Das Wichtigste in Kürze
- Versichere nur große, existenzbedrohende Risiken – kleine Schäden trägst du besser selbst.
- Viele Zusatzpolicen wie Handy-, Brillen- oder Glasversicherung lohnen sich selten.
- Kapitallebensversicherungen als Geldanlage sind meist teuer und renditeschwach.
- Wer überflüssige Policen kündigt, spart oft mehrere hundert Euro pro Jahr.
Nicht jede Versicherung ist ihr Geld wert. Dieser Ratgeber zeigt dir häufige überflüssige Versicherungen und welche du dir sparen kannst – als Gegenstück zu Welche Versicherungen sind sinnvoll?.
Das richtige Prinzip
Eine Versicherung lohnt sich, wenn ein Schaden dich finanziell überfordern würde. Kleine, gut verkraftbare Schäden solltest du dagegen selbst tragen – die Beiträge dafür sind über die Zeit teurer als der seltene Schaden.
Häufig überflüssige Versicherungen
- Handy- & Elektronikversicherung – teuer im Verhältnis zum Risiko.
- Brillenversicherung – überschaubare Kosten, selbst tragbar.
- Reisegepäckversicherung – greift oft nur eingeschränkt.
- Glasversicherung – meist verzichtbar.
- Sterbegeldversicherung – häufig teuer; besser selbst Geld zurücklegen.
- Kapitallebensversicherung als Geldanlage – intransparent und renditeschwach.
- Garantieverlängerungen – selten ihr Geld wert.
Wo es auf den Einzelfall ankommt
Manche Policen sind situationsabhängig sinnvoll: Eine Unfallversicherung kann für Kinder oder Rentner passen, eine Tierkrankenversicherung bei teuren Behandlungen. Prüfe immer: Würde mich der Schaden finanziell wirklich treffen?
Das richtige Prinzip beim Versichern
Der Grundsatz lautet: Versichere nur existenzbedrohende Risiken, nicht jeden kleinen Schaden. Alles, was du notfalls aus deinem Notgroschen bezahlen kannst, brauchst du nicht zu versichern. Viele überflüssige Versicherungen kosten dagegen Jahr für Jahr Geld, ohne echten Nutzen zu stiften. Wer dieses Prinzip beherzigt, spart oft mehrere Hundert Euro jährlich.
Diese Versicherungen sind meist überflüssig
Zu den häufig überflüssigen Versicherungen zählen Handyversicherung, Brillenversicherung, Reisegepäckversicherung, Garantieverlängerungen, Sterbegeldversicherung und die Glasversicherung. Sie decken kleine, gut tragbare Schäden ab und sind im Verhältnis zur Leistung teuer. In den meisten Fällen lohnt sich der Verzicht.
Handy- und Elektronikversicherung
Eine Handyversicherung klingt verlockend, ist aber teuer und voller Ausschlüsse und Selbstbehalte. Ein neues Smartphone kannst du im Zweifel aus Rücklagen ersetzen – das ist günstiger, als jahrelang Beiträge zu zahlen. Lege das Geld lieber beiseite, statt es zu versichern.
Versicherungen mit Sparanteil
Auch Kapitallebens- und viele private Rentenversicherungen mit Sparanteil sind oft ineffizient: hohe Kosten, geringe Rendite, wenig Flexibilität. Trenne lieber Schutz und Geldanlage – sichere Risiken günstig ab und baue Vermögen separat über einen ETF-Sparplan auf.
Wo es auf den Einzelfall ankommt
Manche Policen sind nicht pauschal überflüssig, sondern situationsabhängig: Eine Unfallversicherung kann für Kinder sinnvoll sein, eine Tierhalterhaftpflicht ist für Hundebesitzer Pflicht. Entscheidend ist, ob das Risiko dich finanziell ernsthaft treffen würde.
Diese Versicherungen sind dagegen wichtig
Statt in überflüssige Versicherungen zu investieren, solltest du die wenigen wirklich wichtigen abschließen: Privathaftpflicht, Berufsunfähigkeit und – je nach Situation – Risikoleben und Gebäudeversicherung. Welche das sind, zeigt der Ratgeber sinnvolle Versicherungen.
So kündigst du überflüssige Policen
Verschaffe dir einen Überblick über alle laufenden Verträge und prüfe Nutzen und Kosten. Kündige Überflüssiges fristgerecht – oft zum Ablauf des Versicherungsjahres. Lege das gesparte Geld in den Notgroschen oder eine sinnvolle Absicherung. So wird aus Beitrag echter finanzieller Schutz.
Vorsicht vor Bauchentscheidungen
Versicherer und Vermittler verkaufen gern über Angst. Lass dich nicht zu Bauchentscheidungen drängen, sondern prüfe in Ruhe, ob ein Risiko wirklich existenzbedrohend ist. Diese nüchterne Sicht schützt dich am besten vor unnötigen Verträgen.
Sicherheit und Aufsicht
Alle Versicherer stehen unter Aufsicht der BaFin. Das schützt aber nicht vor unnötigen Verträgen – die Auswahl bleibt deine Aufgabe. Ein klarer Blick auf existenzielle Risiken ist der beste Filter gegen überflüssige Policen.
Lieber sparen als überversichern
Statt Geld in überflüssige Versicherungen zu stecken, ist es fast immer klüger, einen soliden Notgroschen aufzubauen. Er fängt genau die kleinen Schäden auf, für die sich eine eigene Police nie lohnt – flexibel und ohne laufende Beiträge. So bist du am Ende besser und günstiger geschützt.
Doppelversicherungen aufspüren
Ein häufig übersehener Kostenfresser sind Doppelversicherungen: zwei Haftpflichtpolicen im selben Haushalt, eine Auslandsreisekrankenversicherung, die schon in der Kreditkarte steckt, oder mehrere kleine Zusatzpolicen mit überlappender Leistung. Verschaffe dir einen Überblick über alle Verträge und streiche Dopplungen. Oft stecken hier still und leise überflüssige Versicherungen, die du seit Jahren ohne Nutzen bezahlst.
Der Notgroschen ersetzt viele Policen
Die beste Absicherung gegen kleine Schäden ist eine solide Rücklage. Wer zwei bis drei Nettogehälter auf einem Tagesgeldkonto hält, kann eine kaputte Waschmaschine, ein defektes Handy oder eine neue Brille problemlos selbst bezahlen – ohne dafür jahrelang Beiträge zu zahlen. Der Notgroschen ist flexibel, kostenlos und deckt genau die Fälle ab, für die sich eine eigene Police nie rechnet.
Psychologie der Angst-Policen
Viele überflüssige Versicherungen werden über Angst verkauft: „Was, wenn …?“ Genau diese Frage nutzen Vermittler, um selten eintretende oder gut tragbare Risiken zu versichern. Frag dich stattdessen nüchtern, ob dich der Schaden finanziell wirklich ruinieren würde. Nur dann ist eine Police sinnvoll – bei allem anderen gewinnst du mit Selbsttragen.
Verträge jährlich durchsehen
Nimm dir einmal im Jahr eine halbe Stunde und liste alle Versicherungen mit Beitrag und Leistung auf. Frage bei jedem Vertrag: Deckt er ein existenzielles Risiko? Nutze ich ihn? Gibt es günstigere oder gebündelte Alternativen? Diese kurze Routine deckt überflüssige Verträge zuverlässig auf und spart über die Jahre einen vierstelligen Betrag.
Häufige Fragen
Welche Versicherungen sind wirklich wichtig?
Allen voran Privathaftpflicht, Berufsunfähigkeit und – je nach Situation – Kranken-, Wohngebäude- und Risikolebensversicherung. Details in unserem Ratgeber zu sinnvollen Versicherungen.
Soll ich überflüssige Policen sofort kündigen?
Prüfe Kündigungsfristen und ob eine Police im Einzelfall doch passt – ansonsten lohnt das Kündigen meist sofort.
Überflüssige Versicherungen: dein Spar-Fahrplan
Kurz zusammengefasst: Versichere nur existenzbedrohende Risiken und trage kleine, gut verkraftbare Schäden selbst. Typische überflüssige Versicherungen wie Handy-, Brillen-, Glas- oder Sterbegeldpolicen sowie Kapitallebensversicherungen als Geldanlage kosten mehr, als sie bringen. Wichtig bleiben dagegen Privathaftpflicht, Berufsunfähigkeit und – je nach Situation – Risikoleben, Wohngebäude und Krankenzusatz. Verschaffe dir einmal im Jahr einen Überblick über alle Verträge, kündige überflüssige Versicherungen fristgerecht und lege das gesparte Geld in einen Notgroschen. So verwandelst du unnötige Beiträge in echte finanzielle Sicherheit – und sparst über die Jahre schnell einen vierstelligen Betrag, ohne bei den wirklich wichtigen Risiken Abstriche zu machen.
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