Unser Stundenlohnrechner verrät dir in Sekunden, was deine Arbeitsstunde wirklich wert ist: Monatsbrutto und Wochenarbeitszeit eingeben — fertig. Oder umgekehrt: Aus einem angebotenen Stundenlohn errechnet der Stundenlohnrechner Monats- und Jahresgehalt. Neu ist der zweite Blick, den kaum ein anderer Rechner bietet: Was bekommst du je tatsächlich gearbeiteter Stunde, wenn Urlaub und Feiertage herausgerechnet sind, was bleibt netto — und wie weit liegst du über dem Mindestlohn? Genau diese Umrechnung brauchst du bei Jobwechseln zwischen Festanstellung und Zeitarbeit, beim Minijob, in Gehaltsverhandlungen und immer dann, wenn du wissen willst, ob sich Mehrarbeit eigentlich lohnt. Den Urlaubsanspruch bei Eintritt, Austritt oder Teilzeit liefert der Urlaubsrechner.

Das Wichtigste in Kürze

  • Standardformel der Personalabrechnung: Stundenlohn = Monatsbrutto × 3 ÷ (13 × Wochenstunden). Ein Monat hat 4,33 Wochen, nicht 4.
  • Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 € brutto je Stunde und steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 €.
  • Im Minijob (bis 603 €) sind beim Mindestlohn höchstens 43,4 Stunden im Monat möglich — rund zehn pro Woche.
  • Je tatsächlich gearbeiteter Stunde verdienst du deutlich mehr als vertraglich: 2026 bleiben nach 30 Urlaubs- und 7 Feiertagen 224 Arbeitstage.
  • Beschäftigte verdienten im April 2025 laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich 26,76 € brutto je Stunde.

Was sich 2026 geändert hat: Mindestlohn, Minijob, Arbeitstage

Zum 1. Januar 2026 ist der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 € auf 13,90 € gestiegen — ein Plus von 8,4 Prozent und die größte Anhebung seit der Einführung, abgesehen vom politischen Sprung auf 12 € im Jahr 2022. Beschlossen hat das die Mindestlohnkommission einstimmig am 27. Juni 2025, das Bundeskabinett folgte am 29. Oktober 2025 mit der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung. Sie legt auch den zweiten Schritt fest: ab dem 1. Januar 2027 gelten 14,60 €. Nach Schätzung des Statistischen Bundesamts sind von der Erhöhung bis zu 6,6 Millionen Jobs betroffen — nicht nur Beschäftigte zum Mindestlohn, sondern alle, die vorher unter 13,90 € lagen.

Mit dem Mindestlohn ist die Minijob-Grenze gekoppelt: Sie stieg auf 603 € im Monat und entspricht rechnerisch zehn Wochenstunden zum Mindestlohn. Und weil der Stundenlohnrechner erstmals auch die tatsächlich gearbeiteten Stunden ausweist, lohnt ein Blick auf den Kalender 2026: Er hat 261 Werktage von Montag bis Freitag, von denen sieben bundesweite Feiertage sind — der Tag der Deutschen Einheit und der zweite Weihnachtstag fallen 2026 auf ein Wochenende. Wer 30 Tage Urlaub hat, arbeitet also an 224 Tagen.

Die Eingabefelder im Detail: was der Stundenlohnrechner von dir wissen will

Richtung der Berechnung

„Stundenlohn aus Monatsgehalt“ beantwortet im Stundenlohnrechner die Klassikerfrage: 3.500 € bei 40 Stunden — was ist das pro Stunde? „Monatsgehalt aus Stundenlohn“ übersetzt Zeitarbeits-, Minijob- und Werkstudentenangebote, die fast immer als Stundensatz genannt werden, in ein Monats- und Jahresbrutto. Beide Richtungen liefern dieselben Zusatzsichten: Sonderzahlungen, gearbeitete Stunden, Netto, Mindestlohn-Abstand.

Monatsbrutto oder Stundenlohn

Trage in den Stundenlohnrechner das vertragliche Bruttogehalt ein, nicht das Netto und nicht das Gehalt inklusive Sonderzahlungen — die kommen ins eigene Feld. Beim Stundenlohn zählt ebenfalls der Bruttowert, wie er im Arbeits- oder Überlassungsvertrag steht. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit bleiben außen vor; sie sind je nach Tarif ohnehin steuerfrei und lassen sich nicht pauschal umrechnen.

Wochenarbeitszeit

Rechne mit der vertraglichen Arbeitszeit, nicht mit der gefühlten. Wer laut Vertrag 40 Stunden hat, aber real 45 arbeitet, kann beide Werte durchspielen — der Unterschied ist oft ernüchternd und ein starkes Argument für die nächste Gehaltsrunde. Der Stundenlohnrechner macht aus der Wochenarbeitszeit die Monatsstunden (× 13 ÷ 3) und die Jahresstunden (× 52).

Sonderzahlungen im Jahr

Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Jahresprämien oder ein 13. Gehalt gehören hierher — als Jahressumme. Der Stundenlohnrechner verteilt sie auf alle bezahlten Jahresstunden und zeigt, was dein Stundenlohn inklusive dieser Zahlungen wert ist. Bei 3.500 € brutto und einem 13. Gehalt steigt er von 20,19 € auf 21,88 €. Wer Angebote vergleicht, sollte diesen Wert nehmen: Ein Arbeitgeber mit 13,5 Gehältern zahlt bei gleichem Monatsbrutto spürbar mehr.

Urlaubstage im Jahr

Der gesetzliche Mindesturlaub nach § 3 BUrlG beträgt 24 Werktage auf Sechs-Tage-Basis — das entspricht 20 Arbeitstagen bei einer Fünf-Tage-Woche. Tarifverträge und viele Arbeitsverträge liegen mit 28 bis 30 Tagen darüber. Der Wert fließt in die tatsächlich gearbeiteten Stunden ein: Jeder Urlaubstag, den du bezahlt bekommst, erhöht deinen Lohn je gearbeiteter Stunde.

Feiertage auf Werktagen

Voreingestellt sind im Stundenlohnrechner die sieben bundesweiten Feiertage, die 2026 auf einen Werktag fallen. Je nach Bundesland kommen weitere hinzu: Bayern und Baden-Württemberg kommen 2026 auf neun Werktags-Feiertage (Heilige Drei Könige und Fronleichnam fallen auf Werktage), Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf acht — Reformationstag, Allerheiligen und Frauentag liegen 2026 am Wochenende. Passe den Wert an dein Bundesland an; auch Feiertage sind bezahlte Nichtarbeitszeit und gehören in die Rechnung.

Die Formel: Warum × 3 ÷ 13?

Ein Kalenderjahr hat 52 Wochen und 12 Monate — ein Monat also durchschnittlich 52 ÷ 12 = 4,333 Wochen. Die Personalabrechnung rechnet deshalb: Monatsstunden = Wochenstunden × 13 ÷ 3. Bei 40 Wochenstunden ergibt das 173,3 Monatsstunden, bei 35 Stunden 151,7, bei 30 Stunden 130. Dein Stundenlohn ist dann schlicht Monatsbrutto geteilt durch diese Monatsstunden — exakt so, wie es in Arbeitsverträgen und bei der Überstundenvergütung gehandhabt wird.

Der beliebte Schnellüberschlag „Gehalt durch 160″ (4 × 40 Stunden) liegt dagegen daneben: Er unterschlägt ein Drittel Woche pro Monat und macht den Stundenlohn rechnerisch rund 8 Prozent zu hoch. Aus 3.500 € werden so 21,88 € statt 20,19 € — ein Unterschied, der in Verhandlungen ins Gewicht fällt.

Vier Stundenlöhne, ein Gehalt: was der Stundenlohnrechner nebeneinanderstellt

Dasselbe Gehalt ergibt je nach Blickwinkel vier verschiedene Stundenlöhne. Der Stundenlohnrechner zeigt sie als Balken gegen die rote Mindestlohn-Linie — am Beispiel von 3.500 € bei 40 Stunden, 30 Urlaubstagen und einem 13. Gehalt:

Vertraglicher Stundenlohn: 20,19 €

Monatsbrutto geteilt durch die Monatsstunden — die erste Zeile im Stundenlohnrechner. Das ist der Wert, mit dem Überstunden vergütet werden und der in Arbeitsverträgen steht. Für Vergleiche zwischen Angeboten mit gleicher Zahl an Gehältern ist er ausreichend.

Inklusive Sonderzahlungen: 21,88 €

Das Jahresbrutto samt Urlaubs- und Weihnachtsgeld geteilt durch die 2.080 bezahlten Jahresstunden. Dieser Wert macht Angebote mit unterschiedlich vielen Gehältern vergleichbar.

Je tatsächlich gearbeitete Stunde: 25,39 €

Das Jahresbrutto geteilt durch die Stunden, die du wirklich am Arbeitsplatz bist — nach Abzug von 30 Urlaubs- und 7 Feiertagen also 224 Tage à 8 Stunden, 1.792 Stunden. Diese Sicht zeigt, was bezahlter Urlaub tatsächlich wert ist: Fünf zusätzliche Urlaubstage heben den Lohn je gearbeiteter Stunde um rund 2 Prozent, ohne dass sich das Gehalt ändert. Selbstständige sollten mit diesem Wert vergleichen, nicht mit dem vertraglichen.

Netto-Stundenlohn: 14,47 €

Der Stundenlohnrechner schickt das Jahresbrutto durch dieselbe Engine wie der Brutto-Netto-Rechner — mit Steuerklasse I, einem Kind und dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent — und teilt das Netto durch die Jahresstunden. Bei anderer Steuerklasse, Kirchensteuer oder Kinderzahl weicht der Wert ab; für die exakte Rechnung nimmst du den Brutto-Netto-Rechner. Als Orientierung genügt er: Von jedem Brutto-Euro je Stunde bleiben bei mittleren Gehältern rund zwei Drittel.

Rechenbeispiele: Gehalt und Stundenlohn im Überblick

Brutto-Stundenlöhne für typische Gehälter bei einer 40-Stunden-Woche:

Monatsbrutto Stundenlohn Jahresbrutto zum Mindestlohn
2.000 € 11,54 € 24.000 € −2,36 € — unzulässig
2.500 € 14,42 € 30.000 € +0,52 €
3.000 € 17,31 € 36.000 € +3,41 €
3.500 € 20,19 € 42.000 € +6,29 €
4.000 € 23,08 € 48.000 € +9,18 €
4.500 € 25,96 € 54.000 € +12,06 €
5.000 € 28,85 € 60.000 € +14,95 €
6.000 € 34,62 € 72.000 € +20,72 €

Die erste Zeile ist kein Tippfehler: 2.000 € brutto für 40 Wochenstunden liegen 2026 unter dem Mindestlohn — der Stundenlohnrechner warnt in diesem Fall und nennt das Mindestbrutto, hier 2.409,33 €. Bei 30 Wochenstunden verschieben sich alle Werte nach oben: 2.500 € Teilzeitbrutto entsprechen dann 19,23 € pro Stunde. Genau deshalb ist der Stundenlohnrechner das fairste Vergleichsinstrument zwischen Voll- und Teilzeitjobs — das Monatsgehalt allein sagt ohne die Stundenbasis wenig aus. Die Vergleichstabelle unter dem Ergebnis übernimmt deine Wochenarbeitszeit und stellt dein Gehalt neben acht Stufen.

Mindestlohn: deine absolute Untergrenze — und wer ausgenommen ist

Der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € gilt nach dem Mindestlohngesetz für fast alle Beschäftigten — auch im Minijob, in der Zeitarbeit und in der Probezeit. Im Minijob bedeutet das bei der 603-€-Grenze höchstens 43,4 Stunden im Monat; wer für 603 € mehr arbeiten soll, wird rechnerisch unter Mindestlohn bezahlt, und der Arbeitgeber riskiert Nachzahlungen und Bußgeld. Der Stundenlohnrechner zeigt den Abstand zum Mindestlohn bei jeder Rechnung mit an.

Ausgenommen sind nach § 22 MiLoG nur wenige Gruppen: Auszubildende (für sie gilt die Mindestausbildungsvergütung), Jugendliche unter 18 ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Pflichtpraktika sowie freiwillige Orientierungs- und ausbildungsbegleitende Praktika bis zu drei Monaten, ehrenamtlich Tätige und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer Beschäftigung. Wer nicht in diese Liste fällt und weniger als 13,90 € bekommt, kann die Differenz drei Jahre lang nachfordern; Verstöße prüft die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls.

Was ist ein guter Stundenlohn in Deutschland?

Die belastbarste Antwort liefert die Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamts: Im April 2025 verdienten Beschäftigte in Deutschland durchschnittlich 26,76 € brutto je Stunde — in den alten Ländern 27,33 €, in den neuen 23,09 €. Der Durchschnitt wird allerdings von hohen Gehältern nach oben gezogen. Aussagekräftiger ist der Median: Der mittlere Bruttojahresverdienst von Vollzeitbeschäftigten lag 2025 laut Destatis bei 54.066 € einschließlich Sonderzahlungen — bei einer 40-Stunden-Woche sind das rund 26 € je bezahlter Stunde. Die Hälfte aller Vollzeitbeschäftigten liegt darunter, die Hälfte darüber.

Für die Einordnung deines Werts aus dem Stundenlohnrechner heißt das: Unter 15 € liegst du nahe am Mindestlohn, um 20 € im breiten Mittelfeld der Angestellten, ab etwa 26 € über dem Median. Branche, Region, Qualifikation und Betriebsgröße verschieben diese Marken erheblich — in der Gastronomie ist 17 € gut, in der IT unterdurchschnittlich.

Stundenlohn in der Gehaltsverhandlung nutzen

Die Stunden-Perspektive entlarvt versteckte Gehaltskürzungen: Eine „Beförderung“ mit 200 € mehr, aber fünf zusätzlichen Wochenstunden senkt deinen Stundenlohn — der Stundenlohnrechner rechnet es in zwei Durchläufen nach, der Gehaltserhöhungs-Rechner zeigt, was davon netto bleibt. Auch Benefits lassen sich einordnen: Ein Jobticket für 60 € im Monat entspricht bei 173 Monatsstunden etwa 35 Cent pro Stunde, fünf zusätzliche Urlaubstage etwa 2 Prozent Lohn je gearbeiteter Stunde. Und bei Überstunden gilt: Werden sie weder vergütet noch ausgeglichen, verwässern sie deinen realen Stundenlohn Monat für Monat — auch das eine Zahl, die in jede Verhandlung gehört.

Überstunden und Zuschläge: so rechnet der Stundenlohnrechner weiter

Der vertragliche Stundenlohn ist die Basis für alles, was über die normale Arbeitszeit hinausgeht. Überstunden werden — sofern der Arbeitsvertrag sie nicht pauschal abgilt — mit genau diesem Wert vergütet oder in Freizeit ausgeglichen; ein Zuschlag ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, sondern folgt aus Tarif- oder Arbeitsvertrag. Anders bei Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit: Hier sind Zuschläge nach § 3b EStG bis zu bestimmten Sätzen steuer- und beitragsfrei — 25 Prozent des Grundlohns für Nachtarbeit, 50 Prozent an Sonntagen, 125 Prozent an gesetzlichen Feiertagen und 150 Prozent an Weihnachten und am 1. Mai. Voraussetzung ist, dass der Grundlohn je Stunde höchstens 50 € beträgt und die Zuschläge tatsächlich für geleistete Stunden gezahlt werden.

Für die Praxis heißt das: Wer regelmäßig nachts oder am Wochenende arbeitet, hat einen höheren Netto-Stundenlohn, als der Stundenlohnrechner mit seiner Steuerklasse-I-Schätzung ausweist — die steuerfreien Zuschläge kommen eins zu eins an. Rechne sie deshalb nicht ins Monatsbrutto ein, sondern addiere sie gedanklich zum Netto. Umgekehrt gilt bei Kurzarbeit: Das Kurzarbeitergeld ersetzt 60 beziehungsweise 67 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts, der Stundenlohn für die tatsächlich gearbeiteten Stunden bleibt unverändert.

Zeitarbeit, Werkstudenten, Praktikum: Stundenlohn richtig einordnen

In der Zeitarbeit wird fast immer ein Stundenlohn vereinbart — der Stundenlohnrechner übersetzt ihn im Modus „Monatsgehalt aus Stundenlohn“ in ein Monatsbrutto, das sich mit Festanstellungen vergleichen lässt. Wichtig dabei: Nach neun Monaten im selben Einsatzbetrieb steht Leiharbeitskräften nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz grundsätzlich dasselbe Entgelt zu wie der Stammbelegschaft; wer länger bleibt, sollte den eigenen Stundenlohn mit dem der Kollegen vergleichen.

Werkstudenten zahlen bei höchstens 20 Wochenstunden während der Vorlesungszeit nur Rentenversicherungsbeiträge — ihr Netto-Stundenlohn liegt damit deutlich über der Schätzung des Rechners. Der Mindestlohn gilt für sie uneingeschränkt. Praktikanten dagegen haben nur dann Anspruch auf 13,90 €, wenn das Praktikum freiwillig ist und länger als drei Monate dauert; Pflichtpraktika und kurze Orientierungspraktika sind nach § 22 MiLoG ausgenommen. Wer ein bezahltes Praktikum verhandelt, sollte die Vergütung trotzdem einmal durch den Stundenlohnrechner schicken — die Differenz zum Mindestlohn ist ein sachliches Argument.

Für Selbstständige: Stundensatz ist kein Stundenlohn

Selbstständige sollten den Stundenlohnrechner nur als Ausgangspunkt nutzen — ihr Stundensatz muss deutlich höher liegen als der vergleichbare Angestellten-Stundenlohn. Der Grund steckt in der Sicht „je gearbeitete Stunde“: Angestellte bekommen Urlaub, Feiertage und Krankheitstage bezahlt, Selbstständige nicht. Dazu kommen Krankenversicherung und Altersvorsorge komplett aus eigener Tasche, unbezahlte Akquise- und Verwaltungszeit sowie Betriebskosten. Als Faustregel gilt das Zwei- bis Zweieinhalbfache des vergleichbaren Bruttostundenlohns: Wer als Angestellter 25 € pro Stunde verdienen würde, braucht selbstständig 55 bis 65 € Stundensatz, um netto vergleichbar dazustehen. Wer dauerhaft darunter anbietet, subventioniert seine Kunden aus der eigenen Altersvorsorge.

Teilzeit, Elternzeit, Nebenjob: Stunden-Denken schützt

Besonders wertvoll wird der Stundenlohnrechner bei Arbeitszeit-Änderungen. Wer von 40 auf 30 Stunden reduziert, sollte prüfen, ob das Gehalt wirklich proportional sinkt — in der Praxis wird Teilzeitkräften oft mehr Arbeit in weniger Stunden zugeschoben, was den realen Stundenlohn drückt; wie sich Arbeitszeit und Gehalt sauber umrechnen, zeigt der Teilzeit-Rechner.

Beim Nebenjob lohnt der Vergleich mit dem Hauptjob: Ein 603-€-Minijob mit zwölf Wochenstunden bringt nur 11,60 € pro Stunde — weniger als Mindestlohn und damit unzulässig; erlaubt sind bei 603 € höchstens zehn Wochenstunden. Was im Minijob und im Übergangsbereich bis 2.000 € an Abgaben anfällt, rechnen Minijob-Rechner und Midijob-Rechner vor. Und wer nach der Elternzeit zurückkehrt, verhandelt mit dem alten Stundenlohn als Anker deutlich souveräner als mit einem diffusen Teilzeitgehalt.

Ein letzter Praxistipp: Notiere dir deinen aktuellen Wert aus dem Stundenlohnrechner einmal im Jahr, etwa zusammen mit der Gehaltsabrechnung im Dezember. So siehst du über die Jahre, ob Gehaltserhöhungen mit gestiegener Arbeitszeit Schritt halten — und hast für jedes Mitarbeitergespräch eine belastbare Zahlenreihe statt eines Bauchgefühls parat.

Häufige Fragen zum Stundenlohnrechner

Wie berechnet der Stundenlohnrechner den Stundenlohn?

Mit der Standardformel der Entgeltabrechnung, die auch der Stundenlohnrechner nutzt: Stundenlohn = Monatsbrutto × 3 ÷ (13 × Wochenstunden). Sie berücksichtigt, dass ein Monat im Schnitt 4,33 Wochen hat, und entspricht der Praxis der Arbeitgeber und Tarifverträge.

Zählen Urlaubs- und Weihnachtsgeld mit?

Im vertraglichen Stundenlohn nicht — dafür gibt es das Feld „Sonderzahlungen im Jahr“. Der Stundenlohnrechner zeigt dann zusätzlich den Stundenlohn inklusive dieser Zahlungen, verteilt auf alle bezahlten Jahresstunden.

Was bedeutet „je tatsächlich gearbeitete Stunde“?

Das Jahresbrutto geteilt durch die Stunden, an denen du wirklich arbeitest — also ohne Urlaubs- und Feiertage. Bei 40 Wochenstunden, 30 Urlaubstagen und den sieben bundesweiten Feiertagen 2026 sind das 1.792 Stunden statt 2.080 bezahlter Stunden.

Wie rechnet man den Netto-Stundenlohn aus?

Nettogehalt geteilt durch die Monatsstunden. Der Stundenlohnrechner schätzt das Netto mit Steuerklasse I, einem Kind und 2,9 Prozent Zusatzbeitrag; für deine persönliche Konstellation liefert der Brutto-Netto-Rechner mit Steuerklasse, Kirchensteuer und Kinderzahl den genauen Wert.

Gilt der Mindestlohn auch für Minijobs?

Ja, ohne Ausnahme. Minijob-Grenze und Mindestlohn sind gekoppelt: Steigt der Mindestlohn, steigt automatisch die Verdienstgrenze, damit rechnerisch zehn Wochenstunden möglich bleiben. 2026 sind das 603 €, ab 2027 mit 14,60 € entsprechend mehr.

Wie rechne ich Überstunden in Geld um?

Errechne erst deinen vertraglichen Stundenlohn, dann multipliziere mit den Überstunden — plus tariflichem Zuschlag, falls vereinbart. Bei 20,19 € Stundenlohn und zehn unbezahlten Überstunden im Monat verschenkst du über 200 € — monatlich.

Was ist ein guter Stundenlohn?

Der Durchschnitt lag im April 2025 bei 26,76 € brutto, der Median für Vollzeit bei rund 26 € je bezahlter Stunde. Ab diesem Wert gehörst du zur oberen Hälfte; die Spanne nach Branche und Region ist aber groß.

Wie viele Stunden hat ein Arbeitsmonat?

Im Durchschnitt 173,3 Stunden bei einer 40-Stunden-Woche — so rechnet auch der Stundenlohnrechner —, 151,7 bei 35 und 130 bei 30 Stunden — jeweils Wochenstunden mal 4,33. Einzelne Monate weichen ab: Ein Monat mit 23 Arbeitstagen hat bei acht Stunden am Tag 184 Stunden, einer mit 20 nur 160. Die Abrechnung glättet das über das Jahr.

Wie hoch ist der Mindestlohn 2027?

14,60 € brutto je Stunde, festgelegt in derselben Verordnung wie die 13,90 € für 2026. Die nächste Entscheidung der Mindestlohnkommission steht turnusgemäß 2027 für die Jahre 2028 und 2029 an.

Fazit: Denk in Stunden, nicht nur in Gehältern

Dein Monatsgehalt ist eine abstrakte Zahl — dein Stundenlohn ist der ehrliche Preis deiner Lebenszeit. Der Stundenlohnrechner macht ihn sichtbar, vergleichbar und verhandelbar: vertraglich, mit Sonderzahlungen, je gearbeiteter Stunde und netto. Wer alle vier Werte kennt, erkennt ein gutes Angebot am Stundenpreis statt an der Gehaltssumme — und verkauft sich seltener unter Wert.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.