Der Entnahmerechner beantwortet die Frage, die am Ende jeder Sparphase steht: Wie lange reicht mein Kapital, wenn ich jeden Monat Geld entnehme? Du trägst Kapital, Entnahme, erwartete Rendite und einen jährlichen Inflationsausgleich ein, wählst, ob der Entnahmerechner die Abgeltungsteuer mit Sparer-Pauschbetrag und Teilfreistellung abziehen soll, und bekommst die Dauer, die Summe aller Entnahmen, die gezahlten Steuern und den Verlauf des Restkapitals Jahr für Jahr. Zwei weitere Modi drehen die Frage um: Wie viel darf ich entnehmen, damit das Geld 30 Jahre reicht? Und wie viel kann ich entnehmen, ohne das Kapital anzugreifen?
Das Wichtigste in Kürze
- 300.000 € reichen bei 1.200 € Entnahme im Monat, 4 Prozent Rendite, 2 Prozent Inflationsausgleich und Abgeltungsteuer genau 25 Jahre; entnommen werden 461.218 €.
- Soll das Kapital 30 Jahre reichen, darf die Entnahme zu Beginn 1.032,54 € betragen — sie steigt bis auf 1.833,64 € im letzten Jahr.
- Ohne Kapitalverzehr sind 852,47 € im Monat möglich; soll das Kapital real erhalten bleiben, nur 352,47 €.
- Der Entnahmerechner rechnet mit 26,375 Prozent Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag, 1.000 € oder 2.000 € Sparer-Pauschbetrag und 30 Prozent Teilfreistellung bei Aktienfonds.
- Ohne Steuer und ohne Inflationsausgleich reichen dieselben 300.000 € fast 45 Jahre — die Annahmen entscheiden über Jahrzehnte.
Drei Fragen, die der Entnahmerechner beantwortet
Der erste Modus rechnet den Kapitalverzehr: feste Entnahme, jährlich um die Inflation erhöht, bis das Kapital aufgebraucht ist. Der Entnahmerechner zeigt die Dauer in Jahren und Monaten, die Summe aller Entnahmen, die Steuern und die Höhe der letzten Entnahme. Der zweite Modus dreht die Rechnung um: Du gibst vor, wie viele Jahre das Geld reichen soll, und der Entnahmerechner sucht per Näherungsverfahren die Entnahme, bei der das Kapital genau am Ende bei null landet. Der dritte Modus rechnet den Kapitalerhalt: die Entnahme, die dauerhaft aus Erträgen nach Steuern möglich ist, nominal und real.
Alle drei Modi nutzen dasselbe Modell: Das Kapital wird monatlich verzinst, die Entnahme am Monatsende abgebucht, die Steuer auf den Jahresertrag am Jahresende abgezogen, und die Entnahme steigt einmal jährlich um die Inflationsrate. Die Ergebnistabelle zeigt für die Jahre 1, 5, 10, 15 und so weiter die aktuelle Monatsentnahme, die kumulierten Entnahmen und Steuern und das Restkapital; das Diagramm stapelt Restkapital und bereits entnommenes Geld.
Die Eingabefelder im Entnahmerechner
Kapital und Entnahme
Als Kapital trägst du ein, was zu Beginn der Entnahmephase liquide angelegt ist: Depot, Tagesgeld, Festgeld, ausgezahlte Lebensversicherung. Die Entnahme ist der Betrag, den du heute im Monat brauchst — der Entnahmerechner erhöht ihn jährlich um den Inflationsausgleich, damit die Kaufkraft gleich bleibt. Im Modus für eine feste Dauer entfällt das Feld; stattdessen gibst du die Jahre vor. Was du monatlich brauchst, zeigt der Haushaltsrechner; die Lücke zur gesetzlichen Rente der Rentenlücken-Rechner.
Rendite
Die Rendite ist die wichtigste und unsicherste Annahme. Zur Orientierung: Die Bundesbank-Zinsstatistik weist für Juli 2026 im Neugeschäft 0,50 Prozent für täglich fällige Einlagen, 2,22 Prozent für Festgeld bis ein Jahr und 2,70 Prozent für Laufzeiten über zwei Jahre aus; der Einlagesatz der Europäischen Zentralbank liegt seit dem 17. Juni 2026 bei 2,25 Prozent. Aktienrenditen liegen langfristig höher, schwanken aber stark. Der Entnahmerechner rechnet mit einer konstanten Rendite; für ein gemischtes Depot sind 4 Prozent vor Steuern eine mittlere Annahme, für reine Zinsanlagen eher 2 bis 3 Prozent.
Inflationsausgleich
Das Statistische Bundesamt meldet für August 2026 eine Inflationsrate von 2,9 Prozent; das Ziel der Europäischen Zentralbank liegt bei 2 Prozent. Der Entnahmerechner ist auf 2 Prozent voreingestellt. Wer 0 einträgt, rechnet mit konstanter Entnahme — die Kaufkraft sinkt dann Jahr für Jahr. Wie stark, zeigt der Inflationsrechner.
Abgeltungsteuer und Anlageform
Kapitalerträge werden nach § 32d EStG mit 25 Prozent besteuert, dazu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Steuer nach § 4 SolZG — zusammen 26,375 Prozent. Der Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG stellt 1.000 € im Jahr frei, bei Zusammenveranlagung 2.000 €. Bei Aktienfonds und Aktien-ETFs bleiben nach § 20 InvStG 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Der Entnahmerechner rechnet beides ein; Kirchensteuer und Vorabpauschale lässt er weg.
Rechenbeispiel im Entnahmerechner: 300.000 € und 1.200 € im Monat
Ein Ehepaar hat 300.000 € in einem Aktien-ETF und braucht 1.200 € im Monat zusätzlich zur Rente. Rendite 4 Prozent, Inflationsausgleich 2 Prozent, Abgeltungsteuer mit 1.000 € Pauschbetrag und 30 Prozent Teilfreistellung. Der Entnahmerechner kommt auf genau 25 Jahre. Entnommen werden insgesamt 461.218 €, an Steuern gehen 28.642 € ab, und die Entnahme im letzten Jahr beträgt 1.930,12 € im Monat — das ist die Kaufkraft von 1.200 € heute nach 24 Erhöhungen um 2 Prozent.
| Zeitpunkt | Entnahme im Monat | entnommen | Steuern | Restkapital |
|---|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 1.200,00 € | 14.400 € | 1.944 € | 295.612 € |
| Jahr 5 | 1.298,92 € | 74.938 € | 9.344 € | 273.471 € |
| Jahr 10 | 1.434,11 € | 157.676 € | 17.474 € | 233.782 € |
| Jahr 15 | 1.583,37 € | 249.025 € | 23.846 € | 177.718 € |
| Jahr 20 | 1.748,17 € | 349.882 € | 27.786 € | 101.401 € |
| Jahr 25 | 1.930,12 € | 461.218 € | 28.642 € | 0 € |
Die Tabelle zeigt das Muster jeder Entnahmephase: In den ersten Jahren sinkt das Kapital langsam, weil die Erträge einen großen Teil der Entnahme decken. Später beschleunigt sich der Verzehr, weil die Entnahme steigt und das Kapital schrumpft. Zwischen Jahr 20 und Jahr 25 verschwinden 101.401 € — mehr als in den ersten zehn Jahren zusammen. Wer den Verlauf im Entnahmerechner sieht, versteht, warum die letzten Jahre so viel Kapital kosten.
Weitere Beispiele aus dem Entnahmerechner
Das Kapital soll 30 Jahre reichen
Mit denselben Annahmen sucht der Entnahmerechner die Entnahme für 30 Jahre: 1.032,54 € im Monat zu Beginn, 1.833,64 € im letzten Jahr, insgesamt 502.659 € entnommen und 36.430 € Steuern. Die Entnahme liegt knapp über der bekannten Faustregel, jährlich 4 Prozent des Startkapitals zu entnehmen — bei 300.000 € wären das 1.000 € im Monat. Fünf Jahre mehr Laufzeit kosten im Vergleich zum ersten Beispiel 167 € Monatsentnahme zu Beginn.
Kapitalerhalt: 852,47 € nominal, 352,47 € real
Wer das Kapital nicht angreifen will, kann bei 4 Prozent Rendite den Jahresertrag von 12.222 € entnehmen — abzüglich 1.993 € Abgeltungsteuer auf den steuerpflichtigen Ertrag von 8.556 € nach Teilfreistellung und Pauschbetrag bleiben 852,47 € im Monat. Soll das Kapital real erhalten bleiben und jedes Jahr um 2 Prozent mitwachsen, müssen 6.000 € im Jahr im Depot bleiben: Es bleiben 352,47 € im Monat. Der Entnahmerechner zeigt beide Zahlen in jedem Modus als Vergleich.
Ohne Steuer und ohne Inflationsausgleich
Schaltet man Steuer und Inflationsausgleich ab, reichen 300.000 € bei 1.200 € im Monat 44 Jahre und 11 Monate; entnommen werden 646.108 €, und die Entnahme bei Kapitalerhalt steigt auf 1.018,54 €. Der Unterschied zu 25 Jahren zeigt, wie viel Annahmen ausmachen: Wer seinen Entnahmeplan ohne Steuer und ohne Inflation rechnet, überschätzt die Dauer um fast 20 Jahre.
500 € im Monat: fast unbegrenzt
Bei 500 € im Monat reicht das Kapital 85 Jahre und 6 Monate — praktisch ein Leben lang. Entnommen werden 1.329.721 €, Steuern 205.668 €, die letzte Entnahme beträgt 2.638,67 €. Die Entnahme startet hier unter dem Kapitalerhalt von 852,47 €, das Kapital wächst zunächst und wird erst vom Inflationsausgleich eingeholt.
500.000 € und 2.000 € im Monat bei 5 Prozent
Ein Vermögen von 500.000 € mit 2.000 € Entnahme, 5 Prozent Rendite, 2 Prozent Inflation und 2.000 € Pauschbetrag für ein Ehepaar reicht 28 Jahre und 7 Monate. Entnommen werden 910.840 €, Steuern 75.005 €, die letzte Entnahme liegt bei 3.413,77 €. Der Kapitalerhalt läge bei 1.782,13 € nominal und 948,80 € real. Nach 20 Jahren sind noch 271.455 € da, nach 25 Jahren 130.643 €.
Rendite realistisch wählen: warum der Entnahmerechner konservativ sein sollte
Der Entnahmerechner nimmt an, dass die Rendite jedes Jahr gleich ist. Reale Märkte liefern in einem Jahr plus 20 Prozent und im nächsten minus 15. Für die Dauer eines Entnahmeplans ist die Reihenfolge dieser Jahre entscheidend: Ein Kurssturz in den ersten Jahren, während die volle Entnahme läuft, kostet mehr Kapital als derselbe Sturz nach 15 Jahren — das Renditereihenfolge-Risiko. Zwei Gegenmittel: eine Liquiditätsreserve von zwei bis drei Jahresentnahmen auf Tagesgeld, aus der in schlechten Börsenjahren entnommen wird, und eine Rendite-Annahme unter dem langfristigen Durchschnitt.
Ein praktischer Test: Rechne den Entnahmerechner einmal mit 4 Prozent und einmal mit 2 Prozent. Reicht das Kapital auch im zweiten Fall bis zum Lebensende, ist der Plan robust. Reicht es nur im ersten, brauchst du mehr Kapital, eine kleinere Entnahme oder einen späteren Start. Welche Rendite verschiedene Anlagen historisch brachten, ordnet der Renditerechner ein; wie sich Kapital vor der Entnahmephase aufbaut, der Sparrechner.
Steuern im Entnahmerechner: wie das Modell rechnet
Der Entnahmerechner addiert jeden Monat den Ertrag zum Kapital und merkt sich den steuerpflichtigen Anteil — bei Aktienfonds 70 Prozent. Am Jahresende zieht er den Pauschbetrag ab und besteuert den Rest mit 26,375 Prozent. Das ist eine Vereinfachung in zwei Richtungen: Bei thesaurierenden ETFs fällt während der Haltezeit nur die Vorabpauschale an, die Kursgewinne werden erst beim Verkauf der Anteile besteuert — und beim Verkauf gilt der Gewinnanteil jedes Anteils, nicht der ganze Ertrag. Über die gesamte Entnahmephase gleichen sich diese Effekte weitgehend aus. Wie die Vorabpauschale funktioniert, zeigt der Vorabpauschale-Rechner; die Steuer auf einzelne Verkäufe der Abgeltungssteuer-Rechner.
Zwei Hebel senken die Steuer in der Entnahmephase: Der Freistellungsauftrag sorgt dafür, dass die Bank den Pauschbetrag sofort berücksichtigt — wie du ihn stellst, erklärt Freistellungsauftrag. Und die Günstigerprüfung: Liegt dein persönlicher Steuersatz im Ruhestand unter 25 Prozent, kannst du Kapitalerträge in der Steuererklärung zum niedrigeren Tarif versteuern lassen. Deinen Steuersatz zeigt der Einkommensteuer-Rechner.
Entnahmestrategien: fest, dynamisch, mit Reserve
Die feste Entnahme mit Inflationsausgleich, wie sie der Entnahmerechner rechnet, ist die einfachste Strategie: planbar, aber blind für Börsenphasen. Dynamische Regeln koppeln die Entnahme an das Depot — etwa ein fester Prozentsatz des jeweils aktuellen Kapitals, der in schlechten Jahren automatisch sinkt und nie zum Totalverzehr führt, dafür schwankende Beträge liefert. Die Reservestrategie kombiniert beides: Ein Puffer aus Tagesgeld und Festgeld deckt zwei bis drei Jahre, das Depot füllt ihn in guten Jahren wieder auf. Für die Planung lohnt es sich, den Entnahmerechner mit zwei Töpfen zu rechnen: die Reserve mit Festgeldzins, das Depot mit Aktienrendite.
Entnahmeplan mit ETF: der Auszahlplan in der Praxis
Ein ETF-Auszahlplan verkauft automatisch monatlich Anteile in Höhe der Entnahme. Depotbanken bieten das für viele ETFs kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr an. Wichtig ist der Verkaufsrhythmus: Wer alle drei Monate verkauft, spart Ordergebühren, hält aber mehr Geld ungenutzt auf dem Verrechnungskonto. Die Entnahme aus dem Entnahmerechner ist der Startbetrag des Auszahlplans; den Inflationsausgleich musst du einmal im Jahr selbst nachziehen. Wie ein Auszahlplan eingerichtet wird und welche Fallen die Teilfreistellung hat, beschreibt ETF-Auszahlplan.
Entnahme und Rente kombinieren
Der Entnahmerechner rechnet den Kapitalteil des Ruhestands. Die gesetzliche Rente, eine Betriebsrente oder eine Riester-Rente laufen daneben lebenslang. Ein sinnvoller Plan deckt die Fixkosten aus lebenslangen Renten und finanziert Wünsche aus dem Kapital — dann ist ein Kapitalverzehr nach 25 Jahren kein Risiko, sondern Absicht. Wer früher aufhören will, rechnet mit dem Finanzielle-Freiheit-Rechner, welches Kapital für die Jahre bis zur Rente nötig ist; die Abschläge eines vorgezogenen Rentenbeginns zeigt Rente mit 63. Was Hinterbliebene bekommen, wenn ein Partner stirbt, rechnet der Witwenrente-Rechner.
Rendite-Szenarien im Entnahmerechner: 2, 4 und 6 Prozent
Wie stark die Rendite-Annahme wirkt, zeigen drei Läufe mit denselben 300.000 €, 2 Prozent Inflationsausgleich und Abgeltungsteuer. Bei 4 Prozent reichen 1.200 € im Monat 25 Jahre. Bei 6 Prozent reichen sie 33 Jahre und 7 Monate; entnommen werden 679.892 €, die Steuern steigen auf 75.274 €, die letzte Entnahme liegt bei 2.261,45 €, und der Kapitalerhalt wäre schon mit 1.279,24 € nominal oder 779,24 € real möglich.
Bei 2 Prozent Rendite — etwa einer reinen Zinsanlage — dreht sich das Bild: Soll das Kapital 30 Jahre reichen, darf die Entnahme nur 814,62 € betragen, die letzte Entnahme liegt bei 1.446,63 €, insgesamt werden 396.570 € entnommen und 12.842 € Steuern gezahlt. Ein realer Kapitalerhalt ist bei 2 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation nicht mehr möglich: Der Entnahmerechner zeigt 0,00 €.
Zwei Prozentpunkte Rendite entscheiden also zwischen 814,62 € und 1.032,54 € Monatsentnahme über 30 Jahre — 217,92 € im Monat oder gut 78.000 € über die Laufzeit. Deshalb lohnt es sich, den Entnahmerechner mit einer Bandbreite zu rechnen statt mit einem einzigen Wert. Und deshalb ist die Anlageform in der Entnahmephase keine Nebensache: Wer aus Angst vor Schwankungen alles in Zinsanlagen legt, tauscht Kursrisiko gegen das Risiko, dass das Geld vorzeitig ausgeht.
Entnahme aus Festgeld und Tagesgeld: die Zinsvariante
Für Zinsanlagen gibt es keine Teilfreistellung — jeder Euro Zins über dem Pauschbetrag wird voll besteuert. Mit 2,7 Prozent, dem Bundesbank-Durchschnitt für Einlagen mit mehr als zwei Jahren Laufzeit im Juli 2026, reichen 300.000 € bei 1.200 € im Monat 21 Jahre und 5 Monate. Entnommen werden 379.870 €, Steuern 21.235 €, die letzte Entnahme beträgt 1.783,14 €. Der Kapitalerhalt läge bei 525,14 € nominal, real bei nur 25,14 €: Nach Steuern bleibt von 2,7 Prozent Zins fast nichts über der Inflation von 2 Prozent.
Ein Ehepaar mit 500.000 € auf Festgeldkonten zu 3 Prozent und 2.000 € Pauschbetrag kann ohne Kapitalverzehr 977,03 € im Monat entnehmen; der Jahresertrag von 15.208 € kostet 3.484 € Abgeltungsteuer. Soll das Kapital real erhalten bleiben, sind es 143,70 €. Zinsanlagen sind in der Entnahmephase deshalb der sichere Sockel für die nächsten Jahre, nicht der Motor für Jahrzehnte. Aktuelle Konditionen zeigen der Tagesgeld-Vergleich und der Festgeld-Vergleich.
Die Faustregel prüfen: 1.000 € aus 300.000 €
Die Faustregel, im ersten Jahr 4 Prozent des Kapitals zu entnehmen, entspricht bei 300.000 € genau 1.000 € im Monat. Mit 4 Prozent Rendite, Inflationsausgleich und Steuer reicht das Kapital im Entnahmerechner 31 Jahre und 3 Monate; entnommen werden 513.309 €, Steuern 38.442 €, die letzte Entnahme beträgt 1.811,36 €. Die Regel ist damit für 30 Jahre knapp ausreichend — aber nur bei einer Rendite, die die Inflation um zwei Punkte übertrifft. Für 20 Jahre dürfte die Entnahme dagegen 1.451,70 € betragen, mit 2.114,86 € im letzten Jahr und 423.270 € Gesamtentnahme. Wer mit 67 startet und für 20 Jahre plant, kann sich mehr leisten als ein Frührentner mit 55, der 35 Jahre überbrücken muss.
Was der Entnahmerechner nicht abbildet
Kirchensteuer auf Kapitalerträge, Depotgebühren, Fondskosten und der Spread beim Verkauf fehlen; sie mindern die Rendite um einige Zehntel Prozentpunkte, die du in der Rendite-Annahme berücksichtigen solltest. Die Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds ist nicht separat abgebildet. Der Entnahmerechner kennt kein Todesdatum und keine Pflegekosten — für Sonderausgaben im Alter hilft eine zweite Rechnung mit höherer Entnahme in den späten Jahren. Und er ist keine Anlageberatung: Er zeigt, was Annahmen bewirken, nicht, welche Annahmen richtig sind.
Häufige Fragen zum Entnahmerechner
Wie lange reichen 300.000 € bei 1.200 € im Monat?
Bei 4 Prozent Rendite, 2 Prozent Inflationsausgleich und Abgeltungsteuer genau 25 Jahre. Ohne Steuer und Inflationsausgleich fast 45 Jahre.
Wie viel kann ich monatlich entnehmen, ohne das Kapital anzugreifen?
Bei 300.000 € und 4 Prozent 852,47 € nach Steuern. Soll das Kapital mit der Inflation wachsen, 352,47 €.
Was ist die 4-Prozent-Regel?
Eine Faustregel, im ersten Jahr 4 Prozent des Kapitals zu entnehmen und den Betrag danach mit der Inflation zu erhöhen. Der Entnahmerechner kommt für 30 Jahre bei 4 Prozent Rendite auf 1.032,54 € statt 1.000 € — die Regel ist hier knapp konservativ, hängt aber an der Rendite.
Wie berücksichtigt der Entnahmerechner die Steuer?
Jährlich auf den Ertrag: 26,375 Prozent nach Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € oder 2.000 € und 30 Prozent Teilfreistellung bei Aktienfonds.
Was bedeutet Renditereihenfolge-Risiko?
Schlechte Börsenjahre am Anfang der Entnahmephase kosten mehr Kapital als am Ende, weil die Entnahmen das geschrumpfte Depot zusätzlich belasten. Reserven und konservative Annahmen federn das ab.
Sollte ich die Entnahme jedes Jahr erhöhen?
Wenn die Kaufkraft gleich bleiben soll, ja. 1.200 € heute entsprechen bei 2 Prozent Inflation nach 24 Jahren 1.930,12 €. Wer konstant entnimmt, lebt später mit weniger.
Kann ich mit dem Entnahmerechner einen ETF-Auszahlplan planen?
Ja: Die Entnahme ist der Startbetrag des Auszahlplans, die Teilfreistellung ist eingerechnet. Den Inflationsausgleich stellst du einmal im Jahr selbst nach.
Ersetzt der Entnahmerechner eine Beratung?
Nein. Er ist ein Modell mit konstanter Rendite. Für die konkrete Anlage im Ruhestand lohnt ein Honorarberater.
Fazit: Der Entnahmerechner macht Annahmen sichtbar
Zwischen 25 und 45 Jahren liegt bei denselben 300.000 € nur die Frage, ob Steuer und Inflation mitgerechnet werden. Der Entnahmerechner zeigt diese Spanne, statt sie zu verstecken, und liefert für jede Frage die passende Zahl: die Dauer bei fester Entnahme, die Entnahme für eine feste Dauer und die Entnahme ohne Kapitalverzehr. Wer mit konservativer Rendite, Inflationsausgleich und Steuer plant und eine Reserve für schlechte Börsenjahre hält, hat einen Plan, der Marktschwankungen aushält. Den Weg dorthin zeigen der Sparrechner für die Ansparphase und der Rentenlücken-Rechner für die Frage, wie viel Entnahme überhaupt nötig ist.
Stand 6. September 2026. Der Entnahmerechner wird bei Änderungen der Abgeltungsteuer, des Sparer-Pauschbetrags oder der Teilfreistellung aktualisiert; die Zinsdaten stammen aus der Bundesbank-Zinsstatistik für Juli 2026.

