Der Grundsteuer-Rechner zeigt, wie viel Grundsteuer B du 2026 für Haus, Wohnung oder Grundstück zahlst — für das Bundesmodell und für die fünf Länder mit eigenem Gesetz. Im Bundesmodell trägst du den Grundsteuerwert aus deinem Bescheid ein, wählst die Grundstücksart und den Hebesatz deiner Gemeinde. In Bayern, Hamburg, Niedersachsen und Hessen rechnet der Grundsteuer-Rechner mit Grundstücks- und Wohnfläche, in Baden-Württemberg mit Fläche und Bodenrichtwert. Heraus kommen Grundsteuermessbetrag, Jahressteuer, Monatsbetrag, der umlagefähige Anteil für Mieter und eine Tabelle, die zeigt, was Hebesätze von 300 bis 1.000 Prozent bedeuten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Bundesmodell ergibt ein Grundsteuerwert von 250.000 € bei 0,31 Promille einen Messbetrag von 77,50 €; bei 500 Prozent Hebesatz sind das 387,50 € im Jahr.
  • In Bayern kostet ein Haus mit 140 m² Wohnfläche auf 500 m² Grund bei 500 Prozent Hebesatz 345 € — unabhängig vom Wert.
  • Baden-Württemberg rechnet nur mit dem Boden: 400 m² mal 250 € Bodenrichtwert mal 0,91 Promille mal 350 Prozent ergeben 318,50 €.
  • Der durchschnittliche Hebesatz für die Grundsteuer B lag 2024 laut Statistischem Bundesamt bei 506 Prozent; die Gemeinden nahmen 15,6 Milliarden Euro ein.
  • Vermieter legen die Grundsteuer als Betriebskosten auf die Mieter um — der Grundsteuer-Rechner zeigt den Monatsbetrag.

Grundsteuer 2026: Bundesmodell und fünf Ländermodelle im Grundsteuer-Rechner

Seit dem 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer nach neuem Recht erhoben. Elf Länder wenden das Bundesmodell an: Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen — Saarland und Sachsen mit abweichenden Messzahlen. Fünf Länder haben eigene Gesetze: Bayern mit einem reinen Flächenmodell, Hamburg mit einem Flächenmodell plus Wohnlage, Niedersachsen und Hessen mit Flächenmodellen plus Lagefaktor und Baden-Württemberg mit einem Bodenwertmodell. Der Grundsteuer-Rechner bildet alle sechs Wege ab; die Rechnung endet überall gleich: Messbetrag mal Hebesatz gleich Grundsteuer.

Modell Länder Was zählt
Bundesmodell Berlin, Brandenburg, Bremen, MV, NRW, RLP, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, SH, Thüringen Grundsteuerwert aus Bodenrichtwert, Fläche, Miete oder Baukosten; Messzahl 0,31 oder 0,34 ‰
Flächenmodell Bayern 0,04 €/m² Boden, 0,50 €/m² Gebäude, Wohnfläche zu 70 %
Wohnlagemodell Hamburg wie Bayern, normale Wohnlage minus 25 %
Flächen-Lage-Modell Niedersachsen wie Bayern mal Lage-Faktor aus Bodenrichtwerten
Flächen-Faktor-Verfahren Hessen wie Bayern mal Faktor aus Bodenrichtwerten
Bodenwertmodell Baden-Württemberg Fläche mal Bodenrichtwert, Messzahl 1,3 ‰, Wohnen 0,91 ‰

Die Eingabefelder im Grundsteuer-Rechner

Bundesmodell: Grundsteuerwert und Grundstücksart

Der Grundsteuerwert steht im Grundsteuerwertbescheid, den das Finanzamt nach deiner Erklärung verschickt hat. Er wird im Ertragswertverfahren aus Wohnfläche, Baujahr, Mietniveaustufe und Bodenrichtwert ermittelt oder bei Geschäftsgrundstücken im Sachwertverfahren. Die Grundstücksart bestimmt die Steuermesszahl nach § 15 GrStG: 0,31 Promille für Ein- und Zweifamilienhäuser, Mietwohngrundstücke und Wohnungseigentum, 0,34 Promille für unbebaute Grundstücke, Geschäftsgrundstücke und gemischt genutzte Grundstücke. Der Grundsteuer-Rechner multipliziert beides zum Messbetrag.

Flächenmodelle: Grundstücks-, Wohn- und Nutzfläche

Für Bayern, Hamburg, Niedersachsen und Hessen fragt der Grundsteuer-Rechner die Grundstücksfläche, die Wohnfläche und eine sonstige Nutzfläche ab, etwa ein Büro oder eine Werkstatt. Bei Eigentumswohnungen zählt der Miteigentumsanteil an der Grundstücksfläche — er steht in der Teilungserklärung. Die Wohnfläche ist die nach Wohnflächenverordnung berechnete Fläche; Garagen und Nebengebäude bleiben in den Ländermodellen bis zu bestimmten Größen außen vor.

Bodenrichtwerte

Baden-Württemberg braucht den Bodenrichtwert deines Grundstücks, Niedersachsen und Hessen zusätzlich den durchschnittlichen Bodenrichtwert der Gemeinde. Beide Werte findest du in den Bodenrichtwertportalen der Länder und in deinem Bescheid. Aus dem Verhältnis berechnet der Grundsteuer-Rechner den Faktor: Bodenrichtwert geteilt durch Gemeindedurchschnitt, hoch 0,3, auf zwei Nachkommastellen gerundet. Die Potenz dämpft: Ein doppelt so teures Grundstück zahlt nicht doppelt, sondern rund 23 Prozent mehr.

Hebesatz

Den Hebesatz beschließt deine Gemeinde nach § 25 GrStG; er steht im Grundsteuerbescheid und auf der Website der Gemeinde. Mit der Reform haben viele Gemeinden neue Hebesätze festgelegt, teils mit getrennten Sätzen für Wohn- und Nichtwohngrundstücke. Der Grundsteuer-Rechner ist auf 500 Prozent voreingestellt; die Ergebnistabelle zeigt daneben, was 300 bis 1.000 Prozent bedeuten.

Rechenbeispiel im Grundsteuer-Rechner: Bundesmodell mit 250.000 € Grundsteuerwert

Ein Einfamilienhaus in Nordrhein-Westfalen hat laut Bescheid einen Grundsteuerwert von 250.000 €. Als Wohngrundstück gilt die Steuermesszahl von 0,31 Promille: Der Grundsteuermessbetrag beträgt 77,50 €. Bei einem Hebesatz von 500 Prozent ergibt der Grundsteuer-Rechner 387,50 € im Jahr, das sind 32,29 € im Monat. Die Tabelle zeigt die Spanne: 232,50 € bei 300 Prozent, 465 € bei 600 Prozent, 775 € bei 1.000 Prozent. Der Hebesatz ist der Hebel, an dem die Gemeinde dreht — der Messbetrag steht fest, sobald der Bescheid bestandskräftig ist.

Hebesatz Grundsteuer im Jahr im Monat
300 % 232,50 € 19,38 €
400 % 310,00 € 25,83 €
500 % 387,50 € 32,29 €
600 % 465,00 € 38,75 €
700 % 542,50 € 45,21 €
800 % 620,00 € 51,67 €
900 % 697,50 € 58,13 €
1.000 % 775,00 € 64,58 €

Weitere Beispiele aus dem Grundsteuer-Rechner

Bayern: 500 m² Grund, 140 m² Wohnfläche

Das bayerische Flächenmodell kennt keinen Wert. Nach Art. 3 BayGrStG beträgt die Äquivalenzzahl 0,04 € je Quadratmeter Grund und Boden und 0,50 € je Quadratmeter Gebäudefläche; Wohnflächen werden mit einer Messzahl von 70 Prozent angesetzt. 500 m² Grund ergeben 20 €, 140 m² Wohnfläche 70 € mal 70 Prozent gleich 49 €, zusammen 69 € Messbetrag. Bei 500 Prozent Hebesatz zeigt der Grundsteuer-Rechner 345 € im Jahr. Ob das Haus in München oder in der Oberpfalz steht, spielt keine Rolle — nur der Hebesatz unterscheidet sich.

Baden-Württemberg: das Beispiel des Finanzministeriums

Das Finanzministerium Baden-Württemberg rechnet vor: 400 m² Grundstück mal 250 € Bodenrichtwert ergeben 100.000 € Grundsteuerwert. Die Steuermesszahl von 1,3 Promille wird für überwiegend zu Wohnzwecken genutzte Grundstücke um 30 Prozent auf 0,91 Promille ermäßigt: Messbetrag 91 €. Bei 350 Prozent Hebesatz sind das 318,50 € im Jahr. Der Grundsteuer-Rechner liefert exakt dieses Ergebnis. Das Gebäude spielt in Baden-Württemberg keine Rolle — ein Bungalow und eine Villa auf gleich großen Grundstücken mit gleichem Bodenrichtwert zahlen dasselbe.

Hamburg: Eigentumswohnung mit 94 m²

Die Hamburger Finanzbehörde nennt als Beispiel eine 94 m² große Wohnung mit 25 m² Grundstücksanteil in normaler Wohnlage: rund 250 € im Jahr beim Hamburger Hebesatz von 975 Prozent. Der Grundsteuer-Rechner rechnet: 25 m² mal 0,04 € sind 1 €, 94 m² mal 0,50 € sind 47 €, davon 70 Prozent für Wohnen und weitere 25 Prozent Ermäßigung für die normale Wohnlage, also 52,5 Prozent oder 24,68 €. Messbetrag 25,68 €, mal 975 Prozent gleich 250,33 €. In guter Wohnlage entfällt die Ermäßigung, und dieselbe Wohnung kostet rund 330 €.

Niedersachsen: Lage-Faktor 1,15

Das Landesamt für Steuern Niedersachsen beschreibt das Flächen-Lage-Modell: dieselben Äquivalenzzahlen wie in Bayern, multipliziert mit einem Lage-Faktor aus dem Verhältnis von Bodenrichtwert und Gemeindedurchschnitt. Ein Haus mit 120 m² Wohnfläche auf 500 m² Grund in einer Lage mit 320 € Bodenrichtwert bei 200 € Gemeindedurchschnitt bekommt den Faktor 1,15: 20 € plus 42 € gleich 62 €, mal 1,15 gleich 71,30 € Messbetrag, bei 500 Prozent 356,50 € im Jahr. In einer Lage mit 100 € Bodenrichtwert wäre der Faktor 0,81.

Hessen: Faktor 0,81

Das hessische Flächen-Faktor-Verfahren arbeitet nach demselben Prinzip. Für 140 m² Wohnfläche auf 500 m² Grund mit 100 € Bodenrichtwert bei 200 € Durchschnitt zeigt der Grundsteuer-Rechner: 20 € plus 49 € gleich 69 €, mal Faktor 0,81 gleich 55,89 € Messbetrag, bei 500 Prozent 279,45 € im Jahr. Dasselbe Haus in Bayern zahlt 345 €, weil dort kein Lagefaktor die günstige Lage belohnt.

Bayern: großes Grundstück mit 3.000 m²

Für weitläufige Grundstücke sieht Art. 3 BayGrStG eine Entlastung vor: Bei mindestens 90 Prozent Wohnnutzung wird die Bodenfläche über dem Zehnfachen der Wohnfläche nur zur Hälfte angesetzt. Bei 150 m² Wohnfläche und 3.000 m² Grund zählen 1.500 m² voll mit 0,04 € und 1.500 m² mit 0,02 €: 60 € plus 30 € gleich 90 € Boden, plus 52,50 € für die Wohnfläche, Messbetrag 142,50 €, bei 500 Prozent 712,50 €. Der Grundsteuer-Rechner wendet die Regel automatisch an, wenn keine sonstige Nutzfläche eingetragen ist.

Steuermesszahl im Bundesmodell: warum Wohnen günstiger ist

Die Steuermesszahl von 0,31 Promille für Wohngrundstücke gegenüber 0,34 Promille für andere Grundstücke ist eine bewusste Entlastung des Wohnens. § 15 GrStG sieht darüber hinaus Ermäßigungen vor: 25 Prozent für geförderten Wohnraum und Wohnungen bestimmter Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften, 10 Prozent für Baudenkmäler. Der Grundsteuer-Rechner rechnet die Grundmesszahlen; wer eine Ermäßigung im Messbescheid stehen hat, reduziert das Ergebnis entsprechend. Saarland und Sachsen haben eigene Messzahlen beschlossen, um Wohnen stärker zu entlasten als das Bundesrecht — dort gilt der Messbetrag aus dem Bescheid.

Hebesatz: der Hebel der Gemeinde

Das Statistische Bundesamt meldet für 2024 Einnahmen aus der Grundsteuer B von 15,6 Milliarden Euro, 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr, bei einem durchschnittlichen Hebesatz von 506 Prozent — 13 Punkte mehr als 2023. Die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Betriebe brachte 0,4 Milliarden Euro bei 362 Prozent. Mit der Reform sollten die Gemeinden aufkommensneutrale Hebesätze festlegen; ob sie das getan haben, entscheidet jede Gemeinde selbst. Mehrere Länder haben dazu Transparenzregister mit den rechnerisch aufkommensneutralen Sätzen veröffentlicht.

Nach § 25 GrStG kann der Hebesatz für ein oder mehrere Jahre festgesetzt werden; ein Beschluss mit Rückwirkung auf den Jahresbeginn ist bis zum 30. Juni möglich. Die Gemeinde darf außerdem eine Grundsteuer C mit höherem Hebesatz für baureife, unbebaute Grundstücke erheben. Der Grundsteuer-Rechner nimmt den Hebesatz, den du einträgst — bei getrennten Sätzen für Wohn- und Nichtwohngrundstücke den passenden.

Grundsteuer für Mieter: der umlagefähige Betrag im Grundsteuer-Rechner

Nach § 2 Nr. 1 der Betriebskostenverordnung gehört die Grundsteuer zu den laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks und damit zu den umlagefähigen Betriebskosten. Vermieter dürfen sie in der Nebenkostenabrechnung weitergeben, wenn der Mietvertrag Betriebskosten auf den Mieter überträgt. Der Grundsteuer-Rechner zeigt dafür den Monatsbetrag. Bei Mehrfamilienhäusern wird die Grundsteuer des Grundstücks nach Wohnfläche oder einem anderen vereinbarten Schlüssel verteilt; bei Eigentumswohnungen erhält jeder Eigentümer einen eigenen Bescheid. Was sonst ins Hausgeld gehört, erklärt Hausgeld; die Nebenkosten eines Hauses insgesamt zeigt Nebenkosten Haus.

Drei Bescheide: was du prüfen kannst

Im Bundesmodell und in Baden-Württemberg kommen zwei Bescheide vom Finanzamt — der Grundsteuerwertbescheid und der Grundsteuermessbescheid — und ein Grundsteuerbescheid von der Gemeinde. In den Flächenmodellen gibt es statt des Wertbescheids einen Bescheid über die Äquivalenzbeträge. Gegen die Finanzamtsbescheide ist der Einspruch beim Finanzamt der richtige Weg, gegen den Grundsteuerbescheid der Widerspruch bei der Gemeinde. Prüfe die Flächen, die Grundstücksart, den Bodenrichtwert und die Messzahl; einen Fehler im Grundsteuerwert kannst du nicht über den Grundsteuerbescheid angreifen, weil dieser nur den Hebesatz anwendet. Der Grundsteuer-Rechner hilft, die Zahlen im Bescheid nachzuvollziehen.

Grundsteuer beim Kauf, beim Erben und in der Rendite

Beim Immobilienkauf gehört die Grundsteuer zu den laufenden Kosten, die neben Zins und Tilgung das Budget belasten — der Kaufnebenkosten-Rechner zeigt die einmaligen Kosten, der Grundsteuer-Rechner die jährliche Steuer. Wer eine Immobilie erbt, übernimmt die Grundsteuer ab dem Erbfall; die Erbschaftsteuer darauf rechnet der Erbschaftsteuer-Rechner, die Besonderheiten erklärt Immobilie erben. Für Vermieter ist die Grundsteuer ein durchlaufender Posten, solange sie umgelegt wird; bei Leerstand trägt sie der Eigentümer. Wie sie in die Rendite eingeht, zeigt der Mietrendite-Rechner; ob Kaufen oder Mieten günstiger ist, der Mieten-oder-Kaufen-Rechner.

Fälligkeit und Stichtag: wann die Grundsteuer zu zahlen ist

Nach § 28 GrStG wird die Grundsteuer zu je einem Viertel am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November fällig. Gemeinden können Kleinbeträge anders einziehen: Jahresbeträge bis 15 € einmal am 15. August, Beträge bis 30 € je zur Hälfte am 15. Februar und 15. August. Auf Antrag, der bis zum 30. September des Vorjahres gestellt sein muss, kann die Steuer am 1. Juli in einem Jahresbetrag gezahlt werden. Die 387,50 € aus dem Beispiel des Grundsteuer-Rechners kommen also als vier Raten von 96,88 € — oder nach Antrag als eine Zahlung im Juli.

Steuerschuldner ist, wer am Stichtag Eigentümer ist: Nach § 9 GrStG wird die Grundsteuer nach den Verhältnissen zu Beginn des Kalenderjahres festgesetzt und entsteht mit dem 1. Januar. Wer im März verkauft, bleibt gegenüber der Gemeinde für das ganze Jahr Schuldner; den Ausgleich mit dem Käufer regelt der Kaufvertrag. Neue Eigentümer bekommen den ersten eigenen Bescheid für das Folgejahr. Bei Bauvorhaben, Abriss oder Nutzungsänderung wird der Wert fortgeschrieben — solche Änderungen sind dem Finanzamt anzuzeigen.

Alt gegen neu: warum die Grundsteuer seit 2025 anders ausfällt

Bis 2024 beruhte die Grundsteuer auf Einheitswerten von 1964 im Westen und 1935 im Osten. Das Bundesverfassungsgericht erklärte diese Bewertung 2018 für unvereinbar mit dem Gleichheitssatz, weil gleichartige Grundstücke völlig unterschiedlich besteuert wurden. Die Reform sollte das Aufkommen der Gemeinden nicht erhöhen, aber die Lasten neu verteilen. Wie das im Einzelfall aussieht, zeigt das Beispiel der Hamburger Finanzbehörde: Zwei gleiche Wohnungen mit 94 m² in normaler Wohnlage zahlten nach altem Recht 140 € (Baujahr 1910) und 440 € (Baujahr 1961) — nach neuem Recht beide rund 250 €. Der Grundsteuer-Rechner zeigt für dein Objekt, wo es in diesem Spektrum landet.

Im Bundesmodell steigt die Steuer typischerweise für gut gelegene, große und neu bewertete Häuser und sinkt für kleine, ältere Objekte in einfachen Lagen. In den Flächenmodellen zählt die Lage gar nicht oder nur gedämpft; dort verschiebt sich die Last hin zu großen Flächen, unabhängig vom Wert. In Baden-Württemberg trifft es große Grundstücke in teuren Lagen besonders — und entlastet dichte Bebauung.

Eigentumswohnung und Mehrfamilienhaus im Grundsteuer-Rechner

Bei einer Eigentumswohnung ist die wirtschaftliche Einheit die Wohnung mit ihrem Miteigentumsanteil am Grundstück. In den Flächenmodellen trägst du deshalb die Wohnfläche deiner Wohnung und den anteiligen Grund ein — im Hamburger Beispiel 94 m² und 25 m². Im Bundesmodell gilt für Wohnungseigentum die Messzahl von 0,31 Promille auf den Grundsteuerwert der Wohnung. Jeder Eigentümer bekommt seinen eigenen Bescheid; die Verwaltung zahlt die Grundsteuer nicht aus dem Hausgeld.

Ein Mehrfamilienhaus wird als Mietwohngrundstück bewertet: Im Bundesmodell mit 0,31 Promille auf den Grundsteuerwert, in den Flächenmodellen mit der gesamten Wohnfläche aller Wohnungen. Der Grundsteuer-Rechner zeigt den Jahresbetrag des Hauses; der Vermieter verteilt ihn in der Betriebskostenabrechnung nach Wohnfläche oder dem im Mietvertrag vereinbarten Schlüssel auf die Mieter. Leerstehende Wohnungen bleiben zulasten des Eigentümers, die Grundsteuer läuft weiter.

Was der Grundsteuer-Rechner vereinfacht

Das Bundesmodell rechnet der Grundsteuer-Rechner nicht vom Bodenrichtwert und der Miete aus, sondern ab dem Grundsteuerwert aus dem Bescheid — das Ertragswertverfahren mit Mietniveaustufen, Bewirtschaftungskosten, Liegenschaftszinssätzen und Abzinsung des Bodenwerts wäre ohne die Tabellen des Bewertungsgesetzes nicht nachvollziehbar. Ermäßigungen für Denkmalschutz und geförderten Wohnraum, Freiflächen in Hamburg und Nebengebäude sind nicht abgebildet. Saarland und Sachsen nutzen abweichende Messzahlen. Die Grundsteuer A für Land- und Forstwirtschaft ist nicht enthalten. Verbindlich sind die Bescheide.

Häufige Fragen zum Grundsteuer-Rechner

Wie berechnet sich die Grundsteuer 2026?

Grundsteuerwert oder Äquivalenzbetrag mal Steuermesszahl gleich Messbetrag, Messbetrag mal Hebesatz gleich Grundsteuer. Bei 250.000 € Grundsteuerwert, 0,31 Promille und 500 Prozent sind das 387,50 € im Jahr.

Was ist die Steuermesszahl?

Ein gesetzlicher Faktor: 0,31 Promille für Wohngrundstücke und 0,34 Promille für andere im Bundesmodell, 1,3 beziehungsweise 0,91 Promille in Baden-Württemberg, 100 beziehungsweise 70 Prozent in den Flächenmodellen.

Was kostet die Grundsteuer in Bayern?

Für 140 m² Wohnfläche auf 500 m² Grund bei 500 Prozent Hebesatz 345 € im Jahr. Der Grundsteuer-Rechner rechnet jede Flächenkombination.

Wie hoch ist der Hebesatz?

Das entscheidet die Gemeinde. Der Bundesdurchschnitt lag 2024 bei 506 Prozent, Hamburg erhebt 975 Prozent. Der aktuelle Satz steht im Grundsteuerbescheid.

Darf der Vermieter die Grundsteuer umlegen?

Ja, nach § 2 Nr. 1 BetrKV, wenn der Mietvertrag die Betriebskosten auf den Mieter überträgt.

Was ist der Lage-Faktor?

In Niedersachsen und Hessen das Verhältnis von Bodenrichtwert zum Gemeindedurchschnitt hoch 0,3: Bei 320 zu 200 € ist er 1,15, bei 100 zu 200 € 0,81.

Wo finde ich den Grundsteuerwert?

Im Grundsteuerwertbescheid des Finanzamts. In den Flächenmodellen gibt es stattdessen einen Bescheid über die Äquivalenzbeträge, in Baden-Württemberg einen Grundsteuerwertbescheid aus Fläche und Bodenrichtwert.

Kann ich gegen den Bescheid vorgehen?

Ja: Einspruch beim Finanzamt gegen Wert- und Messbescheid innerhalb der Frist, die der Bescheid nennt, Widerspruch bei der Gemeinde gegen den Grundsteuerbescheid.

Was ist die Grundsteuer C?

Ein gesonderter, höherer Hebesatz, den Gemeinden nach § 25 Abs. 5 GrStG aus städtebaulichen Gründen für baureife, unbebaute Grundstücke festsetzen dürfen. Sie soll Bauland mobilisieren, das aus Spekulation brachliegt. Der Grundsteuer-Rechner rechnet die Grundsteuer B; für ein baureifes Grundstück trägst du den Hebesatz der Grundsteuer C deiner Gemeinde ein.

Wann ist die Grundsteuer fällig?

Zu je einem Viertel am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November. Kleinbeträge bis 30 € ziehen Gemeinden halbjährlich ein, bis 15 € einmal im August; auf Antrag bis zum 30. September des Vorjahres kann der Jahresbetrag am 1. Juli gezahlt werden.

Fazit: Der Grundsteuer-Rechner macht aus drei Bescheiden eine Zahl

Sechs Modelle, drei Bescheide, ein Hebesatz — die Grundsteuer ist nach der Reform komplizierter geworden, aber die Rechnung selbst bleibt kurz, sobald die Eingangsgröße feststeht. Der Grundsteuer-Rechner nimmt den Grundsteuerwert, die Flächen oder den Bodenrichtwert, rechnet mit den Messzahlen des jeweiligen Landes bis zum Messbetrag und zeigt, was der Hebesatz daraus macht. Die Beispiele aus Baden-Württemberg und Hamburg treffen die Vorrechnungen der Behörden exakt. Was ein Haus sonst laufend kostet, zeigt Nebenkosten Haus; was beim Erben einer Immobilie an Steuer anfällt, der Erbschaftsteuer-Rechner.

Stand 6. September 2026. Der Grundsteuer-Rechner wird bei Änderungen des Grundsteuergesetzes oder der Landesgrundsteuergesetze aktualisiert; die Hebesatz-Statistik stammt vom Statistischen Bundesamt für 2024.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.