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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen deinem letzten Nettoeinkommen und deiner späteren Rente.
  • Faustregel: Im Alter brauchst du etwa 80 % des letzten Nettos – die gesetzliche Rente liefert oft deutlich weniger.
  • Berechnung: Bedarf minus zu erwartende Rente (laut Renteninformation) – Inflation einrechnen!
  • Schließen lässt sie sich am wirksamsten mit frühem, regelmäßigem Sparen – etwa per ETF-Sparplan.

Die Rentenlücke ist eine der wichtigsten Zahlen deiner Finanzplanung: Sie zeigt, wie viel Geld dir im Ruhestand jeden Monat fehlen wird, wenn du nichts unternimmst. Wie du deine Rentenlücke in wenigen Schritten berechnest und mit welchen Bausteinen du sie schließt, erklärt dieser Ratgeber. Den Überblick über alle Vorsorge-Wege liefert Altersvorsorge einfach erklärt.

Was ist die Rentenlücke?

Gemeint ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das du im Alter voraussichtlich brauchst, und dem, was gesetzliche Rente und bestehende Vorsorge tatsächlich liefern. Diese Lücke entsteht, weil die gesetzliche Rente nur einen Teil des früheren Gehalts ersetzt – das Rentenniveau liegt aktuell bei rund 48 Prozent des Durchschnittsverdienstes.

Warum entsteht sie überhaupt?

Das Umlagesystem finanziert die Renten aus den Beiträgen der aktuell Arbeitenden. Weil immer weniger Beitragszahler auf immer mehr Rentner kommen, kann die gesetzliche Rente den Lebensstandard allein nicht sichern. Dazu kommen Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern – von der Brutto-Rente bleibt netto spürbar weniger.

Schritt 1: Bedarf im Alter schätzen

Als Faustregel gelten etwa 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens: Einige Kosten fallen weg (Arbeitsweg, Vorsorgesparen, oft die abbezahlte Immobilie), andere kommen dazu (Gesundheit, Freizeit). Rechne ehrlich mit deinen eigenen Ausgaben – wer zur Miete wohnt oder viel reisen will, braucht eher 90 Prozent.

Schritt 2: Renteninformation lesen

Die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung zeigt deine bisher erreichte Anwartschaft und eine Hochrechnung bei gleichbleibenden Beiträgen. Nimm die mittlere Hochrechnung als Basis – und denke daran: Das ist ein Bruttowert vor Steuern und Sozialabgaben.

Schritt 3: Rentenlücke berechnen

Die Formel ist simpel: Bedarf im Alter minus erwartete Netto-Rente minus vorhandene Zusatzvorsorge = Rentenlücke. Ein Beispiel: 2.400 Euro Bedarf, 1.500 Euro Netto-Rente, 200 Euro Betriebsrente – bleibt eine Lücke von 700 Euro pro Monat, die dein Erspartes später füllen muss.

Die Inflation nicht vergessen

Der häufigste Fehler bei der Rentenlücke: mit heutigen Preisen rechnen. Bei 2 Prozent Inflation kosten heutige 2.400 Euro Lebensstandard in 30 Jahren rund 4.350 Euro. Rechne deinen Bedarf daher hoch oder – einfacher – kalkuliere in heutiger Kaufkraft und ziehe von der Renditeerwartung deiner Geldanlage die Inflation ab.

Wie viel Kapital brauchst du?

Eine bewährte Näherung ist die 4-Prozent-Regel: Multipliziere deine jährliche Rentenlücke mit 25. Bei 700 Euro monatlicher Lücke (8.400 Euro im Jahr) ergibt das ein Zielkapital von rund 210.000 Euro. Wer vorsichtiger plant, rechnet mit Faktor 28 bis 30 – mehr dazu im Ratgeber ETF-Auszahlplan.

Welche Sparrate schließt die Lücke?

Dank Zinseszins zählt vor allem die Zeit: Für 210.000 Euro in 30 Jahren genügen bei 6 Prozent Rendite etwa 210 Euro Sparrate im Monat. Wer erst 15 Jahre vor Rente startet, braucht für dasselbe Ziel schon rund 720 Euro. Deshalb gilt: Früh anfangen schlägt hohe Raten – jede Dekade Aufschub verdreifacht grob den nötigen Einsatz.

Baustein 1: ETF-Sparplan

Für die meisten ist ein weltweit gestreuter ETF-Sparplan der effizienteste Weg, die Rentenlücke zu schließen: niedrige Kosten, breite Streuung, flexible Raten. Passende Anbieter zeigt der ETF-Sparplan-Vergleich, das nötige Depot der Depot-Vergleich. Wichtig ist ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren.

Baustein 2: Betriebliche Altersvorsorge

Über die betriebliche Altersvorsorge sparst du direkt aus dem Bruttogehalt, und dein Arbeitgeber muss mindestens 15 Prozent Zuschuss geben – oft zahlt er mehr. Das lohnt sich besonders, wenn der Zuschuss hoch ist. Prüfe aber die Kosten des angebotenen Vertrags und die spätere Verbeitragung in der Krankenversicherung.

Baustein 3: Geförderte Verträge

Staatlich gefördert sind die Riester-Rente (Zulagen, v. a. für Familien) und die Rürup-Rente (Steuerabzug, v. a. für Selbstständige und Gutverdiener). Beide sind unflexibel und oft teuer – sie lohnen sich nur in passenden Konstellationen und nach genauem Kostenvergleich.

Baustein 4: Die eigene Immobilie

Mietfreies Wohnen senkt deinen Bedarf im Alter direkt – die abbezahlte Immobilie ist damit ein starker Hebel gegen die Rentenlücke. Sie ersetzt aber keine liquide Vorsorge: Instandhaltung kostet, und das Kapital steckt fest. Ideal ist die Kombination aus Immobilie und flüssigem Depotvermögen.

Rentenlücke bei Frauen und Teilzeit

Teilzeit, Elternzeit und niedrigere Gehälter führen dazu, dass die Lücke bei Frauen im Schnitt deutlich größer ausfällt. Umso wichtiger: eigene Vorsorge unabhängig vom Partner, Rentenpunkte durch Kindererziehungszeiten prüfen und schon kleine Sparraten früh starten. Wie Rentenpunkte entstehen, erklärt der Ratgeber Rentenpunkte.

Selbstständige: doppelt wichtig

Wer nicht gesetzlich pflichtversichert ist, hat oft gar keinen Grundstock – die Rentenlücke ist dann das gesamte Alterseinkommen. Für diesen Fall gibt es eigene Strategien, von der freiwilligen gesetzlichen Versicherung bis zum Depot-Aufbau: mehr dazu unter Altersvorsorge für Selbstständige.

Steuern im Alter einplanen

Renten sind steuerpflichtig: Für Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil Jahr für Jahr weiter. Auch Auszahlungen aus Depots unterliegen der Abgeltungssteuer. Plane deshalb mit Netto-Größen und nutze im Alter Freibeträge wie den Grundfreibetrag gezielt aus.

Ein komplettes Rechenbeispiel

Lisa, 35, verdient 2.800 Euro netto. Bedarf im Alter: 80 Prozent = 2.240 Euro. Renteninformation: 1.400 Euro netto erwartbar. Rentenlücke: 840 Euro monatlich, also 10.080 Euro im Jahr → Zielkapital rund 252.000 Euro. Mit 32 Jahren Zeit und 6 Prozent Rendite reichen dafür etwa 250 Euro ETF-Sparrate – machbar statt beängstigend.

Checkliste: in 5 Schritten zur Klarheit

1. Renteninformation heraussuchen. 2. Bedarf ehrlich schätzen (80-Prozent-Regel). 3. Rentenlücke ausrechnen und mit 25 multiplizieren. 4. Bausteine wählen – Basis ist meist der ETF-Sparplan, ergänzt um bAV und geförderte Verträge, wo sie passen. 5. Sparrate automatisieren und jährlich nachjustieren.

Häufige Fehler

Die teuersten Fehler: die Rentenlücke nie ausrechnen und im Blindflug sparen, Inflation ignorieren, auf „später“ verschieben und sich allein auf die gesetzliche Rente oder die Immobilie verlassen. Auch teure Versicherungsprodukte ohne Kostenvergleich fressen Rendite. Rechnen, streuen, früh starten – das schlägt alles.

Häufige Fragen zur Rentenlücke

Wie hoch ist die Rentenlücke im Durchschnitt?

Je nach Einkommen meist mehrere hundert Euro monatlich – bei Durchschnittsverdienern oft 600 bis 900 Euro. Entscheidend ist aber deine persönliche Rechnung.

Wie berechne ich meine Rentenlücke?

Bedarf im Alter (ca. 80 % des Nettos) minus erwartete Netto-Rente laut Renteninformation minus vorhandene Zusatzvorsorge – Inflation einrechnen.

Wie schließe ich die Rentenlücke am besten?

Für die meisten: früh und automatisch per weltweitem ETF-Sparplan, ergänzt um bezuschusste bAV. Geförderte Verträge nur nach Kostenprüfung.

Quellen & weiterführende Informationen


Transparenz: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage- oder Rentenberatung dar. Er kann Werbe-/Affiliate-Links enthalten – für dich ohne Mehrkosten.

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Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.
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