Der Elterngeld-Rechner rechnet so wie die Elterngeldstelle — und nicht so, wie es die Faustformel „67 Prozent vom Netto“ verspricht. Denn bemessen wird nicht dein Lohnzettel-Netto, sondern ein pauschal ermitteltes Elterngeld-Netto aus dem Brutto der zwölf Monate vor der Geburt: minus ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags, minus pauschale Lohnsteuer nach deiner Steuerklasse, minus 21 Prozent pauschale Sozialabgaben. Darauf wendet der Elterngeld-Rechner die gestaffelte Ersatzrate an, rechnet Teilzeit im Bezug, Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag ein und zeigt dir, was ein Wechsel der Steuerklasse bringen würde. Monatsbrutto, Steuerklasse und Variante eingeben — der Rest ist Gesetz. Wann die Elternzeit angemeldet werden muss und wie sie sich auf beide Eltern verteilen laesst, zeigt der Elternzeit-Rechner.

Das Wichtigste in Kürze

  • Basiselterngeld ersetzt 65 bis 100 Prozent des Elterngeld-Nettos — mindestens 300 €, höchstens 1.800 € im Monat (§ 2 BEEG); ElterngeldPlus halbiert den Betrag und verdoppelt die Dauer.
  • Bei 3.500 € Brutto in Steuerklasse I ergibt der Elterngeld-Rechner 1.463 € Basiselterngeld; in Klasse III wären es 1.657 €, in Klasse V nur 1.219 €.
  • Der Steuerklassenwechsel zählt nur, wenn die neue Klasse in der überwiegenden Zahl der zwölf Bemessungsmonate galt — also spätestens sieben Monate vor dem Geburtsmonat.
  • Den Höchstbetrag erreicht Steuerklasse I ab rund 4.500 € Brutto, Klasse III ab 3.900 €, Klasse V erst ab 5.550 €.
  • Zusammen stehen Eltern 12 Monatsbeträge zu, mit Partnermonaten 14; Basiselterngeld nur bis zum 14. Lebensmonat, gleichzeitig beziehen dürfen beide es nur in einem Monat.

Was 2026 gilt: die Regeln, mit denen der Elterngeld-Rechner arbeitet

Anspruch hat nach § 1 BEEG, wer in Deutschland wohnt, mit dem Kind in einem Haushalt lebt, es selbst betreut und nicht mehr als 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Lebensmonats arbeitet. Die Einkommensgrenze liegt für Geburten seit dem 1. April 2025 bei 175.000 € zu versteuerndem Einkommen im letzten abgeschlossenen Steuerjahr vor der Geburt — für Paare als Summe beider Einkommen, für Alleinerziehende allein; für Geburten zwischen April 2024 und März 2025 galten nach der Übergangsvorschrift des § 28 BEEG noch 200.000 €. Wer darüber liegt, bekommt nichts, auch nicht den Mindestbetrag.

Die Höhe regelt § 2 BEEG: 67 Prozent des vorgeburtlichen Einkommens, höchstens 1.800 €, mindestens 300 €. Liegt das Elterngeld-Netto unter 1.000 €, steigt der Satz für je 2 € Differenz um 0,1 Punkte bis auf 100 Prozent; liegt es über 1.200 €, sinkt er für je 2 € um 0,1 Punkte bis auf 65 Prozent. Über 1.240 € gilt also durchgehend 65 Prozent — und weil höchstens 2.770 € Netto berücksichtigt werden, endet die Rechnung bei 1.800 €. Der Elterngeld-Rechner setzt genau diese Staffel um; die Ersatzrate zeigt er in jeder Berechnung mit an.

Wie viele Familien das betrifft, zeigt das Statistische Bundesamt: 2025 bezogen 1,61 Millionen Menschen Elterngeld, davon 417.000 Männer. Der Väteranteil lag bei 25,9 Prozent, die geplante Bezugsdauer bei 14,9 Monaten für Frauen und 3,8 Monaten für Männer. Vier von zehn Beziehenden nutzten inzwischen ElterngeldPlus — ein Rekord.

Die Eingabefelder im Detail: was der Elterngeld-Rechner wissen will

Monatsbrutto vor der Geburt

Der Durchschnitt der zwölf Kalendermonate vor dem Geburtsmonat nach § 2b BEEG. Monate mit Mutterschaftsgeld, mit Elterngeldbezug für ein älteres Kind, mit schwangerschaftsbedingter Krankheit oder Wehrdienst werden ausgeklammert und durch frühere Monate ersetzt — für Mütter zählen also meist die zwölf Monate vor dem Mutterschutz. Nur laufender Lohn zählt: Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und andere sonstige Bezüge bleiben nach § 2c BEEG außen vor. Trage ins Feld des Elterngeld-Rechners das Grundgehalt plus regelmäßige Zuschläge ein, nicht das Jahresbrutto geteilt durch zwölf.

Steuerklasse im Bemessungszeitraum

Die Elterngeldstelle zieht nach § 2e BEEG eine pauschale Lohnsteuer ab — berechnet mit dem Programmablaufplan, der am 1. Januar des Vorjahres der Geburt galt, samt Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer von pauschal 8 Prozent. Maßgeblich ist die Steuerklasse aus den Gehaltsabrechnungen; wurde sie im Bemessungszeitraum gewechselt, gilt die Klasse, die in der überwiegenden Zahl der Monate eingetragen war. Der Elterngeld-Rechner kennt die Klassen I und IV, II, III und V; Klasse VI bleibt nach dem Gesetz unberücksichtigt.

Kirchensteuer

Stand auf deiner Lohnabrechnung ein Kirchensteuermerkmal, zieht die Elterngeldstelle pauschal 8 Prozent der Lohnsteuer ab — unabhängig davon, ob dein Bundesland 8 oder 9 Prozent erhebt. Bei 3.500 € Brutto kostet das im Elterngeld-Rechner rund 21 € Elterngeld im Monat.

Variante: Basiselterngeld oder ElterngeldPlus

Basiselterngeld gibt es bis zum 14. Lebensmonat, ElterngeldPlus bis zum 32. — mit halbem Betrag und doppelter Zahl der Monate (§ 4 BEEG). Ohne Zuverdienst ist die Gesamtsumme identisch; mit Zuverdienst gewinnt fast immer die Plus-Variante. Der Elterngeld-Rechner zeigt beide Werte und erklärt unter dem Ergebnis, wann sich das Umschalten lohnt.

Monatsbrutto im Bezug

Wer während des Elterngelds in Teilzeit arbeitet, bekommt nach § 2 Abs. 3 BEEG die Ersatzrate auf die Differenz zwischen dem Elterngeld-Netto vor der Geburt und dem Elterngeld-Netto danach — beide pauschal berechnet. Der Elterngeld-Rechner ermittelt das Netto des Zuverdienstes nach denselben Regeln und weist es als Anrechnungsbetrag aus. Der Mindestbetrag von 300 € bleibt auch bei hohem Zuverdienst.

Geschwisterbonus und Mehrlinge

Lebt ein weiteres Kind unter drei Jahren im Haushalt — oder zwei weitere unter sechs —, erhöht sich das Elterngeld nach § 2a BEEG um 10 Prozent, mindestens 75 €. Zwillinge bringen 300 € Mehrlingszuschlag, Drillinge 600 €. Bei ElterngeldPlus halbieren sich Mindestbetrag, Bonus-Minimum und Zuschlag; der Elterngeld-Rechner rechnet das automatisch um.

So entsteht das Elterngeld-Netto: die Rechenkette im Elterngeld-Rechner

Ein Beispiel mit 3.500 € Brutto in Steuerklasse I: Zuerst gehen 102,50 € ab — ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 1.230 €. Dann die pauschale Lohnsteuer samt Soli auf das Jahresbrutto, umgerechnet auf den Monat. Zuletzt 21 Prozent Sozialabgaben nach § 2f BEEG: 9 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung, 10 Prozent Rentenversicherung, 2 Prozent Arbeitslosenversicherung, also 735 €. Übrig bleiben 2.250,92 € Elterngeld-Netto. Weil das über 1.240 € liegt, gilt die Ersatzrate 65 Prozent: 1.463,10 € Basiselterngeld.

Zwei Dinge fallen auf. Erstens liegt das Elterngeld-Netto oft unter dem echten Netto, weil die Pauschalen nicht mit den tatsächlichen Beiträgen übereinstimmen — der Brutto-Netto-Rechner zeigt zum Vergleich das reale Netto. Zweitens ist die Rechnung bei Minijobs anders: Einnahmen bis 603 € tragen keine pauschalen Abzüge, weil der Arbeitgeber die Abgaben allein zahlt. Der Elterngeld-Rechner nutzt den Steuertarif 2026; das Gesetz verlangt den Programmablaufplan des Vorjahres, die Differenz beträgt wenige Euro.

Rechenbeispiel: Brutto-Staffel aus dem Elterngeld-Rechner

So viel Basiselterngeld ergibt sich in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer und ohne Zuverdienst — die Tabelle unter dem Rechner zeigt dasselbe für deine Klasse:

Monatsbrutto Elterngeld-Netto Ersatzrate Basiselterngeld ElterngeldPlus
1.500 € 1.072 € 67,0 % 718 € 359 €
2.000 € 1.386 € 65,0 % 901 € 451 €
2.500 € 1.681 € 65,0 % 1.093 € 546 €
3.000 € 1.970 € 65,0 % 1.280 € 640 €
3.500 € 2.251 € 65,0 % 1.463 € 732 €
4.000 € 2.526 € 65,0 % 1.642 € 821 €
4.500 € 2.794 € 65,0 % 1.800 € 900 €

Ab rund 4.500 € Brutto ist in Steuerklasse I der Höchstbetrag erreicht — mehr Gehalt bringt kein zusätzliches Elterngeld. Wie ungleich das Geld verteilt ist, zeigt eine Auswertung des Statistischen Bundesamts für 2024: 32 Prozent der Väter, aber nur 12 Prozent der Mütter bekamen den Höchstbetrag; den Mindestbetrag von 300 € erhielten 7 Prozent der Väter und 26 Prozent der Mütter. Im Schnitt lagen Väter bei 1.337 € im Monat, Mütter bei 830 €.

Der Steuerklassen-Hebel: was der Elterngeld-Rechner beim Wechsel zeigt

Weil die Lohnsteuer pauschal nach Steuerklasse abgezogen wird, entscheidet die Klasse über Hunderte Euro. Bei 3.500 € Brutto rechnet der Elterngeld-Rechner 1.463 € in Klasse I oder IV, 1.528 € in Klasse II, 1.657 € in Klasse III — und nur 1.219 € in Klasse V. Zwischen V und III liegen 438 € im Monat, über zwölf Monate 5.256 €. Das Diagramm unter dem Ergebnis stellt die vier Klassen für dein Brutto nebeneinander.

Der Haken ist das Timing. Nach § 2c Abs. 3 BEEG zählt ein gewechseltes Abzugsmerkmal nur, wenn es in der überwiegenden Zahl der zwölf Bemessungsmonate galt — sieben von zwölf. Der Wechsel in Klasse III muss also spätestens im siebten Monat vor dem Geburtsmonat wirksam sein; bei Müttern verschiebt der Mutterschutz den Zeitraum zusätzlich nach vorn. Praktisch heißt das: sofort nach dem positiven Test beim Finanzamt beantragen. Dass der Partner übergangsweise in Klasse V mehr Lohnsteuer zahlt, gleicht die Steuererklärung später aus; das Plus beim Elterngeld bleibt. Wie der Wechsel formal läuft, erklärt der Ratgeber Steuerklassen.

Basiselterngeld, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus: die Monate

Eltern haben nach § 4 Abs. 3 BEEG gemeinsam Anspruch auf zwölf Monatsbeträge Basiselterngeld; zwei weitere Partnermonate kommen dazu, wenn auch der andere Elternteil in mindestens zwei Monaten Einkommen einbüßt. Ein Elternteil allein kann höchstens zwölf Monate beziehen — Alleinerziehende mit Entlastungsbetrag bekommen die 14 Monate für sich. Jeder Basismonat lässt sich in zwei Plus-Monate tauschen; ElterngeldPlus beträgt nach § 4a BEEG höchstens die Hälfte des Basiselterngelds, das ohne Einkommen zustünde.

Nach § 4 Abs. 6 BEEG dürfen beide Eltern Basiselterngeld nur noch in einem einzigen der ersten zwölf Lebensmonate gleichzeitig beziehen — Ausnahmen gelten für Mehrlinge, Frühchen, Kinder mit Behinderung und beim Geschwisterbonus. Frühgeburten bringen zusätzliche Monatsbeträge: 13 bei sechs Wochen vor dem Termin, 14 bei acht, 15 bei zwölf, 16 bei sechzehn Wochen. Der Partnerschaftsbonus gibt beiden Eltern zwei bis vier weitere Plus-Monate, wenn sie gleichzeitig 24 bis 32 Wochenstunden arbeiten — 2025 nutzten das 8,3 Prozent der Plus-Beziehenden.

Teilzeit im Bezug: warum der Elterngeld-Rechner zu Plus rät

Das Beispiel aus dem Rechner: 3.500 € Brutto vor der Geburt, 1.500 € Brutto in Teilzeit während des Bezugs. Im Basismodell mindert das Elterngeld-Netto des Zuverdienstes (1.072 €) die Bemessung — es bleiben 766 € Basiselterngeld statt 1.463 €. Im Plus-Modell greift der Deckel „halbes Basiselterngeld ohne Zuverdienst“: 732 € pro Monat, aber über 24 statt 12 Monate. Das sind 17.557 € statt 9.197 € — bei gleichem Lohn. Genau diese Rechnung macht der Elterngeld-Rechner mit jedem Klick auf die Variante sichtbar.

Die Grenze bleibt: mehr als 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Lebensmonats, und der Anspruch entfällt ganz. Was Teilzeit nach dem Bezug netto bedeutet, zeigt der Teilzeit-Rechner; welche Rechte in der Elternzeit gelten, der Ratgeber Elternzeit.

Mutterschaftsgeld, Selbstständige, Sonderfälle

Während der Schutzfristen nach § 3 MuSchG — sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt, zwölf bei Früh- und Mehrlingsgeburten — fließt Mutterschaftsgeld: von der Krankenkasse höchstens 13 € je Kalendertag (§ 24i SGB V), der Arbeitgeber stockt auf das Netto auf. Diese Leistungen werden nach § 3 BEEG auf das Elterngeld angerechnet, und die Lebensmonate gelten nach § 4 Abs. 4 BEEG als Basiselterngeld-Monate der Mutter — die ersten zwei Monate sind damit verbraucht, obwohl kaum Elterngeld fließt. Die Partnermonate des Vaters bleiben unberührt. Mehr dazu im Ratgeber Mutterschaftsgeld.

Selbstständige werden nach dem Gewinn des letzten abgeschlossenen steuerlichen Veranlagungszeitraums vor der Geburt bemessen, nicht nach zwölf Monaten; bei Mischeinkünften gilt auf Antrag ebenfalls das Steuerjahr. Der Elterngeld-Rechner ist auf Angestellte zugeschnitten — Selbstständige tragen ihren monatlichen Gewinn ein und rechnen ohne die 21 Prozent Sozialabgaben, wenn keine Versicherungspflicht bestand. Studierende, Hausfrauen und Hausmänner ohne Einkommen bekommen den Mindestbetrag von 300 € für die volle Dauer.

Elterngeld-Rechner und Steuer: Progressionsvorbehalt einplanen

Elterngeld ist steuerfrei, steht aber nach § 32b EStG unter Progressionsvorbehalt: Es erhöht den Steuersatz auf das übrige Einkommen des Jahres. Bei einem Paar, in dem der andere Elternteil weiterarbeitet, bedeuten 12.000 € Elterngeld schnell eine Nachzahlung von mehreren Hundert Euro — vor allem, wenn die Steuerklassen zugunsten des Elterngelds getauscht wurden. Plane nach dem Bezugsjahr eine Steuererklärung fest ein und lege einen Teil der Ersparnis zurück; der Haushaltsrechner hilft beim neuen Familienbudget.

Antrag, Fristen, Unterlagen

Elterngeld wird nach § 7 BEEG schriftlich beantragt und rückwirkend nur für die drei Lebensmonate vor dem Antragsmonat gezahlt — der Antrag gehört also in die ersten Lebenswochen. Vorbereiten lässt sich fast alles vorher: Gehaltsabrechnungen der zwölf Bemessungsmonate, Steuer-Identifikationsnummern beider Eltern, Krankenkassennachweis, bei Selbstständigen der letzte Steuerbescheid. Nach der Geburt kommen Geburtsurkunde, die Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld und die Arbeitgeberbescheinigung über den Zuschuss dazu.

Die Bezugsmonate beider Eltern gehören gemeinsam geplant und im Antrag festgelegt; Änderungen sind bis zum Ende des Bezugs möglich, rückwirkend aber nur für die letzten drei Monate. Wer die Zahlen aus dem Elterngeld-Rechner mit zur Beratung der Elterngeldstelle nimmt, macht aus dem Termin ein Planungsgespräch. Kindergeld läuft unabhängig davon — den Überblick gibt der Ratgeber Kindergeld und Kinderfreibetrag.

Elterngeld-Rechner für Paare: drei Aufteilungen der 14 Monate

Wie viel Elterngeld eine Familie insgesamt bekommt, hängt weniger vom Gehalt ab als von der Aufteilung der Monate. Ein Beispiel mit zwei Ergebnissen aus dem Elterngeld-Rechner: Die Mutter verdient 3.500 € brutto in Steuerklasse I und bekäme 1.463,10 € Basiselterngeld, der Vater verdient 4.500 € und liegt mit 1.800 € am Höchstbetrag. Im klassischen Modell nimmt sie zwölf Monate, er die zwei Partnermonate: 17.557,20 € plus 3.600 € ergeben 21.157,20 €.

Teilen beide je sieben Monate, fließen 10.241,70 € an sie und 12.600 € an ihn — zusammen 22.841,70 €, also 1.684,50 € mehr, weil mehr Monate zum Höchstbetrag gezahlt werden. Die Regel dahinter ist einfach: Jeder Monat, den der besser verdienende Elternteil nimmt, bringt der Familie mehr Geld, solange sein Betrag über dem des anderen liegt. Wandelt der Vater seine zwei Partnermonate in vier Plus-Monate mit Teilzeit um, bleibt die Summe gleich, aber die Familie ist zwei Monate länger abgesichert — und der Partnerschaftsbonus kann weitere Monate anhängen.

Alleinerziehende mit Entlastungsbetrag beziehen die 14 Monate allein: 14 × 1.463,10 € sind 20.483,40 €. In allen Varianten gilt, dass die ersten beiden Lebensmonate der Mutter durch Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss weitgehend abgedeckt sind und als Basismonate zählen. Rechne jede Aufteilung einmal für beide Eltern durch — der Elterngeld-Rechner braucht dafür nur das jeweilige Brutto und die Steuerklasse.

Häufige Fragen zum Elterngeld-Rechner

Gilt der Elterngeld-Rechner auch für Beamte und Privatversicherte?

Mit einer Einschränkung: Die 21 Prozent Sozialabgaben zieht die Elterngeldstelle nach § 2f BEEG nur ab, wo Versicherungspflicht besteht. Beamte und andere nicht Versicherungspflichtige haben ein höheres Elterngeld-Netto, weil nur Pauschbetrag und Steuer abgehen — der Elterngeld-Rechner rechnet für sie zu vorsichtig. Für freiwillig oder privat Versicherte gilt die 9-Prozent-Pauschale ebenfalls nicht.

Ab wann gilt die Einkommensgrenze von 175.000 €?

Für Kinder, die seit dem 1. April 2025 geboren sind. Für Geburten zwischen dem 1. April 2024 und dem 31. März 2025 lag die Grenze nach § 28 BEEG bei 200.000 €. Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen des letzten abgeschlossenen Steuerjahres vor der Geburt, bei Paaren die Summe beider Einkommen.

Wie genau ist der Elterngeld-Rechner?

Er bildet die Paragrafen 2 bis 2f BEEG nach: Pauschbetrag, pauschale Lohnsteuer nach Steuerklasse, Soli, 8 Prozent Kirchensteuer, 21 Prozent Sozialabgaben, gestaffelte Ersatzrate, Deckel bei 2.770 € Netto. Abweichungen von wenigen Euro entstehen, weil das Gesetz den Programmablaufplan des Vorjahres vorschreibt und weil unregelmäßige Monate im Bemessungszeitraum den Durchschnitt verschieben. Verbindlich rechnet nur die Elterngeldstelle.

Wie viel Elterngeld bekomme ich bei 3.500 € Brutto?

In Steuerklasse I rund 1.463 € Basiselterngeld oder 732 € ElterngeldPlus, in Klasse III 1.657 €, in Klasse V 1.219 €. Mit Kirchensteuer jeweils etwa 20 € weniger. Den Wert für dein Brutto liefert der Elterngeld-Rechner oben.

Bekomme ich Elterngeld ohne vorheriges Einkommen?

Ja, den Mindestbetrag von 300 € im Monat — bei ElterngeldPlus 150 € — erhalten auch Studierende und Eltern ohne Erwerbseinkommen für die volle Bezugsdauer, sofern die Einkommensgrenze von 175.000 € nicht überschritten wird.

Lohnt sich der Wechsel in Steuerklasse III noch?

Wenn er in der überwiegenden Zahl der zwölf Bemessungsmonate gilt, ja: Bei 3.500 € Brutto bringt er gegenüber Klasse V 438 € im Monat. Für einen Wechsel, der erst kurz vor dem Mutterschutz greift, rechnet die Elterngeldstelle weiter mit der alten Klasse.

Was passiert bei Teilzeit während des Bezugs?

Bis 32 Wochenstunden bleibt der Anspruch. Das Elterngeld-Netto des Zuverdienstes wird auf die Bemessung angerechnet; im Basismodell schrumpft der Betrag deutlich, im Plus-Modell bleibt er meist beim Deckel von der Hälfte des Basiselterngelds. Der Elterngeld-Rechner zeigt beides.

Zählen Weihnachtsgeld und Boni mit?

Nein. Sonstige Bezüge wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und Einmalprämien bleiben nach § 2c BEEG außen vor — es zählt nur der laufende Lohn. Wer eine Bonuszahlung als laufenden Bezug ausgezahlt bekommt, sollte das auf der Abrechnung prüfen lassen.

Was gilt bei Zwillingen oder einem schnellen zweiten Kind?

Zwillinge bringen 300 € Mehrlingszuschlag auf jeden Basismonat, Drillinge 600 €. Beim zweiten Kind schützt § 2b BEEG die Bemessung: Monate mit Elterngeldbezug oder Mutterschaftsgeld für das erste Kind werden ausgeklammert, sodass die erste Elternzeit das Elterngeld für das zweite Kind nicht drückt. Der Geschwisterbonus von 10 Prozent kommt dazu, solange das ältere Kind unter drei ist.

Wie lange kann ich ElterngeldPlus beziehen?

Bis zum 32. Lebensmonat des Kindes, sofern es ab dem 15. Lebensmonat ohne Lücke von mindestens einem Elternteil bezogen wird. Basiselterngeld endet mit dem 14. Lebensmonat — der Elterngeld-Rechner zeigt die Bezugsdauer der gewählten Variante mit an.

Fazit: früh rechnen, früher wechseln, entspannt beziehen

Elterngeld belohnt Vorbereitung. Wer in der Frühschwangerschaft die Steuerklasse prüft, die Varianten durchrechnet und den Antrag startklar hat, holt aus denselben zwölf Bemessungsmonaten spürbar mehr heraus. Der Elterngeld-Rechner liefert die Größenordnung nach den Regeln des Gesetzes — die verbindliche Zahl kommt von der Elterngeldstelle, aber sie fällt höher aus, wenn du ihre Regeln kennst.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.