Der CO2-Preis 2027 soll dort bleiben, wo er 2026 schon liegt: in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne Kohlendioxid. Der Bundestag hat das am 15. Oktober 2026 beschlossen, der Bundesrat muss sich im zweiten Durchgang noch damit befassen. Grund für die Verlängerung: Der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr startet erst 2028.

Hier erfährst du, was das je Liter Heizöl, Benzin und Diesel und je Kilowattstunde Erdgas bedeutet. Die Aufschläge haben wir selbst aus den amtlichen Emissionsfaktoren berechnet, nicht aus Faustwerten. Dazu kommen Haushaltsbeispiele, die Regeln für Mieter und Vermieter und ein Blick auf 2028.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der CO2-Preis 2027 soll wie 2026 bei 55 bis 65 Euro je Tonne liegen. Der Bundestag hat das am 15. Oktober 2026 beschlossen; Bundesrat und Verkündung stehen aus.
  • 2026 endeten alle bis Ende August ausgewerteten Versteigerungen beim Höchstpreis von 65 Euro. Rechne mit dem oberen Ende.
  • Bei 65 Euro stecken brutto 1,40 Cent je kWh Erdgas, 20,70 Cent je Liter Heizöl oder Diesel und 18,52 Cent je Liter Benzin im Preis (eigene Rechnung).
  • Eine Gasheizung mit 20.000 kWh trägt so rund 281 Euro CO2-Kosten im Jahr, eine Ölheizung mit 2.000 Litern rund 414 Euro.
  • Mieter zahlen je nach Gebäude 5 bis 100 Prozent der CO2-Kosten. Ab 2028 bildet sich der Preis im EU-Emissionshandel ETS 2.

CO2-Preis 2027: Was gilt und was sich ändert

Seit 2021 kostet jede Tonne CO2 aus Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel Geld. Grundlage ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Zahlen müssen die Unternehmen, die Brennstoffe in Verkehr bringen, etwa Gashändler und Mineralölfirmen. Sie kaufen für jede Tonne ein Zertifikat und geben die Kosten über den Preis an dich weiter.

Für den CO2-Preis 2027 ändert der Gesetzesbeschluss einen Satz in § 10 Abs. 2 BEHG: Der Korridor mit 55 Euro Mindest- und 65 Euro Höchstpreis gilt dann für 2026 und 2027. So steht es in Artikel 1 des Regierungsentwurfs (Drucksache 21/7869), den der Umweltausschuss hier unverändert ließ.

Bis zur Verkündung gilt noch die alte Regel: Danach gäbe es 2027 keinen Korridor. Die Zertifikate würden ab dem dritten Quartal zu einem Festpreis verkauft, der dem Durchschnittspreis der Versteigerungen im EU-Emissionshandel für Kraftwerke und Industrie (EU-ETS 1) im vorletzten Quartal entspricht (§ 10 Abs. 3 Satz 2 Nr. 5 BEHG, § 17 BEHV). Tritt die Änderung in Kraft, bringt der CO2-Preis 2027 gegenüber 2026 keinen neuen Preisschub. Gegenüber 2025 mit festen 55 Euro liegt er am oberen Rand des Korridors 10 Euro je Tonne höher.

Von 25 auf 65 Euro: die CO2-Preise seit 2021

Bis 2025 galten gesetzliche Festpreise, seit 2026 werden die Zertifikate im Korridor versteigert. Die Tabelle zeigt den rechnerischen Aufschlag ohne Umsatzsteuer, berechnet mit den heutigen Standardwerten der EBeV 2030. Netto haben wir gewählt, weil auf Erdgas zeitweise ein ermäßigter Steuersatz galt und Bruttowerte sonst nicht vergleichbar wären.

Jahr Preis je Tonne Erdgas je kWh Heizöl je Liter Benzin je Liter
2021 25 € 0,45 ct 6,69 ct 5,99 ct
2022 30 € 0,54 ct 8,03 ct 7,18 ct
2023 30 € 0,54 ct 8,03 ct 7,18 ct
2024 45 € 0,82 ct 12,04 ct 10,77 ct
2025 55 € 1,00 ct 14,72 ct 13,17 ct
2026 55–65 € 1,00–1,18 ct 14,72–17,40 ct 13,17–15,56 ct
2027 (geplant) 55–65 € 1,00–1,18 ct 14,72–17,40 ct 13,17–15,56 ct

Die Festpreise 2021 bis 2025 und den Korridor 2026 regelt § 10 Abs. 2 BEHG, den geplanten Korridor für den CO2-Preis 2027 der noch nicht verkündete Bundestagsbeschluss. Dass der Preis 2023 bei 30 Euro verharrte, geht laut Umweltbundesamt auf das dritte Entlastungspaket von 2022 zurück. 2024 kehrte der Gesetzgeber mit 45 Euro zum ursprünglichen Pfad zurück; als Rechtsgrundlage nennt die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) das Haushaltsfinanzierungsgesetz 2024. Seit 2021 hat sich der Aufschlag mehr als verdoppelt.

Gesetzgebung: Stand des Verfahrens am 23. Oktober 2026

Der CO2-Preis 2027 ist politisch weitgehend entschieden, aber noch nicht Gesetz:

Datum Schritt Fundstelle
12.08.2026 Kabinettsbeschluss Bundesumweltministerium
14.08.2026 Zuleitung an den Bundesrat, besonders eilbedürftig BR-Drs. 462/26
24.09.2026 Erste Lesung im Bundestag Bundestag
25.09.2026 Bundesrat: keine Einwendungen 1068. Sitzung
14.10.2026 Beschlussempfehlung des Umweltausschusses BT-Drs. 21/8626
15.10.2026 Bundestag beschließt das Gesetz Bundestag
offen Zweiter Durchgang im Bundesrat, Verkündung –

Laut Bundestag stimmten 303 Abgeordnete namentlich dafür, 210 dagegen, 52 enthielten sich. Eine Bundesrats-Drucksache zum Gesetzesbeschluss war bis 23. Oktober 2026 nicht veröffentlicht. Die nächste reguläre Plenarsitzung ist laut Sitzungskalender des Bundesrats am 20. November 2026.

In Kraft treten soll das Gesetz am Tag nach der Verkündung (Artikel 4 des Entwurfs). Laut Eingangsformel ist es ein Einspruchsgesetz: Der Bundesrat muss nicht zustimmen, könnte aber den Vermittlungsausschuss anrufen und das Inkrafttreten so verzögern. Unsere Einschätzung: Da die Länder im ersten Durchgang keine Einwendungen hatten, ist ein Scheitern unwahrscheinlich, bis zur Verkündung aber nicht ausgeschlossen. Wir aktualisieren diesen Ratgeber, sobald das Gesetz im Bundesgesetzblatt steht.

So entsteht der Preis: Versteigerung, 65-Euro-Regel, Nachverkauf

Vom 1. Juli bis 9. September 2026 versteigerte die Energiebörse EEX in Leipzig die Zertifikate wöchentlich. Alle erfolgreichen Bieter zahlen denselben Zuschlagspreis zwischen 55 und 65 Euro. Im August 2026 lagen die Gebote im Schnitt beim 33-Fachen der versteigerten Menge. Laut DEHSt-Veräußerungsbericht August 2026 wurden bis Ende August 170,7 Millionen Zertifikate zu durchschnittlich 65 Euro versteigert.

Ist die Versteigerungsmenge aufgebraucht, gibt es weitere Zertifikate zum festen Überschussmengenpreis: 2026 zu 68 Euro, 2027 nach der Ausschussfassung zu 71 Euro statt der im Regierungsentwurf vorgesehenen 73 Euro. Nachkäufe für 2027 sollen bis 31. August 2028 dann 73 Euro kosten. Neu geplant für den CO2-Preis 2027: Je Compliance-Konto sollen höchstens 20 Prozent einer Versteigerung geboten werden dürfen.

Deshalb ist 65 Euro keine harte Obergrenze für den Durchschnitt. Laut Ausschussbericht in Drucksache 21/8626 liegt der Durchschnittspreis aus Versteigerungen und Verkäufen 2026 knapp über 66 Euro. Für den CO2-Preis 2027 erwartet der Ausschuss exakt dasselbe Niveau: Die gegenüber dem Regierungsentwurf um 40 Millionen auf rund 234 Millionen Zertifikate erhöhte Versteigerungsmenge soll die etwas höheren Preise für Überschuss- und Nachkaufmengen ausgleichen.

So haben wir gerechnet: amtliche Faktoren statt Faustwerte

Wie viel CO2 ein Liter oder eine Kilowattstunde verursacht, legt die Emissionsberichterstattungsverordnung 2030 (EBeV 2030) fest. Ihre Anlage 2 Teil 4 nennt Dichte, Heizwert und Emissionsfaktor. Mit diesen Standardwerten berechnen die Unternehmen ihre Abgabepflicht – und wir den CO2-Preis 2027 je Einheit:

Brennstoff Dichte/Umrechnung Heizwert Emissionsfaktor CO2 je Einheit
Benzin 0,755 t je 1.000 l 43,5 GJ/t 0,0729 t/GJ 2,394 kg/l
Diesel, Heizöl EL 0,845 t je 1.000 l 42,8 GJ/t 0,074 t/GJ 2,676 kg/l
Flüssiggas – 46,0 GJ/t 0,0655 t/GJ 3,013 kg/kg
Erdgas 3,2508 GJ/MWh – 0,0558 t/GJ 0,181 kg/kWh

Rechenweg Benzin: 0,755 mal 43,5 mal 0,0729 ergibt 2,394 Kilogramm CO2 je Liter. Bei 65 Euro je Tonne sind das 15,56 Cent netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer (§ 12 Abs. 1 UStG) 18,52 Cent. Die Werte gelten für fossile Brennstoffe. Für nachhaltige Bioanteile darf der Emissionsfaktor null angesetzt werden (§ 8 EBeV 2030), bei E10 oder Diesel mit Biodiesel fällt der Aufschlag daher etwas niedriger aus.

Warum Gaswerte je nach Bezugsgröße auseinandergehen

Gas wird in Kilowattstunden nach dem Brennwert abgerechnet; auch das Energiesteuerrecht ermittelt die Megawattstunde aus Normvolumen und Brennwert (§ 1a Nr. 18 EnergieStG). Der Emissionsfaktor bezieht sich auf den niedrigeren Heizwert. Die EBeV rechnet deshalb mit 3,6 mal 0,903, also 3,2508 Gigajoule je Megawattstunde, um. So kommen 0,181 Kilogramm je abgerechneter Kilowattstunde heraus.

Auf der Rechnung steht dagegen der heizwertbezogene Faktor von rund 0,201 Kilogramm. Multiplizierst du ihn mit den Kilowattstunden der Rechnung, überschätzt du den Ausstoß um rund 10,7 Prozent. Diese Verwechslung kann abweichende Gaswerte zum CO2-Preis 2027 erklären.

CO2-Aufschlag je Liter und Kilowattstunde: die Tabelle

Die Tabelle zeigt, was der CO2-Preis 2027 je Einheit ausmacht: am unteren Rand, in der Mitte und am oberen Rand des Korridors. Links steht jeweils der Nettobetrag, rechts der Betrag mit 19 Prozent Umsatzsteuer (eigene Rechnung).

Brennstoff 55 €/t netto / brutto 60 €/t netto / brutto 65 €/t netto / brutto
Erdgas je kWh 1,00 / 1,19 ct 1,09 / 1,30 ct 1,18 / 1,40 ct
Heizöl je Liter 14,72 / 17,52 ct 16,06 / 19,11 ct 17,40 / 20,70 ct
Benzin je Liter 13,17 / 15,67 ct 14,37 / 17,09 ct 15,56 / 18,52 ct
Diesel je Liter 14,72 / 17,52 ct 16,06 / 19,11 ct 17,40 / 20,70 ct
Flüssiggas je kg 16,57 / 19,72 ct 18,08 / 21,51 ct 19,58 / 23,31 ct

Rechnet man mit 66 Euro, also etwa dem erwarteten Durchschnitt, wären es brutto rund 1,42 Cent je Kilowattstunde Gas, 21,02 Cent je Liter Heizöl oder Diesel und 18,80 Cent je Liter Benzin. Wie stark ein Händler den CO2-Preis 2027 weitergibt, hängt von seinem Einkauf ab; die Tabelle zeigt den rechnerischen Anteil.

Was das im Jahr ausmacht

Vier Beispiele (eigene Rechnung, brutto): Gasheizung mit 20.000 Kilowattstunden, Ölheizung mit 2.000 Litern, Auto mit 12.000 Kilometern im Jahr, einmal mit 7 Litern Benzin, einmal mit 6 Litern Diesel auf 100 Kilometer.

Beispielhaushalt CO2 im Jahr bei 55 €/t bei 65 €/t Plus ggü. 2025 bei 65 €/t
Gasheizung, 20.000 kWh 3,63 t 237,45 € 280,62 € 43,17 €
Ölheizung, 2.000 l 5,35 t 350,33 € 414,02 € 63,70 €
Benziner, 840 l 2,01 t 131,63 € 155,56 € 23,93 €
Diesel, 720 l 1,93 t 126,12 € 149,05 € 22,93 €

CO2-Preis 2027 bei Gas: Kosten je Kilowattstunde und Jahr

Für Erdgas bedeutet der CO2-Preis 2027 brutto 1,19 bis 1,40 Cent je Kilowattstunde. Rechenweg für 20.000 Kilowattstunden: mal 0,18139 Kilogramm (ungerundet) ergibt 3,628 Tonnen CO2, mal 65 Euro sind 235,81 Euro, mit Umsatzsteuer 280,62 Euro. Gegenüber 2025 sind das bei 65 Euro rund 43 Euro mehr, gegenüber 2026 bei gleichem Preis nichts.

Laut § 3 CO2KostAufG muss dein Lieferant auf der Rechnung angeben, wie viel CO2 deine Lieferung verursacht hat und welcher Preisbestandteil darauf entfällt. Den Gesamtpreis bestimmen aber vor allem Beschaffung, Netzentgelte und Steuern. Wie sich die laufenden Kosten eines Hauses zusammensetzen, zeigt unser Ratgeber Nebenkosten Haus.

Heizöl und Flüssiggas: Aufschlag je Liter und Tankfüllung

Ein Liter Heizöl verursacht 2,676 Kilogramm CO2. Beim CO2-Preis 2027 sind das brutto 17,52 bis 20,70 Cent je Liter, für 2.000 Liter im Jahr 350 bis 414 Euro. Eine Tankfüllung von 3.000 Litern enthält bei 65 Euro je Tonne 621,03 Euro CO2-Kosten, bei 55 Euro 525,49 Euro (eigene Rechnung, brutto).

Heizöl noch 2026 kaufen? Beim CO2-Anteil bringt das nach unserer Einschätzung kaum etwas. Der Preis fällt an, wenn der Brennstoff steuerlich in Verkehr gebracht wird, also mit Entstehen der Energiesteuer (§ 2 Abs. 2 BEHG). Für 2027 soll derselbe Korridor gelten wie 2026. Viel stärker wirkt der schwankende Heizölpreis selbst.

Flüssiggas

Flüssiggas bilanziert die EBeV je Tonne. Ein Kilogramm verursacht 3,013 Kilogramm CO2, der CO2-Preis 2027 schlägt also mit 19,72 bis 23,31 Cent je Kilogramm zu Buche (brutto). Bei 1.000 Kilogramm im Jahr sind das 197,20 bis 233,06 Euro. Wird dein Tank in Litern befüllt, frag den Lieferanten nach der Umrechnung.

CO2-Preis 2027 beim Tanken: Benzin und Diesel

An der Zapfsäule steckt der CO2-Preis 2027 mit brutto 15,67 bis 18,52 Cent je Liter Benzin und 17,52 bis 20,70 Cent je Liter Diesel im Preis. Diesel trägt pro Liter mehr CO2. Pro 100 Kilometer kann sich das ausgleichen, wenn der Diesel weniger verbraucht: 7 Liter Benzin verursachen 16,76 Kilogramm CO2, 6 Liter Diesel 16,06 Kilogramm.

Bei 12.000 Kilometern kostet der CO2-Preis 2027 den Benziner im Beispiel 132 bis 156 Euro im Jahr, den Diesel 126 bis 149 Euro. Was dein Auto insgesamt kostet, zeigt der Autokosten-Rechner.

Strom selbst gehört nicht zu den Brennstoffen der Anlage 1 BEHG. Einen direkten Aufschlag je Kilowattstunde wie beim Sprit gibt es an der Ladesäule also nicht. Ob sich ein Elektroauto für dich rechnet, prüfst du mit dem E-Auto-Prämie-Rechner.

Mieter und Vermieter: Wer den CO2-Preis 2027 zahlt

Seit 2023 teilt das Gesetz zur Aufteilung der Kohlendioxidkosten (CO2KostAufG) die CO2-Kosten auf. Bei Wohngebäuden zählt der Ausstoß je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, den der Vermieter mit der Heizkostenabrechnung ermittelt (§ 5 CO2KostAufG). Je schlechter das Gebäude, desto mehr zahlt der Vermieter. Die Stufen stehen in der Anlage zum Gesetz:

CO2 je m² und Jahr Mieter Vermieter
unter 12 kg 100 % 0 %
12 bis unter 17 kg 90 % 10 %
17 bis unter 22 kg 80 % 20 %
22 bis unter 27 kg 70 % 30 %
27 bis unter 32 kg 60 % 40 %
32 bis unter 37 kg 50 % 50 %
37 bis unter 42 kg 40 % 60 %
42 bis unter 47 kg 30 % 70 %
47 bis unter 52 kg 20 % 80 %
ab 52 kg 5 % 95 %

Beispiel (eigene Rechnung): Ein Mehrfamilienhaus mit 600 Quadratmetern verbraucht 120.000 Kilowattstunden Gas, das sind 21.767 Kilogramm CO2 oder 36,3 Kilogramm je Quadratmeter: Stufe 50 zu 50. Bei 65 Euro je Tonne fallen 1.683,71 Euro an, davon trägt der Vermieter 841,85 Euro.

Bei Nichtwohngebäuden wie Läden oder Büros tragen Mieter höchstens 50 Prozent (§ 8 CO2KostAufG); das angekündigte Stufenmodell dafür ist nicht umgesetzt. Stehen Denkmalschutz, ein Anschluss- und Benutzungszwang oder eine Erhaltungssatzung einer Sanierung entgegen, halbiert sich der Vermieteranteil (§ 9). Stehen Vorgaben sowohl der Gebäudesanierung als auch der Heizungserneuerung entgegen, entfällt die Aufteilung.

Eigene Gastherme: Erstattung beantragen

Kaufst du Gas selbst, etwa für eine Gasetagenheizung, forderst du den Vermieteranteil innerhalb von zwölf Monaten nach der Lieferantenabrechnung in Textform zurück (§ 6 Abs. 2 CO2KostAufG). Beispiel: 80 Quadratmeter, 12.000 Kilowattstunden, also 27,2 Kilogramm je Quadratmeter und Stufe 60 zu 40. Von 168,37 Euro CO2-Kosten erhältst du 67,35 Euro zurück (eigene Rechnung, 65 Euro je Tonne). Kochst du auch mit dem Gas, kürzt sich der Anspruch um 5 Prozent (§ 6 Abs. 3).

Welcher CO2-Preis 2027 in der Abrechnung zählt

Für Rechnung und Aufteilung gilt ein gesetzlicher Wert (§ 4 CO2KostAufG): 2026 der Mittelwert des Korridors, also 60 Euro. Ab 2027 zählt der Durchschnittspreis der Versteigerungen vom 1. Juli bis 30. November des Vorjahres, den das Umweltbundesamt spätestens zehn Werktage vor Jahresbeginn veröffentlicht. Da die bis August ausgewerteten Versteigerungen alle bei 65 Euro lagen, rechnen wir mit 65 Euro. Amtlich ist der Wert erst nach der Veröffentlichung.

Neue Gas- oder Ölheizung: ab 2028 hälftig

Seit einer Änderung vom 23. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226) heißt das Gebäudeenergiegesetz Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Für Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 in Bestandsgebäude eingebaut werden, teilen Mieter und Vermieter ab 1. Januar 2028 die CO2-Kosten und Gasnetzentgelte hälftig (§ 5a CO2KostAufG). Für bestimmte Härtefälle gibt es Ausnahmen (§ 5d).

So erscheint der CO2-Preis in Rechnung und Heizkostenabrechnung

Die Rechnung deines Gas-, Öl- oder Wärmelieferanten nennt nach § 3 CO2KostAufG die Emissionen in Kilogramm, den CO2-Kostenanteil inklusive Umsatzsteuer, den heizwertbezogenen Emissionsfaktor, den Energiegehalt in Kilowattstunden und einen Hinweis auf Erstattungsansprüche. In der Heizkostenabrechnung muss der Vermieter deinen Anteil, die Einstufung des Gebäudes und die Berechnungsgrundlagen ausweisen. Fehlt das, darfst du deinen Heizkostenanteil um 3 Prozent kürzen (§ 7 Abs. 3 und 4 CO2KostAufG).

  1. CO2-Zeile suchen: Steht dein Anteil an den CO2-Kosten gesondert in der Abrechnung?
  2. Einstufung prüfen: Passt der Ausstoß je Quadratmeter zur Stufe in der Tabelle?
  3. Nachrechnen: Emissionen laut Lieferantenrechnung geteilt durch die Wohnfläche des Gebäudes.
  4. Kürzen: Fehlen die Angaben, ziehst du 3 Prozent ab und begründest das schriftlich.
  5. Zügig reagieren: Wie du Einwände formulierst, zeigt unser Ratgeber Nebenkostenabrechnung prüfen.

In einer Eigentumswohnung stecken die CO2-Kosten der Zentralheizung im Hausgeld. Vermietest du die Wohnung, gilt für deine Mieter die Aufteilung nach dem CO2KostAufG. Der CO2-Preis 2027 landet dann je nach Einstufung ganz oder teilweise bei ihnen.

Entlastungen: Pendlerpauschale, Wohngeld – und kein Klimageld

Die Einnahmen aus dem nationalen Emissionshandel fließen laut DEHSt in den Klima- und Transformationsfonds (KTF). Ein Klimageld, also eine direkte Rückzahlung pro Kopf, ist gesetzlich nicht geregelt. Als Ausgleich für den CO2-Preis 2027 solltest du deshalb keine Auszahlung einplanen.

Berufspendler setzen nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG 0,38 Euro je vollem Entfernungskilometer und Arbeitstag an, ab dem ersten Kilometer, höchstens 4.500 Euro im Jahr, außer mit eigenem oder überlassenem Auto. Das gleicht den CO2-Preis 2027 nicht direkt aus, senkt aber die Steuer. Details erklärt der Ratgeber Pendlerpauschale.

Beim Wohngeld steckt eine eigene CO2-Entlastung in der Berechnung: monatlich 14,40 Euro für eine Person, 18,60 Euro für zwei und je 3,60 Euro mehr für jedes weitere Haushaltsmitglied (§ 12 Abs. 6 WoGG). Der Betrag wird der Miete hinzugerechnet. Ob du Anspruch hast, prüft der Wohngeld-Rechner.

Ab 2028: Der EU-Emissionshandel ETS 2 übernimmt

Mit der Richtlinie (EU) 2023/959 hat die EU einen eigenen Emissionshandel für Gebäude, Straßenverkehr und weitere Sektoren beschlossen. Die Abgabepflicht startet laut DEHSt am 1. Januar 2028, ein Jahr später als geplant. Die Verschiebung steht in Artikel 2 der Verordnung (EU) 2026/667 vom 11. März 2026. Deshalb braucht es den nationalen CO2-Preis 2027 als Brücke.

Im ETS 2 gibt es keinen Korridor, der Preis bildet sich am Markt. Liegt er zwei Monate in Folge über 45 Euro in Preisen von 2020, gibt die EU zusätzliche Zertifikate aus einer Marktstabilitätsreserve frei. So beschreibt es das Umweltbundesamt für die Richtlinie von 2023. Das ist eine Bremse, kein Deckel. Für Brennstoffe, die dann unter den ETS 2 fallen, entfallen die Pflichten nach dem BEHG.

CO2-Preis 2027 und 2028: Was Prognosen hergeben

Für 2027 sieht der Bundestagsbeschluss die Spanne vor, im Durchschnitt erwartet der Umweltausschuss gut 66 Euro wie 2026. Eine Prognose für den CO2-Preis 2027 braucht es also kaum. Offen ist 2028. Das Umweltbundesamt nennt Preisprognosen dafür in seinen Rahmendaten für die Treibhausgas-Projektionen 2026 ausdrücklich höchst unsicher.

Für seine Modelle unterstellt das Amt deshalb einen Anstieg um 15 Euro pro Jahr: 95 Euro für 2028 und 125 Euro für 2030, nominal. Das ist eine Modellannahme, keine Vorhersage. Sie stammt von Ende 2025; den Korridor für 2027 hat das Amt darin bewusst nicht berücksichtigt. Eine dort zitierte Studienauswertung fand für den ETS 2 im Jahr 2030 Preisannahmen zwischen 51 und 384 Euro je Tonne (Preise von 2023). Die Erwartungen der EU-Kommission liegen laut UBA darunter.

Was hieße die UBA-Annahme von 95 Euro für unsere Beispielhaushalte? Die Tabelle zeigt eine Größenordnung, keine Erwartung (eigene Rechnung, brutto).

Beispielhaushalt 2027 bei 65 €/t Szenario 95 €/t Differenz
Gasheizung, 20.000 kWh 280,62 € 410,13 € +129,52 €
Ölheizung, 2.000 l 414,02 € 605,11 € +191,09 €
Benziner, 840 l 155,56 € 227,36 € +71,80 €
Diesel, 720 l 149,05 € 217,84 € +68,79 €

Sparen trotz CO2-Preis 2027: Heizen, Tanken, Umstieg

Den größten Hebel hast du beim Verbrauch: Jede eingesparte Kilowattstunde spart Energiepreis und CO2-Aufschlag. Wer 2.000 von 20.000 Kilowattstunden Gas spart, spart allein beim CO2-Anteil rund 28 Euro im Jahr, den Gaspreis für diese Menge obendrauf.

Heizen: Das Umweltbundesamt empfiehlt im Wohnbereich möglichst höchstens 20 Grad, in der Küche 18 und im Schlafzimmer 17 Grad. Geschlossene Rollläden können nachts die Wärmeverluste durch das Fenster um etwa 20 Prozent verringern.

Fahren: Ein um 0,5 bar zu niedriger Reifendruck erhöht den Verbrauch laut Umweltbundesamt um etwa 5 Prozent, ein Dachgepäckträger bei 130 km/h um bis zu 25 Prozent, die Klimaanlage im Schnitt um 10 bis 15 Prozent.

Heizungstausch: Der CO2-Anteil allein ist selten ein Grund, eine funktionierende Heizung sofort zu ersetzen. Wer aber nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gas- oder Ölheizung in ein Bestandsgebäude einbaut, muss ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder bestimmten Wasserstoffarten erzeugen (§ 43 GModG). Alternativ zählen etwa Solarthermie oder eine Wärmepumpen-Hybridheizung (§ 43 Abs. 3 bis 5).

Welche Pflichten für dein Haus gelten, erklärt der Ratgeber Sanierungspflicht. Zuschüsse findest du unter KfW-Förderung, die Finanzierung im Ratgeber Modernisierungskredit.

Häufige Fragen zum CO2-Preis 2027

Wie hoch ist der CO2-Preis 2027?

Nach dem Beschluss des Bundestags vom 15. Oktober 2026 soll der CO2-Preis 2027 wie 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegen. Die Zertifikate werden versteigert, der Preis bildet sich innerhalb der Spanne. Der Bundesrat muss sich noch im zweiten Durchgang mit dem Gesetz befassen, danach folgt die Verkündung.

Bleibt der CO2-Preis 2027 stabil?

Gegenüber 2026 ja, wenn das Gesetz in Kraft tritt. Der Umweltausschuss des Bundestags erwartet für 2027 einen Durchschnittspreis exakt auf dem Niveau von 2026, also knapp über 66 Euro je Tonne, einschließlich der Verkäufe nach den Versteigerungen. Gegenüber 2025 mit festen 55 Euro bedeutet das aber gut 11 Euro je Tonne mehr.

Was kostet der CO2-Preis 2027 bei Gas je Kilowattstunde?

Je abgerechneter Kilowattstunde Erdgas entstehen nach der EBeV 2030 rund 0,181 Kilogramm CO2. Bei 55 bis 65 Euro je Tonne sind das netto 1,00 bis 1,18 Cent, mit Umsatzsteuer 1,19 bis 1,40 Cent. Für 20.000 Kilowattstunden ergibt das brutto rund 237 bis 281 Euro im Jahr.

Wie viel macht der CO2-Preis 2027 beim Benzin aus?

Ein Liter fossiles Benzin verursacht 2,394 Kilogramm CO2. Daraus folgen netto 13,17 bis 15,56 Cent je Liter, brutto 15,67 bis 18,52 Cent. Bei E5 und E10 liegt der Aufschlag etwas niedriger, weil für nachhaltige Bioanteile kein CO2-Preis anfällt. Bei 840 Litern im Jahr sind es brutto rund 132 bis 156 Euro.

Was bedeutet der CO2-Preis 2027 für Diesel und Heizöl?

Diesel und leichtes Heizöl haben in der EBeV 2030 dieselben Standardwerte: 2,676 Kilogramm CO2 je Liter. Der Aufschlag beträgt netto 14,72 bis 17,40 Cent und brutto 17,52 bis 20,70 Cent je Liter. Eine Ölheizung mit 2.000 Litern im Jahr kommt auf rund 350 bis 414 Euro CO2-Kosten.

Gilt 2027 schon der EU-CO2-Preis?

Nein. Der EU-Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) wurde um ein Jahr verschoben, die Abgabepflicht startet am 1. Januar 2028. Deshalb will Deutschland seinen nationalen Korridor verlängern. Ohne diese Änderung würde sich der deutsche Preis 2027 nach geltendem Recht am Emissionshandel für Kraftwerke und Industrie (ETS 1) orientieren.

Wie hoch wird der CO2-Preis 2028?

Das weiß niemand. Ab 2028 bildet sich der Preis im ETS 2 am Markt, gedämpft durch eine Marktstabilitätsreserve. Das Umweltbundesamt unterstellt für Modellrechnungen 95 Euro je Tonne für 2028, nennt Prognosen aber höchst unsicher. Studien kommen für 2030 auf 51 bis 384 Euro je Tonne (Preise von 2023).

Muss ich als Mieter den CO2-Preis 2027 voll bezahlen?

Grundsätzlich nur in sehr effizienten Gebäuden. Nach dem CO2KostAufG zahlst du 100 Prozent, wenn das Gebäude weniger als 12 Kilogramm CO2 je Quadratmeter und Jahr ausstößt oder wenn Vorgaben sowohl einer Sanierung als auch einer Heizungserneuerung entgegenstehen (§ 9 Abs. 2). Mit höherem Ausstoß steigt der Vermieteranteil stufenweise bis 95 Prozent. Heizt du selbst, forderst du den Vermieteranteil binnen zwölf Monaten zurück.

Quellen & weiterführende Informationen

Fazit: CO2-Preis 2027 – stabil, aber nicht billig

Der CO2-Preis 2027 bringt keine neue Erhöhung: Wie 2026 gilt der Korridor von 55 bis 65 Euro, sobald Bundesrat und Verkündung abgeschlossen sind. Weil die bis Ende August ausgewerteten Versteigerungen 2026 alle beim Höchstpreis lagen, rechnest du realistisch mit 65 Euro. Das sind rund 1,40 Cent je Kilowattstunde Gas und gut 20 Cent je Liter Heizöl oder Diesel.

Teurer werden kann es ab 2028, wenn der europäische Markt den Preis bestimmt. Nutze das Übergangsjahr: Verbrauch senken, die CO2-Aufteilung in der Heizkostenabrechnung prüfen und einen anstehenden Heizungstausch mit Förderung planen.


Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Energieberatung. Der Gesetzesbeschluss des Bundestags vom 15. Oktober 2026 zum CO2-Preis 2027 war bei Redaktionsschluss noch nicht im Bundesgesetzblatt verkündet. Alle Aufschläge und Beispiele sind eigene Berechnungen mit den Standardwerten der EBeV 2030; tatsächliche Preise hängen von Lieferant, Bioanteil und Marktlage ab. Stand: 23. Oktober 2026.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.