die aktuellen Beitragssätze und Bemessungsgrenzen sowie die Vorsorgepauschale nach § 39b EStG. Die monatliche Abrechnung deines Arbeitgebers folgt dem amtlichen Programmablaufplan und kann um wenige Euro abweichen; die Steuererklärung gleicht das aus. Sonderfälle wie private Krankenversicherung, Altersentlastungsbetrag oder Mehrfachbeschäftigung sind nicht abgebildet.
Warum fehlen die Steuerklassen V und VI?
Weil sie isoliert in die Irre führen. V ist die Kehrseite von III beim Partner — das Paar zahlt zusammen dieselbe Steuer wie mit IV/IV, nur anders verteilt. VI betrifft Zweitjobs mit maximalem Abzug, bei dem zu viel Gezahltes erst über die Steuererklärung zurückkommt.
Was ändert sich 2026 gegenüber 2025?
Grundfreibetrag plus 252 € auf 12.348 €, Soli-Freigrenze hoch auf 20.350 €, beide Beitragsbemessungsgrenzen deutlich angehoben und bundeseinheitlich, durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 2,5 auf 2,9 Prozent. Netto bedeutet das für viele trotz Tarifentlastung ein kleines Minus, wenn die eigene Kasse mitgezogen hat.
Zählt Weihnachts- oder Urlaubsgeld im Brutto-Netto-Rechner?
Rechne Einmalzahlungen aufs Jahr um: Jahresbrutto geteilt durch zwölf als Monatswert. Steuerlich werden Sonderzahlungen im Jahresausgleich wie laufender Lohn behandelt — nur im Auszahlungsmonat selbst fällt der Abzug höher aus.
Warum bekomme ich mit Kindern mehr Netto?
Über die Pflegeversicherung: Der Zuschlag für Kinderlose entfällt, ab dem zweiten Kind gibt es Abschläge. Kindergeld kommt separat obendrauf; die Kinderfreibeträge wirken beim laufenden Lohn nur auf Soli und Kirchensteuer und erst in der Veranlagung auf die Einkommensteuer selbst.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?
Brutto ist das vereinbarte Gehalt vor Abzügen, Netto das, was auf dem Konto landet — nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und den Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung. Nicht zu verwechseln mit den Arbeitgeberkosten: Der Arbeitgeber zahlt zusätzlich seine Beitragshälfte plus Umlagen, sodass ein Beschäftigter ihn gut 21 Prozent mehr kostet als das Brutto.
Ab wann zahle ich Solidaritätszuschlag?
Wenn deine Jahres-Lohnsteuer 20.350 € übersteigt, in Steuerklasse III 40.700 €. In Steuerklasse I entspricht das etwa 7.700 € Monatsbrutto — der Brutto-Netto-Rechner zeigt „keiner“, solange du darunter liegst.
Warum zeigt der Brutto-Netto-Rechner in Steuerklasse III so viel mehr Netto?
Weil Klasse III den Splittingtarif unterstellt: Das Einkommen wird rechnerisch halbiert, versteuert und die Steuer verdoppelt — bei einem Alleinverdiener-Paar sinkt die Progression dadurch deutlich, und die Soli-Freigrenze verdoppelt sich auf 40.700 €. Der Effekt ist echt, aber er gehört dem Paar: Verdient der Partner ebenfalls, holt sich das Finanzamt über dessen Klasse V oder die Veranlagung den Ausgleich.
Gilt der Brutto-Netto-Rechner auch für Auszubildende?
Ja, Ausbildungsvergütungen sind ganz normal steuer- und sozialversicherungspflichtig — bei den meisten Azubis fällt wegen des Grundfreibetrags allerdings keine Lohnsteuer an, sodass nur die Sozialabgaben bleiben. Eine Sonderregel gilt bis 325 € im Monat: Bis zu dieser Geringverdienergrenze trägt der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge komplett allein.
Wie kann ich mein Netto schnell erhöhen?
Die drei Hebel mit Sofortwirkung: eine günstigere Krankenkasse, ein eingetragener Lohnsteuer-Freibetrag bei hohen Werbungskosten und steuerfreie Gehaltsbestandteile wie Sachbezug oder Jobticket. Alle drei lassen sich im Brutto-Netto-Rechner nachvollziehen, indem du Zusatzbeitrag oder Freibetrag veränderst.
Fazit: Kenne dein Netto, bevor du verhandelst
Brutto ist Verhandlungssache, Netto ist Lebensrealität. Der Brutto-Netto-Rechner macht aus der Gehaltsabrechnung ein offenes Buch: Du siehst jeden Abzug einzeln, erkennst die Stellschrauben — vom Zusatzbeitrag über die Kinderzahl bis zur Steuerklasse — und verhandelst Gehalt oder Benefits künftig mit Zahlen statt mit Gefühl. Wer die Vergleichstabelle einmal durchgeschaut hat, weiß außerdem, was die nächste Gehaltsstufe wirklich bringt.

