Der Notgroschen-Rechner beantwortet die Frage, an der jeder Vermögensaufbau beginnt: Wie viel Geld muss griffbereit liegen, bevor der erste Euro investiert wird? Die Faustregel lautet drei bis sechs Monatsausgaben — doch welche Zahl für deine Situation gilt, wie groß die Lücke ist und wann sie geschlossen ist, rechnet kaum jemand vor. Der Notgroschen-Rechner tut es: Monatsausgaben eintragen, Situation wählen, vorhandenes Polster, Sparrate, eine Einmalzahlung und den Tagesgeldzins angeben — fertig ist der Fahrplan zur eisernen Reserve, mit Meilenstein, Dauer und den Zinsen, die unterwegs anfallen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ziel: drei bis sechs Monatsausgaben — Angestellte mit zwei Einkommen im Haushalt drei, Alleinverdiener und Selbstständige sechs.
  • Gerechnet wird mit den Ausgaben, nicht mit dem Einkommen: Wer 2.200 € im Monat verbraucht, braucht 6.600 bis 13.200 €.
  • Mit 200 € Sparrate und 2.000 € Polster sind 8.800 € nach zwei Jahren und neun Monaten erreicht; 2,5 Prozent Tagesgeldzins sparen dabei einen Monat.
  • Der Notgroschen gehört aufs Tagesgeldkonto: täglich verfügbar, bis 100.000 € gesichert, strikt getrennt von Girokonto und Depot.
  • Erst die Reserve, dann investieren — sie schützt das Depot davor, im schlechtesten Moment verkauft werden zu müssen.

Was 2026 gilt: Zinsen und Sicherheit für den Notgroschen

Die Reserve soll da sein, nicht rentieren — trotzdem lohnt der Blick auf den Zins. Nach der Zinsstatistik der Bundesbank zahlten Banken im Juli 2026 im Schnitt nur 0,50 Prozent auf täglich fällige Einlagen; die besten Angebote im Tagesgeld-Vergleich liegen für Neukunden deutlich höher, danach meist bei 1,5 bis 2 Prozent. Die Einlagefazilität der EZB steht laut EZB-Leitzinstabelle seit dem 17. Juni 2026 bei 2,25 Prozent. Der Notgroschen-Rechner rechnet deshalb mit 2,5 Prozent während des Aufbaus — ein Wert, den ein gutes Tagesgeldkonto erreicht.

Sicher ist das Geld nach § 8 EinSiG bis 100.000 € je Kunde und Bank; die Zinsen bleiben nach § 20 Abs. 9 EStG bis 1.000 € im Jahr steuerfrei — bei 13.200 € Reserve und 2,5 Prozent sind das 330 €, weit unter der Grenze. Dass die Inflation von 2,9 Prozent im August 2026 laut Statistischem Bundesamt real etwas am Polster knabbert, ist einkalkuliert: Der Notgroschen ist eine Versicherung, keine Geldanlage.

Die Eingabefelder im Detail: was der Notgroschen-Rechner wissen will

Monatliche Ausgaben

Alles, was im Monat rausgeht: Miete oder Kreditrate, Nebenkosten, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität, Abos, Kinder — nicht das Gehalt. Im Notfall musst du deine Kosten decken, nicht dein altes Einkommen ersetzen. Wer die Zahl nicht kennt, holt sie in zehn Minuten aus dem Haushaltsrechner.

Situation

Der Notgroschen-Rechner übersetzt deine Lage in Monate: drei bei zwei sicheren Einkommen im Haushalt, vier bei einem Einkommen, sechs für Alleinverdiener mit Kindern, Wohneigentum oder schwankenden Einnahmen. Wer eine andere Zahl will, wählt „eigene Wahl“ und trägt die Monate selbst ein — bis zu 24 für alle, die es besonders ruhig mögen.

Vorhandenes Polster und Einmalzahlung

Was schon auf dem Tagesgeld liegt, plus ein Betrag, der jetzt hinzukommt: Steuererstattung, Bonus, Geldgeschenk. Der Notgroschen-Rechner zeigt, wie viele Monate das heutige Polster bereits deckt und wie viel noch fehlt.

Sparrate und Tagesgeldzins

Die Rate wird zu jedem Monatsanfang verbucht und ab dann verzinst. Der Zins ist zweitrangig, aber nicht null: Bei 200 € Rate und 2,5 Prozent verkürzt er den Weg zu 8.800 € um einen Monat und bringt unterwegs 381 € Zinsen.

Rechenbeispiel: 2.200 € Ausgaben, ein Einkommen, 2.000 € Polster

Vier Monatsausgaben sind 8.800 €. Die vorhandenen 2.000 € decken 0,9 Monate, es fehlen 6.800 €. Mit 200 € im Monat und 2,5 Prozent Tagesgeldzins ist das Ziel nach zwei Jahren und neun Monaten erreicht — ohne Zinsen wären es 34 Monate. Eingezahlt werden 6.600 € in Raten, 381 € steuern die Zinsen bei. Der erste Meilenstein von 1.000 € ist mit dem Polster schon geschafft; er fängt die meisten Reparaturen ab. Der volle Notgroschen bringt danach 220 € Zinsen im Jahr.

Sparrate Dauer bis 8.800 €
100 € 5 Jahre 2 Monate
150 € 3 Jahre 7 Monate
200 € 2 Jahre 9 Monate
300 € 1 Jahr 10 Monate
500 € 1 Jahr 2 Monate

Mit 2.000 € Startpolster und 2,5 Prozent Zins. Zwischen 100 € und 200 € Rate liegen fast zweieinhalb Jahre, zwischen 300 € und 500 € nur acht Monate — die ersten zusätzlichen Euro wirken am stärksten. Der Notgroschen-Rechner zeigt diese Staffel für deine Zahlen und daneben, was ein größerer Puffer kosten würde: 6.600 € bei drei Monaten, 11.000 € bei fünf, 13.200 € bei sechs.

Zwei weitere Fälle im Notgroschen-Rechner

Selbstständig, sechs Monate Puffer

2.200 € Ausgaben und sechs Monate ergeben 13.200 €. Vorhanden sind 2.000 € plus eine Steuererstattung von 1.500 €, zusammen 3.500 € oder 1,6 Monate; es fehlen 9.700 €. Mit 300 € im Monat und 2,5 Prozent Zins ist das Ziel nach zwei Jahren und sieben Monaten erreicht — 9.300 € aus Raten, 550 € Zinsen. Der Notgroschen-Rechner zeigt, was die Einmalzahlung bewirkt: Ohne die 1.500 € dauert der Aufbau fünf Monate länger.

Familie mit einem Einkommen und Eigenheim

3.000 € Ausgaben, sechs Monate, 18.000 € Ziel. Mit 5.000 € Polster sind 1,7 Monate gedeckt, es fehlen 13.000 €. Bei 300 € Sparrate dauert der Aufbau drei Jahre und fünf Monate, ohne Zinsen 44 Monate; unterwegs entstehen 999 € Zinsen, eingezahlt werden 12.300 €. Wer bei null anfängt und 200 € im Monat für 8.800 € Ziel spart, braucht drei Jahre und sieben Monate. Der Notgroschen-Rechner macht aus jeder Kombination eine Dauer — und aus der Dauer eine Entscheidung über die Rate.

Notgroschen und Inflation: den Puffer jährlich nachziehen

Die Reserve ist in Monatsausgaben definiert, und die steigen mit den Preisen. Bei 2,9 Prozent Inflation werden aus 8.800 € Zielgröße im nächsten Jahr 9.055 €, in fünf Jahren rund 10.150 €. Die Zinsen auf dem Tagesgeld gleichen das nur aus, wenn der Zins die Inflation erreicht — bei 2,5 Prozent fehlt jedes Jahr ein kleiner Rest. Deshalb gehört der Notgroschen-Rechner einmal im Jahr auf den Prüfstand: Ausgaben neu eintragen, Polster aktualisieren, Differenz mit einer kurzen Ratenphase schließen. Wer die Monatsausgaben aus dem Haushaltsbuch nimmt, hat die Zahl ohnehin parat.

Notgroschen-Rechner für Wohneigentümer: die Rücklage kommt dazu

Wer ein Haus oder eine Wohnung besitzt, hat zwei Reserven: den Notgroschen für Einkommensausfall und Alltagsnotfälle und die Instandhaltungsrücklage für Dach, Heizung und Fenster. Beide gehören getrennt geführt, weil sie unterschiedlich groß sind und unterschiedlich schnell wachsen müssen — die Heizung fällt nicht seltener aus, nur weil der Job sicher ist. Der Notgroschen-Rechner rechnet die erste Reserve; für die zweite legen viele Eigentümer einen festen Betrag je Quadratmeter monatlich zurück und rechnen die laufenden Nebenkosten mit dem Nebenkostenrechner durch. Bei Eigentumswohnungen übernimmt die Gemeinschaft einen Teil über das Hausgeld, Sonderumlagen bleiben trotzdem möglich.

Tagesgeldkonto für die Reserve einrichten: fünf Schritte

  1. Eigenes Konto nur für den Notgroschen eröffnen — bei einer anderen Bank als dem Girokonto, ohne Karte, ohne Daueraufträge nach außen.
  2. Freistellungsauftrag stellen, auch wenn die Zinsen klein bleiben; sonst behält die Bank ab dem ersten Euro Steuer ein.
  3. Dauerauftrag vom Girokonto am Gehaltstag in Höhe der Rate aus dem Notgroschen-Rechner einrichten.
  4. Zins nach der Aktionsphase prüfen: Fällt er unter 1 Prozent, lohnt der Wechsel — der Aufwand ist eine Kontoeröffnung, den Ertrag zeigt der Tagesgeldrechner.
  5. Zugriff regeln: Partner bevollmächtigen oder Gemeinschaftskonto wählen, Zugangsdaten sicher ablegen — die Reserve nützt nichts, wenn im Ernstfall niemand herankommt.

Was der Notgroschen nicht ist

Keine Urlaubskasse, kein Autokonto, kein Startkapital für das Depot. Sobald die Reserve für planbare Ausgaben angezapft wird, ist sie beim echten Notfall leer. Planbare Ausgaben bekommen eigene Töpfe: Der Sparziel-Rechner liefert die Rate für Auto, Reise oder Eigenkapital, der Sparrechner zeigt, was aus einer Rate über Jahre wird. Der Notgroschen-Rechner rechnet nur die eine Frage: Wie viel muss jederzeit da sein? Alles andere ist Sparen mit Ziel — und darf Rendite bringen.

Wie groß muss der Notgroschen sein? Die ehrliche Antwort

Die Bandbreite von drei bis sechs Monatsausgaben ist eine Risiko-Skala. Drei bis vier Monate reichen, wenn das Einkommen stabil ist: unbefristeter Job, gefragte Qualifikation, zwei Verdiener im Haushalt. Sechs Monate und mehr gehören auf die hohe Kante bei Selbstständigen mit schwankenden Einnahmen, Alleinverdienern mit Familie, Wohneigentum — die Heizung fragt nicht nach dem Konjunkturzyklus — und in jeder Branche mit Umbaunachrichten. Der Notgroschen-Rechner zeigt für jede Stufe sofort das Ziel; wer unsicher ist, startet mit vier Monaten und justiert nach.

Monatliche Ausgaben 3 Monate 4 Monate 6 Monate
1.500 € 4.500 € 6.000 € 9.000 €
2.200 € 6.600 € 8.800 € 13.200 €
3.000 € 9.000 € 12.000 € 18.000 €
4.000 € 12.000 € 16.000 € 24.000 €

Was der Staat im Ernstfall zahlt, verkürzt die nötige Monatszahl nicht, aber die Panik: Arbeitslosengeld ersetzt 60 oder 67 Prozent des Nettos — der Arbeitslosengeld-Rechner zeigt wie viel —, bei längerer Krankheit übernimmt nach sechs Wochen das Krankengeld mit 70 Prozent des Bruttos, höchstens 90 Prozent des Nettos. Die Lücke zwischen diesen Leistungen und den vollen Ausgaben ist genau das, was der Notgroschen überbrückt.

Berufsanfänger und Studierende: klein anfangen, aber anfangen

Wer gerade ins Berufsleben startet, hat selten 8.800 € übrig — aber auch selten 2.200 € Ausgaben. Bei 1.200 € Monatskosten und drei Monaten Puffer sind 3.600 € das Ziel; mit 150 € im Monat und ohne Startguthaben ist es in gut zwei Jahren erreicht. Wichtiger als die Höhe ist der Automatismus: Wer den Dauerauftrag mit dem ersten Gehalt einrichtet, gewöhnt sich nie an das Geld, das gar nicht erst auf dem Girokonto ankommt.

Und die erste Gehaltserhöhung wandert anteilig in die Rate, bevor der Lebensstandard sie schluckt. Studierende mit BAföG oder Nebenjob rechnen mit einem Monat als erstem Ziel: Ein ausgefallener Nebenjob oder eine Kaution sind die typischen Notfälle, und 1.000 € auf dem Tagesgeld verhindern den Dispo. Der Notgroschen-Rechner nimmt jede Größenordnung — 600 € Ausgaben ergeben mit drei Monaten 1.800 € Ziel, bei 50 € im Monat in drei Jahren.

Wohin mit dem Notgroschen? Tagesgeld — und sonst nichts

Die Reserve hat genau einen Job: da sein, wenn Waschmaschine, Autoreparatur und Jobverlust gleichzeitig zuschlagen. Daraus folgt alles Weitere. Kein Depot — Aktien können im Notfallmoment 30 Prozent im Minus stehen. Kein Festgeld — gebundenes Geld ist kein Notgroschen. Nicht auf dem Girokonto — dort verdient es nichts und verschwimmt mit dem Konsumbudget. Die richtige Adresse ist ein Tagesgeldkonto: täglich verfügbar, gesetzlich gesichert, verzinst. Was ein Angebot mit Aktionszins über ein Jahr wirklich bringt, rechnet der Tagesgeldrechner; wer mehr als 100.000 € parkt, verteilt auf mehrere Banken — die Details erklärt der Ratgeber Einlagensicherung.

Ein Tipp aus der Praxis: ein eigenes Tagesgeldkonto nur für die Reserve, ohne Karte und ohne Dauerauftrag nach außen. Was man nicht sieht, gibt man nicht aus. Der Notgroschen-Rechner rechnet mit diesem einen Konto; wer mehrere Töpfe führt, addiert die Guthaben im Feld „vorhandenes Polster“.

Die Aufbau-Strategie: vom ersten Hunderter zum vollen Puffer

  1. Meilenstein 1.000 €: Bis dahin pausieren Extras wie Sparpläne — dieser Betrag stoppt die meisten Dispo-Notfälle. Der Notgroschen-Rechner nennt die Monate bis dahin.
  2. Windfalls umleiten: Steuererstattung, Bonus, Geldgeschenke und jede Gehaltserhöhung wandern anteilig in die Reserve, bevor der Alltag sie schluckt — im Rechner als Einmalzahlung.
  3. Rate automatisieren: Dauerauftrag am Gehaltstag aufs Tagesgeld, nicht „was übrig bleibt“ am Monatsende.
  4. Ziel erreicht, Einzahlung beenden: Alles darüber arbeitet besser im nächsten Sparziel oder im Depot; was Raten dort langfristig werden, zeigt der Sparrechner.
  5. Nach jeder Entnahme: erst auffüllen, dann wieder investieren — der Notgroschen-Rechner zeigt mit dem neuen Polster sofort die aktualisierte Dauer.

Paare, Selbstständige, Rentner: drei Sonderfälle im Notgroschen-Rechner

Paare mit gemeinsamem Haushalt rechnen mit den gemeinsamen Ausgaben, führen die Reserve aber auf einem Konto, auf das beide im Ernstfall zugreifen können — ein Gemeinschaftskonto oder zwei gegenseitig bevollmächtigte Einzelkonten. Nichts ist ärgerlicher als eine Reserve, die im entscheidenden Moment rechtlich unerreichbar ist. Bei zwei Einkommen reichen meist drei Monate, weil selten beide gleichzeitig wegfallen.

Selbstständige fahren zweigleisig: ein privater Notgroschen nach der Sechs-Monats-Regel und ein separates Geschäftspolster für Steuernachzahlungen und Auftragsflauten. Wer beides mischt, bezahlt im schlechtesten Fall die Umsatzsteuer-Vorauszahlung mit der Familienreserve. Der Notgroschen-Rechner hilft, beide Töpfe getrennt zu planen: zweimal mit den jeweiligen Monatskosten rechnen. Rentner brauchen keine Reserve gegen Einkommensausfall, wohl aber gegen Reparaturen, Zuzahlungen und Pflegekosten — drei Monatsausgaben sind ein vernünftiger Ausgangspunkt.

Wofür die Reserve draufgeht: die Fälle hinter dem Notgroschen-Rechner

Ein Blick auf typische Notfälle zeigt, warum die Monatslogik funktioniert: Der Austausch von Waschmaschine oder Geschirrspüler, eine größere Autoreparatur, der Tierarzt-Notdienst, das kaputte Smartphone, die Kaution beim kurzfristigen Umzug — kleine und mittlere Schläge, die fast jeden Haushalt alle ein bis zwei Jahre treffen und mit einem Polster von ein bis zwei Monatsausgaben abgefangen sind. Die große Keule ist der Einkommensausfall: Jobverlust, längere Krankheit, wegbrechende Aufträge, Kurzarbeit. Dafür stehen die restlichen Monate im Notgroschen-Rechner — sie kaufen Zeit, in Ruhe zu suchen statt in Panik zu nehmen, was kommt.

Notgroschen-Rechner oder Schulden tilgen?

Teurer Dispo oder Konsumkredit zuerst — dessen Zins schlägt jede Tagesgeldverzinsung; was das Minus kostet, rechnet der Dispo-Rechner. Parallel gehört ein Mini-Puffer von 500 bis 1.000 € auf die Seite, damit nicht jeder Zwischenfall neue Schulden erzeugt. Erst wenn die teuren Kredite getilgt sind, wächst die Reserve mit voller Sparrate auf ihre Zielgröße. Der Notgroschen-Rechner lässt sich für diese Phase mit einer kleineren Rate füttern und später neu rechnen.

Eine letzte Zahl zur Einordnung: Der Bundesbank-Durchschnitt von 0,50 Prozent auf täglich fällige Einlagen bedeutet, dass ein großer Teil der deutschen Reserven fast unverzinst liegt. Bei 13.200 € kostet das gegenüber 2,5 Prozent 264 € im Jahr — genug für die Waschmaschine, die der Notgroschen eigentlich bezahlen soll. Der Wechsel zu einem verzinsten Tagesgeldkonto ist die einzige Rendite, die die Reserve bringen darf, und sie kostet nichts außer einer Kontoeröffnung — zehn Minuten mit Ausweis und Handy, einmal im Jahr wiederholt, wenn der Zins nach der Aktionsphase gefallen ist.

Sonderfälle: was der Notgroschen-Rechner vereinfacht

Der Rechner rechnet mit konstanten Ausgaben, konstanter Rate und konstantem Zins; Zinsen werden monatlich gutgeschrieben, Steuern nicht abgezogen, weil der Pauschbetrag bei Reserven dieser Größe reicht. Er kennt keine Ausgabenspitzen wie Jahresversicherungen — wer sie hat, rechnet die Monatsausgaben als Jahresdurchschnitt. Und er bewertet nicht, ob die gewählte Monatszahl zu deinem Risiko passt; die Situationsauswahl ist ein Vorschlag, keine Vorschrift.

Häufige Fragen zum Notgroschen-Rechner

Rechne ich mit Ausgaben oder mit Einkommen?

Mit den Ausgaben. Wer 3.500 € verdient, aber 2.200 € verbraucht, braucht die Reserve nur auf die 2.200 €. Der Notgroschen-Rechner fragt deshalb ausschließlich nach dem, was im Monat rausgeht.

Zählt mein Depot als Notgroschen?

Nein. Wertpapiere schwanken, und ein Verkauf im Crash zementiert Verluste. Die Reserve liegt bewusst langweilig auf dem Tagesgeld — genau dafür ist sie da.

Wie viel Zinsen bringt der Notgroschen?

Bei 8.800 € und 2,5 Prozent 220 € im Jahr, bei 13.200 € 330 € — steuerfrei bis zum Pauschbetrag von 1.000 €. Beim Bundesbank-Durchschnitt von 0,50 Prozent wären es nur 44 €; der Wechsel zu einem verzinsten Tagesgeldkonto lohnt sich also auch für die Reserve.

Was ist, wenn ich den Notgroschen anzapfen musste?

Dafür existiert er. Danach hat das Auffüllen Vorrang vor allen anderen Sparzielen; mit dem neuen Polster zeigt der Notgroschen-Rechner sofort die aktualisierte Dauer.

Reicht ein Dispo als Notgroschen?

Nein. Der Dispo kostet Zinsen statt welche zu bringen, kann von der Bank gekürzt werden und ist bei Jobverlust genau dann weg, wenn er gebraucht würde. Er ist die Notlösung für Tage, nicht für Monate.

Wie viel Notgroschen mit Kindern?

Mehr, weil die Ausgaben weniger flexibel sind und ein Einkommen oft für mehrere Personen steht. Der Notgroschen-Rechner schlägt bei Alleinverdienern mit Kindern sechs Monate vor; wer zwei Einkommen hat, kommt mit vier aus.

Sollte ein Teil des Notgroschens bar zu Hause liegen?

Ein kleiner Betrag für den Fall, dass Karten oder Online-Banking ausfallen, schadet nicht — mehr als ein paar Hundert Euro sollten es nicht sein. Bargeld bringt keine Zinsen und ist bei Einbruch oder Brand weg.

Ein Konto oder mehrere?

Für die Reserve reicht ein Tagesgeldkonto; bei mehr als 100.000 € verteilt man auf mehrere Banken. Der Notgroschen-Rechner rechnet mit der Summe aller Guthaben, die im Notfall verfügbar sind.

Ersetzt der Notgroschen-Rechner eine Finanzberatung?

Nein. Er wendet die Faustregel auf deine Zahlen an und rechnet den Aufbau vor. Wie viel Sicherheit du brauchst, hängt von Job, Familie und Nerven ab — die Situationsauswahl ist ein Vorschlag.

Fazit: Erst die Reserve, dann die Rendite

Der Notgroschen ist die unspektakulärste Zahl deiner Finanzen und die wichtigste: Er verwandelt Notfälle von Katastrophen in Überweisungen. Drei bis sechs Monatsausgaben aufs Tagesgeld, automatisch bespart, strikt getrennt vom Rest — mehr braucht es nicht, und der Notgroschen-Rechner liefert den Fahrplan mit Meilenstein, Dauer und Zinsen. Alles, was danach kommt, steht auf diesem Fundament.

Stand 5. September 2026. Der Notgroschen-Rechner wird bei Änderungen des Pauschbetrags oder der Einlagensicherung aktualisiert; Zins- und Inflationswerte im Text stammen aus Juli und August 2026.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.