Der Zinsrechner beantwortet vier Fragen, die im Alltag mit Geld ständig auftauchen: Wie viel Zinsen bringt ein Betrag in einem bestimmten Zeitraum? Welcher Zinssatz steckt hinter einer Gutschrift der Bank? Wie viel Kapital braucht es für einen gewünschten Zinsertrag? Und was kostet eine überfällige Rechnung an Verzugszinsen? Der Zinsrechner rechnet mit einfacher Verzinsung für Tage, Monate oder Jahre, kennt die drei gängigen Zinsmethoden, zieht auf Wunsch die Abgeltungsteuer ab und zeigt den Realzins nach Inflation — mit den Werten 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Zinsen = Kapital × Zinssatz × Zeitanteil: 10.000 € zu 3 Prozent bringen 300 € im Jahr, 150 € in sechs Monaten und 75 € in 90 Zinstagen.
- Der Zinsrechner rechnet auch rückwärts: 150 € Zinsen auf 10.000 € in sechs Monaten entsprechen 3,00 Prozent; für 1.000 € Zinsen im Jahr braucht es bei 3 Prozent 33.333 € Kapital.
- Verzugszinsen betragen seit dem 1. Juli 2026 6,52 Prozent gegenüber Verbrauchern und 10,52 Prozent zwischen Unternehmen — Basiszins 1,52 Prozent plus 5 oder 9 Punkte.
- Bis 1.000 € Zinsen im Jahr bleiben mit Freistellungsauftrag steuerfrei; bei 3 Prozent reicht der Pauschbetrag bis 33.333 € Guthaben.
- Bei 2,9 Prozent Inflation bleiben von 3 Prozent Zins real 0,10 Prozent — der Zinsrechner weist den Realzins immer mit aus.
Was 2026 gilt: Zinsen, Steuern und Basiszins hinter dem Zinsrechner
Das Zinsniveau setzt die Europäische Zentralbank: Seit dem 17. Juni 2026 liegt die Einlagefazilität laut EZB-Leitzinstabelle bei 2,25 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent. Was davon bei Sparern ankommt, zeigt die Zinsstatistik der Bundesbank für Juli 2026: im Schnitt 0,50 Prozent auf täglich fällige Einlagen, 0,72 Prozent auf Sparkonten mit dreimonatiger Kündigungsfrist und 2,22 Prozent für Festgeld bis ein Jahr. Zwischen Hausbank und bestem Angebot liegen also oft mehr als zwei Prozentpunkte — der Zinsrechner macht daraus Euro.
Auf Zinsen über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € nach § 20 Abs. 9 EStG fällt nach § 32d EStG Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag an, zusammen 26,375 Prozent. Die Teuerung lag im August 2026 laut Statistischem Bundesamt bei 2,9 Prozent. Und für Verzugszinsen gilt der Basiszinssatz nach § 247 BGB, den die Bundesbank zum 1. Juli 2026 auf 1,52 Prozent festgesetzt hat. Alle vier Größen sind im Zinsrechner hinterlegt.
Die vier Modi des Zinsrechners
Zinsertrag: Kapital und Zinssatz sind bekannt
Der Standardfall: Du weißt, wie viel Geld auf dem Konto liegt und welchen Zins die Bank zahlt, und willst den Ertrag für einen Zeitraum wissen. Der Zinsrechner liefert Zinsertrag, Endkapital, die Rechnung Schritt für Schritt, die Abgeltungsteuer über dem Pauschbetrag, den Realzins nach Inflation und eine Tabelle, was derselbe Betrag bei 1 bis 4 Prozent bringen würde.
Zinssatz: Kapital und erhaltene Zinsen sind bekannt
Die Bank hat Zinsen gutgeschrieben, aber welcher Satz steckt dahinter? Trage Kapital, Zinsbetrag und Zeitraum ein — der Zinsrechner rechnet den Jahreszins zurück. So prüfst du, ob die Bank den versprochenen Aktionszins wirklich gezahlt hat oder den Bestandszins schon früher gesenkt hat.
Kapital: Zinssatz und gewünschter Ertrag sind bekannt
Wer von Zinsen leben oder eine feste Summe im Jahr erwirtschaften will, fragt umgekehrt: Wie viel Kapital braucht es dafür? Der Zinsrechner teilt den Wunschbetrag durch Zinssatz und Zeitanteil und zeigt in der Tabelle, wie stark die nötige Summe mit dem Zins fällt.
Verzugszinsen: offene Forderung und Dauer
Für Gläubiger und Schuldner gleichermaßen: Der Zinsrechner rechnet die gesetzlichen Verzugszinsen nach § 288 BGB taggenau, unterscheidet zwischen Verbrauchern und Unternehmen und addiert bei Geschäften ohne Verbraucher die Pauschale von 40 €.
Die Eingabefelder im Detail: was der Zinsrechner wissen will
Kapital, Zinssatz und Laufzeit
Kapital ist der Betrag, der verzinst wird; der Zinssatz gilt immer pro Jahr, auch wenn du nur Tage rechnest. Die Laufzeit gibst du in Jahren, Monaten oder Tagen an — der Zinsrechner rechnet den Zeitanteil selbst um: Monate durch 12, Tage durch 360 oder 365 je nach Methode. Zwei Nachkommastellen beim Zins sind erlaubt, weil Banken oft mit Sätzen wie 2,75 oder 3,15 Prozent arbeiten.
Zinsmethode
Bei Tagen zählt, wie ein Jahr gezählt wird. Die deutsche Methode 30/360 rechnet jeden Monat mit 30 und das Jahr mit 360 Zinstagen; sie ist bei Sparkonten und Festgeld in Deutschland üblich. Die Eurozinsmethode act/360 zählt die tatsächlichen Kalendertage, teilt aber durch 360 — sie ergibt bei gleichem Nominalzins etwas mehr Zinsen und ist am Geldmarkt Standard. Die englische Methode act/365 zählt Kalendertage und teilt durch 365. Der Zinsrechner zeigt den Unterschied: 10.000 € zu 3 Prozent für 90 Tage bringen 75,00 € nach 30/360, aber 73,97 € nach act/365.
Abgeltungsteuer und Pauschbetrag
Wähle, ob der Zinsrechner die Steuer abziehen soll und welcher Pauschbetrag gilt: 1.000 € für Einzelpersonen, 2.000 € bei Zusammenveranlagung. Weil Zinsen jährlich zufließen, setzt der Rechner den Pauschbetrag je angefangenes Jahr an — bei drei Jahren Laufzeit also dreimal. Voraussetzung ist ein Freistellungsauftrag; ohne ihn behält die Bank ab dem ersten Euro Steuer ein, die du erst über die Steuererklärung zurückholst.
Inflation
Voreingestellt sind die 2,9 Prozent vom August 2026. Der Zinsrechner rechnet den Realzins nicht als einfache Differenz, sondern exakt: (1 + Zins) ÷ (1 + Inflation) − 1. Bei 3 Prozent Zins und 2,9 Prozent Teuerung bleiben 0,10 Prozent — das Guthaben hält gerade seine Kaufkraft.
Forderung, Schuldner und Basiszins
Im Verzugsmodus trägst du den offenen Betrag ein und wählst, ob der Schuldner Verbraucher oder Unternehmen ist. Der Basiszinssatz ist mit 1,52 Prozent vorbelegt und lässt sich ändern, etwa für Verzugszeiträume vor dem 1. Juli 2026, als er noch 1,27 Prozent betrug.
Die Zinsformel hinter dem Zinsrechner
Für die einfache Verzinsung gilt: Zinsen = Kapital × Zinssatz ÷ 100 × Zeitanteil. Der Zeitanteil ist bei Jahren die Jahreszahl, bei Monaten die Monate geteilt durch 12, bei Tagen die Zinstage geteilt durch 360 oder 365. Ein Beispiel: 10.000 € zu 3 Prozent über 90 Tage ergeben 10.000 × 0,03 × 90 ÷ 360 = 75 €. Über ein volles Jahr sind es 300 €, über sechs Monate 150 €.
Einfache Verzinsung heißt: Die Zinsen werden nicht zwischendurch gutgeschrieben und mitverzinst. Genau das unterscheidet den Zinsrechner vom Zinseszinsrechner, der die Wiederanlage über viele Jahre simuliert. Für Zeiträume bis ein Jahr ist der Unterschied winzig, über zehn Jahre wird er groß: 10.000 € zu 3 Prozent bringen einfach verzinst 3.000 €, mit jährlichem Zinseszins 3.439 €.
Rechenbeispiele: so rechnet der Zinsrechner
Zinsertrag für ein Jahr, sechs Monate und 90 Tage
10.000 € zu 3 Prozent: 300,00 € in einem Jahr, 150,00 € in sechs Monaten, 75,00 € in 90 Zinstagen nach der deutschen Methode. Die Steuer bleibt in allen drei Fällen bei null, weil der Ertrag unter dem Pauschbetrag liegt. Der Realzins beträgt 0,10 Prozent; der Pauschbetrag reicht bei diesem Zinssatz bis 33.333 € Kapital.
50.000 € — wenn der Zinsrechner Steuer abzieht
50.000 € zu 3 Prozent bringen 1.500 € im Jahr; 500 € davon liegen über dem Pauschbetrag, die Abgeltungsteuer beträgt 131,88 €, netto bleiben 1.368,13 €. Über drei Jahre entstehen 4.500 € Zinsen, der Pauschbetrag gilt dreimal, versteuert werden 1.500 € mit 395,63 € Steuer. Bei Zusammenveranlagung mit 2.000 € Pauschbetrag fällt im Einjahresfall keine Steuer an.
| Kapital | 1,5 % | 2,5 % | 3,5 % |
|---|---|---|---|
| 5.000 € | 75 € | 125 € | 175 € |
| 10.000 € | 150 € | 250 € | 350 € |
| 25.000 € | 375 € | 625 € | 875 € |
| 50.000 € | 750 € | 1.250 € | 1.750 € |
Zinsertrag pro Jahr bei einfacher Verzinsung, vor Steuern. Der Unterschied zwischen einem schlechten und einem guten Konto macht bei 25.000 € schnell 500 € im Jahr aus — die besten Konditionen zeigt der Tagesgeld-Vergleich, und was ein Angebot mit Aktionszins wirklich bringt, rechnet der Tagesgeldrechner Monat für Monat nach.
Zinssatz aus einer Gutschrift ermitteln
Die Bank hat auf 10.000 € nach sechs Monaten 150 € gutgeschrieben: 150 ÷ 10.000 ÷ 0,5 Jahre = 3,00 Prozent pro Jahr. Wären es nur 100 € gewesen, hätte die Bank effektiv 2,00 Prozent gezahlt — und der Zinsrechner zeigt in der Tabelle sofort, welcher Betrag zu welchem Satz gehört.
Kapital für einen Wunschertrag
Für 1.000 € Zinsen im Jahr braucht es bei 3 Prozent 33.333 €, bei 4 Prozent 25.000 €, bei 2 Prozent 50.000 € und bei 1 Prozent 100.000 €. Der Monatswert dazu: 83,33 €. Wer statt Zinsen regelmäßig vom Kapital selbst leben will, nutzt den Entnahmerechner.
Verzugszinsen auf eine offene Rechnung
2.500 € sind 90 Tage überfällig, Schuldner ist ein Verbraucher: Verzugszinssatz 1,52 + 5 = 6,52 Prozent, Verzugszinsen 2.500 × 6,52 % × 90 ÷ 365 = 40,19 €. Zwischen Unternehmen gelten 10,52 Prozent: Für 30 Tage sind das 21,62 € plus 40 € Pauschale, zusammen 61,62 € auf die Forderung. Nach einem vollen Jahr Verzug hat der Verbraucherfall 163,00 € Zinsen angesammelt.
Verzugszinsen 2026: Basiszins, § 288 BGB und die 30-Tage-Regel
Nach § 288 BGB ist eine Geldschuld während des Verzugs mit 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz zu verzinsen; bei Geschäften ohne Verbraucher sind es 9 Prozentpunkte, und der Gläubiger kann zusätzlich eine Pauschale von 40 € verlangen. Höhere Zinsen sind möglich, wenn ein anderer Rechtsgrund sie trägt — etwa ein vereinbarter Vertragszins. Der Basiszinssatz nach § 247 BGB ändert sich zum 1. Januar und 1. Juli mit dem Hauptrefinanzierungssatz der EZB: 3,62 Prozent Anfang 2024, 3,37 Prozent ab Juli 2024, 2,27 Prozent Anfang 2025, 1,27 Prozent ab Juli 2025 und 1,52 Prozent seit dem 1. Juli 2026.
Wann der Verzug beginnt, regelt § 286 BGB: mit der Mahnung, mit einem kalendermäßig bestimmten Zahlungstermin oder spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung. Gegenüber Verbrauchern gilt die 30-Tage-Regel nur, wenn die Rechnung ausdrücklich darauf hinweist. Der Rechner zählt ab dem Tag, den du als Verzugsbeginn ansetzt, taggenau mit 365 Tagen — Verzugszinsen werden nach Kalendertagen berechnet, nicht nach Zinstagen.
Basiszins seit 2024: die Verzugszinssätze im Überblick
| Stichtag | Basiszins | Verzug Verbraucher | Verzug Unternehmen |
|---|---|---|---|
| 1. Januar 2024 | 3,62 % | 8,62 % | 12,62 % |
| 1. Juli 2024 | 3,37 % | 8,37 % | 12,37 % |
| 1. Januar 2025 | 2,27 % | 7,27 % | 11,27 % |
| 1. Juli 2025 | 1,27 % | 6,27 % | 10,27 % |
| 1. Januar 2026 | 1,27 % | 6,27 % | 10,27 % |
| 1. Juli 2026 | 1,52 % | 6,52 % | 10,52 % |
Basiszinssatz laut Bundesbank, Verzugszinsen nach § 288 BGB. Für einen Verzug, der über einen Stichtag hinausläuft, rechnest du die Abschnitte getrennt — etwa 1. Mai bis 30. Juni mit 6,27 Prozent und 1. Juli bis 31. August mit 6,52 Prozent — und addierst die Beträge. Ist eine Verzinsung vereinbart oder gesetzlich vorgeschrieben, ohne dass ein Satz genannt wird, gelten nach § 246 BGB 4 Prozent im Jahr; dieser gesetzliche Zinssatz lässt sich im Modus Zinsertrag ebenfalls eintragen.
Unterjähriger Kontowechsel: Zinsen taggenau aufteilen
Wer im Jahr die Bank wechselt oder dessen Aktionszins ausläuft, rechnet in Abschnitten. Beispiel: 20.000 € liegen vom 1. Januar bis 30. April zu 3,5 Prozent, danach bis Jahresende zu 1,0 Prozent. Nach der deutschen Methode sind das 120 Zinstage zu 3,5 Prozent, also 20.000 × 3,5 % × 120 ÷ 360 = 233,33 €, und 240 Zinstage zu 1,0 Prozent, also 133,33 € — zusammen 366,67 € im Jahr, ein Mischzins von 1,83 Prozent. Der Rechner liefert jeden Abschnitt in Sekunden; für Angebote mit Aktions- und Basiszins über zwölf oder 24 Monate rechnet der Tagesgeldrechner die Phasen automatisch und nennt zusätzlich den Break-even zum Festgeld.
Dieselbe Abschnittsrechnung gilt für die Steuer: Zinsen fließen zu, wenn die Bank sie gutschreibt. Wechselst du im Laufe des Jahres, schreiben beide Banken Zinsen gut, und beide brauchen einen Freistellungsauftrag, damit der Pauschbetrag nicht doppelt beansprucht oder gar nicht genutzt wird. Der Rechner setzt bei jedem Abschnitt den vollen Pauschbetrag an — wer mehrere Abschnitte im selben Jahr addiert, muss ihn nur einmal abziehen.
Zinsabrechnung der Bank prüfen: Schritt für Schritt
- Kontoauszug und Zinsabrechnung bereitlegen: Guthabenstand, Zeitraum und den Zinssatz je Phase, falls die Bank ihn unterjährig geändert hat.
- Jede Zinsphase einzeln im Zinsrechner nachrechnen — Modus Zinsertrag, Laufzeit in Tagen, Zinsmethode laut Preisverzeichnis der Bank (meist 30/360).
- Die Erträge der Phasen addieren und mit der Gutschrift vergleichen; Abweichungen von wenigen Cent sind Rundung.
- Bei größeren Abweichungen den Modus Zinssatz nutzen: Er zeigt, welcher Satz tatsächlich gezahlt wurde — oft wurde der Bestandszins still gesenkt.
- Steuerbescheinigung prüfen: Wurde trotz Freistellungsauftrag Abgeltungsteuer einbehalten, den Auftrag bei der Bank kontrollieren.
Tagesgeld, Festgeld, Dispo: derselbe Zinsrechner, drei Richtungen
Tagesgeld bleibt täglich verfügbar, der Zins kann sich jederzeit ändern und fällt nach Aktionsphasen oft deutlich; Festgeld garantiert den Zins über die Laufzeit, bindet aber das Geld. Mit dem Zinsrechner spielst du beide Varianten durch: das Tagesgeld mit dem Zins nach der Aktion, das Festgeld mit dem Garantiezins über die volle Laufzeit — so vergleichst du ehrlich statt mit Lockzinsen. Die Grundlagen erklären die Ratgeber Tagesgeld einfach erklärt und Festgeld einfach erklärt; die Zinstreppe mit mehreren Laufzeiten rechnet der Festgeldrechner.
Die Formel arbeitet auch gegen dich: Wer drei Monate mit 2.000 € im Minus steht, zahlt bei 12 Prozent Dispozins nach derselben Rechnung 60 € — für nichts. Der Rechner macht solche stillen Kosten sichtbar; was ein dauerhafter Dispo im Jahr kostet und wann ein Ratenkredit günstiger ist, zeigt der Dispo-Rechner. Ratenkredite tilgst du monatlich, die Zinslast sinkt laufend — dafür ist der Kreditrechner mit Tilgungsplan das richtige Werkzeug.
Realzins: was nach der Inflation übrig bleibt
Nominal 3 Prozent klingen ordentlich; bei 2,9 Prozent Inflation wächst die Kaufkraft real nur um 0,10 Prozent. Beim Bundesbank-Durchschnitt von 0,50 Prozent für täglich fällige Einlagen verliert das Guthaben real 2,3 Prozent im Jahr. Der Realzins steht deshalb in jedem Ergebnis. Wie stark die Teuerung Erspartes über Jahrzehnte entwertet, führt der Inflationsrechner vor Augen — und warum trotzdem ein Notgroschen aufs Tagesgeld gehört, erklärt die Faustregel: Verfügbarkeit vor Rendite, aber nie ganz ohne Zins.
Steuern auf Zinsen: Pauschbetrag, Freistellungsauftrag, Kirchensteuer
Bis 1.000 € Zinsen im Jahr bleiben mit Freistellungsauftrag steuerfrei, darüber behält die Bank 26,375 Prozent ein. Der Zinsrechner rechnet ohne Kirchensteuer; mit ihr steigt der Satz auf rund 27,8 Prozent bei 8 Prozent und 27,99 Prozent bei 9 Prozent Kirchensteuer, weil die Abgeltungsteuer selbst um ein Viertel der Kirchensteuer sinkt. Wer mehrere Konten hat, verteilt den Pauschbetrag per Freistellungsauftrag; zu viel gezahlte Steuer holt die Anlage KAP zurück. Alles Weitere zu Dividenden, Fonds und Teilfreistellung rechnet der Abgeltungssteuer-Rechner.
Sonderfälle: was der Zinsrechner vereinfacht
Der Zinsrechner rechnet linear. Zinseszins, gestaffelte Zinssätze innerhalb eines Zeitraums und Zinsgutschriften vor Laufzeitende bildet er nicht ab — für Wiederanlage ist der Zinseszinsrechner zuständig, für Aktionszins mit Basiszins der Tagesgeldrechner. Die Steuer unterstellt jährlichen Zufluss; bei endfälligem Festgeld über mehrere Jahre fließen alle Zinsen in einem Jahr zu und der Pauschbetrag gilt nur einmal. Bei Verzugszinsen gilt das Zinseszinsverbot: Auf Verzugszinsen selbst fallen keine weiteren Zinsen an (§ 289 BGB). Schaltjahre, Wochenendvalutierung und Sonderkonditionen sind nicht berücksichtigt.
Häufige Fragen zum Zinsrechner
Wie berechnet der Zinsrechner die Zinsen?
Mit einfacher Verzinsung: Kapital × Zinssatz × Zeitanteil. Bei Tagen nutzt er die gewählte Zinsmethode, standardmäßig die deutsche mit 360 Zinstagen — so rechnen die meisten Banken bei Tages- und Festgeld.
Was sind Zinstage?
Bei der deutschen Methode zählt jeder Monat 30 Tage und das Jahr 360. 90 Zinstage entsprechen also einem Vierteljahr, unabhängig davon, ob Februar oder Juli dazwischen liegen. Bei act/360 und act/365 zählen die tatsächlichen Kalendertage.
Warum rechnet der Zinsrechner ohne Zinseszins?
Weil er für kurze bis mittlere Zeiträume und die Prüfung einzelner Abrechnungen gedacht ist. Sobald Zinsen gutgeschrieben und wiederangelegt werden, wächst das Guthaben exponentiell — dafür gibt es den Zinseszinsrechner.
Wie hoch sind die Verzugszinsen 2026?
Seit dem 1. Juli 2026 beträgt der Basiszinssatz 1,52 Prozent. Verzugszinsen liegen damit bei 6,52 Prozent gegenüber Verbrauchern und 10,52 Prozent bei Geschäften ohne Verbraucher, dazu 40 € Pauschale. Der nächste Stichtag ist der 1. Januar 2027.
Muss ich meine Zinsen versteuern?
Nur oberhalb des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 € im Jahr, 2.000 € bei Zusammenveranlagung — vorausgesetzt, ein Freistellungsauftrag liegt vor. Darüber behält die Bank 26,375 Prozent ein.
Gilt der Zinsrechner auch für Kredite?
Für einen Überschlag ja, denn die Formel ist dieselbe. Bei Ratenkrediten sinkt die Zinslast mit jeder Tilgung; dafür ist der Kreditrechner mit Tilgungsplan das passende Werkzeug, für die Baufinanzierung der Tilgungsrechner.
Welche Zinsmethode nutzt meine Bank?
Das steht im Preis- und Leistungsverzeichnis. Deutsche Sparkonten und Festgelder nutzen meist 30/360, Geldmarktgeschäfte act/360, viele ausländische Banken act/365. Der Zinsrechner zeigt, wie viel der Unterschied ausmacht — bei 10.000 € und 90 Tagen rund einen Euro.
Fazit: kleine Formel, großer Überblick
Der Zinsrechner beantwortet die Alltagsfragen rund ums Geld: Was bringt dieses Konto? Stimmt die Zinsabrechnung? Wie viel Kapital braucht mein Ziel? Was kostet die überfällige Rechnung? Rechne kurz nach, vergleiche die Angebote und lass kein Guthaben zum Bundesbank-Durchschnitt liegen, während anderswo das Vierfache gezahlt wird.
Stand 5. September 2026. Der Zinsrechner wird bei Änderungen des Basiszinssatzes (jeweils 1. Januar und 1. Juli), der Abgeltungsteuer oder des Pauschbetrags aktualisiert.

