Der Krankengeld-Rechner zeigt dir, was nach der sechsten Krankheitswoche von deinem Gehalt übrig bleibt: das Krankengeld brutto nach der 70-Prozent-Regel und der 90-Prozent-Grenze, die Beitragsanteile, die die Krankenkasse davon abzieht, das Krankengeld netto und die Lücke zu deinem bisherigen Netto — Monat für Monat und über die ganze Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Monatsbrutto, Steuerklasse, Kinder und Zusatzbeitrag eingeben, der Krankengeld-Rechner rechnet mit den Werten 2026 und bildet auch das Kinderkrankengeld ab. Endet das Krankengeld und bleibt die Arbeitskraft dauerhaft eingeschraenkt, zeigt der Erwerbsminderungsrente-Rechner, was die Rentenversicherung zahlt. Bleibt nach der Krankheit dauerhaft Pflegebedarf, zeigt der Pflegegeld-Rechner, was die Pflegekasse je Pflegegrad zahlt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Krankengeld gibt es ab der siebten Woche: 70 Prozent des Bruttos, höchstens 90 Prozent des Nettos, 2026 maximal 4.068,75 € brutto im Monat.
  • Davon gehen deine Anteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab — bei 3.500 € brutto 347,20 € im Monat; die Krankenversicherung ist beitragsfrei.
  • Bei 3.500 € brutto in Steuerklasse I zeigt der Krankengeld-Rechner 1.766,15 € netto statt 2.348,17 € — eine Lücke von 582 € im Monat.
  • Die Höchstdauer beträgt 78 Wochen in drei Jahren wegen derselben Krankheit, davon 6 Wochen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber.
  • Die gesetzlichen Kassen zahlten 2025 rund 21,6 Milliarden Euro Krankengeld; der Krankenstand lag laut DAK bei 5,4 Prozent und 19,5 Fehltagen je Beschäftigtem.

Was 2026 gilt: die Regeln hinter dem Krankengeld-Rechner

Wer als Angestellte oder Angestellter krank wird, bekommt zunächst weiter Gehalt: § 3 EFZG verpflichtet den Arbeitgeber zur Entgeltfortzahlung für bis zu sechs Wochen, sobald das Arbeitsverhältnis vier Wochen besteht. Erst danach springt die Krankenkasse mit Krankengeld ein. Nach § 47 SGB V beträgt es 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts, darf aber 90 Prozent des Nettoentgelts nicht übersteigen. Der Krankengeld-Rechner prüft beide Grenzen und nimmt den niedrigeren Wert — bei den meisten Beschäftigten ist das die 90-Prozent-Grenze.

Das Regelentgelt wird kalendertäglich berechnet: ein Dreißigstel des Monatsbruttos aus dem letzten abgerechneten Monat, dazu ein Dreihundertsechzigstel der Einmalzahlungen der letzten zwölf Monate — Weihnachts- und Urlaubsgeld erhöhen das Krankengeld also. Gedeckelt wird an der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze von 193,75 € (69.750 € im Jahr geteilt durch 360). 70 Prozent davon sind 135,63 € je Tag oder 4.068,75 € im Monat — mehr Krankengeld gibt es 2026 nicht, egal wie hoch das Gehalt ist. Der Krankengeld-Rechner weist aus, welche Grenze bei dir greift.

Die Dauer regelt § 48 SGB V: höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren wegen derselben Krankheit, wobei die sechs Wochen Entgeltfortzahlung mitzählen — es bleiben also bis zu 72 Wochen Krankengeld. Nach Ablauf der Dreijahresfrist entsteht ein neuer Anspruch nur, wenn du mindestens sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig und dabei erwerbstätig warst. Hinzutretende Krankheiten verlängern die Frist nicht.

Die Eingabefelder im Detail: was der Krankengeld-Rechner wissen will

Modus: eigene Krankheit oder krankes Kind

Im Standardmodus rechnet der Krankengeld-Rechner das Krankengeld bei eigener Arbeitsunfähigkeit inklusive Entgeltfortzahlung und Zeitverlauf. Der zweite Modus gilt für das Kinderkrankengeld nach § 45 SGB V, wenn du wegen eines kranken Kindes unter zwölf Jahren zu Hause bleibst — mit den Anspruchstagen, die für 2026 gelten.

Monatsbrutto und Einmalzahlungen

Trage das regelmäßige Bruttogehalt des letzten abgerechneten Monats ein, ohne Sonderzahlungen; die kommen ins zweite Feld als Summe der letzten zwölf Monate. 3.500 € Weihnachtsgeld erhöhen das Regelentgelt um 9,72 € je Tag — wirksam aber nur, wenn nicht ohnehin die 90-Prozent-Grenze deines Nettos greift, was der Krankengeld-Rechner in der Ergebniszeile erklärt. Überstunden zählen mit, wenn sie im Referenzmonat abgerechnet wurden.

Steuerklasse, Kinder und Zusatzbeitrag

Diese drei Angaben braucht der Krankengeld-Rechner für das Netto, an dem die 90-Prozent-Grenze hängt, und für die Beitragsanteile. Die Steuerklasse verändert das Krankengeld spürbar: Bei 3.500 € brutto bekommt ein Beschäftigter in Klasse III 2.033,98 € netto, in Klasse V nur 1.427,52 €, weil sein Netto niedriger ist. Kinderlose ab 23 zahlen den Pflegezuschlag von 0,6 Punkten auch vom Krankengeld — allein, ohne Beteiligung der Kasse.

Dauer der Arbeitsunfähigkeit

Die Wochen steuern die Zeitachse: Der Krankengeld-Rechner summiert das volle Netto der ersten sechs Wochen und das Krankengeld netto ab der siebten und vergleicht beides mit dem Einkommen bei Gesundheit. Das Balkendiagramm zeigt Monat für Monat, wie der Übergang aussieht; die Obergrenze liegt bei 78 Wochen.

Rechenbeispiel: 3.500 € brutto im Krankengeld-Rechner

Steuerklasse I, ein Kind, Zusatzbeitrag 2,9 Prozent, zwölf Wochen krank. Das Netto beträgt 2.348,17 €, die 90-Prozent-Grenze also 70,45 € je Tag; 70 Prozent des Regelentgelts wären 81,67 €, greifen aber nicht. Krankengeld brutto: 2.113,35 € im Monat. Davon zieht die Kasse deine Beitragsanteile ab — 9,3 Prozent Rente, 1,3 Prozent Arbeitslosenversicherung und 1,8 Prozent Pflege auf 80 Prozent des Bruttos, zusammen 347,20 €. Netto bleiben 1.766,15 € oder 75,2 Prozent des bisherigen Nettos; die Lücke beträgt 582,02 € im Monat.

Über zwölf Wochen sieht die Rechnung so aus: Sechs Wochen Entgeltfortzahlung bringen 3.287 € volles Netto, die sechs Krankengeld-Wochen 2.473 € statt 3.287 €. In Summe 5.760 € statt 6.575 € — 815 € weniger. Wer die vollen 78 Wochen krank ist, erhält 32.959 € statt 42.737 €, ein Ausfall von 9.778 €. Der Krankengeld-Rechner zeigt diese Summen für jede Dauer, die du einträgst.

Brutto Netto Krankengeld brutto Beitragsanteile Krankengeld netto vom Netto
2.000 € 1.485,92 € 1.337,33 € 198,40 € 1.138,92 € 76,6 %
2.500 € 1.780,08 € 1.602,07 € 248,00 € 1.354,07 € 76,1 %
3.000 € 2.067,50 € 1.860,75 € 297,60 € 1.563,15 € 75,6 %
3.500 € 2.348,17 € 2.113,35 € 347,20 € 1.766,15 € 75,2 %
4.000 € 2.622,17 € 2.359,95 € 396,80 € 1.963,15 € 74,9 %
5.000 € 3.149,92 € 2.834,93 € 496,00 € 2.338,93 € 74,3 %
5.812,50 € 3.558,91 € 3.203,02 € 576,60 € 2.626,42 € 73,8 %
7.000 € 4.200,11 € 3.780,10 € 576,60 € 3.203,50 € 76,3 %

Alle Werte für Steuerklasse I, ein Kind, Zusatzbeitrag 2,9 Prozent, Monat mit 30 Tagen. Auffällig: Die 90-Prozent-Grenze greift in jeder Zeile, und ab der Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € bleiben die Beitragsanteile bei 576,60 € stehen — weshalb die Quote bei 7.000 € wieder leicht steigt. Erst wenn 90 Prozent des Nettos über 135,63 € je Tag liegen, also ab rund 7.700 € brutto, deckelt die Beitragsbemessungsgrenze das Krankengeld selbst.

Die Abzüge vom Krankengeld: was die Kasse einbehält

Krankengeld ist keine Nettoleistung. Nach § 166 Abs. 1 Nr. 2 SGB VI gelten 80 Prozent des zugrunde liegenden Bruttoentgelts als beitragspflichtige Einnahme für die Rentenversicherung; nach § 170 Abs. 1 Nr. 2 SGB VI tragen Leistungsempfänger und Krankenkasse die Beiträge je zur Hälfte. Dasselbe gilt für die Arbeitslosenversicherung nach § 347 Nr. 5 SGB III und die Pflegeversicherung nach § 59 Abs. 2 SGB XI — nur den Kinderlosenzuschlag zahlt das Mitglied allein. Die Krankenversicherung ist nach § 224 SGB V beitragsfrei.

Der positive Nebeneffekt: Die Krankengeld-Monate bleiben vollwertige Beitragsmonate. Für die Rente zählen 80 Prozent des Bruttos, bei 3.500 € also 2.800 € — das sind rund 0,65 Rentenpunkte im Jahr statt 0,81 bei Arbeit; was ein Punkt wert ist, zeigt der Rentenpunkte-Rechner. Auch der Anspruch auf Arbeitslosengeld wächst weiter. Der Krankengeld-Rechner weist die Beitragsanteile als eigene Zeile aus, damit du die Zahl auf dem Bescheid der Kasse wiedererkennst.

Steuer: steuerfrei, aber nicht folgenlos

Krankengeld ist nach § 3 Nr. 1 EStG steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG: Es wird dem übrigen Einkommen fiktiv hinzugerechnet, um den Steuersatz zu bestimmen, der dann auf das übrige Einkommen angewandt wird. Wer ein halbes Jahr Krankengeld bezogen hat, zahlt auf das Gehalt der anderen Monate einen etwas höheren Satz — meist eine Nachzahlung von einigen Hundert Euro. Ab 410 € Lohnersatzleistungen im Jahr ist die Steuererklärung Pflicht; der Einkommensteuer-Rechner zeigt, wie der Progressionsvorbehalt wirkt.

Für Ehepaare kommt die Steuerklasse dazu: Weil die 90-Prozent-Grenze am Netto hängt, bekommt der Partner in Klasse V deutlich weniger Krankengeld als in Klasse IV — bei 3.500 € brutto 1.427,52 € statt 1.766,15 € netto. Ein Wechsel der Steuerklasse wirkt beim Krankengeld allerdings nur, wenn er vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf der Abrechnung stand; die Grundlagen erklärt der Ratgeber Steuerklassen.

Kinderkrankengeld: der zweite Modus im Krankengeld-Rechner

Ist ein gesetzlich versichertes Kind unter zwölf krank und muss betreut werden, zahlt die Kasse nach § 45 SGB V Kinderkrankengeld: 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts je Arbeitstag, 100 Prozent, wenn in den letzten zwölf Monaten Einmalzahlungen flossen, höchstens 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, also 135,63 € je Tag. 2026 stehen jedem Elternteil 15 Arbeitstage je Kind zu, Alleinerziehenden 30, insgesamt höchstens 35 beziehungsweise 70 Tage im Jahr. Voraussetzung sind ein Attest und dass niemand sonst im Haushalt die Betreuung übernehmen kann.

Bei 3.500 € brutto und fünf Arbeitstagen die Woche liegt das Netto je Arbeitstag bei 108,38 €; das Kinderkrankengeld beträgt 97,54 € brutto und nach Beitragsanteilen 81,52 € je Tag. Fünf Tage kosten damit 134 € netto gegenüber der Arbeit. Auch hier gilt der Progressionsvorbehalt. Der Krankengeld-Rechner zeigt Tagessatz, Summe, Ausfall und die Anspruchstage, wenn du den Modus wechselst.

Ruhen, Fristen, Meldung: die Fallstricke

Nach § 49 SGB V ruht das Krankengeld, solange Arbeitsentgelt gezahlt wird — deshalb beginnt es faktisch am 43. Tag — und solange die Arbeitsunfähigkeit der Kasse nicht gemeldet ist. Seit der elektronischen Krankschreibung übermittelt die Praxis die Daten an die Kasse; wer privat ärztlich behandelt wird oder im Ausland erkrankt, muss selbst innerhalb einer Woche melden. Lücken zwischen zwei Krankschreibungen sind der häufigste Grund für verlorene Krankengeldtage: Die Folgebescheinigung muss spätestens am nächsten Werktag nach Ablauf der alten ausgestellt sein.

Krankengeld ruht außerdem bei Mutterschaftsgeld, Elterngeld und Arbeitslosengeld. Wer während der Arbeitslosigkeit krank wird, bekommt Krankengeld in Höhe des Arbeitslosengelds — der Arbeitslosengeld-Rechner liefert den Betrag. Endet das Arbeitsverhältnis während der Krankheit, läuft das Krankengeld weiter, solange die Arbeitsunfähigkeit besteht; die Mitgliedschaft bleibt über den Krankengeldanspruch erhalten.

Nach 78 Wochen: Aussteuerung und die Wege danach

Endet der Anspruch, spricht die Kasse von Aussteuerung. Wer dann weiter arbeitsunfähig ist, meldet sich bei der Agentur für Arbeit: Über die Nahtlosigkeitsregelung nach § 145 SGB III gibt es Arbeitslosengeld, obwohl du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst — bis die Rentenversicherung über Reha oder Erwerbsminderungsrente entschieden hat. Die Höhe entspricht dem normalen Arbeitslosengeld, also 60 oder 67 Prozent des Leistungsentgelts, meist etwas weniger als das Krankengeld.

Die Krankenkasse darf schon während des Bezugs zur Reha auffordern; kommst du der Aufforderung nicht nach, kann das Krankengeld entfallen. Ein Reha-Antrag gilt unter Umständen als Rentenantrag, wenn die Reha nicht erfolgreich ist. Wer diese Phase erreicht, sollte sich beraten lassen — bei der Kasse, der Rentenversicherung oder einem Sozialverband. Der Krankengeld-Rechner hilft vorher: Er zeigt, wie groß die Lücke über 78 Wochen wird, und damit, welche Rücklage oder Versicherung sinnvoll ist.

Die Lücke schließen: Rücklagen und Krankentagegeld

Eine Lücke von 582 € im Monat lässt sich mit einem Notgroschen von drei Nettogehältern gut ein Jahr überbrücken; wie groß deine Reserve sein sollte, rechnet der Notgroschen-Rechner. Wer die Lücke dauerhaft absichern will, schließt eine private Krankentagegeldversicherung ab: Sie zahlt ab dem 43. Tag einen vereinbarten Tagessatz, der die Differenz zwischen Krankengeld und Netto deckt — steuer- und beitragsfrei. Der Krankengeld-Rechner nennt in der Zeile „Lücke pro Monat“ den Betrag, den du als Tagessatz geteilt durch 30 versichern solltest.

Besonders wichtig ist das für Gutverdiener: Ab 5.812,50 € brutto wächst das Krankengeld nicht mehr, die Lücke aber schon — bei 7.000 € fehlen fast 1.000 € im Monat. Und für Selbstständige in der gesetzlichen Kasse gibt es Krankengeld nur mit Wahlerklärung ab dem 43. Tag gegen den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 statt 14,0 Prozent; privat Versicherte haben ohne Krankentagegeld gar keinen Anspruch.

Die 90-Prozent-Grenze verstehen: warum das Netto entscheidet

Die meisten Beschäftigten bekommen nicht 70 Prozent ihres Bruttos, sondern 90 Prozent ihres Nettos — weil die zweite Zahl fast immer die kleinere ist. Bei 3.500 € brutto sind 70 Prozent 2.450 € im Monat, 90 Prozent des Nettos aber nur 2.113,35 €. Erst bei sehr niedrigen Abzügen, etwa in Steuerklasse III mit Kindern, kommen beide Grenzen nahe zusammen. Der Krankengeld-Rechner nennt in der Ergebniszeile beide Werte, damit du siehst, welche Regel bei dir wirkt.

Daraus folgt eine unangenehme Logik: Alles, was dein Netto senkt, senkt auch das Krankengeld — Steuerklasse V, Kirchensteuer, ein hoher Zusatzbeitrag. Und alles, was das Brutto erhöht, ohne das Netto zu erhöhen, bringt nichts. Eine Gehaltsumwandlung in die betriebliche Altersvorsorge etwa mindert das beitragspflichtige Brutto und damit sowohl das Regelentgelt als auch das Netto; wer 200 € im Monat umwandelt, bekommt im Krankheitsfall entsprechend weniger. Der Krankengeld-Rechner rechnet mit dem Brutto, das auf der Abrechnung als beitragspflichtig ausgewiesen ist.

Wer bekommt Krankengeld — und wer nicht

Anspruch haben pflichtversicherte Beschäftigte, Auszubildende, Arbeitslose mit Arbeitslosengeld und freiwillig Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld. Keinen Anspruch haben Minijobber, Beamte, Studierende in der studentischen Versicherung, Familienversicherte und Rentner. Selbstständige in der gesetzlichen Kasse müssen den Anspruch per Wahlerklärung dazu buchen und zahlen dafür den allgemeinen statt des ermäßigten Beitragssatzes; das Krankengeld bemisst sich dann nach dem Einkommen, auf das Beiträge gezahlt wurden, und beginnt ebenfalls am 43. Tag. Wahltarife der Kassen erlauben einen früheren Beginn gegen Aufpreis.

Privat Versicherte haben keinen gesetzlichen Anspruch und sichern die Lücke über eine Krankentagegeldversicherung ab, die meist ab dem 43. Tag zahlt. Für sie ist der Krankengeld-Rechner trotzdem nützlich: Er zeigt, welcher Tagessatz das Netto ersetzen würde — das ist die Zahl, die in den Antrag gehört. Wer zwischen Job und Arbeitslosigkeit krank wird, bleibt über den Krankengeldanspruch versichert, solange die Arbeitsunfähigkeit vor dem Ende der Mitgliedschaft festgestellt wurde.

Zahlen zur Lage: Krankenstand und Kosten

Die Ausgaben der Kassen für Krankengeld sind ein Kostentreiber: Nach der Finanzentwicklung der GKV 2025 des Bundesgesundheitsministeriums stiegen die Ausgaben insgesamt um 7,8 Prozent auf 352,4 Milliarden Euro, die Einnahmen nur um 5,3 Prozent; der durchschnittliche Zusatzbeitrag lag Ende 2025 bei 2,94 Prozent. Für Krankengeld gaben die Kassen laut AOK-Bundesverband 2025 rund 21,6 Milliarden Euro aus, gut ein Drittel mehr als fünf Jahre zuvor.

Der DAK-Gesundheitsreport vom Januar 2026 beziffert den Krankenstand 2025 auf 5,4 Prozent — im Schnitt 19,5 Fehltage je Beschäftigtem. Die meisten Fehltage verursachten Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen legten um 6,9 Prozent zu und verdrängten Muskel-Skelett-Leiden auf Platz drei. Gerade psychische Erkrankungen führen häufig zu langen Ausfällen jenseits der sechs Wochen — dem Bereich, für den der Krankengeld-Rechner gebaut ist.

Sonderfälle: was der Krankengeld-Rechner vereinfacht

Das Netto schätzt der Krankengeld-Rechner mit dem Tarif 2026 wie der Brutto-Netto-Rechner, ohne Kirchensteuer und Freibeträge; die Kasse nimmt das tatsächliche Netto des letzten Abrechnungsmonats. Bei Stundenlöhnern rechnet sie das Regelentgelt aus den Stunden der letzten vier Wochen. Kurzarbeit, Teilzeit mit schwankenden Stunden oder ein Jobwechsel kurz vor der Krankheit verändern das Ergebnis. Beamte, Soldaten und Selbstständige ohne Wahlerklärung fallen ganz heraus, Minijobber ebenfalls — was im Minijob gilt, zeigt der Minijob-Rechner.

Nicht abgebildet sind Zuschüsse des Arbeitgebers zum Krankengeld, die Tarifverträge im öffentlichen Dienst und in großen Betrieben vorsehen, das Verletztengeld der Unfallversicherung bei Arbeitsunfällen mit 80 Prozent des Bruttos sowie das Übergangsgeld während einer Reha. Auch die Mutterschutzfristen mit Mutterschaftsgeld folgen eigenen Regeln; den Übergang ins Elterngeld rechnet der Elterngeld-Rechner.

Häufige Fragen zum Krankengeld-Rechner

Ab wann bekomme ich Krankengeld?

Ab dem 43. Kalendertag derselben Arbeitsunfähigkeit, wenn die sechs Wochen Entgeltfortzahlung ausgeschöpft sind. Bei einer neuen, anderen Krankheit beginnt die Entgeltfortzahlung von vorn; bei derselben Krankheit erst nach sechs Monaten Pause oder zwölf Monaten seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit.

Wie viel Prozent vom Netto ist das Krankengeld?

Nach Abzug der Beitragsanteile meist 73 bis 77 Prozent des bisherigen Nettos, bei 3.500 € brutto 75,2 Prozent. Die oft zitierten 90 Prozent sind der Bruttowert vor den Abzügen. Der Krankengeld-Rechner zeigt beide Zahlen.

Zählt Weihnachtsgeld beim Krankengeld mit?

Ja, mit einem Dreihundertsechzigstel der Einmalzahlungen der letzten zwölf Monate je Tag. Es erhöht das Regelentgelt und damit die 70-Prozent-Grenze — wirkt aber nur, wenn nicht die 90-Prozent-Grenze des Nettos das Krankengeld begrenzt, was bei den meisten Gehältern der Fall ist.

Bekomme ich Krankengeld, wenn ich gekündigt werde?

Ja. Der Anspruch hängt an der Arbeitsunfähigkeit, nicht am Arbeitsverhältnis. Endet der Job während der Krankheit, zahlt die Kasse weiter bis zur Genesung oder bis zum Ende der 78 Wochen. Nach der Genesung meldest du dich arbeitslos.

Was passiert nach 78 Wochen?

Der Anspruch endet; bei fortdauernder Arbeitsunfähigkeit gibt es über die Nahtlosigkeitsregelung Arbeitslosengeld, bis die Rentenversicherung über Reha oder Erwerbsminderungsrente entschieden hat. Einen neuen Krankengeldanspruch wegen derselben Krankheit gibt es erst in einer neuen Dreijahresfrist.

Muss ich Krankengeld in der Steuererklärung angeben?

Ja, in der Anlage N als Lohnersatzleistung. Es bleibt steuerfrei, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Die Kasse meldet den Betrag elektronisch ans Finanzamt.

Wie berechnet der Krankengeld-Rechner das Kinderkrankengeld?

Aus dem Monatsnetto geteilt durch die Arbeitstage im Monat (Wochenarbeitstage mal 52 geteilt durch 12) ergibt sich das Netto je Arbeitstag; davon 90 Prozent, höchstens 135,63 € je Tag. Abgezogen werden dieselben Beitragsanteile wie beim Krankengeld. Die Anspruchstage 2026 zeigt der Krankengeld-Rechner je nach Familienstand mit an.

Was ist, wenn ich mehrere Jobs habe?

Krankengeld gibt es für jede versicherungspflichtige Beschäftigung, aus der Entgelt ausfällt; die Kasse addiert die Regelentgelte bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Ein Minijob neben dem Hauptjob bringt kein Krankengeld, weil er nicht krankenversicherungspflichtig ist. Trage im Krankengeld-Rechner das Brutto aus der versicherungspflichtigen Beschäftigung ein.

Ist der Krankengeld-Rechner eine Rechtsberatung?

Nein. Er rechnet mit den gesetzlichen Formeln und den Werten 2026, aber mit einem geschätzten Netto. Verbindlich ist der Bescheid deiner Krankenkasse; sie rechnet dir den Anspruch auf Anfrage vorab aus.

Fazit: Die sechste Woche ist die wichtigste Grenze im Arbeitsleben

Bis dahin merkst du finanziell nichts, danach fehlt ein Viertel des Nettos — und bei hohen Gehältern deutlich mehr. Der Krankengeld-Rechner macht diese Lücke sichtbar, bevor sie entsteht: als Monatsbetrag, als Summe über die Krankheitsdauer und als Tagessatz, den eine Krankentagegeldversicherung oder ein Notgroschen abdecken müsste. Wer die Zahl kennt, kann vorsorgen; wer sie nicht kennt, hofft. Rechnen ist die bessere Strategie.

Rechtsstand 4. September 2026. Der Krankengeld-Rechner wird bei Änderungen der Beitragsbemessungsgrenze, der Beitragssätze oder der Kinderkranktage aktualisiert.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.