Der Kaufnebenkosten-Rechner zeigt dir, was beim Immobilienkauf zusätzlich zum Kaufpreis fällig wird: Grunderwerbsteuer nach dem Satz deines Bundeslands, Maklerprovision nach der Teilungsregel, Notar, Grundbuch und die Grundschuld für die Finanzierung. Kaufpreis, Bundesland und Darlehen eingeben, Makler wählen — der Kaufnebenkosten-Rechner liefert jede Position in Euro, die Summe in Prozent, den Gesamtaufwand, das Eigenkapital, das du mindestens brauchst, und einen Vergleich aller 16 Länder für genau deinen Kaufpreis. Den kompletten Ablauf vom Angebot bis zur Übergabe beschreibt unser Leitfaden Immobilien kaufen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kaufnebenkosten liegen 2026 zwischen 5,6 Prozent (Bayern ohne Makler) und 12,2 Prozent (Nordrhein-Westfalen mit Makler) des Kaufpreises.
  • Bei 400.000 € in Nordrhein-Westfalen zeigt der Kaufnebenkosten-Rechner 48.680 €: 26.000 € Grunderwerbsteuer, 14.280 € Makler, 6.800 € Notar und Grundbuch, 1.600 € Grundschuld.
  • Die Grunderwerbsteuer reicht von 3,5 Prozent in Bayern bis 6,5 Prozent in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein.
  • Käufer zahlen seit Dezember 2020 höchstens die Hälfte der Maklerprovision — meist 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer.
  • Banken finanzieren Nebenkosten in der Regel nicht mit: Sie sind der Mindest-Eigenkapitalbedarf, nach der Faustregel plus 20 Prozent des Kaufpreises.

Was 2026 gilt: die Regeln hinter dem Kaufnebenkosten-Rechner

Die größte Position ist die Grunderwerbsteuer. § 11 GrEStG nennt 3,5 Prozent als Bundessatz, seit 2006 dürfen die Länder ihn selbst festlegen — und fast alle haben erhöht. 2026 gelten 3,5 Prozent nur noch in Bayern; Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen nehmen 5,0 Prozent, Bremen, Hamburg und Sachsen 5,5 Prozent, Berlin, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern 6,0 Prozent, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein 6,5 Prozent. Der Kaufnebenkosten-Rechner hat alle 16 Sätze hinterlegt; die Hintergründe erklärt der Ratgeber Grunderwerbsteuer.

Die zweite große Position ist der Makler. Seit dem 23. Dezember 2020 darf nach § 656c BGB ein Verbraucher, der eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus kauft, höchstens die Hälfte der Provision tragen — der Verkäufer muss mindestens genauso viel zahlen. Marktüblich sind laut ImmoScout24 7,14 Prozent Gesamtprovision inklusive Mehrwertsteuer in den meisten Ländern, 5,95 Prozent in Bremen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern, 6,25 Prozent in Hamburg; in Niedersachsen schwankt der Satz regional zwischen 4,76 und 7,14 Prozent. Der Kaufnebenkosten-Rechner setzt die Hälfte an, ein eigener Satz lässt sich eintragen.

Notar und Grundbuchamt rechnen nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz ab: feste Wertgebühren, die mit dem Kaufpreis steigen, aber degressiv — bei teuren Objekten ist der Prozentsatz kleiner. In der Praxis kosten Notar rund 1,0 bis 1,3 Prozent inklusive Mehrwertsteuer und Grundbuch rund 0,5 Prozent; die Grundschuld für die Bank schlägt mit etwa 0,5 Prozent der Darlehenssumme zu Buche. Der Kaufnebenkosten-Rechner arbeitet mit diesen Praxiswerten, die du überschreiben kannst, sobald das Angebot des Notars vorliegt.

Die Eingabefelder im Detail: was der Kaufnebenkosten-Rechner wissen will

Kaufpreis und Bundesland

Der Kaufpreis ist die Bemessungsgrundlage für fast alle Positionen; das Bundesland bestimmt Grunderwerbsteuer und landesübliche Provision. Maßgeblich ist das Land, in dem die Immobilie liegt, nicht dein Wohnsitz. Wer zwischen zwei Regionen an einer Landesgrenze abwägt, sieht in der Ländertabelle des Kaufnebenkosten-Rechners sofort den Unterschied — zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen sind es bei 400.000 € genau 12.000 € Grunderwerbsteuer.

Makler

Drei Optionen: die Hälfte der landesüblichen Provision, ein eigener Prozentsatz, falls du eine niedrigere Courtage ausgehandelt hast, oder kein Makler beim Kauf von privat oder vom Bauträger. Die Provision ist frei verhandelbar; die gesetzliche Grenze regelt nur, dass der Käufer nicht mehr als der Verkäufer zahlt. Der Kaufnebenkosten-Rechner zeigt in einer eigenen Zeile, wie viel du ohne Makler sparen würdest.

Notar und Grundbuch

Voreingestellt sind 1,2 Prozent für den Notar und 0,5 Prozent für das Grundbuchamt. Der Notar beurkundet den Kaufvertrag, überwacht Zahlung und Eigentumsumschreibung und lässt die Auflassungsvormerkung eintragen; das Grundbuchamt berechnet Vormerkung und Umschreibung. Bei einem Kaufpreis von 150.000 € liegt der Anteil eher bei 2 Prozent, bei 800.000 € unter 1,5 Prozent — trage den Wert aus dem Kostenvoranschlag ein, sobald du ihn hast.

Darlehen und Grundschuld

Die Bank sichert ihr Darlehen mit einer Grundschuld ab, die der Notar beurkundet und das Grundbuchamt einträgt. Die Kosten hängen von der Grundschuldhöhe ab, meist der Darlehenssumme; 0,5 Prozent sind ein üblicher Richtwert. Wer ohne Kredit kauft, trägt hier 0 ein. Das Darlehen braucht der Kaufnebenkosten-Rechner außerdem für die Eigenkapitalrechnung.

Sonstiges

Gutachter, Umzug, Renovierung, Küche oder Maklerkosten für die Finanzierungsvermittlung — alles, was zusätzlich vor dem Einzug ansteht. Der Kaufnebenkosten-Rechner addiert den Betrag zu den Nebenkosten, weil er genauso aus dem Eigenkapital bezahlt werden muss.

Rechenbeispiel: 400.000 € in Nordrhein-Westfalen im Kaufnebenkosten-Rechner

Kaufpreis 400.000 €, Makler mit hälftiger Provision, 320.000 € Darlehen. Grunderwerbsteuer: 6,5 Prozent, 26.000 €. Makler: 3,57 Prozent, 14.280 €. Notar 4.800 € und Grundbuch 2.000 €, Grundschuld 1.600 €. Zusammen 48.680 € oder 12,2 Prozent des Kaufpreises; der Gesamtaufwand liegt bei 448.680 €. Ohne Makler wären es 34.400 € oder 8,6 Prozent. Nach der 20-Prozent-Faustregel braucht der Käufer 128.680 € Eigenkapital — genau die Summe, die bei 320.000 € Darlehen aus eigener Tasche kommt.

Dieselbe Immobilie in Bayern: 14.000 € Grunderwerbsteuer, gesamt 36.680 € oder 9,2 Prozent, ohne Makler 22.400 € oder 5,6 Prozent. In Hessen halbiert die niedrigere Provision den Maklerposten auf 11.900 €, die 6,0 Prozent Steuer holen das aber wieder herein: 44.300 €. Der Kaufnebenkosten-Rechner sortiert die Ländertabelle nach der Summe für deinen Kaufpreis.

Bundesland Grunderwerbsteuer Makler (Käufer) Nebenkosten bei 400.000 € vom Kaufpreis
Bayern 3,5 % 3,57 % 36.680 € 9,2 %
Bremen 5,5 % 2,975 % 42.300 € 10,6 %
Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen 5,0 % 3,57 % 42.680 € 10,7 %
Hamburg 5,5 % 3,125 % 42.900 € 10,7 %
Hessen, Mecklenburg-Vorpommern 6,0 % 2,975 % 44.300 € 11,1 %
Sachsen 5,5 % 3,57 % 44.680 € 11,2 %
Berlin 6,0 % 3,57 % 46.680 € 11,7 %
Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein 6,5 % 3,57 % 48.680 € 12,2 %

Alle Werte mit Makler, Notar 1,2 Prozent, Grundbuch 0,5 Prozent und Grundschuld auf 320.000 €. Die Spanne von 36.680 € bis 48.680 € zeigt, warum die Lage nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Nebenkosten bestimmt.

Grunderwerbsteuer: Fälligkeit, Freibeträge, Tricks

Die Steuer setzt das Finanzamt nach der Beurkundung fest; der Bescheid kommt meist nach vier bis acht Wochen, und erst nach der Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, ohne die das Grundbuchamt dich nicht als Eigentümer einträgt. Einen Freibetrag gibt es nicht, mit einer Ausnahme: Bei Verkäufen zwischen Ehegatten und in gerader Linie — Eltern an Kinder — fällt keine Grunderwerbsteuer an. Der Kaufnebenkosten-Rechner rechnet den Regelfall.

Legal sparen lässt sich an zwei Stellen. Bewegliches Inventar wie Einbauküche, Sauna oder Markisen gehört nicht zum Grundstück; wird es im Kaufvertrag mit realistischem Wert getrennt ausgewiesen, mindert es die Bemessungsgrundlage — bei 15.000 € Küche in Nordrhein-Westfalen 975 € Steuer. Und wer ein Grundstück kauft und erst danach mit einem frei gewählten Unternehmen baut, zahlt die Steuer nur auf das Grundstück, nicht auf das fertige Haus; bei einem einheitlichen Vertragswerk mit dem Bauträger dagegen auf alles.

Makler: was die Teilungsregel wirklich bedeutet

Vor 2020 zahlte in vielen Regionen der Käufer die volle Provision, bis zu 7,14 Prozent. Die Reform hat das beendet: Wer den Makler beauftragt, muss mindestens die Hälfte tragen, und der Käufer zahlt seinen Anteil erst, wenn der Verkäufer seinen nachweislich gezahlt hat. Vereinbarungen, die den Käufer stärker belasten, sind unwirksam. Das gilt für Wohnungen und Einfamilienhäuser, wenn der Käufer Verbraucher ist — nicht für Mehrfamilienhäuser, Gewerbe oder unbebaute Grundstücke.

Die Provision selbst ist Verhandlungssache. In Märkten mit vielen Angeboten lassen sich 2 bis 3 Prozent je Seite erreichen, in gefragten Lagen bleibt es bei 3,57 Prozent. Beim Kauf direkt vom Bauträger oder von privat entfällt der Posten ganz — im Kaufnebenkosten-Rechner sind das bei 400.000 € 14.280 € weniger Eigenkapital. Wer selbst sucht, sollte die gesparte Provision gegen den eigenen Aufwand und das Risiko einer schlechteren Prüfung abwägen; ein Gutachter für 1.000 bis 2.000 € ist oft die bessere Investition.

Notar und Grundbuch: was hinter den Prozenten steckt

Der Notar berechnet für die Beurkundung des Kaufvertrags eine doppelte Gebühr nach dem Geschäftswert, für Vollzug und Betreuung je eine halbe, für die Grundschuldbestellung eine einfache — alle aus der Gebührentabelle des Gerichts- und Notarkostengesetzes, die seit Juni 2025 leicht angehoben wurde. Dazu kommen Auslagen und 19 Prozent Mehrwertsteuer. Das Grundbuchamt verlangt eine halbe Gebühr für die Auflassungsvormerkung, eine volle für die Eigentumsumschreibung und eine volle für die Grundschuld. Beide sind gesetzlich festgelegt und nicht verhandelbar; einen Überblick gibt immoverkauf24.

Weil die Tabelle degressiv ist, sinkt der Anteil mit dem Preis: Bei 150.000 € liegen Notar und Grundbuch zusammen eher bei 2 Prozent, bei 800.000 € bei 1,4 Prozent. Der Kaufnebenkosten-Rechner arbeitet mit Prozentfeldern, damit du den Kostenvoranschlag des Notars exakt übernehmen kannst. Ein Detail, das Geld spart: Wer die Grundschuld gleich mit dem Kaufvertrag beurkunden lässt, spart Fahrt und Termin, nicht die Gebühr.

Eigenkapital: warum Nebenkosten nicht finanziert werden

Für die Bank ist die Immobilie die Sicherheit — Nebenkosten schaffen keinen Wert, deshalb erwarten fast alle Kreditgeber, dass du sie aus Eigenkapital zahlst. Die Faustregel aus der Beratung lautet: Nebenkosten plus 20 Prozent des Kaufpreises aus eigener Tasche, im Beispiel 128.680 €. Wer weniger hat, bekommt teurere Konditionen oder eine Absage; Vollfinanzierungen über 100 Prozent gibt es nur bei sehr guter Bonität und hohem Einkommen. Wie sich das Darlehen dann über die Jahre abbezahlt, rechnet der Tilgungsrechner vor, die monatliche Belastung der Baufinanzierungsrechner.

Die Höhe des Eigenkapitals wirkt doppelt: weniger Zins, weil der Beleihungsauslauf sinkt, und weniger Risiko, weil bei einem Notverkauf in den ersten Jahren die Nebenkosten verloren sind. 48.680 € Nebenkosten bei 400.000 € Kaufpreis bedeuten, dass die Immobilie 12,2 Prozent an Wert gewinnen muss, bevor ein Verkauf ohne Verlust möglich ist. Bei den zuletzt moderaten Preissteigerungen dauert das mehrere Jahre — ein Grund, warum sich Kaufen erst bei langer Haltedauer rechnet, wie der Mieten-oder-kaufen-Rechner zeigt.

Vom Notartermin bis zum Grundbuch: wann welche Kosten fällig werden

Die Nebenkosten kommen nicht auf einmal, sondern in einer festen Reihenfolge, die der Kaufnebenkosten-Rechner in der Grunderwerbsteuer-Zeile andeutet. Erster Schritt ist der Notartermin: Die Beurkundung löst die Notarrechnung aus, meist zahlbar innerhalb von zwei Wochen. Der Notar beantragt die Auflassungsvormerkung, die das Grundbuchamt gegen die erste Gebühr einträgt und die dich vor einem Doppelverkauf schützt. Parallel bestellt der Notar die Grundschuld, damit die Bank auszahlen kann — auch diese Kosten stehen schnell an.

Erst wenn Vormerkung und Grundschuld eingetragen sind und der Verkäufer alle Lastenfreistellungen erklärt hat, stellt der Notar die Kaufpreisfälligkeit fest; die Bank überweist das Darlehen, den Rest zahlst du aus Eigenkapital. Wenige Wochen später kommt der Grunderwerbsteuerbescheid, zahlbar binnen eines Monats, und mit der Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts wird das Eigentum umgeschrieben — gegen die letzte Grundbuchgebühr. Zwischen Notartermin und Grundbucheintrag vergehen typischerweise drei bis sechs Monate; die Maklerrechnung kommt direkt nach der Beurkundung.

Nebenkosten senken: sieben Hebel, die der Kaufnebenkosten-Rechner sichtbar macht

Erstens der Makler: verhandeln oder maklerfrei kaufen, bei 400.000 € bis zu 14.280 €. Zweitens das Inventar: Küche, Sauna, Gartenhaus und Markisen mit realistischem Wert getrennt ausweisen, jeder Euro spart die Grunderwerbsteuer deines Landes. Drittens die Grundschuld: nur in Höhe des tatsächlichen Darlehens bestellen, nicht großzügig auf Vorrat. Viertens der Kostenvoranschlag: Der Notar nennt die Gebühren vorab, und ein zweiter Notar rechnet nicht billiger — aber der Vergleich zeigt, ob Zusatzleistungen wie Betreuungsgebühren nötig sind.

Fünftens die Landesgrenze: Wer in Grenzregionen zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen oder zwischen Bayern und Thüringen sucht, spart mit dem niedrigeren Satz 1,5 Prozentpunkte. Sechstens der Neubau: Grundstück und Bauleistung getrennt beauftragen, damit die Steuer nur das Grundstück trifft. Siebtens die Rückabwicklung: Platzt der Kauf innerhalb von zwei Jahren und wird der Vertrag rückgängig gemacht, erstattet das Finanzamt die Grunderwerbsteuer nach § 16 GrEStG — Notar- und Grundbuchkosten bleiben allerdings verloren. Der Kaufnebenkosten-Rechner zeigt jeden dieser Hebel als Differenz, wenn du die Eingaben änderst.

Eigentumswohnung, Neubau, Bauträger: die Besonderheiten

Bei Eigentumswohnungen fällt Grunderwerbsteuer auf den vollen Kaufpreis an; die mitübernommene Instandhaltungsrücklage der Gemeinschaft mindert die Bemessungsgrundlage seit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs von 2020 nicht mehr. Dafür entfällt oft der Makler, wenn der Verwalter oder die Gemeinschaft den Verkauf vermittelt. Beim Neubau vom Bauträger gilt das einheitliche Vertragswerk: Grundstück und Bauleistung werden zusammen besteuert, in Nordrhein-Westfalen also 6,5 Prozent auf den kompletten Preis — der teuerste Fall im Kaufnebenkosten-Rechner.

Wer dagegen ein Grundstück kauft und danach frei einen Architekten oder ein Bauunternehmen beauftragt, zahlt die Steuer nur auf den Bodenwert; bei 150.000 € Grundstück und 300.000 € Bauleistung sind das in Nordrhein-Westfalen 9.750 € statt 29.250 €. Voraussetzung ist, dass es keinen vorab abgestimmten Plan zwischen Verkäufer und Baufirma gibt — sonst rechnet das Finanzamt den Bau hinzu. Dazu kommen beim Neubau Erschließungs- und Hausanschlusskosten, die der Kaufnebenkosten-Rechner unter Sonstiges aufnimmt.

Steuern: wann Nebenkosten absetzbar sind

Bei Eigennutzung sind Kaufnebenkosten steuerlich verloren. Bei Vermietung nicht: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten für den Erwerb und die Maklerprovision gehören zu den Anschaffungskosten und werden über die Abschreibung von 2 Prozent im Jahr (3 Prozent bei Neubauten ab 2023) abgesetzt, allerdings nur der Gebäudeanteil, nicht der Anteil für Grund und Boden. Die Kosten der Grundschuld und die Finanzierungsvermittlung sind Werbungskosten und sofort abziehbar. Der Kaufnebenkosten-Rechner trennt Grundschuld und Erwerbskosten deshalb in eigene Zeilen.

Sonderfälle: was der Kaufnebenkosten-Rechner vereinfacht

Erbbaurechte, Kauf aus der Zwangsversteigerung ohne Notar, Anteilskäufe an Gesellschaften, Übertragungen innerhalb der Familie und der Kauf vom Bauträger mit gestaffelten Zahlungen folgen eigenen Regeln. Auch die Grunderwerbsteuer auf mitverkaufte Photovoltaikanlagen, Einbauten und Instandhaltungsrücklagen bei Eigentumswohnungen ist Detailarbeit für den Notar. Nicht enthalten sind laufende Kosten nach dem Kauf — Grundsteuer, Hausgeld, Versicherungen, Instandhaltung —, die der Ratgeber Kaufnebenkosten einordnet, sowie Bereitstellungszinsen der Bank bei späterem Abruf des Darlehens.

Häufige Fragen zum Kaufnebenkosten-Rechner

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Prozent?

Zwischen rund 5,6 Prozent in Bayern ohne Makler und rund 12,2 Prozent in Nordrhein-Westfalen mit Makler. Ohne Makler liegen alle Länder zwischen 5,6 und 8,6 Prozent, mit Makler zwischen 9,2 und 12,2 Prozent. Der Kaufnebenkosten-Rechner zeigt den exakten Wert für dein Land und deinen Preis.

Kann ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?

In der Regel nicht. Einige Banken finanzieren bei sehr guter Bonität bis 110 Prozent des Kaufpreises, dann mit deutlich höherem Zins. Realistisch ist: Nebenkosten aus Eigenkapital, Kaufpreis ganz oder überwiegend über das Darlehen.

Wann muss ich die Grunderwerbsteuer zahlen?

Nach dem Bescheid des Finanzamts, meist vier bis acht Wochen nach dem Notartermin, innerhalb eines Monats. Erst danach gibt es die Unbedenklichkeitsbescheinigung für das Grundbuch. Plane das Geld also parallel zum Kaufpreis ein, nicht danach.

Zahlt der Käufer immer 3,57 Prozent Makler?

Nein. 3,57 Prozent ist die Hälfte der in den meisten Ländern üblichen 7,14 Prozent. In Bremen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern sind es 2,975 Prozent, in Hamburg 3,125 Prozent, und verhandelte oder maklerfreie Käufe liegen darunter. Im Kaufnebenkosten-Rechner trägst du deinen tatsächlichen Anteil ein.

Fällt Grunderwerbsteuer auf die Einbauküche an?

Nicht, wenn sie als bewegliches Inventar mit angemessenem Wert im Kaufvertrag getrennt ausgewiesen ist. Das Finanzamt akzeptiert realistische Beträge; überzogene Inventarwerte werden gestrichen und können als Gestaltungsmissbrauch gelten.

Was kostet der Notar bei 300.000 €?

Für Kaufvertrag, Vollzug, Betreuung und eine Grundschuld über 240.000 € liegen die Notarkosten inklusive Mehrwertsteuer in der Größenordnung von 3.500 bis 4.000 €, das Grundbuchamt verlangt rund 1.500 €. Verbindlich ist der Kostenvoranschlag des Notars — trage die Werte in den Kaufnebenkosten-Rechner ein.

Wie viel Eigenkapital brauche ich wirklich?

Mindestens die Nebenkosten, weil Banken sie selten finanzieren — im Beispiel 48.680 €. Komfortabel wird es mit der Faustregel Nebenkosten plus 20 Prozent des Kaufpreises, also 128.680 €: Der Beleihungsauslauf sinkt unter 80 Prozent, und der Zins liegt spürbar niedriger. Der Kaufnebenkosten-Rechner zeigt beide Werte und die Lücke zu deinem Darlehen.

Welche Nebenkosten kommen nach dem Kauf?

Grundsteuer, Gebäudeversicherung, bei Wohnungen das Hausgeld mit Instandhaltungsrücklage, dazu Rücklagen von ein bis zwei Prozent des Gebäudewerts pro Jahr für Reparaturen. Diese laufenden Kosten sind nicht Teil der Kaufnebenkosten, gehören aber in dieselbe Haushaltsrechnung — der Ratgeber Kaufnebenkosten führt sie auf.

Warum weichen die Notarkosten im Kaufnebenkosten-Rechner vom Angebot ab?

Weil die gesetzliche Gebührentabelle degressiv ist und der Rechner mit einem Prozentsatz arbeitet. Bei günstigen Objekten liegt der tatsächliche Anteil über 1,2 Prozent, bei teuren darunter; dazu kommen Auslagen, die Zahl der Beteiligten und ob Vollmachten, Belastungsvollmacht oder eine Bauträger-Abwicklung nötig sind. Sobald der Notar seinen Kostenvoranschlag geschickt hat, trägst du den Betrag als Prozentsatz ein — dann rechnet der Kaufnebenkosten-Rechner auf den Euro genau.

Ist der Kaufnebenkosten-Rechner eine Steuer- oder Rechtsberatung?

Nein. Er rechnet mit den Steuersätzen 2026, marktüblichen Provisionen und Praxiswerten für Notar und Grundbuch. Verbindlich sind Steuerbescheid, Maklervertrag und Notarrechnung.

Fazit: Der Kaufpreis ist nur der Anfang

Wer eine Immobilie für 400.000 € kauft, gibt in Wahrheit bis zu 448.680 € aus — und den Unterschied bekommt er beim Verkauf nicht zurück. Der Kaufnebenkosten-Rechner macht diese Summe sichtbar, bevor die Suche beginnt: als Eigenkapitalbedarf, als Vergleich der Bundesländer und als Antwort auf die Frage, ob sich ein maklerfreier Kauf oder ein Objekt jenseits der Landesgrenze lohnt. Erst rechnen, dann besichtigen.

Stand 4. September 2026. Der Kaufnebenkosten-Rechner wird bei Änderungen der Grunderwerbsteuersätze oder der Gebührentabellen aktualisiert.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.