Der Kirchensteuer-Rechner zeigt dir, wie viel Kirchensteuer du 2026 zahlst und was davon nach dem Sonderausgabenabzug wirklich bei dir hängen bleibt. Brutto oder zu versteuerndes Einkommen eingeben, Bundesland, Kinder und Kappung wählen — der Kirchensteuer-Rechner ermittelt die Einkommensteuer als Bemessungsgrundlage, rechnet die Kinderfreibeträge heraus, prüft die Kappung deiner Landeskirche, berücksichtigt Kapitalerträge und weist die echte Belastung nach der Steuerentlastung im Folgejahr aus. Damit siehst du auch, was ein Kirchenaustritt netto spart. Neben der Kirchensteuer zählen auch Spenden zu den Sonderausgaben — wie du sie ansetzt, zeigt Spenden absetzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kirchensteuer beträgt 8 Prozent der Einkommensteuer in Bayern und Baden-Württemberg, 9 Prozent in allen anderen Ländern — bei 45.000 € zu versteuerndem Einkommen sind das 795,15 € oder 706,80 € im Jahr.
  • Bemessungsgrundlage ist die Steuer mit Kinderfreibeträgen: Mit zwei Kindern zeigt der Kirchensteuer-Rechner 516,87 € statt 795,15 €, obwohl Kindergeld gezahlt wird.
  • Gezahlte Kirchensteuer ist Sonderausgabe und senkt die Einkommensteuer des Folgejahres — von 795,15 € bleiben effektiv 524,80 € Belastung.
  • Bei hohem Einkommen kappen die meisten Landeskirchen die Kirchensteuer auf 2,75 bis 4 Prozent des zu versteuernden Einkommens; Bayern kappt nicht.
  • Die evangelische Kirche nahm 2025 laut EKD 6,09 Milliarden Euro Kirchensteuer ein, die katholische 6,75 Milliarden — zusammen 12,84 Milliarden.

Was 2026 gilt: die Regeln hinter dem Kirchensteuer-Rechner

Die Kirchensteuer ist keine Steuer des Staates, sondern der Kirchen — der Staat zieht sie nur ein und behält dafür eine Verwaltungsgebühr. Rechtsgrundlage sind die Kirchensteuergesetze der Länder; der Satz beträgt 8 Prozent der Einkommen- oder Lohnsteuer in Bayern und Baden-Württemberg und 9 Prozent überall sonst. Das Bundesrecht liefert in § 51a EStG die Regeln zur Bemessungsgrundlage. Der Kirchensteuer-Rechner übernimmt beide Sätze und rechnet mit dem Einkommensteuertarif 2026 nach § 32a EStG.

Der wichtigste Detailpunkt steckt in § 51a Abs. 2: Für die Kirchensteuer wird die Einkommensteuer so berechnet, als wären die Kinderfreibeträge abgezogen worden — auch dann, wenn das Finanzamt in der Günstigerprüfung beim Kindergeld geblieben ist. 2026 beträgt der Kinderfreibetrag 3.414 € je Elternteil und Kind, dazu 1.464 € für Betreuung, Erziehung und Ausbildung, zusammen 4.878 € oder 9.756 € für Paare. Der Kirchensteuer-Rechner zieht diese Beträge vor der Tarifberechnung ab und zeigt, wie stark die Bemessung sinkt.

Gezahlte Kirchensteuer darfst du nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG unbegrenzt als Sonderausgabe abziehen — ausgenommen ist nur der Teil, der als Zuschlag zur Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge einbehalten wurde. Dadurch spart jeder Euro Kirchensteuer im Folgejahr Einkommensteuer in Höhe deines Grenzsteuersatzes. Der Kirchensteuer-Rechner rechnet diesen Effekt gegen und nennt ihn „echte Belastung“ — der Wert, den ein Austritt tatsächlich freimachen würde.

Die Eingabefelder im Detail: was der Kirchensteuer-Rechner wissen will

Brutto oder zu versteuerndes Einkommen

Am genauesten ist das zu versteuernde Einkommen aus deinem letzten Steuerbescheid. Hast du es nicht zur Hand, gib das Jahresbrutto ein: Der Kirchensteuer-Rechner schätzt dann das zu versteuernde Einkommen wie der Einkommensteuer-Rechner — mit Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Sonderausgaben-Pauschbetrag und den abziehbaren Vorsorgeaufwendungen für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Aus 55.000 € Brutto werden so rund 43.000 € zu versteuerndes Einkommen. Selbstständige, Vermieter oder Rentner sollten den Wert aus dem Bescheid nehmen.

Veranlagung und Kinder

Bei Zusammenveranlagung gilt das Splitting: Die Steuer wird für das halbe gemeinsame Einkommen berechnet und verdoppelt. Ist nur ein Ehepartner Kirchenmitglied, wird die Kirchensteuer nach dem Anteil seiner Einkünfte aufgeteilt oder — wenn der Kirchenangehörige wenig oder nichts verdient — als besonderes Kirchgeld erhoben. Der Kirchensteuer-Rechner rechnet die Kirchensteuer auf die gesamte Splitting-Steuer, wie es gilt, wenn beide Partner Mitglied sind. Die Kinderzahl steuert die Kinderfreibeträge; sie zählen für jedes Kind, für das du Kindergeld oder Freibeträge bekommst.

Kirchensteuersatz

Maßgeblich ist das Bundesland, in dem du wohnst — nicht der Sitz deines Arbeitgebers. 8 Prozent gelten in Bayern und Baden-Württemberg, 9 Prozent in den übrigen 14 Ländern. Bei einem Umzug wechselt der Satz mit dem Wohnsitz. Für pauschal versteuerten Lohn, etwa bei Minijobs oder Betriebsveranstaltungen, gelten eigene Sätze zwischen 4 und 7 Prozent, die der Arbeitgeber trägt.

Kappung

Fast alle Landeskirchen und Diözesen begrenzen die Kirchensteuer auf einen festen Prozentsatz des zu versteuernden Einkommens, den Kappungssatz. Er liegt nach der Übersicht von kirchenfinanzen.de zwischen 2,75 und 4 Prozent und wird je nach Land automatisch im Steuerbescheid berücksichtigt oder nur auf Antrag gewährt. Bayern kennt keine Kappung. Im Kirchensteuer-Rechner wählst du den Satz deiner Kirche aus der Tabelle weiter unten; er zeigt dann, ob die Kappung bei deinem Einkommen greift und was sie spart.

Kapitalerträge

Auf Zinsen, Dividenden und Fondserträge über dem Sparer-Pauschbetrag behält die Bank Kapitalertragsteuer plus Kirchensteuer ein, wenn sie dein Kirchensteuermerkmal beim Bundeszentralamt für Steuern abgerufen hat. Weil die Kirchensteuer hier sofort als Sonderausgabe wirkt, sinkt die Kapitalertragsteuer nach § 32d Abs. 1 EStG auf 25 geteilt durch 4 plus Kirchensteuersatz — 24,45 Prozent bei 9 und 24,51 Prozent bei 8 Prozent. Der Kirchensteuer-Rechner weist diesen Teil getrennt aus; die vollständige Rechnung mit Soli und Teilfreistellung liefert der Abgeltungssteuer-Rechner.

Rechenbeispiel: 45.000 € zu versteuerndes Einkommen im Kirchensteuer-Rechner

Eine Alleinstehende in Nordrhein-Westfalen hat 45.000 € zu versteuerndes Einkommen. Die Einkommensteuer nach dem Tarif 2026 beträgt 8.835 €, die Kirchensteuer 9 Prozent davon: 795,15 € im Jahr oder 66,26 € im Monat. Ihr Grenzsteuersatz liegt bei 34 Prozent — die 795,15 € Sonderausgaben sparen im nächsten Jahr 270,35 € Einkommensteuer. Die echte Belastung beträgt 524,80 € im Jahr oder 43,73 € im Monat, das sind 1,17 Prozent ihres zu versteuernden Einkommens. In Bayern wären es 706,80 € Kirchensteuer und 466,49 € echte Belastung. Der Kirchensteuer-Rechner zeigt jede dieser Zeilen.

Mit zwei Kindern ändert sich die Bemessung: Von 45.000 € gehen 9.756 € Kinderfreibeträge ab, die Steuer auf 35.244 € beträgt 5.743 € statt 8.835 €, die Kirchensteuer 516,87 € statt 795,15 € — 278,28 € Ersparnis, auch wenn das Kindergeld längst überwiesen wurde. Ein Ehepaar mit 90.000 € zu versteuerndem Einkommen und zwei Kindern in Baden-Württemberg zahlt 918,88 €: 8 Prozent von 11.486 € Splitting-Steuer nach Abzug von 19.512 € Kinderfreibeträgen.

zu versteuerndes Einkommen Einkommensteuer Kirchensteuer 9 % Entlastung Folgejahr echte Belastung
20.000 € 1.570 € 141,30 € 35,32 € 105,97 €
30.000 € 4.217 € 379,53 € 106,27 € 273,26 €
45.000 € 8.835 € 795,15 € 270,35 € 524,80 €
60.000 € 14.233 € 1.280,97 € 486,77 € 794,20 €
80.000 € 22.464 € 2.021,76 € 895,84 € 1.125,92 €
100.000 € 30.864 € 2.777,76 € 1.230,83 € 1.546,93 €
150.000 € 51.864 € 4.667,76 € 2.068,28 € 2.599,48 €

Alle Werte für Einzelveranlagung ohne Kinder und ohne Kappung; die Entlastung ist der Grenzsteuersatz auf den Sonderausgabenabzug, ab der Soli-Freigrenze inklusive Solidaritätszuschlag. Auffällig ist, wie die Kirchensteuer mit dem Einkommen überproportional steigt: Bei 45.000 € liegt sie bei 1,77 Prozent des zu versteuernden Einkommens, bei 150.000 € bei 3,11 Prozent — dort greift dann in vielen Ländern die Kappung, die der Kirchensteuer-Rechner auf Wunsch anwendet.

Kappung: wann der Kirchensteuer-Rechner den Deckel anwendet

Die Kappung soll verhindern, dass die Progression des Einkommensteuertarifs voll auf die Kirchensteuer durchschlägt. Statt 9 Prozent der Steuer zahlst du dann höchstens den Kappungssatz vom zu versteuernden Einkommen. Bei 3 Prozent greift die Kappung im Kirchensteuer-Rechner ab etwa 129.000 € zu versteuerndem Einkommen für Alleinstehende, bei 2,75 Prozent schon ab rund 98.000 €, bei 3,5 Prozent erst ab etwa 319.000 €. Ein Beispiel: 150.000 € zu versteuerndes Einkommen lösen 51.864 € Einkommensteuer und 4.667,76 € Kirchensteuer aus; mit Kappung auf 3 Prozent sind es 4.500 € — 167,76 € weniger. Bei 300.000 € und 2,75 Prozent sinkt die Kirchensteuer von 10.397,61 € auf 8.250 €.

Die Sätze nach der Übersicht der Kirchensteuersätze: In Berlin, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein liegt die Kappung bei 3 Prozent, in Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bei 3,5 Prozent. In Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland kappen die evangelischen Kirchen bei 3,5 Prozent, die katholischen Diözesen bei 4 Prozent — dort nur auf Antrag. In Baden-Württemberg gilt 2,75 Prozent für die württembergische Landeskirche und 3,5 Prozent für Baden und die katholischen Diözesen. Bayern kappt nicht, in Mecklenburg-Vorpommern hängt es von der Kirche ab. Ob dein Bescheid die Kappung enthält, siehst du in der Zeile „Kirchensteuer“ des Steuerbescheids; die Sätze können sich ändern — der Kirchensteuer-Rechner lässt dich deshalb jeden Wert frei wählen.

Kirchensteuer auf Kapitalerträge im Kirchensteuer-Rechner

Seit 2015 rufen Banken das Kirchensteuermerkmal automatisch ab und führen die Kirchensteuer auf Kapitalerträge direkt ab, sofern kein Sperrvermerk beim Bundeszentralamt gesetzt ist. Bei 5.000 € Erträgen über dem Sparer-Pauschbetrag und 9 Prozent Kirchensteuer fallen 1.222,49 € Kapitalertragsteuer an — 24,45 statt 25 Prozent — und darauf 110,02 € Kirchensteuer. Dieser Teil ist keine Sonderausgabe mehr, weil die Ermäßigung schon in den 24,45 Prozent steckt. Wie stark dieser Posten wächst, zeigt die Kirchensteuerstatistik der EKD: 445,8 Millionen Euro Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer allein bei der evangelischen Kirche im Jahr 2025.

Wohin die Kirchensteuer fließt: die Zahlen hinter dem Kirchensteuer-Rechner

Die evangelische Kirche verbuchte 2025 laut EKD 6.091,9 Millionen Euro Kirchensteuer, davon 5.617,4 Millionen aus Lohn- und Einkommensteuer, 445,8 Millionen aus Kapitalerträgen und 28,7 Millionen aus Kirchgeld und sonstigen Steuern; je Mitglied waren das 323,78 €. Die katholischen Bistümer meldeten nach einem Bericht von katholisch.de zur Statistik der Bischofskonferenz 6,75 Milliarden Euro nach 6,63 Milliarden im Vorjahr. Zusammen kamen beide Kirchen auf 12,84 Milliarden Euro, 1,9 Prozent mehr als 2024 — trotz sinkender Mitgliederzahlen, weil Löhne und damit Steuern steigen.

Das Geld finanziert Gemeinden, Personal, Gebäude, Kindergärten, Beratungsstellen und Verwaltung. Kirchliche Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen werden dagegen überwiegend aus Kassenbeiträgen und öffentlichen Mitteln bezahlt, nicht aus Kirchensteuer. Wer wissen will, wofür seine Landeskirche das Geld einsetzt, findet die Haushaltspläne auf den Seiten der Landeskirchen und Bistümer.

Kirchenaustritt: was der Kirchensteuer-Rechner an Ersparnis zeigt

Der Austritt wird nach den Angaben der EKD je nach Bundesland beim Standesamt oder Amtsgericht des Wohnorts erklärt, teils auch vor einem Notar; die Gebühr liegt bei rund 30 €. Du bekommst eine Bescheinigung, die du aufbewahren solltest. Die Kirchensteuerpflicht endet laut den Antworten der EKD zum Kirchenaustritt in der Regel mit Ablauf des Monats, in dem du den Austritt erklärt hast, in manchen Ländern erst mit dem Folgemonat. Die Meldebehörde gibt den Austritt an die Finanzverwaltung weiter, der Arbeitgeber erfährt es automatisch über die elektronischen Lohnsteuermerkmale.

Was du sparst, ist nicht der Betrag auf der Gehaltsabrechnung, sondern die echte Belastung nach dem Sonderausgabenabzug — im Beispiel 524,80 € statt 795,15 € im Jahr. Der Kirchensteuer-Rechner nennt beide Werte. Dazu kommt bei Kapitalerträgen die Kirchensteuer der Bank, die nach dem Austritt entfällt. Ein Wiedereintritt ist jederzeit über die Gemeinde möglich. Was der Austritt bedeutet — für Taufe, Trauung, Patenamt, Beerdigung oder eine Anstellung bei kirchlichen Trägern —, ist keine Rechenfrage; die Zahl liefert nur die Grundlage für deine Entscheidung.

Kinder und Ehe: wie der Kirchensteuer-Rechner Familien rechnet

Die Kinderfreibeträge sind der größte Hebel für Familien, weil sie für die Kirchensteuer immer zählen — egal, ob das Finanzamt bei der Einkommensteuer das Kindergeld oder die Freibeträge angesetzt hat. Bei einer Alleinstehenden mit 45.000 € zu versteuerndem Einkommen und einem Kind sinkt die Bemessung um 4.878 € auf 40.122 €; die Kirchensteuer fällt von 795,15 € auf rund 652 €. Mit zwei Kindern sind es 516,87 €, mit drei Kindern noch weniger. Der Kirchensteuer-Rechner rechnet für jedes Kind den vollen Freibetrag eines Elternteils, bei Zusammenveranlagung den beider Eltern.

Ehepaare, die beide Kirchenmitglied sind, zahlen die Kirchensteuer auf die gemeinsame Splitting-Steuer. Sind beide Mitglied verschiedener Kirchen — etwa evangelisch und katholisch —, wird die Steuer je zur Hälfte auf beide Kirchen verteilt; für dich ändert das nichts am Betrag. Anders bei glaubensverschiedenen Ehen, in denen nur ein Partner Mitglied ist: Dann wird die Kirchensteuer nach dem Anteil der Einkünfte des Mitglieds berechnet, und wenn dieser Anteil gering ist, greift das besondere Kirchgeld. Der Kirchensteuer-Rechner deckt den Regelfall ab, dass beide Partner zur Kirche gehören oder allein veranlagt werden.

Wer im Splitting ein hohes gemeinsames Einkommen hat, profitiert doppelt: von der niedrigeren Steuer und von der Kappung, die sich auf das gesamte zu versteuernde Einkommen bezieht. Ein Ehepaar mit 300.000 € und einem Kappungssatz von 3 Prozent zahlt höchstens 9.000 € Kirchensteuer, gleichgültig, wie hoch die Einkommensteuer ausfällt. Ob das greift, prüfst du im Kirchensteuer-Rechner mit der Veranlagungsart „zusammen“.

Monat für Monat: Lohnsteuer, Jahresausgleich und der Kirchensteuer-Rechner

Auf der Gehaltsabrechnung berechnet der Arbeitgeber die Kirchensteuer nicht aus der Einkommensteuer, sondern aus der Lohnsteuer des Monats — mit dem Kirchensteuermerkmal aus den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen. Die Kinderfreibeträge fließen dabei über den Zähler ein, der beim Finanzamt hinterlegt ist. Weicht die Jahressumme von dem ab, was nach dem Tarif tatsächlich anfällt — etwa bei schwankendem Gehalt, Steuerklassenwechsel oder Sonderzahlungen —, korrigiert das Finanzamt sie mit dem Steuerbescheid. Der Kirchensteuer-Rechner zeigt den Jahreswert, den dieser Bescheid ausweisen wird, und teilt ihn durch zwölf.

Wer in Steuerklasse V oder VI abgerechnet wird, zahlt monatlich mehr Lohnsteuer und damit mehr Kirchensteuer als am Ende fällig ist; die Erstattung kommt mit der Steuererklärung. Umgekehrt kann bei Steuerklasse III eine Nachzahlung entstehen. Hilfreich ist deshalb, den Wert aus dem Kirchensteuer-Rechner mit der Summe der Kirchensteuer auf der Lohnsteuerbescheinigung zu vergleichen — steht dort deutlich mehr, lohnt die Steuererklärung schon wegen der Kirchensteuer. Welche Klasse für Paare sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Steuerklassen.

Sonderfälle: was der Kirchensteuer-Rechner vereinfacht

Das besondere Kirchgeld: Verdient in einer Ehe nur der konfessionslose Partner und der kirchenangehörige Partner wenig oder nichts, erheben die meisten Landeskirchen ein besonderes Kirchgeld nach dem gemeinsamen Einkommen — in einer Tabelle von 96 € bis 3.600 € im Jahr. Das allgemeine Kirchgeld einzelner Gemeinden ist davon zu unterscheiden. Der Kirchensteuer-Rechner bildet beides nicht ab, weil die Werte je Landeskirche abweichen.

Mindestbeträge, die Kirchensteuer bei Lohnsteuerklasse V oder VI, die Aufteilung bei konfessionsverschiedenen Ehen und die Kirchensteuer auf pauschal versteuerte Bezüge folgen eigenen Regeln. Der Brutto-Modus schätzt das zu versteuernde Einkommen nur für Angestellte; wer Einkünfte aus Vermietung, Selbstständigkeit oder Rente hat, nimmt den Wert aus dem Bescheid. Für die monatliche Kirchensteuer auf der Gehaltsabrechnung, die die Lohnsteuer als Bemessung nutzt, ist der Brutto-Netto-Rechner das passende Werkzeug.

Häufige Fragen zum Kirchensteuer-Rechner

Warum zahle ich Kirchensteuer, obwohl ich nie in die Kirche gehe?

Weil die Mitgliedschaft mit der Taufe beginnt und nur durch einen erklärten Austritt endet. Das Finanzamt erhebt die Kirchensteuer über das Merkmal in den Lohnsteuerdaten, solange die Meldebehörde eine Konfession führt. Der Kirchensteuer-Rechner zeigt, was das im Jahr kostet.

Wird die Kirchensteuer vom Brutto oder von der Steuer berechnet?

Von der Steuer. Sie ist ein Zuschlag von 8 oder 9 Prozent auf die Lohn- oder Einkommensteuer, nicht auf das Einkommen. Bezogen auf das zu versteuernde Einkommen liegt sie deshalb meist zwischen 1 und 3,5 Prozent — die Kappung setzt genau hier die Obergrenze.

Bekomme ich Kirchensteuer zurück?

Nicht als Erstattung, aber als Sonderausgabe: Im Jahr nach der Zahlung senkt sie deine Einkommensteuer um den Grenzsteuersatz. Bei 795,15 € Kirchensteuer und 34 Prozent Grenzsteuersatz sind das 270,35 €. Erstattete Kirchensteuer aus früheren Jahren wird gegengerechnet. Der Kirchensteuer-Rechner berücksichtigt diesen Effekt bereits.

Zahlt der Arbeitgeber Kirchensteuer auf meinen Minijob?

Bei pauschal versteuerten Minijobs führt der Arbeitgeber die pauschale Lohnsteuer von 2 Prozent ab, in der die Kirchensteuer enthalten ist. Wird individuell nach Steuerklasse besteuert, fällt Kirchensteuer nur an, wenn Lohnsteuer anfällt — bei einem Minijob in Steuerklasse I also nicht. Was beim Minijob sonst gilt, erklärt der Minijob-Rechner.

Was passiert bei einem Umzug von Bayern nach Hessen?

Ab dem Umzug gilt der Satz des neuen Wohnsitzes, also 9 statt 8 Prozent, und statt der fehlenden Kappung in Bayern die hessische mit 3,5 oder 4 Prozent. Für das Umzugsjahr rechnet das Finanzamt anteilig. Im Kirchensteuer-Rechner kannst du beide Konstellationen nacheinander durchspielen.

Muss ich als Rentner Kirchensteuer zahlen?

Ja, wenn deine Rente so hoch ist, dass Einkommensteuer anfällt. Die Kirchensteuer folgt der Einkommensteuer; bleibt das zu versteuernde Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 12.348 €, fällt weder Einkommen- noch Kirchensteuer an. Der Kirchensteuer-Rechner zeigt im Modus „zu versteuerndes Einkommen“ mit dem Wert aus dem Rentenbescheid sofort, ob und wie viel anfällt.

Wie erkenne ich die Kirchensteuer auf meiner Gehaltsabrechnung?

Sie steht als eigene Zeile unter der Lohnsteuer, meist als „KiSt“ oder „Kirchensteuer“, und beträgt 8 oder 9 Prozent der Lohnsteuer des Monats. Steht dort nichts, obwohl du Mitglied bist, fehlt das Merkmal in den Lohnsteuerabzugsmerkmalen — das Finanzamt holt die Kirchensteuer dann mit dem Bescheid nach. Steht dort etwas, obwohl du ausgetreten bist, hilft die Austrittsbescheinigung beim Finanzamt.

Lohnt sich der Austritt finanziell immer?

Rechnerisch spart der Austritt die echte Belastung, die der Kirchensteuer-Rechner ausweist — bei 45.000 € zu versteuerndem Einkommen rund 525 € im Jahr, bei 100.000 € rund 1.547 €. Dagegen stehen die Gebühr von etwa 30 € und Leistungen, die an die Mitgliedschaft gebunden sind, etwa kirchliche Trauung oder Patenamt. Wer bleibt, kann die Kirchensteuer wenigstens vollständig als Sonderausgabe geltend machen, damit die Entlastung im Folgejahr nicht verloren geht.

Ist der Kirchensteuer-Rechner eine Steuerberatung?

Nein. Er rechnet mit dem Tarif 2026, den bundeseinheitlichen Sätzen und den Kappungssätzen laut Übersicht — verbindlich sind die Kirchensteuergesetze der Länder und die Beschlüsse der Landeskirchen. Bei Sonderfällen hilft der Lohnsteuerhilfeverein, eine Steuerberaterin oder das Kirchensteueramt.

Rechtsstand 4. September 2026. Der Kirchensteuer-Rechner wird bei Änderungen des Tarifs, der Kinderfreibeträge oder der Kappungssätze aktualisiert.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.