Mit dem Zinseszinsrechner siehst du in Sekunden, wie aus Startkapital und Sparrate über die Jahre ein Vermögen wird — und wie viel davon nicht du, sondern der Zinseszins beisteuert. Startkapital, Sparrate, Zinssatz und Laufzeit eingeben, optional Dynamik, Zinsgutschrift, Abgeltungsteuer und Inflation wählen: Der Zinseszinsrechner zeigt Endkapital, Zinsen, den Anteil der Zinsen auf Zinsen, die exakte Verdopplungszeit, den Effektivzins bei unterjähriger Gutschrift und die Kaufkraft des Endkapitals in heutigen Preisen — Jahr für Jahr als Tabelle und Diagramm. Die Gegenrichtung — welche Rendite pro Jahr aus Anfangs- und Endwert folgt — liefert der Renditerechner.

Das Wichtigste in Kürze

  • 10.000 € Startkapital plus 100 € im Monat werden bei 5 Prozent in 20 Jahren zu 67.287 € — eingezahlt sind 34.000 €, 33.287 € sind Zinsen, davon 11.237 € reine Zinseszinsen.
  • Zeit schlägt Rate: 200 € im Monat bei 6 Prozent bringen nach 20 Jahren 91.155 €, nach 40 Jahren 383.500 € — bei nur doppelter Einzahlung das Vierfache.
  • Die 72er-Regel schätzt die Verdopplung, der Zinseszinsrechner rechnet sie exakt: bei 5 Prozent 14,2 Jahre, bei 2 Prozent 35 Jahre.
  • Über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € kostet die Abgeltungsteuer 26,375 Prozent — im Beispiel 3.648 € über 20 Jahre, das Endkapital sinkt auf 62.757 €.
  • Deutsche Banken zahlten privaten Haushalten im Juli 2026 laut Bundesbank im Neugeschäft 2,22 Prozent für Festgeld bis ein Jahr, 2,70 Prozent über zwei Jahre und 0,50 Prozent auf täglich fällige Einlagen.

Was 2026 gilt: Zinsen, Steuern und Inflation hinter dem Zinseszinsrechner

Der Zinseszinsrechner ist reine Mathematik, aber die Eingaben kommen aus der Wirklichkeit. Nach der Zinsstatistik der Bundesbank (Stand 2. September 2026) zahlten deutsche Banken privaten Haushalten im Juli 2026 im Neugeschäft 0,50 Prozent auf täglich fällige Einlagen, 2,22 Prozent für Einlagen mit Laufzeit bis ein Jahr, 2,58 Prozent für ein bis zwei Jahre und 2,70 Prozent für längere Laufzeiten; Sparkonten mit dreimonatiger Kündigungsfrist brachten 0,72 Prozent. Im Euroraum insgesamt lagen die Sätze laut MFI-Zinsstatistik bei 2,10 Prozent für Festgeld bis ein Jahr und 0,28 Prozent für täglich fällige Einlagen. Einzelne Tagesgeld- und Festgeldangebote liegen darüber; welche, zeigt der Tagesgeld-Vergleich.

Gegen die Zinsen steht die Teuerung: Im August 2026 lag die Inflationsrate laut Statistischem Bundesamt vorläufig bei 2,9 Prozent, im Jahresdurchschnitt 2025 bei 2,2 Prozent. Wer mit 1 Prozent auf dem Tagesgeld rechnet, verliert real Kaufkraft — der Zinseszinsrechner zeigt das in der Kaufkraft-Zeile. Und auf Zinsen über dem Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung) fällt nach § 32d EStG Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag an, zusammen 26,375 Prozent.

Die Eingabefelder im Detail: was der Zinseszinsrechner wissen will

Startkapital und Sparrate

Das Startkapital ist der Betrag, der heute schon angelegt ist; die Sparrate fließt jeden Monat zu Monatsbeginn dazu. Beides darf null sein — wer nur wissen will, was ein Einmalbetrag macht, lässt die Rate leer, wer bei null anfängt, das Startkapital. Der Zinseszinsrechner weist am Ende getrennt aus, wie viel aus Einzahlungen und wie viel aus Zinsen stammt.

Dynamik

Mit der Dynamik steigt die Sparrate jedes Jahr um den eingetragenen Prozentsatz, so wie ein Gehalt. 2 Prozent Dynamik verwandeln 200 € Monatsrate über 30 Jahre in 97.363 € Einzahlungen statt 72.000 € — und das Endkapital bei 6 Prozent von 195.906 € in 243.595 €. Wer seine Sparrate an jede Gehaltserhöhung koppelt, nutzt den Zinseszins doppelt; was eine Erhöhung netto bringt, zeigt der Gehaltserhöhungs-Rechner.

Zinssatz oder Rendite

Für Tagesgeld und Festgeld trägst du den Angebotszins ein, für ein ETF-Depot eine erwartete Durchschnittsrendite. Breit gestreute Aktienfonds haben über Jahrzehnte nominal rund 7 bis 9 Prozent im Jahr erzielt, schwanken aber stark; für die Planung sind 5 bis 6 Prozent eine vorsichtige Annahme. Der Zinseszinsrechner unterstellt einen konstanten Satz — bei Aktien ist das ein Durchschnitt, nicht die Realität einzelner Jahre.

Laufzeit

Bis zu 60 Jahre, damit auch ein Sparplan fürs Enkelkind oder die Rente mit 67 ab dem ersten Job rechenbar ist. Die Jahrestabelle zeigt bei langen Laufzeiten jedes zweite Jahr, das Diagramm jedes Jahr.

Zinsgutschrift

Jährlich ist der Standard bei Festgeld, Sparplänen und den meisten Tagesgeldkonten; einige schreiben vierteljährlich oder monatlich gut. Der Zinseszinsrechner rechnet innerhalb der Periode mit einfachen Zinsen und ab der Gutschrift mit Zinseszins — genau wie die Bank. Monatliche Gutschrift hebt 5 Prozent nominal auf 5,12 Prozent effektiv; aus 10.000 € werden in 20 Jahren 27.126 € statt 26.533 €.

Abgeltungsteuer

Schaltest du die Steuer ein, zieht der Zinseszinsrechner am Jahresende 26,375 Prozent von den Zinsen ab, die über dem gewählten Pauschbetrag liegen — nach dem Zuflussprinzip, also auf die im Jahr gutgeschriebenen Zinsen. Kirchensteuer bleibt außen vor, sie erhöht den Satz auf rund 28 Prozent; Fondsanleger zahlen stattdessen die Vorabpauschale, die der Vorabpauschale-Rechner berechnet.

Inflation

Die Inflationsrate verändert das Endkapital nicht, aber seine Bedeutung: Der Zinseszinsrechner rechnet das Ergebnis in heutige Kaufkraft um. 67.287 € in 20 Jahren sind bei 2 Prozent Teuerung heute 45.282 € wert — noch immer 33 Prozent mehr als die Einzahlungen, aber deutlich weniger als die nominale Verdopplung suggeriert.

Rechenbeispiel: 10.000 € und 100 € im Monat im Zinseszinsrechner

5 Prozent Zins, jährliche Gutschrift, 20 Jahre. Eingezahlt werden 10.000 € Startkapital und 24.000 € Sparraten, zusammen 34.000 €. Das Endkapital beträgt 67.287 €, die Zinsen 33.287 €. Davon sind 11.237 € Zinsen auf Zinsen — hätte die Bank jedes Jahr nur die Einzahlungen verzinst und die Zinsen beiseitegelegt, stünden am Ende 56.050 € auf dem Konto. Die Verdopplungszeit des Kapitals liegt bei 14,2 Jahren, die Faustformel 72 geteilt durch 5 nennt 14,4.

Mit Abgeltungsteuer und 1.000 € Pauschbetrag sinkt das Endkapital auf 62.757 €: In den ersten Jahren bleiben die Zinsen unter dem Pauschbetrag, ab dem siebten Jahr greift die Steuer, insgesamt 3.648 €. Der Zinseszinsrechner zeigt in der Jahrestabelle, ab wann das passiert — ein Argument, den Pauschbetrag mit einem Freistellungsauftrag jedes Jahr auszuschöpfen.

Laufzeit bei 2 % bei 4 % bei 6 % bei 8 %
10 Jahre 12.190 € 14.802 € 17.908 € 21.589 €
20 Jahre 14.859 € 21.911 € 32.071 € 46.610 €
30 Jahre 18.114 € 32.434 € 57.435 € 100.627 €

Endkapital aus 10.000 € ohne weitere Einzahlungen, jährliche Gutschrift, vor Steuern. Bei 8 Prozent und 30 Jahren stammen 66.627 € der 90.627 € Zinsen aus Zinseszinsen — ohne den Effekt wären es 34.000 €. Die Tabelle zeigt, warum ein Prozentpunkt mehr Rendite über lange Zeit stärker wirkt als jede Sparanstrengung.

Monatliches Sparen: der Turbo im Zinseszinsrechner

Richtig spannend wird es mit regelmäßigen Einzahlungen. 200 € im Monat bei 6 Prozent bringen nach zehn Jahren 32.662 € (eingezahlt 24.000 €), nach 20 Jahren 91.155 € (48.000 €), nach 30 Jahren 195.906 € (72.000 €) und nach 40 Jahren 383.500 € — bei 96.000 € Einzahlungen. Der Anteil der Zinseszinsen an den Zinsen wächst dabei von 16 auf 60 Prozent: Je länger die Laufzeit, desto mehr arbeitet das Geld für sich selbst. Der Zinseszinsrechner macht das in der Zeile „Davon Zinseszins“ sichtbar.

Daraus folgt die wichtigste Regel des Vermögensaufbaus: Wer mit 25 statt mit 35 anfängt, braucht für dasselbe Ziel weniger als die halbe Sparrate. 100 € im Monat ab 25 ergeben bei 6 Prozent bis 65 rund 191.750 €; ab 35 sind es mit 200 € bis 65 nur 195.906 € — doppelte Rate, gleiches Ergebnis. Für die Feinplanung einer Rate auf ein Ziel hin gibt es den Sparziel-Rechner, für die ETF-Basics den Ratgeber ETF einfach erklärt.

Was der Zinseszins-Effekt ist — und was er nicht ist

Zinseszins bedeutet, dass die Zinsen eines Jahres im nächsten Jahr mitverzinst werden. Aus 10.000 € werden bei 5 Prozent nach einem Jahr 10.500 €; im zweiten Jahr gibt es die 5 Prozent auf 10.500 €, also 525 € statt 500 €. Der Unterschied ist zu Beginn winzig und nach 30 Jahren gewaltig: 43.219 € statt 25.000 €. Der Zinseszinsrechner trennt beide Teile, weil die Trennung die eigentliche Erkenntnis ist — nicht die Höhe des Zinses entscheidet, sondern die Zahl der Jahre, in denen er auf Zinsen wirkt.

Zwei Missverständnisse hält der Zinseszinsrechner aus. Erstens: Bei Aktien und ETFs gibt es keine Zinsen, sondern Kursgewinne und Ausschüttungen; der Effekt funktioniert trotzdem, weil Gewinne im Depot bleiben und weiter wachsen — nur eben nicht gleichmäßig. Zweitens: Das Einstein-Zitat vom „achten Weltwunder“ ist nicht belegt. Die Mathematik braucht keinen Kronzeugen.

Die Formel hinter dem Zinseszinsrechner

Für einen Einmalbetrag gilt Endkapital gleich Startkapital mal 1 plus Zinssatz hoch Jahre: 10.000 € mal 1,05 hoch 20 sind 26.533 €. Mit Sparrate wird die Formel sperrig, weil jede Rate unterschiedlich lange verzinst wird; der Zinseszinsrechner simuliert deshalb Monat für Monat mit der Bankmethode. Für einen Sparplan mit jährlicher Gutschrift lautet die Kurzformel Rate mal 12 mal 1 plus Zinssatz hoch Jahre minus 1, geteilt durch den Zinssatz — plus die Zinsen innerhalb des Jahres, die Banken mit der Zinstage-Methode berechnen.

Bei unterjähriger Gutschrift steigt der Effektivzins: 1 plus Zinssatz geteilt durch die Perioden, hoch Perioden, minus 1. Aus 5 Prozent nominal werden bei monatlicher Gutschrift 5,12 Prozent, bei vierteljährlicher 5,09 Prozent. Der Zinseszinsrechner zeigt beide Sätze, sobald du eine unterjährige Gutschrift wählst.

Die 72er-Regel: Verdopplung im Kopf, exakt im Zinseszinsrechner

Teile 72 durch den Zinssatz, und du hast ungefähr die Jahre bis zur Verdopplung: 72 durch 6 gleich 12. Exakt ist es der Logarithmus von 2 geteilt durch den Logarithmus von 1 plus Zinssatz — bei 6 Prozent 11,9 Jahre, bei 2 Prozent 35,0 statt 36 Jahre, bei 10 Prozent 7,3 statt 7,2 Jahre. Die Faustregel trifft zwischen 6 und 8 Prozent am besten; darunter überschätzt sie die Dauer leicht. Der Zinseszinsrechner nennt beide Werte nebeneinander.

Die Regel zeigt auch, warum ein Prozentpunkt so viel ausmacht: Bei 4 Prozent verdoppelt sich Geld in 17,7 Jahren, bei 5 Prozent in 14,2 — in 40 Jahren sind das zweieinhalb Verdopplungen gegenüber fast drei. Aus 10.000 € werden 48.010 € statt 70.400 €.

Steuern im Zinseszinsrechner: Pauschbetrag, Zuflussprinzip, Vorabpauschale

Die Abgeltungsteuer bremst den Zinseszins, weil sie jedes Jahr einen Teil der Zinsen abschöpft, bevor sie sich wieder verzinsen können. Bei 50.000 € Festgeld zu 2,5 Prozent fallen im Jahr 1.250 € Zinsen an; 250 € liegen über dem Pauschbetrag und kosten 65,94 € Steuer. Über zehn Jahre summiert sich das im Zinseszinsrechner auf 1.029 € — das Endkapital sinkt von 63.900 € auf 62.871 €. Wer zusammen veranlagt wird, hat 2.000 € Pauschbetrag und zahlt in diesem Beispiel nichts.

Wichtig ist das Zuflussprinzip: Die Steuer entsteht in dem Jahr, in dem die Zinsen gutgeschrieben werden. Festgeld mit Zinszahlung erst am Laufzeitende bündelt alle Zinsen in einem Jahr und verschenkt die Pauschbeträge der Zwischenjahre; wie groß der Unterschied ist, zeigt der Festgeldrechner. Bei thesaurierenden Fonds ersetzt die Vorabpauschale die Zinsbesteuerung — 2026 mit einem Basiszins von 3,20 Prozent, also 2,24 Prozent des Fondswerts als fiktiver Ertrag. Kursgewinne werden erst beim Verkauf besteuert, was den Zinseszins im Depot weitgehend ungebremst lässt.

Inflation und Realzins: was der Zinseszins wirklich bringt

Nominal verdoppelt sich Geld bei 5 Prozent in 14,2 Jahren, real bei 2 Prozent Inflation erst in rund 24 Jahren, weil nur der Realzins von 2,94 Prozent zählt. Der Zinseszinsrechner rechnet das Endkapital deshalb in heutige Kaufkraft um: Aus den 67.287 € des Beispiels werden 45.282 €. Bei 1 Prozent Zins und 2,9 Prozent Inflation, der Lage im August 2026 auf vielen Tagesgeldkonten, schrumpft die Kaufkraft trotz 4.768 € Zinsen um ein Drittel — 34.000 € Einzahlungen sind am Ende real 21.886 € wert. Welche Anlagen die Inflation langfristig schlagen, erklärt der Inflationsrechner.

Der Zinseszins gegen dich: Dispo und Kreditkarte

Der Effekt kennt keine Richtung. Bei Schulden arbeitet er mit deutlich höheren Sätzen gegen dich: Eine stehende Dispo-Schuld von 3.000 € bei 11 Prozent wächst rechnerisch in 6,6 Jahren auf 6.000 € — die 72er-Regel gilt auch hier. Wer dauerhaft im Minus steht, sollte zuerst den Dispo ablösen, bevor er spart; keine sichere Anlage schlägt die Rendite einer getilgten zweistelligen Schuld. Trage im Zinseszinsrechner die Schuld als Startkapital und den Dispozins ein, um die Größenordnung zu sehen; was der Dispo konkret kostet, rechnet der Dispo-Rechner vor.

Sicherheit und Streuung: wo der Zinseszins arbeiten darf

Sichere Zinsen gibt es auf Tagesgeld und Festgeld, geschützt bis 100.000 € je Kunde und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung; wer mehr anlegt, verteilt auf mehrere Banken, wie der Ratgeber Einlagensicherung erklärt. Höhere Renditen sind langfristig mit breit gestreuten Aktien-ETFs realistisch, dafür schwankt der Wert zwischendurch — ein Sparplan glättet die Einstiegskurse. Für den Notgroschen gilt eine andere Regel: Er gehört aufs Tagesgeld, nicht ins Depot, wie viel, sagt der Notgroschen-Rechner.

Rechne im Zinseszinsrechner konservativ: Wer mit 8 Prozent plant und 5 bekommt, verfehlt sein Ziel um mehr als die Hälfte, wie die Tabelle oben zeigt. Besser mit 5 Prozent kalkulieren und sich über jedes bessere Jahr freuen. Und Kosten mitdenken: Ein Fonds mit 1,5 Prozent Gebühren statt 0,2 Prozent kostet über 30 Jahre bei 6 Prozent Bruttorendite rund ein Viertel des Endkapitals.

Sparrate oder Einmalanlage: was der Zinseszinsrechner über Timing verrät

Wer 24.000 € zur Verfügung hat, kann sie sofort anlegen oder über zehn Jahre als 200 € Monatsrate verteilen. Bei 6 Prozent bringt die Einmalanlage nach zehn Jahren 42.980 €, der Sparplan 32.662 € — die Einmalanlage gewinnt klar, weil jeder Euro von Anfang an arbeitet. Der Sparplan hat trotzdem seinen Platz: Er ist die einzige Möglichkeit, Geld anzulegen, das erst noch verdient wird, und er nimmt bei schwankenden Kursen die Angst vor dem falschen Einstiegszeitpunkt.

Umgekehrt zeigt der Rechner, was ein Jahr Aufschub kostet. Beim 200-€-Sparplan mit 6 Prozent über 30 Jahre fehlen am Ende rund 13.400 €, wenn du erst in zwölf Monaten beginnst — mehr als die 2.400 €, die du in diesem Jahr eingezahlt hättest, weil das erste Jahr am längsten verzinst wird. Das gilt auch für Pausen: Wer zehn Jahre vor dem Ziel aussetzt, verliert die stärksten Jahre der Kurve.

Sonderfälle: was der Zinseszinsrechner vereinfacht

Der Zinssatz bleibt über die Laufzeit konstant, Sparraten fließen zu Monatsbeginn, die Zinsgutschrift folgt der Bankmethode mit 30 Zinstagen je Monat. Reale Konten rechnen taggenau nach der deutschen Zinsmethode, Aktienrenditen schwanken, Zinsen ändern sich mit dem Markt. Steuer wird nur als Abgeltungsteuer ohne Kirchensteuer abgebildet, Fondskosten und Depotgebühren sind nicht enthalten. Für Entnahmen im Ruhestand gilt die Gegenrichtung, die der Entnahmerechner abbildet; wann das Depot groß genug ist, zeigt der Finanzielle-Freiheit-Rechner.

Häufige Fragen zum Zinseszinsrechner

Wie funktioniert der Zinseszinsrechner?

Er simuliert das Guthaben Monat für Monat: Sparraten werden addiert, Zinsen innerhalb der Gutschriftsperiode einfach berechnet und bei der Gutschrift dem Kapital zugeschlagen, ab dann mitverzinst. Optional zieht er am Jahresende die Abgeltungsteuer ab und rechnet das Ergebnis mit der Inflation in heutige Kaufkraft um.

Was ist der Unterschied zwischen Zins und Zinseszins?

Zins ist die Vergütung auf das eingezahlte Kapital, Zinseszins die Vergütung auf bereits gutgeschriebene Zinsen. Bei 10.000 € und 5 Prozent über 20 Jahre sind 10.000 € der 16.533 € Zinsen einfache Zinsen und 6.533 € Zinseszinsen. Der Zinseszinsrechner weist beide getrennt aus.

Mit welchem Zinssatz soll ich rechnen?

Für Tagesgeld und Festgeld mit dem Angebotszins — im Juli 2026 zahlten deutsche Banken im Schnitt 2,22 Prozent für Festgeld bis ein Jahr, gute Angebote liegen darüber. Für ETF-Depots sind 5 bis 6 Prozent eine vorsichtige, historisch begründete Annahme; garantiert ist sie nicht.

Bringt monatliche Zinsgutschrift wirklich mehr?

Ja, aber wenig: 5 Prozent nominal werden zu 5,12 Prozent effektiv, aus 10.000 € in 20 Jahren 27.126 € statt 26.533 €. Ein Zehntel Prozentpunkt mehr Zins bringt etwa denselben Effekt. Der Zinseszinsrechner zeigt den Effektivzins, sobald du die Gutschrift umstellst.

Ab wann lohnt sich der Zinseszins-Effekt richtig?

Spürbar ab etwa zehn Jahren, stark ab zwanzig: Beim 200-€-Sparplan mit 6 Prozent macht der Zinseszins nach zehn Jahren 16 Prozent der Zinsen aus, nach 30 Jahren 48 Prozent, nach 40 Jahren 60 Prozent. Der beste Zeitpunkt anzufangen ist deshalb heute.

Berücksichtigt der Zinseszinsrechner Steuern?

Auf Wunsch: Abgeltungsteuer von 26,375 Prozent auf die Zinsen über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € oder 2.000 €, jährlich nach dem Zuflussprinzip. Kirchensteuer, Vorabpauschale bei Fonds und Freistellungsaufträge bei mehreren Banken bildet er nicht ab.

Warum weicht das Ergebnis von meiner Bank ab?

Banken rechnen taggenau nach der deutschen Zinsmethode mit 30 Zinstagen je Monat und 360 im Jahr, schreiben zu unterschiedlichen Terminen gut und ziehen Steuern direkt ab. Der Zinseszinsrechner arbeitet mit Monatsschritten und Jahresgutschrift als Standard; Abweichungen von wenigen Euro sind normal, größere Unterschiede weisen auf andere Gutschriftstermine oder Gebühren hin.

Ist der Zinseszinsrechner eine Anlageberatung?

Nein. Er rechnet mit deinen Annahmen und zeigt, was Zeit, Rate und Zins mathematisch bewirken. Welche Anlage zu dir passt, hängt von Risiko, Horizont und Rücklagen ab — die Zahlen sind die Grundlage, nicht die Empfehlung.

Fazit: Zeit ist der stärkste Verbündete

Der Zinseszinsrechner macht sichtbar, was abstrakte Prozentzahlen verschleiern: Vermögensaufbau ist vor allem eine Frage der Jahre. Wer früh startet, investiert bleibt und Erträge reinvestiert, lässt die Mathematik für sich arbeiten — bis am Ende mehr aus Zinsen als aus Einzahlungen besteht. Wer die Zahl kennt, spart anders.

Stand 4. September 2026. Der Zinseszinsrechner wird bei Änderungen der Abgeltungsteuer, des Sparer-Pauschbetrags oder des Zinsumfelds aktualisiert.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.