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Unser Rentenlücken-Rechner zeigt dir in einer Minute, wie groß die Lücke zwischen deinem Wunscheinkommen im Alter und deiner gesetzlichen Rente wirklich ist — und welche monatliche Sparrate sie schließt. Nettoeinkommen, erwartete Rente aus der Renteninformation und die Jahre bis zum Ruhestand eingeben: Der Rentenlücken-Rechner rechnet Inflation, Abzüge und Rendite gleich mit ein. Damit wird aus dem diffusen Bauchgrummeln „reicht meine Rente?“ eine konkrete Zahl, mit der du planen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen deinem Bedarf im Alter (meist 80 % des Nettos) und der zu erwartenden Rente.
  • Von der Bruttorente gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung sowie ggf. Steuern ab.
  • Der Rentenlücken-Rechner rechnet die Lücke mit Inflation auf deinen Rentenbeginn hoch.
  • Je früher du gegensteuerst, desto kleiner die nötige Sparrate — Zeit ist dein größter Hebel.

So benutzt du den Rentenlücken-Rechner

Du brauchst nur ein Dokument: deine Renteninformation, die die Deutsche Rentenversicherung jährlich an alle ab 27 verschickt. Trage dein aktuelles Nettoeinkommen ein, wähle, wie viel Prozent davon du im Alter brauchst (üblich: 80 Prozent), und übernimm die „Höhe deiner künftigen Regelaltersrente“ aus der Renteninformation. Dazu die Jahre bis zur Rente, eine Inflationsannahme und die erwartete Rendite deiner Vorsorge — fertig.

Der Rentenlücken-Rechner liefert dir vier Werte: die Lücke in heutiger Kaufkraft, die inflationsbereinigte Lücke zum Rentenbeginn, das dafür nötige Kapital nach der 4-Prozent-Regel und die monatliche Sparrate, mit der du dieses Kapital bis zum Ruhestand aufbaust.

Warum die Rentenlücke fast jeden trifft

Das gesetzliche Rentenniveau liegt bei rund 48 Prozent des Durchschnittseinkommens — vor Abzügen. Wer heute 2.500 € netto verdient und im Alter 80 Prozent davon braucht, benötigt 2.000 € im Monat. Die Renteninformation verspricht vielleicht 1.400 € brutto, nach Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen bleiben davon gut 1.230 € — die Lücke: fast 800 € pro Monat. Über 25 Rentenjahre summiert sich das auf mehr als 230.000 €.

Dazu kommt die steigende Besteuerung: Neurentner müssen einen wachsenden Anteil der Rente versteuern. Was von deiner Rente nach allen Abzügen wirklich übrig bleibt, rechnet unser Ratgeber zur gesetzlichen Rente im Detail vor — und warum die offizielle Zahl auf dem Papier fast immer zu optimistisch gelesen wird, erklärt unser Grundlagenartikel zur Rentenlücke.

Rechenbeispiel: So groß ist die Lücke wirklich

Drei typische Fälle aus dem Rentenlücken-Rechner (Bedarf 80 % vom Netto, 2 % Inflation, 6 % Rendite):

Angestellte, 30 Angestellter, 42 Paar, 50
Netto heute 2.400 € 3.200 € 4.800 €
Erwartete Rente (brutto) 1.350 € 1.750 € 2.900 €
Lücke heute 732 € 1.020 € 1.288 €
Nötige Sparrate 247 € 519 € 1.128 €

Die Tabelle zeigt den Zeit-Effekt brutal ehrlich: Die 30-Jährige schließt eine ähnlich große Lücke mit weniger als der Hälfte der Sparrate des 42-Jährigen — ihr Geld hat schlicht 25 statt 13 Jahre Zeit zum Wachsen. Genau diesen Zinseszins-Effekt kannst du im Zinseszinsrechner nachvollziehen.

Die Annahmen im Rentenlücken-Rechner verstehen

Abzüge von der Bruttorente: Der Rechner zieht pauschal 12 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung ab; Steuern bleiben außen vor, weil sie stark vom Einzelfall abhängen. Inflation: Die Lücke wird mit deiner Inflationsannahme auf den Rentenbeginn hochgerechnet — 2 Prozent entsprechen dem EZB-Ziel. 4-Prozent-Regel: Das nötige Kapital ist das 25-Fache der Jahreslücke; die Regel unterstellt, dass du jährlich 4 Prozent entnehmen kannst, ohne das Kapital vorzeitig aufzubrauchen. Wie eine solche Entnahmestrategie praktisch funktioniert, zeigt unser Ratgeber zum ETF-Auszahlplan.

Rentenlücke schließen: Deine drei Baustellen

1. Sparrate aufsetzen: Die im Rentenlücken-Rechner ermittelte Rate wandert idealerweise per Sparplan in breit gestreute Welt-ETFs — automatisch, monatlich, unaufgeregt. 2. Förderung mitnehmen: Betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss, für Selbstständige die Rürup-Rente mit Steuerabzug — geförderte Bausteine senken deine Nettobelastung. 3. Rentenkonto pflegen: Fehlende Zeiten (Ausbildung, Kindererziehung) kannst du bei der Deutschen Rentenversicherung klären lassen — jeder nachgetragene Monat erhöht die Basis. Einen Gesamtüberblick über alle Bausteine gibt unser Ratgeber Altersvorsorge.

Häufig unterschätzt: Diese Faktoren vergrößern die Lücke

Teilzeitphasen und Elternzeit drücken die spätere Rente stärker, als viele denken — die Renteninformation rechnet nämlich so weiter, als würdest du bis zur Rente durchgehend wie heute verdienen. Auch ein früherer Renteneintritt kostet: Pro Monat vorzeitigem Bezug werden 0,3 Prozent dauerhaft abgezogen, wie unser Artikel zur Rente mit 63 vorrechnet. Prüfe deine Zahlen deshalb nach jeder größeren Lebensänderung neu — der Rentenlücken-Rechner macht das in einer Minute.

Teilzeit, Elternzeit, Selbstständigkeit: Wenn die Lücke doppelt wächst

Besonders groß wird die Rentenlücke bei unterbrochenen Erwerbsbiografien — und die Renteninformation verschleiert das: Sie rechnet dein aktuelles Gehalt bis zur Rente fort. Wer nach der Elternzeit länger Teilzeit arbeitet, sammelt aber real deutlich weniger Rentenpunkte als prognostiziert. Rechne solche Phasen im Rentenlücken-Rechner bewusst konservativ, indem du die erwartete Rente um 10 bis 20 Prozent kürzt. Selbstständige ohne Pflichtversicherung starten oft ganz ohne gesetzlichen Sockel — für sie ist die ermittelte Sparrate keine Empfehlung, sondern Pflichtprogramm; passende Strategien zeigt unser Ratgeber zur Altersvorsorge für Selbstständige.

Betriebsrente & private Verträge einrechnen: So passt du die Eingabe an

Hast du schon Bausteine wie eine Betriebsrente, Riester oder eine private Rentenversicherung? Dann addiere deren garantierte Monatsrenten einfach zur erwarteten gesetzlichen Rente im Rentenlücken-Rechner — so schrumpft die Lücke auf den ungedeckten Rest. Wichtig: Nimm die garantierten Werte aus der jährlichen Standmitteilung, nicht die unverbindlichen Hochrechnungen mit Überschüssen. Bei der Betriebsrente denk daran, dass auf die Auszahlung noch Kranken- und Pflegebeiträge sowie Steuern anfallen — Details erklärt unser Artikel zur betrieblichen Altersvorsorge.

Häufige Fragen zum Rentenlücken-Rechner

Welche Zahl aus der Renteninformation gehört in den Rentenlücken-Rechner?

Die „Höhe deiner künftigen Regelaltersrente“ — also der hochgerechnete Wert, falls du wie bisher weiter einzahlst. Nimm bewusst nicht die Variante mit angenommenen Rentenanpassungen, dann bleibt die Rechnung konservativ.

Warum rechnet der Rechner 80 Prozent vom Netto als Bedarf?

Im Ruhestand entfallen Fahrtkosten, Sparraten und oft die Kreditrate fürs Eigenheim — 80 Prozent gelten daher als realistische Standardannahme. Mit abbezahlter Immobilie kannst du auch 70 Prozent testen, zur Miete eher 85 bis 90.

Ist die 4-Prozent-Regel sicher?

Sie ist eine bewährte Faustregel aus der Finanzplanung, keine Garantie: In schlechten Börsenphasen kann eine niedrigere Entnahme nötig sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, rechnet mit 3,5 Prozent — das Kapitalziel steigt dann entsprechend.

Berücksichtigt der Rentenlücken-Rechner Steuern?

Bei der Rente zieht er pauschal nur Sozialabgaben ab, Steuern nicht — die hängen von deinem gesamten Alterseinkommen ab. Plane bei höheren Renten und Zusatzeinkünften einen Puffer ein oder wähle den Bedarf etwas höher.

Wie oft sollte ich meine Rentenlücke neu berechnen?

Einmal im Jahr, wenn die neue Renteninformation kommt — und zusätzlich nach Gehaltssprüngen, Jobwechsel, Elternzeit oder Immobilienkauf. Dank gespeicherter Renteninformation dauert der Check im Rentenlücken-Rechner keine zwei Minuten.

Fazit: Erst messen, dann vorsorgen

Wer seine Lücke nicht kennt, spart entweder zu wenig — oder aus Angst planlos zu viel ins falsche Produkt. Der Rentenlücken-Rechner gibt dir die eine Zahl, auf die es ankommt: deine monatliche Ziel-Sparrate. Setz sie als Sparplan auf, nimm jede Förderung mit, prüf jährlich nach — dann ist die Rentenlücke kein Schicksal, sondern eine lösbare Rechenaufgabe.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.
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