...

Unser Stundenlohnrechner verrät dir in Sekunden, was deine Arbeitsstunde wirklich wert ist: Monatsbrutto und Wochenarbeitszeit eingeben — fertig. Oder umgekehrt: Aus einem angebotenen Stundenlohn errechnet der Stundenlohnrechner das Monats- und Jahresgehalt. Genau diese Umrechnung brauchst du bei Jobwechseln zwischen Festanstellung und Zeitarbeit, beim Minijob, in Gehaltsverhandlungen — und immer dann, wenn du wissen willst, ob sich Mehrarbeit eigentlich lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Standardformel der Personalabrechnung: Stundenlohn = Monatsbrutto × 3 ÷ (13 × Wochenstunden).
  • Ein Monat hat im Schnitt 4,33 Wochen — nicht 4. Wer mit 4 rechnet, überschätzt seinen Stundenlohn.
  • Der Stundenlohnrechner rechnet in beide Richtungen: Gehalt → Stunde und Stunde → Gehalt.
  • Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 € brutto pro Stunde.

So benutzt du den Stundenlohnrechner

Wähle zuerst die Richtung: „Stundenlohn aus Monatsgehalt“ beantwortet die Klassikerfrage („3.500 € bei 40 Stunden — was ist das pro Stunde?“), „Monatsgehalt aus Stundenlohn“ übersetzt Zeitarbeits- und Minijob-Angebote in ein Monatsbrutto. Dazu deine vertragliche Wochenarbeitszeit — der Stundenlohnrechner erledigt den Rest und zeigt zusätzlich die durchschnittlichen Monatsstunden und den Mindestlohn-Vergleich.

Wichtig: Rechne mit der vertraglichen Arbeitszeit, nicht mit der gefühlten. Wer laut Vertrag 40 Stunden hat, aber real 45 arbeitet, kann beide Werte durchspielen — der Unterschied ist oft ernüchternd und ein starkes Argument für die nächste Gehaltsrunde.

Die Formel: Warum × 3 ÷ 13?

Ein Kalenderjahr hat 52 Wochen und 12 Monate — ein Monat also durchschnittlich 52 ÷ 12 = 4,333 Wochen. Die Personalabrechnung rechnet deshalb: Monatsstunden = Wochenstunden × 13 ÷ 3 (das ist dasselbe wie × 4,333). Bei 40 Wochenstunden ergibt das 173,3 Monatsstunden. Dein Stundenlohn ist dann schlicht Monatsbrutto geteilt durch diese Monatsstunden — exakt so, wie es auch in Arbeitsverträgen und bei der Überstundenvergütung gehandhabt wird.

Der beliebte Schnellüberschlag „Gehalt durch 160″ (4 × 40 Stunden) liegt dagegen daneben: Er unterschlägt ein Drittel Woche pro Monat und macht den Stundenlohn rechnerisch rund 8 Prozent zu hoch.

Rechenbeispiele: Gehalt und Stundenlohn im Überblick

Brutto-Stundenlöhne für typische Gehälter (40-Stunden-Woche):

Monatsbrutto Stundenlohn Jahresbrutto
2.500 € 14,42 € 30.000 €
3.500 € 20,19 € 42.000 €
4.500 € 25,96 € 54.000 €
6.000 € 34,62 € 72.000 €

Bei 30 Wochenstunden verschieben sich die Werte deutlich nach oben: 2.500 € Teilzeitbrutto entsprechen dann schon 19,23 € pro Stunde. Genau deshalb ist der Stundenlohnrechner das fairste Vergleichsinstrument zwischen Voll- und Teilzeitjobs — das Monatsgehalt allein sagt ohne die Stundenbasis wenig aus.

Mindestlohn: Deine absolute Untergrenze

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 2026 13,90 € brutto pro Stunde und gilt für fast alle Beschäftigten über 18 — auch im Minijob. Bei der 538-€-Grenze bedeutet das maximal rund 42 Stunden im Monat; wer mehr arbeiten soll, wird rechnerisch unter Mindestlohn bezahlt. Der Stundenlohnrechner zeigt den Vergleich automatisch an. Die gesetzlichen Details regelt das Mindestlohngesetz (MiLoG); Verstöße kannst du der Zoll-Finanzkontrolle melden.

Brutto ist nicht netto: Der zweite Rechenschritt

Der Stundenlohnrechner arbeitet mit Bruttowerten — vom errechneten Lohn gehen noch Lohnsteuer, Soli (selten), gegebenenfalls Kirchensteuer und Sozialabgaben ab. Als Faustregel bleiben je nach Steuerklasse und Verdienst 60 bis 70 Prozent netto übrig. Für Verhandlungen und Jobvergleiche ist brutto trotzdem die richtige Basis: Sozialabgaben und Steuern hängen von deiner persönlichen Situation ab, der Bruttostundenlohn macht Angebote objektiv vergleichbar. Wie du mit Werbungskosten einen Teil der Steuer zurückholst, zeigt unser Ratgeber zu den Werbungskosten.

Stundenlohn in der Gehaltsverhandlung nutzen

Die Stunden-Perspektive entlarvt versteckte Gehaltskürzungen: Eine „Beförderung“ mit 200 € mehr, aber fünf zusätzlichen Wochenstunden senkt deinen Stundenlohn — der Stundenlohnrechner rechnet es in zwei Durchläufen nach. Auch Benefits lassen sich einordnen: Ein Jobticket für 60 € im Monat entspricht bei 173 Monatsstunden etwa 35 Cent pro Stunde. Und bei Überstunden gilt: Werden sie nicht vergütet oder ausgeglichen, verwässern sie deinen realen Stundenlohn Monat für Monat — auch das eine Zahl, die in jede Verhandlung gehört.

Für Selbstständige: Stundensatz ist kein Stundenlohn

Selbstständige sollten den Stundenlohnrechner nur als Ausgangspunkt nutzen — ihr Stundensatz muss deutlich höher liegen als der vergleichbare Angestellten-Stundenlohn. Der Grund: Vom Satz gehen noch Krankenversicherung, Altersvorsorge, Urlaubs- und Krankheitstage, unbezahlte Akquise- und Verwaltungszeit sowie Betriebskosten ab. Als Faustregel gilt das Zwei- bis Zweieinhalbfache des Wunsch-Stundenlohns: Wer als Angestellter 25 € pro Stunde verdienen würde, braucht selbstständig 55 bis 65 € Stundensatz, um netto vergleichbar dazustehen. Wer dauerhaft darunter anbietet, subventioniert seine Kunden aus der eigenen Altersvorsorge.

Teilzeit, Elternzeit, Nebenjob: Stunden-Denken schützt

Besonders wertvoll wird der Stundenlohnrechner bei Arbeitszeit-Änderungen. Wer von 40 auf 30 Stunden reduziert, sollte prüfen, ob das Gehalt wirklich proportional sinkt — in der Praxis wird Teilzeitkräften oft mehr Arbeit in weniger Stunden zugeschoben, was den realen Stundenlohn drückt. Beim Nebenjob wiederum lohnt der Vergleich mit dem Hauptjob: Ein 603-€-Minijob mit 12 Wochenstunden bringt nur 11,57 € pro Stunde — weniger als Mindestlohn und damit unzulässig. Und wer nach der Elternzeit zurückkehrt, verhandelt mit dem alten Stundenlohn als Anker deutlich souveräner als mit einem diffusen Teilzeitgehalt. Stunden-Denken macht Arbeitsverhältnisse vergleichbar — über alle Lebensphasen hinweg.

Ein letzter Praxistipp: Notiere dir deinen aktuellen Wert einmal im Jahr, etwa zusammen mit der Gehaltsabrechnung im Dezember. So siehst du über die Jahre, ob Gehaltserhöhungen mit gestiegener Arbeitszeit Schritt halten — und hast für jedes Mitarbeitergespräch eine belastbare Zahlenreihe statt eines Bauchgefühls parat.

Häufige Fragen zum Stundenlohnrechner

Wie berechnet der Stundenlohnrechner den Stundenlohn?

Mit der Standardformel der Entgeltabrechnung: Stundenlohn = Monatsbrutto × 3 ÷ (13 × Wochenstunden). Sie berücksichtigt, dass ein Monat im Schnitt 4,33 Wochen hat, und entspricht der Praxis der meisten Arbeitgeber.

Zählen Urlaubs- und Weihnachtsgeld mit?

In der Monatsformel nicht. Willst du sie einrechnen, teile dein gesamtes Jahresbrutto durch 12 und nutze diesen Wert als Monatsbrutto — dein effektiver Stundenlohn steigt dann entsprechend.

Was ist ein guter Stundenlohn in Deutschland?

Der Median liegt für Vollzeitbeschäftigte bei grob 23 bis 24 € brutto. Unter 15 € ist unterdurchschnittlich, ab etwa 30 € gehörst du zum oberen Viertel — regional und je nach Branche mit großen Unterschieden.

Gilt der Mindestlohn auch für Minijobs?

Ja, ohne Ausnahme. Die Minijob-Grenze und der Mindestlohn sind sogar gekoppelt: Steigt der Mindestlohn, steigt automatisch auch die Verdienstgrenze, damit rechnerisch dieselbe Stundenzahl möglich bleibt.

Wie rechne ich Überstunden in Geld um?

Errechne erst deinen Stundenlohn, dann multipliziere mit den Überstunden — plus tariflichem Zuschlag, falls vereinbart. Bei 20,19 € Stundenlohn und 10 unbezahlten Überstunden im Monat verschenkst du über 200 € — monatlich.

Fazit: Denk in Stunden, nicht nur in Gehältern

Dein Monatsgehalt ist eine abstrakte Zahl — dein Stundenlohn ist der ehrliche Preis deiner Lebenszeit. Der Stundenlohnrechner macht ihn sichtbar, vergleichbar und verhandelbar: bei Jobangeboten, bei Mehrarbeit, beim Minijob. Wer seinen Stundenwert kennt, verkauft sich seltener unter Wert.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.
Seraphinite AcceleratorOptimized by Seraphinite Accelerator
Turns on site high speed to be attractive for people and search engines.