Der Dispo-Rechner zeigt auf den Cent, was das Minus auf dem Girokonto kostet: Betrag, Dispozins und Dauer eingeben, dazu das eingeräumte Limit und den Zins für die geduldete Überziehung — und du siehst die Zinsen für deinen Zeitraum, den Effekt der vierteljährlichen Abrechnung, die Kosten pro Tag und aufs Jahr sowie den fairen Vergleich mit einem Ratenkredit, der dieselbe Schuld in festen Raten tilgt. Genau diese Zahl fehlt den meisten: Der Dispo wird still teuer, weil niemand nachrechnet. Der Dispo-Rechner ändert das in zehn Sekunden.

Das Wichtigste in Kürze

  • 2.000 € Minus zu 11,5 Prozent kosten in 90 Tagen 57,50 € — 0,64 € am Tag, 230 € im Jahr bei unverändertem Saldo.
  • Was über dem Limit steht, wird als geduldete Überziehung teurer: 500 € zu 15,5 Prozent kosten in 180 Tagen 38,75 € extra.
  • Dieselbe Schuld als Ratenkredit zu 7 Prozent über zwölf Monate kostet 76,64 € statt 129,49 € Dispozinsen — der Dispo-Rechner zeigt die Ersparnis von 52,85 €.
  • Bei 5.000 € und 13 Prozent über zwei Jahre spart die Umschuldung 463,16 €.
  • Nach sechs Monaten Dauerüberziehung über 75 Prozent des Limits muss die Bank eine Beratung anbieten (§ 504a BGB).

Was 2026 gilt: Dispozinsen, Leitzins und deine Rechte

Dispozinsen hängen am Leitzins, folgen ihm aber nur zögerlich nach unten. Die Europäische Zentralbank hat laut EZB-Leitzinstabelle seit dem 17. Juni 2026 eine Einlagefazilität von 2,25 Prozent und einen Hauptrefinanzierungssatz von 2,40 Prozent; Banken refinanzieren sich also günstig, während der Dispo bei vielen Instituten im zweistelligen Bereich bleibt. Wie hoch der Durchschnitt liegt, weist die Zinsstatistik der Bundesbank monatlich für Überziehungskredite an private Haushalte aus. Der Dispo-Rechner ist mit 11,5 Prozent vorbelegt; trage den Satz aus deinem Preisverzeichnis ein.

Das Gesetz kennt zwei Formen des Minus: die eingeräumte Überziehungsmöglichkeit nach § 504 BGB, also den Dispo bis zum Limit, und die geduldete Überziehung nach § 505 BGB darüber hinaus, für die Banken meist einen höheren Zins verlangen. Nach § 18 PAngV müssen sie für den Dispo den Sollzins pro Jahr und die Zinsbelastungsperiode angeben. Und wer den Dispo sechs Monate lang ununterbrochen mit durchschnittlich mehr als 75 Prozent des Limits nutzt, dem muss die Bank nach § 504a BGB in Textform eine Beratung über günstigere Alternativen anbieten. Der Dispo-Rechner liefert die Zahlen für dieses Gespräch.

Die Eingabefelder im Detail: was der Dispo-Rechner wissen will

Betrag im Minus und Dauer

Der Sollsaldo, den du überbrücken musst, und die Tage, die er voraussichtlich steht. Wer den Dispo regelmäßig nutzt, trägt den typischen Stand ein — etwa das Minus, das jeden Monat nach der Miete übrig bleibt. Der Dispo-Rechner rechnet taggenau nach der deutschen Zinsmethode mit 360 Tagen im Jahr.

Dispozins

Der Sollzins für die eingeräumte Überziehung, zu finden im Preis- und Leistungsverzeichnis und meist im Online-Banking. Die Spanne ist groß: Direktbanken liegen teils im einstelligen Bereich, Filialbanken oft darüber; ein Blick in den Girokonto-Vergleich zeigt, wo dein Konto steht.

Eingeräumtes Limit und Überziehungszins

Das Dispolimit, das die Bank dir eingeräumt hat, meist zwei bis drei Nettogehälter. Alles darüber ist geduldete Überziehung, oft mit Aufschlag von mehreren Prozentpunkten. Der Dispo-Rechner teilt den Saldo automatisch auf und weist die Zinsen für den Teil über dem Limit getrennt aus.

Ratenkredit zum Vergleich

Zins und Laufzeit eines Ratenkredits, mit dem du das Minus ablösen könntest; die Konditionen zeigt der Ratenkredit-Vergleich. Der Dispo-Rechner rechnet den Vergleich fair: Er tilgt dieselbe Schuld einmal als Kredit mit fester Rate und einmal im Dispo mit derselben monatlichen Rückzahlung — so vergleichst du Zinsen mit Zinsen, nicht Kredit mit Dauerminus.

Rechenbeispiel: 2.000 € Minus, 11,5 Prozent, 90 Tage

Die Zinsen für 90 Tage betragen 57,50 €: 2.000 € × 11,5 % × 90 ÷ 360. Das sind 0,64 € am Tag und 19,17 € im Monat; bleibt das Minus ein Jahr stehen, werden daraus 230 €. Bis 90 Tage macht die Quartalsabrechnung keinen Unterschied. Der Vergleichskredit über 2.000 € zu 7 Prozent und zwölf Monate kostet 173,05 € Rate im Monat und 76,64 € Zinsen insgesamt; der Dispo mit derselben Tilgung 129,49 €. Die Umschuldung spart 52,85 € — und sie ersetzt das Dauerminus durch ein Enddatum.

Dauer im Minus Dispozinsen 11,5 % zum Vergleich: 7 % Kreditzins
30 Tage 19,17 € 11,67 €
90 Tage 57,50 € 35,00 €
180 Tage 115,00 € 70,00 €
365 Tage 233,19 € 141,94 €

Zinsen auf 2.000 € bei unverändertem Saldo, deutsche Zinsmethode. Einen Monat mit 500 € im Minus? Kein Drama — knapp 5 € sind der faire Preis für Flexibilität. Aber 2.000 € über ein Jahr kosten 233 €, und mit der Quartalsabrechnung sogar 243,69 €, weil die Bank die Zinsen alle drei Monate dem Konto belastet und das Minus damit wächst. Der Dispo-Rechner zeigt beide Werte.

Über dem Limit: die geduldete Überziehung im Dispo-Rechner

3.000 € Minus bei 2.500 € Limit, 180 Tage: Die 2.500 € im Rahmen kosten 11,5 Prozent, die 500 € darüber 15,5 Prozent. Zusammen sind das 182,50 € Zinsen, davon 38,75 € allein für die Überziehung, ein Mischzins von 12,17 Prozent und aufs Jahr 365 €. Nach § 505 BGB muss die Bank bei einer erheblichen Überziehung von mehr als einem Monat über Sollzins und Folgen informieren; spätestens dann ist es Zeit, mit dem Dispo-Rechner den Kredit gegenzurechnen: Über zwölf Monate zu 7 Prozent kostet die Ablösung 114,96 € Zinsen statt 206,35 € im Dispo.

Bei 5.000 € Minus zu 13 Prozent, davon 2.500 € über dem Limit, summieren sich die Zinsen auf 722,40 € im Jahr, mit Quartalsabrechnung 762,87 €. Ein Ratenkredit über 24 Monate zu 7 Prozent kostet 223,86 € Rate und 372,71 € Zinsen; der Dispo mit derselben Tilgung 835,87 €. Ersparnis: 463,16 €. Wie die Umschuldung praktisch abläuft, erklärt der Ratgeber Umschuldung; die Rate für andere Laufzeiten rechnet der Kreditrechner.

Dispozinsen in Deutschland: was die Bundesbank misst

Wie teuer das Minus im Durchschnitt ist, misst die Bundesbank monatlich: Im Juli 2026 lag der Effektivzins für revolvierende Kredite und Überziehungskredite privater Haushalte bei 9,32 Prozent, für echte Kreditkartenkredite bei 17,38 Prozent — jeweils Bestände, also die tatsächlich gezahlten Sätze. Das ist der Maßstab für dein Preisverzeichnis: Liegt dein Dispozins deutlich darüber, ist der Kontowechsel die erste Maßnahme, der Dispo-Rechner liefert die Ersparnis in Euro.

Auffällig ist der Abstand zum Leitzins: Während die EZB ihre Sätze seit 2024 mehrfach gesenkt hat, sinken Dispozinsen langsamer und bleiben im Schnitt hoch. Der Grund liegt in der Kalkulation der Banken — der Dispo ist ein unbesichertes, jederzeit kündbares Massenprodukt ohne Bonitätsprüfung im Einzelfall, und die Ausfallrisiken werden auf alle Nutzer umgelegt. Wer selten und kurz überzieht, subventioniert damit die Dauernutzer. Der Dispo-Rechner zeigt, auf welcher Seite dieser Rechnung du stehst.

Der Dispo-Rechner im Jahresvergleich: was zwölf Monate Minus kosten

Betrag im Minus 12 Monate zu 11,5 % mit Quartalsabrechnung
500 € 57,50 € 60,92 €
1.000 € 115,00 € 121,85 €
2.000 € 230,00 € 243,69 €
3.000 € 345,00 € 365,54 €
5.000 € 575,00 € 609,23 €

Zinsen bei unverändertem Saldo über ein Jahr, ohne Überziehung des Limits. Die Quartalsabrechnung kostet knapp 6 Prozent extra, weil die belasteten Zinsen selbst verzinst werden. 3.000 € Dauerminus kosten damit 365,54 € im Jahr — mehr als ein Monatsbeitrag für die meisten Sparpläne, und ohne Gegenwert. Der Dispo-Rechner rechnet die Tabelle für deinen Zinssatz und markiert, ab welchem Betrag die Umschuldung dreistellig spart.

Kontowechsel: der Dispozins ist nur ein Kriterium

Ein Konto mit niedrigem Dispozins lohnt sich nur, wenn du den Dispo nutzt — und dann ist die Umschuldung meist die bessere Maßnahme. Beim Vergleich zählen Kontoführungsgebühr, Kosten für Karten und Bargeld, die Höhe des Guthabenzinses und der Kundenservice mindestens so viel. Der Dispo-Rechner beantwortet die Frage, wie viel der Dispozins bei deinem Nutzungsverhalten ausmacht: Wer zweimal im Jahr für zehn Tage 500 € überzieht, zahlt bei 11,5 Prozent 3,19 € und bei 8 Prozent 2,22 € — ein Unterschied, für den sich kein Wechsel lohnt. Wer jeden Monat drei Wochen mit 1.500 € im Minus steht, zahlt bei 11,5 Prozent 120,75 € gegen 84,00 € bei 8 Prozent im Jahr — und sollte vor dem Wechsel die Ursache angehen.

Warum der Dispo so teuer ist

Der Dispositionskredit ist die bequemste Kreditform: keine Beantragung, keine Prüfung im Einzelfall, keine feste Rate. Diese Bequemlichkeit lassen sich Banken bezahlen — mit Zinssätzen, die ein Vielfaches über Ratenkrediten liegen. Dazu kommt die Psychologie: Weil keine Rate drängt, bleibt das Minus monatelang stehen. Die Zinsen werden vierteljährlich abgebucht, vergrößern das Minus, und aus dem Überbrückungskredit wird ein Dauerzustand. Wie der Rahmen funktioniert und wo die geduldete Überziehung obendrauf kommt, erklärt der Ratgeber Dispokredit; der Dispo-Rechner beziffert, was der Zustand kostet.

Der faire Vergleich: warum der Dispo-Rechner beide Schulden tilgt

Viele Vergleiche stellen die Jahreszinsen des Dispos einer Kreditrate gegenüber — das ist unfair, denn der Kredit wird getilgt, der Dispo nicht. Der Dispo-Rechner unterstellt deshalb dieselbe monatliche Rückzahlung für beide Wege: Beim Kredit sinkt die Schuld planmäßig, beim Dispo genauso, nur zum höheren Zins. Erst dann zeigt die Ersparnis, was allein der Zinsunterschied ausmacht. Und sie zeigt etwas Zweites: Wer den Dispo mit 173,05 € im Monat abbaut, ist nach zwölf Monaten schuldenfrei — wer nur die Zinsen trägt, nie.

Raus aus dem Dispo: Schritt für Schritt

  1. Kassensturz: Wie tief ist das Minus, und wovon lebst du diesen Monat? Der Haushaltsrechner liefert die Zahlen, der Dispo-Rechner die Kosten.
  2. Umschulden ab etwa 1.000 € dauerhaftem Minus: Ratenkredit über die Dispo-Summe, Zins halbiert, feste Rate, klares Enddatum.
  3. Limit begrenzen: Das Dispolimit lässt sich bei der Bank formlos auf ein Nettogehalt senken — der beste Schutz vor dem Rückfall.
  4. Puffer aufbauen: 500 bis 1.000 € auf dem Tagesgeld fangen die nächste Autoreparatur ab; das Ziel rechnet der Notgroschen-Rechner.
  5. Einmal im Quartal die Zinsabrechnung prüfen: Stimmt der Sollzins mit dem Preisverzeichnis überein? Der Zinsrechner rechnet jede Phase nach.

Deine Rechte beim Dispozins

Banken müssen den Dispozins und die Zinsbelastungsperiode deutlich angeben und dich in regelmäßigen Abständen über die Konditionen unterrichten. Bei dauerhafter, hoher Nutzung greift die Beratungspflicht nach § 504a BGB: sechs Monate ununterbrochen im Dispo, durchschnittlich über 75 Prozent des Limits, und die Bank muss dir eine Beratung zu günstigeren Alternativen anbieten — dokumentiert und in Textform. Bei geduldeter Überziehung über mehr als einen Monat informiert sie über Sollzins und Folgen, bei mehr als drei Monaten folgt das Beratungsangebot ebenfalls. Der Dispozins ist bei vielen Banken an einen Referenzzins gekoppelt; sinkt der Leitzins, sollte der Dispozins nachziehen. Kontrollieren lohnt sich, der Dispo-Rechner macht Abweichungen sofort in Euro sichtbar.

Dispozins verhandeln oder Bank wechseln?

Verhandeln bringt beim Dispozins selten viel — die Sätze sind Preislistenkonditionen, keine Verhandlungssache wie beim Ratenkredit. Der wirksamere Hebel ist der Kontowechsel: Zwischen teuerster und günstigster Bank liegen oft mehrere Prozentpunkte, und der gesetzlich geregelte Kontowechselservice nach dem Zahlungskontengesetz erledigt den Umzug von Daueraufträgen und Lastschriften. Prüfe vor dem Wechsel mit dem Dispo-Rechner, was dein typisches Nutzungsverhalten bei der neuen Bank kosten würde — und ob nicht die Umschuldung des Minus die bessere erste Maßnahme ist. Ein Konto mit niedrigem Dispozins ist gut; ein Konto ohne genutzten Dispo ist besser.

Dispo, Kreditkarte, Ratenkredit: drei Zinsen, drei Zwecke

Der Dispo ist für Tage bis wenige Wochen gedacht und kostet dafür einen hohen, aber taggenauen Zins ohne Nebenkosten. Die Teilzahlung bei Kreditkarten ist die teuerste Variante — oft noch über dem Dispozins und mit Mindestraten, die die Schuld kaum abbauen. Der Ratenkredit ist für alles ab etwa 1.000 € und drei Monaten die günstigste Lösung, verlangt aber eine Bonitätsprüfung und Disziplin bei der Rate. Der Dispo-Rechner rechnet die ersten beiden Wege mit dem Dispozins- und dem Überziehungsfeld, den dritten mit dem Kreditfeld — so liegen alle drei Kosten nebeneinander.

Der Monatsverlauf: warum das Minus oft größer ist als gedacht

Die meisten Konten sind nicht das ganze Jahr im Minus, sondern in einem Rhythmus: Gehaltseingang am Monatsende, Miete und Abbuchungen in der ersten Woche, dann ein langsames Abrutschen bis zum nächsten Gehalt. Wer den typischen Tiefststand kennt, trägt ihn mit der Dauer ein, die er tatsächlich steht — zehn Tage mit 800 € kosten 2,56 €, drei Wochen mit 1.500 € 10,06 €. Über zwölf Monate addiert sich der zweite Fall auf 120,75 €, ohne dass das Konto jemals dauerhaft im Minus war.

Für diese wiederkehrenden Phasen hilft oft schon eine Verschiebung: Abbuchungen auf den Tag nach dem Gehaltseingang legen, Jahresbeiträge auf Monatsraten umstellen oder einen Puffer von einem halben Monatsnetto auf dem Girokonto stehen lassen. Das ist günstiger als jeder Dispozins und kostet nur die entgangenen Tagesgeldzinsen — bei 1.250 € und 2,5 Prozent rund 31 € im Jahr gegen 120,75 € Dispozinsen.

Psychologie des Minus: warum der Dispo klebt

Der Dispo hat eine tückische Eigenschaft: Er normalisiert sich. Nach ein paar Monaten fühlt sich minus 1.500 € wie der neue Nullpunkt an, und das Gehalt hebt das Konto nur kurz über die Wasserlinie. Verhaltensökonomen nennen das Referenzpunktverschiebung, und Banken kalkulieren damit. Das wirksamste Gegenmittel ist Sichtbarkeit: Rechne die Kosten einmal im Dispo-Rechner aus, schreib die Jahressumme auf einen Zettel am Monitor und setze dir ein Datum, an dem das Konto wieder auf null steht. Wer den Preis schwarz auf weiß sieht, verhandelt anders mit den eigenen Ausgaben als bei einer abstrakten Prozentzahl. Das Sparziel danach rechnet der Sparziel-Rechner.

Sonderfälle: was der Dispo-Rechner vereinfacht

Der Dispo-Rechner rechnet mit einem konstanten Saldo über die eingegebene Dauer; in der Praxis schwankt das Minus mit jedem Gehaltseingang und jeder Abbuchung — Banken rechnen taggenau mit dem tatsächlichen Stand. Kontoführungsgebühren, Kosten für Buchungen und die Zinsen auf bereits belastete Zinsen im Kredit bleiben außen vor; die Quartalsabrechnung ist als Belastung alle 90 Tage abgebildet. Beim Kreditvergleich gilt der eingegebene Zins als effektiver Jahreszins ohne Restschuldversicherung. Für Kontokorrentkredite von Selbstständigen gelten andere Konditionen.

Ein Sonderfall sind Selbstständige mit Kontokorrentkredit: Dort sind Limit und Zins Verhandlungssache, die Zinsen laufen als Betriebsausgabe, und ein dauerhaft genutzter Rahmen ist eher ein Zeichen für zu wenig Eigenkapital als für Bequemlichkeit. Auch hier gilt die Rechnung des Dispo-Rechners: Was länger als ein Quartal steht, gehört in ein Darlehen mit festem Zins und Tilgung.

Häufige Fragen zum Dispo-Rechner

Wie rechnet der Dispo-Rechner die Zinsen?

Nach der deutschen Zinsmethode: Betrag × Zinssatz × Tage ÷ 360, getrennt für den Teil im Limit und den Teil darüber. Zusätzlich zeigt er die Zinsen mit vierteljährlicher Belastung, bei der die Zinsen selbst verzinst werden.

Was ist ein guter Dispozins?

Je näher am Leitzins, desto besser; einstellige Sätze gibt es bei einigen Direktbanken. Wichtiger als der Satz ist die Nutzung: Selbst der günstigste Dispozins liegt deutlich über einem ordentlichen Ratenkredit.

Ab wann lohnt sich die Umschuldung?

Wenn das Minus länger als zwei bis drei Monate besteht oder mehr als etwa 1.000 € beträgt. Der Dispo-Rechner zeigt die konkrete Ersparnis — bei 2.000 € über zwölf Monate 52,85 €, bei 5.000 € über zwei Jahre 463,16 €.

Was ist der Unterschied zwischen Dispo und geduldeter Überziehung?

Der Dispo ist der eingeräumte Rahmen. Alles darüber hinaus ist geduldete Überziehung mit meist höherem Zins; die Bank kann sie jederzeit beenden und muss dich ab einem Monat über Sollzins und Folgen informieren.

Muss die Bank mich beraten, wenn ich dauernd im Dispo bin?

Ja, nach § 504a BGB: bei sechs Monaten ununterbrochener Nutzung von durchschnittlich mehr als 75 Prozent des Limits muss sie eine Beratung über günstigere Alternativen anbieten. Annehmen musst du sie nicht — aber die Zahlen aus dem Dispo-Rechner mitzubringen, lohnt sich.

Schadet Dispo-Nutzung meiner Schufa?

Der eingeräumte Dispo selbst wird nicht als laufender Kredit gemeldet; normale Nutzung bleibt unsichtbar. Problematisch wird erst die Kündigung des Kontos wegen Dauerüberziehung — so weit sollte es nie kommen.

Warum rechnet der Dispo-Rechner mit 360 Tagen?

Weil deutsche Banken bei Kontokorrentzinsen die deutsche Zinsmethode nutzen: jeder Monat 30, das Jahr 360 Zinstage. Der Unterschied zu 365 Tagen liegt bei 2.000 € und 11,5 Prozent unter 4 € im Jahr.

Was kostet ein Dispo von 1.000 € im Monat?

Bei 11,5 Prozent 9,58 € für 30 Tage, bei 15,5 Prozent geduldeter Überziehung 12,92 €. Der Dispo-Rechner zeigt den Betrag für jeden Zinssatz und jede Dauer.

Kann ich das Dispolimit selbst senken?

Ja, formlos bei der Bank, auch auf null. Eine Erhöhung setzt dagegen eine erneute Prüfung voraus. Ein niedriges Limit ist der einfachste Schutz vor dem schleichenden Minus.

Fazit: Kenne den Preis der Bequemlichkeit

Der Dispo ist ein nützliches Werkzeug für kurze Engpässe und ein teurer Fehler als Dauerlösung. Der Dispo-Rechner macht den Unterschied sichtbar: ein paar Euro für Flexibilität oder Hunderte Euro für Bequemlichkeit, dazu den fairen Vergleich mit dem Ratenkredit und die Grenze, ab der die Bank beraten muss. Rechne dein Minus einmal ehrlich durch, schulde bei Bedarf um, begrenze das Limit — dein Kontostand wird es dir danken.

Stand 5. September 2026. Der Dispo-Rechner wird bei Änderungen der Verbraucherkreditregeln oder des Zinsumfelds aktualisiert; die Leitzinsen im Text stammen vom Juni 2026.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.