Der Urlaubsrechner rechnet deinen Urlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz: bei Teilzeit mit weniger Arbeitstagen, bei Eintritt oder Austritt im laufenden Jahr, mit Zusatzurlaub bei Schwerbehinderung und mit der Kürzung wegen Elternzeit. Im zweiten Modus zeigt der Urlaubsrechner, was nicht genommener Urlaub beim Ausscheiden wert ist — die Urlaubsabgeltung nach § 7 Abs. 4 BUrlG, gerechnet mit dem Urlaubsentgelt aus § 11. Alle Regeln sind mit Paragraf benannt, damit du das Ergebnis gegenüber der Personalabteilung begründen kannst. Wie viele Urlaubstage der Arbeitgeber fuer die Elternzeit kuerzen darf, rechnet der Elternzeit-Rechner mit.
Das Wichtigste in Kürze
- Gesetzlich stehen jedem Arbeitnehmer 24 Werktage zu — das sind 20 Tage bei einer Fünf-Tage-Woche und 12 Tage bei drei Arbeitstagen; Verträge geben meist mehr.
- Teilzeit kürzt nicht die Wochen, sondern die Tage: 30 Urlaubstage bei fünf Arbeitstagen werden bei drei Arbeitstagen zu 18 — es bleiben sechs Wochen frei.
- Bei Eintritt ab Juli, Austritt vor Juli oder Austritt vor Ablauf der Wartezeit gilt ein Zwölftel je vollem Monat; halbe Tage werden aufgerundet.
- Resturlaub verfällt nur, wenn der Arbeitgeber rechtzeitig aufgefordert und auf den Verfall hingewiesen hat — sonst bleibt er bestehen.
- Nicht genommener Urlaub beim Ausscheiden ist auszuzahlen: bei 3.500 € brutto und fünf Arbeitstagen 161,54 € je Tag.
Was 2026 gilt: die Regeln hinter dem Urlaubsrechner
Das Bundesurlaubsgesetz ist ein Mindestgesetz. Nach § 3 BUrlG beträgt der Urlaub jährlich mindestens 24 Werktage, wobei Werktage alle Kalendertage außer Sonn- und Feiertagen sind — das Gesetz denkt in der Sechs-Tage-Woche. Wer an fünf Tagen arbeitet, hat deshalb 20 Tage Mindesturlaub, wer an vier Tagen arbeitet, 16. Tarifverträge und Arbeitsverträge legen fast immer mehr fest, häufig 28 bis 30 Tage; der Urlaubsrechner nimmt deshalb den Vertragsurlaub als Ausgangspunkt und weist den gesetzlichen Mindesturlaub gesondert aus.
Der volle Anspruch entsteht erstmals nach sechs Monaten Wartezeit (§ 4 BUrlG). Für unvollständige Jahre gilt § 5 BUrlG: ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses — wenn die Wartezeit im Kalenderjahr nicht mehr erfüllt wird, wenn jemand vor Ablauf der Wartezeit ausscheidet oder wenn jemand nach erfüllter Wartezeit in der ersten Jahreshälfte geht. Bruchteile ab einem halben Tag werden aufgerundet. Nach § 13 BUrlG darf davon nur durch Tarifvertrag abgewichen werden, und auch dort nicht vom Mindesturlaub selbst.
Übertragung und Verfall regelt § 7 BUrlG: Urlaub ist im laufenden Jahr zu nehmen; eine Übertragung ins nächste Jahr ist nur bei dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen zulässig und endet am 31. März. Nicht genommener Urlaub ist beim Ausscheiden abzugelten. Das Urlaubsentgelt bemisst sich nach § 11 BUrlG am durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen ohne Überstundenvergütung und ist vor Urlaubsantritt auszuzahlen. Der Urlaubsrechner bildet genau diese Vorschriften ab.
Die Eingabefelder im Detail: was der Urlaubsrechner wissen will
Urlaubstage laut Vertrag und Bezugsgröße
Trage die Urlaubstage ein, die dein Arbeits- oder Tarifvertrag nennt, und gib an, ob sie sich auf eine Fünf-Tage-Woche (Arbeitstage) oder auf eine Sechs-Tage-Woche (Werktage) beziehen. Der Unterschied ist entscheidend: 24 Werktage sind 20 Arbeitstage, 30 Werktage sind 25. Steht im Vertrag nichts dazu, meint die Zahl meist Arbeitstage bei fünf Tagen pro Woche. Der Urlaubsrechner rechnet beide Angaben auf deine tatsächlichen Arbeitstage um.
Arbeitstage pro Woche
Die Zahl der Tage, an denen du regelmäßig arbeitest — unabhängig von den Stunden. Wer 20 Stunden auf fünf Tage verteilt, hat genauso viele Urlaubstage wie eine Vollzeitkraft; wer 30 Stunden an drei Tagen arbeitet, hat drei Fünftel davon. Urlaub wird in Tagen gezählt, an denen sonst gearbeitet worden wäre, deshalb bleibt die Zahl der freien Wochen gleich. Bei unregelmäßiger Verteilung rechnest du mit dem Durchschnitt über mehrere Wochen.
Eintritt und Austritt
Der Urlaubsrechner fragt Monat und Tag des Eintritts sowie gegebenenfalls des Austritts ab. Nur volle Kalendermonate zählen für die Zwölftelung: Wer am 15. September beginnt, hat im Eintrittsjahr drei volle Monate, wer am 1. September beginnt, vier. Beim Austritt zählt der Monat voll, wenn das Arbeitsverhältnis am Monatsletzten endet. Wer schon länger im Betrieb ist, lässt das Eintrittsfeld auf „länger beschäftigt“.
Schwerbehinderung
Mit anerkannter Schwerbehinderung ab einem Grad der Behinderung von 50 kommen nach § 208 SGB IX fünf Arbeitstage Zusatzurlaub hinzu, bei anderer Verteilung der Arbeitszeit entsprechend mehr oder weniger — vier Tage bei einer Vier-Tage-Woche. Besteht die Eigenschaft nicht das ganze Jahr, wird der Zusatzurlaub gezwölftelt. Gleichstellung mit einem Grad von 30 oder 40 löst keinen Zusatzurlaub aus.
Elternzeit
Nach § 17 BEEG kann der Arbeitgeber den Urlaub für jeden vollen Kalendermonat Elternzeit um ein Zwölftel kürzen — er muss es nicht, und er darf es nicht, wenn während der Elternzeit Teilzeit bei ihm geleistet wird. Der Urlaubsrechner unterstellt die Kürzung, weil sie in der Praxis die Regel ist; ohne Kürzungserklärung bleibt der volle Anspruch.
Modus Abgeltung: Resturlaub und Bruttogehalt
Für die Auszahlung nicht genommener Tage beim Ausscheiden brauchst du die offenen Urlaubstage und dein Monatsbrutto. Der Urlaubsrechner rechnet daraus das Urlaubsentgelt je Tag nach der 13-Wochen-Regel: Monatsbrutto mal drei, geteilt durch 13 Wochen, geteilt durch die Arbeitstage pro Woche. Überstundenvergütung bleibt außen vor, dauerhafte Zulagen zählen mit.
Rechenbeispiele: so rechnet der Urlaubsrechner
Teilzeit
30 Urlaubstage laut Vertrag bei fünf Arbeitstagen — bei drei Arbeitstagen pro Woche werden daraus 18 Tage: 30 mal 3 geteilt durch 5. Bei vier Arbeitstagen sind es 24. Das klingt nach weniger, ist aber gleich viel: In allen drei Fällen sind sechs Wochen frei. Der gesetzliche Mindesturlaub sinkt entsprechend, von 20 auf 16 und 12 Tage. Wer sein Gehalt für die neue Stundenzahl kennen will, nutzt den Teilzeit-Rechner.
Eintritt im laufenden Jahr
Eintritt am 1. September: Die Wartezeit läuft bis Ende Februar, im Eintrittsjahr entstehen vier volle Monate — vier Zwölftel von 30 Tagen sind 10 Tage. Eintritt am 15. September: drei volle Monate, 7,5 Tage, aufgerundet 8. Eintritt am 1. April dagegen: Die Wartezeit ist am 30. September erfüllt, und dann besteht nach dem Gesetz der volle Jahresurlaub von 30 Tagen — § 5 Abs. 1 a greift nur, wenn die Wartezeit im Kalenderjahr nicht mehr erfüllt wird. Viele Verträge zwölfteln das Eintrittsjahr trotzdem; der Urlaubsrechner zeigt für diesen Fall zusätzlich 23 Tage und erinnert daran, dass der gesetzliche Mindesturlaub von 20 Tagen nicht unterschritten werden darf.
Austritt im laufenden Jahr
Austritt zum 30. April nach längerer Beschäftigung: erste Jahreshälfte, also vier Zwölftel — 10 Tage (§ 5 Abs. 1 c). Austritt zum 30. September: zweite Jahreshälfte, voller Jahresurlaub von 30 Tagen, denn die Zwölftelung gilt nur bis zum 30. Juni. Wer im Februar beginnt und im Mai wieder geht, hat die Wartezeit nicht erfüllt und bekommt vier Zwölftel, ebenfalls 10 Tage (§ 5 Abs. 1 b). Bereits zu viel gewährter Urlaub kann beim Austritt in der ersten Jahreshälfte nicht zurückgefordert werden (§ 5 Abs. 3).
Schwerbehinderung und Elternzeit
30 Tage plus fünf Tage Zusatzurlaub ergeben 35 Tage bei fünf Arbeitstagen; bei vier Arbeitstagen sind es 24 plus 4, also 28. Sechs Monate Elternzeit mit Kürzung halbieren den Jahresurlaub: 15 Tage statt 30, der Mindesturlaub sinkt auf 10.
Vertrag unter dem Gesetz
Ein Vertrag mit 20 Tagen bei einer Sechs-Tage-Woche liegt unter dem Minimum: 24 Werktage sind bei sechs Arbeitstagen 24 Tage, und das Gesetz geht vor. Der Urlaubsrechner hebt in diesem Fall auf den Mindesturlaub an und markiert die Abweichung.
Abgeltung
Zehn offene Tage bei 3.500 € brutto und fünf Arbeitstagen: 3.500 mal 3 geteilt durch 13 Wochen sind 807,69 € je Woche, geteilt durch fünf 161,54 € je Tag — 1.615,38 € brutto. Bei 7,5 Tagen, 4.200 € und vier Arbeitstagen sind es 242,31 € je Tag und 1.817,31 €. Die Abgeltung ist Arbeitsentgelt: Sie wird wie laufender Lohn versteuert und verbeitragt; was netto bleibt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner.
Teilzeit, Wechsel und Minijob im Urlaubsrechner
Die Umrechnung auf weniger Arbeitstage gilt nur für die Zukunft. Wer von Vollzeit in Teilzeit wechselt, behält die in Vollzeit erworbenen, noch nicht genommenen Urlaubstage ungekürzt — das Bundesarbeitsgericht hat eine tarifliche Kürzung als Verstoß gegen das Teilzeitverbot der Benachteiligung verworfen (BAG, 9 AZR 53/14 (F)). Der Urlaubsrechner rechnet deshalb das laufende Jahr mit der aktuellen Verteilung; bei einem Wechsel im Jahr rechnest du beide Abschnitte getrennt.
Minijobber sind Arbeitnehmer wie alle anderen und haben denselben Urlaubsanspruch, umgerechnet auf ihre Arbeitstage: Wer an zwei Tagen pro Woche arbeitet, hat bei 24 Werktagen Mindesturlaub acht Tage, bei 30 Vertragstagen zwölf. Auch das Urlaubsentgelt ist zu zahlen — im Minijob oft übersehen. Was im Minijob 2026 verdient werden darf, rechnet der Minijob-Rechner. Für Auszubildende gilt das Bundesurlaubsgesetz ebenso; Jugendliche haben nach § 19 JArbSchG mehr: mindestens 30 Werktage, wer zu Jahresbeginn noch nicht 16 ist, 27 Werktage unter 17 und 25 Werktage unter 18 Jahren.
Verfall, Übertragung und Verjährung: was der Urlaubsrechner nicht entscheiden kann
Nach dem Gesetz verfällt Urlaub am 31. Dezember, bei berechtigter Übertragung am 31. März. Die Rechtsprechung hat das entschärft: Der Arbeitgeber muss den Beschäftigten konkret auffordern, den Urlaub zu nehmen, und klar darauf hinweisen, dass er sonst verfällt — ohne diese Mitwirkung bleibt der Urlaub bestehen (BAG, 9 AZR 541/15). Auch die dreijährige Verjährung beginnt erst, wenn der Arbeitgeber diese Obliegenheit erfüllt hat (BAG, 9 AZR 266/20). Bei Langzeiterkrankung verfällt der gesetzliche Urlaub nach der Rechtsprechung von Europäischem Gerichtshof und Bundesarbeitsgericht spätestens 15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres.
Teilurlaub aus dem Eintrittsjahr wird auf Verlangen ins nächste Jahr übertragen (§ 7 Abs. 3 Satz 4). Krankheitstage im Urlaub werden mit ärztlichem Attest nicht auf den Urlaub angerechnet (§ 9 BUrlG); wer länger krank ist, findet im Krankengeld-Rechner die Fortzahlung nach sechs Wochen. Der Urlaubsrechner zeigt die Verfallsregel als Hinweis — ob ein Arbeitgeber seiner Hinweispflicht nachgekommen ist, muss im Einzelfall geprüft werden.
Urlaubsentgelt, Urlaubsgeld und Abgeltung: drei Begriffe, drei Rechnungen
Urlaubsentgelt ist der Lohn, der während des Urlaubs weiterläuft — nach § 11 der Durchschnitt der letzten 13 Wochen ohne Überstunden, mit Zulagen und Provisionen. Urlaubsgeld ist eine zusätzliche Zahlung, die es nur gibt, wenn Tarif- oder Arbeitsvertrag sie vorsehen; das Gesetz kennt keinen Anspruch darauf. Urlaubsabgeltung ist der Geldersatz für Tage, die wegen des Ausscheidens nicht mehr genommen werden können — nach § 7 Abs. 4 zwingend, auch bei Kündigung durch den Arbeitnehmer und auch nach einer fristlosen Kündigung. Während eines laufenden Arbeitsverhältnisses darf Urlaub nicht ausgezahlt werden; der Urlaubsrechner rechnet die Abgeltung deshalb nur für den Austritt.
Für die Höhe der Abgeltung zählt das Entgelt zum Zeitpunkt des Ausscheidens; wer in den 13 Wochen davor weniger verdient hat, etwa durch Kurzarbeit, wird nicht schlechter gestellt (§ 11 Abs. 1 Satz 3). Bei Stundenlohn hilft der Stundenlohnrechner beim Umrechnen auf das Monatsbrutto, das der Urlaubsrechner erwartet.
Sonderfälle: was der Urlaubsrechner vereinfacht
Der Rechner geht vom Kalenderjahr als Urlaubsjahr aus; einige Tarifverträge weichen davon ab. Kurzarbeit mit ganzen Ausfalltagen kürzt den Urlaub anteilig — ausgefallene Arbeitstage zählen bei der Neuberechnung nicht wie Tage mit Arbeitspflicht (BAG, 9 AZR 225/21); diesen Fall bildet der Urlaubsrechner nicht ab. Er rechnet mit einer festen Zahl von Arbeitstagen pro Woche — bei Schichtplänen mit wechselnden Tagen zählt der Durchschnitt über den Schichtzyklus. Tariflicher Mehrurlaub darf für die Zwölftelung eigene Regeln haben, etwa Kürzung bei Eintritt in der ersten Jahreshälfte; das Gesetz schützt nur den Mindesturlaub. Nicht abgebildet sind Sonderurlaub, Bildungsurlaub nach Landesrecht, Urlaub bei Arbeitgeberwechsel im Jahr (§ 6 BUrlG: kein Doppelanspruch, Bescheinigung des alten Arbeitgebers) und Urlaubsgeld.
Wechsel im Jahr: Vollzeit, Teilzeit und Sechs-Tage-Woche im Urlaubsrechner
Wer im Jahr die Arbeitstage wechselt, rechnet zwei Abschnitte. Beispiel: Januar bis Juni Vollzeit an fünf Tagen mit 30 Tagen Jahresurlaub, ab Juli drei Tage pro Woche. Für das erste Halbjahr entstehen sechs Zwölftel von 30, also 15 Tage; für das zweite sechs Zwölftel von 18, also 9 Tage — zusammen 24. Die 15 Tage aus der Vollzeit bleiben ungekürzt, auch wenn sie erst in der Teilzeit genommen werden. Der Urlaubsrechner liefert beide Teilrechnungen, wenn du Eintritt und Austritt jeweils auf den Abschnitt setzt.
Umgekehrt gilt dasselbe: 30 Tage bei fünf Arbeitstagen werden in einer Sechs-Tage-Woche zu 36 Tagen, der Mindesturlaub steigt auf 24. In Einzelhandel, Gastronomie und Pflege ist das die häufigste Frage — und die häufigste Fehlerquelle, weil Verträge dort oft in Werktagen formuliert sind. Der Urlaubsrechner rechnet beide Bezugsgrößen um und zeigt die Formel in der Ergebniszeile.
Elternzeit und Zusatzurlaub: die Zwölftel im Urlaubsrechner
Elternzeit vom 1. März bis 31. Oktober umfasst acht volle Kalendermonate. Erklärt der Arbeitgeber die Kürzung, bleiben von 30 Tagen vier Zwölftel, also 10 Tage. Die Kürzung ist eine Erklärung, keine Automatik: Sie muss dem Beschäftigten zugehen, kann aber auch nach der Elternzeit noch abgegeben werden. Resturlaub aus der Zeit vor der Elternzeit ist nach § 17 Abs. 2 BEEG im laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr nach der Elternzeit zu gewähren; endet das Arbeitsverhältnis in oder nach der Elternzeit, ist er abzugelten. Wer während der Elternzeit beim eigenen Arbeitgeber in Teilzeit arbeitet, darf nicht gekürzt werden.
Der Zusatzurlaub bei Schwerbehinderung folgt derselben Logik. Wird die Schwerbehinderung erst im Jahr anerkannt, gibt es je vollem Monat ein Zwölftel der fünf Tage: Anerkennung ab 1. Juli ergibt 2,5 Tage, aufgerundet 3. Dieser Zusatzurlaub wird dem Erholungsurlaub hinzugerechnet und bei einem unterjährigen Arbeitsverhältnis nicht ein zweites Mal gekürzt (§ 208 Abs. 2 SGB IX). Der Urlaubsrechner rechnet den Zusatzurlaub anteilig zu den Arbeitstagen und weist ihn in einer eigenen Zeile aus.
Urlaubsanspruch beim Arbeitgeberwechsel und in der Kündigungsfrist
Nach § 6 BUrlG entsteht kein doppelter Anspruch: Was der alte Arbeitgeber für das laufende Jahr bereits gewährt oder abgegolten hat, muss der neue nicht noch einmal geben. Dafür stellt der alte Arbeitgeber beim Ausscheiden eine Bescheinigung über den gewährten oder abgegoltenen Urlaub aus. Wer zum 30. September wechselt, hat beim alten Arbeitgeber den vollen Jahresurlaub erworben und beim neuen im Eintrittsjahr nichts mehr — der neue Arbeitgeber darf auf die Bescheinigung verweisen.
In der Kündigungsfrist kann der Arbeitgeber Urlaub gewähren, indem er unwiderruflich freistellt und die Anrechnung des Urlaubs ausdrücklich erklärt; eine bloße Freistellung ohne diese Erklärung verbraucht keinen Urlaub. Ob dabei alle offenen Tage untergebracht werden, zeigt der Urlaubsrechner im Modus Anspruch; was übrig bleibt, wird nach § 7 Abs. 4 abgegolten. Bei einer Kündigung mit langer Freistellung lohnt sich diese Rechnung, weil offene Tage bei 3.500 € brutto 161,54 € je Tag wert sind.
Urlaubsrechner in der Praxis: fünf Situationen, die oft falsch gerechnet werden
- Vertrag in Werktagen, Arbeit an fünf Tagen: 30 Werktage sind 25 Arbeitstage, nicht 30. Der Urlaubsrechner rechnet die Bezugsgröße um.
- Eintritt am 1. April: Nach dem Gesetz besteht ab Oktober der volle Jahresurlaub; nur der Vertrag kann den übergesetzlichen Teil zwölfteln. 20 Tage Mindesturlaub bleiben in jedem Fall.
- Austritt am 30. Juni: Erste Jahreshälfte, also sechs Zwölftel — 15 von 30 Tagen. Ein Tag später, am 1. Juli, wären es alle 30.
- Teilzeit mit 20 Stunden an fünf Tagen: voller Urlaub in Tagen, weil nur die Tage zählen, nicht die Stunden.
- Resturlaub nach dem 31. März: nicht automatisch weg — erst der Hinweis des Arbeitgebers setzt die Verfallsfrist in Gang.
Für jede dieser Situationen nennt der Urlaubsrechner den Paragrafen, auf den sich das Ergebnis stützt. Das macht die Zahl belastbar, wenn die Personalabteilung anders rechnet.
Häufige Fragen zum Urlaubsrechner
Wie viele Urlaubstage stehen mir gesetzlich zu?
24 Werktage bei einer Sechs-Tage-Woche, das sind 20 Tage bei fünf, 16 bei vier, 12 bei drei Arbeitstagen — immer vier Wochen. Der Vertrag darf mehr geben, nie weniger.
Wie rechnet der Urlaubsrechner Teilzeit?
Vertragsurlaub mal eigene Arbeitstage geteilt durch die Arbeitstage, auf die sich der Vertrag bezieht: 30 mal 3 geteilt durch 5 ergibt 18 Tage. Die Stundenzahl spielt keine Rolle, nur die Tage.
Wird der Urlaub bei Eintritt im Jahr immer gezwölftelt?
Nein. Gezwölftelt wird nach dem Gesetz nur, wenn die Wartezeit im Kalenderjahr nicht mehr erfüllt wird — bei Eintritt ab Juli. Wer im ersten Halbjahr beginnt, hat nach sechs Monaten den vollen Jahresurlaub; Verträge dürfen den übergesetzlichen Teil trotzdem anteilig regeln.
Was passiert mit Resturlaub beim Jobwechsel?
Er ist vom alten Arbeitgeber abzugelten, wenn er nicht mehr genommen werden kann. Bei Austritt in der zweiten Jahreshälfte steht der volle Jahresurlaub zu; der neue Arbeitgeber schuldet für dieses Jahr nur, was der alte nicht gewährt hat.
Wie werden halbe Urlaubstage gerundet?
Bruchteile ab einem halben Tag werden nach § 5 Abs. 2 aufgerundet: 7,5 werden 8. Kleinere Bruchteile bleiben stehen — 7,3 Tage bleiben 7,3, der Arbeitgeber darf nicht abrunden.
Verfällt mein Urlaub am 31. März?
Nur, wenn der Arbeitgeber rechtzeitig aufgefordert und auf den Verfall hingewiesen hat. Ohne diesen Hinweis bleibt der Urlaub bestehen und kann auch nach Jahren noch verlangt oder beim Ausscheiden abgegolten werden.
Ist die Urlaubsabgeltung steuerfrei?
Nein. Sie ist Arbeitslohn, wird mit der letzten Abrechnung versteuert und ist sozialversicherungspflichtig. Der Urlaubsrechner nennt den Bruttobetrag.
Zählt der Samstag als Urlaubstag?
Nur, wenn regelmäßig am Samstag gearbeitet wird. Bei einer Fünf-Tage-Woche von Montag bis Freitag verbraucht eine Urlaubswoche fünf Tage; wer Dienstag bis Samstag arbeitet, ebenfalls fünf — der Montag ist dann frei, der Samstag Urlaub.
Darf der Arbeitgeber Urlaub festlegen?
Die Wünsche der Beschäftigten gehen vor, es sei denn, dringende betriebliche Belange oder sozial vorrangige Wünsche anderer stehen entgegen (§ 7 Abs. 1). Betriebsferien sind zulässig, dürfen aber nicht den gesamten Jahresurlaub aufbrauchen.
Ersetzt der Urlaubsrechner eine Rechtsberatung?
Nein. Er wendet das Bundesurlaubsgesetz und die genannten Vorschriften an; tarifliche Sonderregeln, Betriebsvereinbarungen und Einzelfälle wie Schichtmodelle kann er nur näherungsweise abbilden.
Fazit: Urlaub wird in Tagen gezählt, nicht in Stunden
Die meisten Fehler bei der Urlaubsberechnung entstehen an drei Stellen: bei der Umrechnung von Werktagen auf Arbeitstage, bei der Zwölftelung im Eintritts- oder Austrittsjahr und beim vermeintlichen Verfall am 31. März. Der Urlaubsrechner nimmt alle drei auseinander, nennt den Paragrafen und zeigt zusätzlich den gesetzlichen Mindesturlaub, unter den kein Vertrag gehen darf. Wer ausscheidet, sieht im Modus Abgeltung, was die offenen Tage brutto wert sind — und kann mit dieser Zahl in das Gespräch mit der Personalabteilung gehen.
Stand 4. September 2026. Der Urlaubsrechner wird bei Änderungen des Bundesurlaubsgesetzes oder neuer Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts aktualisiert.

