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Jedes Jahr im Januar wundern sich ETF-Anleger über eine kleine Abbuchung vom Verrechnungskonto — die Steuer auf die Vorabpauschale. Unser Vorabpauschale-Rechner zeigt dir vorab, was 2026 auf dich zukommt: Fondswert, Wertzuwachs und Fondstyp eingeben, und der Vorabpauschale-Rechner liefert Basisertrag, Pauschale und die tatsächliche Steuer nach Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag. So deckst du dein Konto rechtzeitig — und verstehst endlich, was da eigentlich besteuert wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Basiszins 2026 beträgt 3,20 % — daraus ergibt sich der Basisertrag: Fondswert × 3,20 % × 70 %.
  • Die Vorabpauschale ist auf den tatsächlichen Wertzuwachs begrenzt — in Verlustjahren fällt sie aus.
  • Bei Aktien-ETFs bleiben 30 % steuerfrei (Teilfreistellung); besteuert wird der Rest mit 26,375 %.
  • Abgebucht wird Anfang 2027 — ein Freistellungsauftrag fängt die Steuer oft komplett ab.

So funktioniert der Vorabpauschale-Rechner

Du brauchst drei Zahlen aus deinem Depot: den Fondswert am 1. Januar 2026, den (erwarteten) Wertzuwachs über das Jahr und eventuelle Ausschüttungen. Dazu den Fondstyp — bei ETFs mit über 50 Prozent Aktienquote greift die 30-Prozent-Teilfreistellung — und deinen noch freien Sparerpauschbetrag. Der Vorabpauschale-Rechner rechnet dann die komplette Kette durch: Basisertrag, Deckelung auf den Wertzuwachs, Abzug der Ausschüttungen, Teilfreistellung, Pauschbetrag, Steuer. Jede Zwischenstufe steht einzeln im Ergebnis — ideal, um das Prinzip einmal wirklich zu verstehen.

Warum es die Vorabpauschale überhaupt gibt

Thesaurierende Fonds schütten nichts aus — ohne Gegenmaßnahme würde die Besteuerung Jahrzehnte bis zum Verkauf warten. Seit der Investmentsteuerreform 2018 besteuert der Fiskus deshalb jährlich einen fiktiven Mindestertrag: eben die Vorabpauschale. Die gute Nachricht: Es ist keine Zusatzsteuer, sondern eine Vorauszahlung — beim späteren Verkauf werden alle bereits versteuerten Vorabpauschalen vom Gewinn abgezogen. Die Details zur Systematik samt Beispielen über mehrere Jahre erklärt unser Grundlagen-Ratgeber zur Vorabpauschale bei ETFs.

Rechenbeispiel: 50.000 € im Welt-ETF

Schritt Betrag
Fondswert 01.01.2026 50.000 €
Basisertrag (× 3,20 % × 70 %) 1.120 €
Wertzuwachs im Jahr (Beispiel) 4.000 € → keine Deckelung
Steuerpflichtig nach 30 % Teilfreistellung 784 €
Steuer ohne Freistellungsauftrag (26,375 %) ≈ 207 €
Steuer mit 1.000 € Sparerpauschbetrag 0 €

Die Botschaft: Bis etwa 63.000 € Depotwert fängt der volle Sparerpauschbetrag die Vorabpauschale eines Aktien-ETFs 2026 komplett ab — vorausgesetzt, der Freistellungsauftrag liegt beim richtigen Broker. Ohne ihn zahlst du unnötig und holst das Geld erst über die Steuererklärung zurück.

Der Basiszins: Warum die Steuer jedes Jahr anders ausfällt

Der Basiszins wird jährlich vom Bundesfinanzministerium aus der Zinsstruktur der Bundesbank abgeleitet und per BMF-Schreiben veröffentlicht — für 2026 sind es 3,20 Prozent (zum Vergleich im Vorjahr: 2,53 Prozent). Steigende Zinsen bedeuten also höhere Vorabpauschalen, in der Nullzins-Ära fiel sie mehrere Jahre komplett aus. Der Vorabpauschale-Rechner hat den aktuellen Wert fest hinterlegt; für die Januar-Abbuchung 2027 zählt exakt dieser 2026er-Zins. Wichtig fürs Timing: Gemessen wird der Fondswert am ersten Handelstag des Jahres — unterjährige Käufe zählen anteilig (ein Zwölftel je vollem Monat vor dem Kauf entfällt).

Drei Spezialfälle, die der Rechner sichtbar macht

Verlustjahr: Endet der Fonds unter dem Jahresanfangswert, ist die Vorabpauschale null — trage einen negativen Wertzuwachs ein und sieh selbst. Ausschüttende ETFs: Ausschüttungen werden ohnehin besteuert und mindern die Pauschale — bei ordentlicher Ausschüttungsrendite bleibt oft nichts übrig. Mischfonds und Anleihen-ETFs: geringere oder keine Teilfreistellung (15/0 Prozent) — derselbe Depotwert erzeugt hier spürbar mehr Steuer, ein oft übersehener Kostenfaktor beim Fondsvergleich. Wie sich die Steuerlast langfristig auf die Rendite auswirkt, kannst du im Zinseszinsrechner gegenrechnen.

Konto decken oder zahlen lassen? Die Januar-Checkliste

Anfang 2027 bucht dein Broker die Steuer direkt ab — so bereitest du dich vor: 1. Vorabpauschale jetzt im Vorabpauschale-Rechner überschlagen (bei mehreren ETFs je Position). 2. Freistellungsauftrag prüfen und klug auf Broker verteilen — ungenutzte Freibeträge bei der Hausbank nützen deinem Depot nichts. 3. Verrechnungskonto mit dem Betrag decken; manche Broker verkaufen sonst Anteile oder lassen das Konto ins Minus laufen. 4. Nach der Abbuchung die Steuerbescheinigung ablegen — die gezahlten Beträge mindern deinen Gewinn beim späteren Verkauf. Mehr Steuer-Grundlagen für Anleger liefert der Ratgeber ETF und Steuern.

Mehrere ETFs und Broker: So rechnest du sauber

Die Vorabpauschale entsteht je Fondsposition — bei drei ETFs rechnest du den Vorabpauschale-Rechner also dreimal, jeweils mit Wert und Zuwachs der einzelnen Position. Wichtig bei mehreren Brokern: Jeder Broker zieht die Steuer separat ein und kennt nur den bei ihm hinterlegten Freistellungsauftrag. Wer 40.000 € bei Broker A und 30.000 € bei Broker B hält, verteilt den Pauschbetrag idealerweise im Verhältnis der erwarteten Pauschalen — sonst zahlt ein Depot Steuern, während beim anderen Freibetrag verfällt. Die Aufteilung änderst du formlos im Kundenbereich jedes Brokers; sie muss nur in Summe 1.000 € (bzw. 2.000 € bei zusammen veranlagten Paaren) einhalten. Ein kurzer Check im Dezember — Vorabpauschale-Rechner auf, Depotstände rein, Verteilung anpassen — gehört deshalb in jede Jahresend-Routine für Anleger.

Vorabpauschale in der Steuererklärung: Meist erledigt, manchmal Geld wert

Für die meisten Anleger ist mit der Broker-Abbuchung alles erledigt — die Abgeltungssteuer wirkt abgeltend, keine Anlage KAP nötig. Zwei Ausnahmen lohnen die Erklärung: Liegt dein persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent (Studierende, Teilzeit, Rentner), holt die Günstigerprüfung zu viel gezahlte Steuer auf die Vorabpauschale zurück. Und wer die Kirchensteuer auf Kapitalerträge nicht über den Broker abführen lässt, muss sie ohnehin erklären. Der Vorabpauschale-Rechner liefert dir dafür die Jahreswerte — zusammen mit der Steuerbescheinigung des Brokers ist die Anlage KAP in Minuten ausgefüllt, und die Erstattung landet nach dem Bescheid automatisch auf deinem Konto.

Häufige Fragen zum Vorabpauschale-Rechner

Wie hoch ist die Vorabpauschale 2026?

Maximal 2,24 % des Fondswerts vom Jahresanfang (3,20 % Basiszins × 70 %), gedeckelt auf den tatsächlichen Wertzuwachs. Beim Aktien-ETF sind davon nach Teilfreistellung effektiv höchstens rund 0,41 % des Depotwerts als Steuer fällig.

Wann wird die Steuer abgebucht?

Am ersten Werktag des Folgejahres gilt die Vorabpauschale als zugeflossen — die Abbuchung erfolgt also Anfang 2027 für das Jahr 2026, direkt vom Verrechnungskonto des Brokers.

Was passiert, wenn mein Verrechnungskonto nicht gedeckt ist?

Je nach Broker: Konto rutscht ins Minus, Lastschrift vom Referenzkonto oder notfalls Anteilsverkauf. Am elegantesten: rechtzeitig decken oder per Freistellungsauftrag ganz vermeiden.

Zahle ich die Steuer doppelt — jetzt und beim Verkauf?

Nein. Alle versteuerten Vorabpauschalen werden beim Verkauf vom steuerpflichtigen Gewinn abgezogen. Es ist eine zeitliche Vorverlagerung, keine Doppelbesteuerung.

Gilt die Vorabpauschale auch im Riester- oder bAV-Mantel?

Nein — sie betrifft nur direkt gehaltene Fondsanteile im Depot. Versicherungs- und Vorsorgemäntel haben eigene Steuerregeln.

Fazit: Fünf Minuten Rechnen ersetzen die Januar-Überraschung

Die Vorabpauschale ist komplizierter erklärt als gerechnet: Wert, Zins, Deckel, Teilfreistellung — fertig. Der Vorabpauschale-Rechner nimmt dir die Formel ab und zeigt, ob dein Freistellungsauftrag reicht oder das Konto gedeckt sein muss. Einmal im Dezember durchklicken, und der Januar bucht ohne Schreckmoment ab.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.
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