Der Inflationsrechner zeigt dir, was die Teuerung mit deinem Geld macht — in beide Richtungen und in beide Zeitrichtungen: Wie viel Kaufkraft haben 10.000 € in zwanzig Jahren noch, was kostet dann, was heute 10.000 € kostet, und was war ein Betrag aus dem Jahr 2000 in heutigen Preisen wert? Betrag, Inflationsrate und Zeitraum eingeben, optional die Rendite deiner Anlage — der Inflationsrechner liefert Kaufkraft, Halbierungszeit, echten Realzins und im historischen Modus die amtlichen Verbraucherpreise von 1991 bis 2025.
Das Wichtigste in Kürze
- Inflation wirkt wie ein negativer Zinseszins: Bei 2 Prozent behalten 10.000 € nach 20 Jahren eine Kaufkraft von 6.730 €, nach 35 Jahren ist sie halbiert.
- 2025 lag die Inflation in Deutschland bei 2,2 Prozent, im August 2026 vorläufig bei 2,9 Prozent — Energie verteuerte sich um 10,5 Prozent.
- Seit 1991 stiegen die Verbraucherpreise um 97 Prozent, im Schnitt 2,0 Prozent pro Jahr; 10.000 € von 2000 entsprechen heute 16.146 €.
- Entscheidend ist der Realzins: 3 Prozent Zins bei 2 Prozent Inflation bringen real nur 0,98 Prozent, 1,5 Prozent Zins bei 2,9 Prozent Inflation sind ein Verlust.
- Der Inflationsrechner rechnet mit dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts (2020 = 100) und der Fisher-Formel statt einer Faustrechnung.
Was 2026 gilt: die Zahlen hinter dem Inflationsrechner
Inflation bezeichnet den allgemeinen Anstieg des Preisniveaus: Für denselben Euro bekommst du weniger Ware. Gemessen wird sie in Deutschland vom Statistischen Bundesamt über den Verbraucherpreisindex, kurz VPI. Laut der Methodenbeschreibung des Bundesamts umfasst der Warenkorb rund 700 Güterarten, für die monatlich mehrere Hunderttausend Einzelpreise erhoben werden; das Wägungsschema wird alle fünf Jahre neu festgelegt, Basisjahr ist 2020. Der Inflationsrechner nutzt genau diesen Index.
Die aktuelle Lage: Nach der Pressemitteilung vom 31. August 2026 liegt die Inflationsrate im August 2026 voraussichtlich bei 2,9 Prozent, nach 2,8 Prozent im Juli und 2,3 Prozent im Juni. Treiber ist Energie mit plus 10,5 Prozent zum Vorjahr, während Nahrungsmittel nur 0,1 Prozent teurer wurden und Dienstleistungen 2,8 Prozent. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel beträgt 2,4 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Rate laut Statistischem Bundesamt bei 2,2 Prozent, genau wie 2024.
Den Maßstab setzt die Europäische Zentralbank: Ihr Ziel sind nach der geldpolitischen Strategie 2 Prozent Inflation auf mittlere Sicht, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex — und zwar symmetrisch, Abweichungen nach unten gelten als ebenso unerwünscht wie nach oben. Deshalb ist 2 Prozent die Standardannahme im Inflationsrechner, aber nicht die einzige: Wer die Jahre 2021 bis 2023 erlebt hat, rechnet ein zweites Szenario mit 3 Prozent.
Die Eingabefelder im Detail: was der Inflationsrechner wissen will
Modus: Zukunft oder Historie
Im Zukunftsmodus rechnet der Inflationsrechner mit einer angenommenen konstanten Rate vorwärts — für Sparziele, Rente und Anlageentscheidungen. Im historischen Modus greift er auf die Jahresdurchschnitte des Verbraucherpreisindex von 1991 bis 2025 zurück und sagt dir, was ein Betrag aus einem früheren Jahr in Preisen eines späteren Jahres entspricht. Beide Modi nutzen denselben Betrag; die übrigen Felder wechseln mit dem Modus.
Betrag
Dein Erspartes, ein Notgroschen, eine erwartete Erbschaft, die geplante Monatsrente — oder der Preis eines Autos aus dem Jahr 2000, den du in heutige Euro übersetzen willst. Der Inflationsrechner behandelt den Betrag als Momentaufnahme; laufende Sparraten rechnet der Sparziel-Rechner mit Inflationsanpassung.
Inflationsrate
Voreingestellt sind 2 Prozent, das Ziel der EZB und der Durchschnitt seit 1991. Das Feld erlaubt auch negative Werte für Deflationsszenarien und hohe Werte wie die 6,9 Prozent des Jahres 2022. Für die Langfristplanung sind 2 bis 2,5 Prozent realistisch, 3 Prozent ein vorsichtiger Puffer; die tatsächliche Rate schwankt, wie der historische Modus des Inflationsrechners zeigt.
Zeitraum und Rendite
Der Zeitraum reicht bis 60 Jahre, passend für die Ruhestandsplanung. Die Rendite ist das Feld, das den Inflationsrechner von einem reinen Kaufkraftrechner unterscheidet: Trägst du den Zins deines Tagesgelds oder die erwartete Rendite deines Depots ein, siehst du den echten Realzins nach der Fisher-Gleichung und den Endwert deiner Anlage nominal und in heutiger Kaufkraft. 0 Prozent steht für Bargeld und das unverzinste Girokonto.
Ausgangs- und Zieljahr
Im historischen Modus wählst du zwei Jahre zwischen 1991 und 2025. Der Inflationsrechner zeigt den Preisgegenwert, die Kaufkraft in Gegenrichtung, die durchschnittliche jährliche Inflation des Zeitraums, das Jahr mit der höchsten und der niedrigsten Rate sowie eine Tabelle aller Jahre dazwischen. Das Ausgangsjahr darf auch nach dem Zieljahr liegen — dann rechnet er zurück.
Rechenbeispiel: 10.000 € im Inflationsrechner
10.000 € heute, 2 Prozent Inflation, 20 Jahre: Die Kaufkraft sinkt auf 6.730 €, ein Verlust von 3.270 € oder 32,7 Prozent. Umgekehrt kostet in 20 Jahren 14.859 €, was heute 10.000 € kostet. Die Halbierungszeit beträgt bei 2 Prozent exakt 35,0 Jahre, die Faustformel 70 geteilt durch 2 trifft hier genau. Bei 3 Prozent halbiert sich die Kaufkraft schon nach 23,4 Jahren, bei 5 Prozent nach 14,2 Jahren, bei den 6,9 Prozent von 2022 nach 10,4 Jahren.
Mit Rendite ändert sich das Bild: 3 Prozent Tagesgeldzins bei 2 Prozent Inflation ergeben real 0,98 Prozent — nach 20 Jahren stehen nominal 18.061 € auf dem Konto, in heutiger Kaufkraft 12.155 €. Bei 1,5 Prozent Zins und 2,9 Prozent Inflation, der Lage im August 2026, liegt der Realzins bei minus 1,36 Prozent; die Anlage wächst nominal auf 13.469 €, verliert aber real auf 7.603 €. Der Inflationsrechner zeigt beide Linien im Diagramm.
| Zeitraum | bei 1 % | bei 2 % | bei 3 % | bei 4 % | bei 5 % |
|---|---|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 9.053 € | 8.203 € | 7.441 € | 6.756 € | 6.139 € |
| 20 Jahre | 8.195 € | 6.730 € | 5.537 € | 4.564 € | 3.769 € |
| 30 Jahre | 7.419 € | 5.521 € | 4.120 € | 3.083 € | 2.314 € |
| 40 Jahre | 6.717 € | 4.529 € | 3.066 € | 2.083 € | 1.420 € |
Kaufkraft von 10.000 € in heutigen Preisen. Lies die Tabelle ruhig zweimal: Bei 3 Prozent verliert unangelegtes Geld in 40 Jahren mehr als zwei Drittel seines Werts. Genau deshalb ist „nichts riskieren und alles aufs Konto legen“ in Wahrheit eine riskante Strategie.
Der historische Modus: was Geld früher wert war
Die spannendste Funktion des Inflationsrechners ist der Blick zurück mit echten Daten. Der Verbraucherpreisindex stand 1991 bei 61,9 Punkten und 2025 bei 121,9 — die Preise haben sich also fast verdoppelt, plus 97 Prozent in 34 Jahren oder 2,01 Prozent pro Jahr. 10.000 € aus dem Jahr 2000 entsprechen 2025 einem Preisgegenwert von 16.146 €; umgekehrt bekommst du für 10.000 € heute nur noch, was 2000 rund 6.194 € gekostet hat. Seit 2015 lag der Durchschnitt mit 2,58 Prozent höher, seit 2020 stiegen die Preise um 21,9 Prozent.
Die Jahresraten zeigen, wie ungleich sich Inflation verteilt: 1992 waren es 5,0 Prozent, 2009 nur 0,3 Prozent, 2015 und 2016 je 0,5 Prozent, 2022 dann 6,9 Prozent und 2023 5,9 Prozent. Die drei Jahresraten von 2021 bis 2023 kosteten zusammen 16,7 Prozent Kaufkraft — so viel wie sonst acht normale Jahre. Der Inflationsrechner listet für jeden gewählten Zeitraum alle Jahresraten auf und markiert die höchste und die niedrigste.
Die Datenbasis: Jahresdurchschnitte des Verbraucherpreisindex mit Basis 2020 = 100, wie sie das Statistische Bundesamt im Statistischen Bericht zu den langen Reihen und in der Datenbank GENESIS führt und die Bundesbank als Zeitreihe bereitstellt. Für die Jahre 1991 bis 1994 enthält der Index den Preisaufholprozess in den neuen Bundesländern; frühere Jahre gibt es nur für das frühere Bundesgebiet, deshalb beginnt der Inflationsrechner 1991.
Die 70er-Regel und die exakte Halbierungszeit
Analog zur 72er-Regel beim Zinseszins gibt es fürs Schrumpfen eine Faustformel: 70 geteilt durch die Inflationsrate ergibt ungefähr die Jahre bis zur Halbierung der Kaufkraft. Exakt ist es der Logarithmus von 2 geteilt durch den Logarithmus von 1 plus Rate — der Inflationsrechner zeigt beide Werte nebeneinander. Bei 2 Prozent stimmen sie mit 35 Jahren überein, bei 7 Prozent liegt die Faustformel mit 10,0 Jahren knapp unter den exakten 10,2 Jahren. Wer 30 ist und fürs Alter plant, sollte Ruhestandsbeträge nie in heutigen Preisen denken: Aus 2.000 € Monatsbudget werden bei 2 Prozent in 35 Jahren 4.000 €.
Realzins nach Fisher: warum der Inflationsrechner nicht einfach subtrahiert
Die gängige Faustrechnung lautet Realzins gleich Zins minus Inflation. Sie ist nur eine Näherung: Korrekt ist die Fisher-Gleichung, bei der 1 plus Nominalzins durch 1 plus Inflation geteilt wird. Bei 3 Prozent Zins und 2 Prozent Inflation ergibt das 0,98 statt 1,00 Prozent — klein, aber bei hohen Raten wächst der Unterschied: 8 Prozent Rendite bei 6,9 Prozent Inflation sind real 1,03 Prozent, nicht 1,1. Der Inflationsrechner rechnet exakt und weist den Endwert der Anlage in heutiger Kaufkraft aus.
Die Konsequenz für die Geldanlage: Ein Girokonto ohne Zinsen bedeutet ein garantiertes reales Minus in Höhe der Inflationsrate. Notgroschen und kurzfristige Ziele gehören auf gut verzinstes Tagesgeld, dessen Zins die Inflation wenigstens annähernd ausgleicht; wie sich Zinsen über Jahre aufbauen, zeigt der Zinseszinsrechner mit denselben Eingaben in der Gegenrichtung. Langfristiges Vermögen braucht eine Rendite deutlich über der Inflation — historisch haben breit gestreute Aktien-ETFs das am zuverlässigsten geschafft, sichere Zinsanlagen mal knapp, mal nicht.
Inflation und Steuern: die doppelte Belastung
Ein unangenehmes Detail, das der Inflationsrechner sichtbar macht: Die Abgeltungsteuer besteuert nominale Erträge — auch wenn real nichts übrig bleibt. 3 Prozent Zins bei 2,5 Prozent Inflation ergeben real 0,49 Prozent. Versteuert werden aber die vollen 3 Prozent; nach 26,375 Prozent Steuer bleiben nominal 2,21 Prozent, real also ein Minus von 0,28 Prozent, obwohl auf dem Papier alles nach Gewinn aussieht. Diese Besteuerung der Inflation ist ein weiteres Argument, den Sparer-Pauschbetrag per Freistellungsauftrag voll auszuschöpfen; was die Steuer konkret kostet, rechnet der Abgeltungssteuer-Rechner vor.
Rente, Sparziele, Gehalt, Kredite: wo du den Inflationsrechner brauchst
Altersvorsorge: Wer in 30 Jahren 2.000 € Monatsbudget will, braucht bei 2 Prozent Inflation dann 3.623 € — der Rentenlücken-Rechner rechnet diese Anpassung automatisch ein, der Finanzielle-Freiheit-Rechner lässt Ziel und Sparrate mit der Inflation wachsen. Sparziele: Das Eigenkapital fürs Haus in zehn Jahren sollte um gut 20 Prozent höher angesetzt werden, als der heutige Preis nahelegt. Baupreise sind dabei nicht Teil des Verbraucherpreisindex und stiegen zuletzt schneller.
Gehalt: Eine Gehaltserhöhung unterhalb der Inflationsrate ist real eine Kürzung. Wer 2022 und 2023 zusammen weniger als 13 Prozent mehr bekommen hat, verdient real weniger als 2021 — der Gehaltserhöhungs-Rechner zeigt, was davon netto ankommt. Kredite: Umgekehrt entwertet Inflation auch Schulden; eine feste Kreditrate von 1.000 € wiegt bei 2 Prozent Inflation nach 20 Jahren nur noch wie 673 € heute. Für Festgeld gilt dasselbe in die andere Richtung, wie der Festgeldrechner mit Zinseszins zeigt.
Warenkorb und Gewichte: was der Inflationsrechner eigentlich misst
Hinter der einen Prozentzahl steckt ein Durchschnittshaushalt. Das Statistische Bundesamt gewichtet die rund 700 Güterarten nach dem, was Haushalte laut Einkommens- und Verbrauchsstichprobe ausgeben: Wohnen mit Miete und Energie ist der größte Block, dahinter folgen Verkehr, Nahrungsmittel und Freizeit. Steigt die Miete um 3 Prozent, wiegt das im Index schwerer als ein Preissprung bei Kleidung um 10 Prozent. Genau deshalb kann die Gesamtrate ruhig aussehen, während einzelne Posten davonlaufen — der Inflationsrechner rechnet mit dem Durchschnitt, dein Budget kennt nur deine Gewichte.
Zwei Begriffe helfen beim Lesen der Monatsmeldungen. Die Kerninflation lässt Energie und Nahrungsmittel weg, weil deren Preise stark schwanken; im August 2026 lag sie bei 2,4 Prozent gegenüber 2,9 Prozent insgesamt — ein Hinweis, dass der aktuelle Schub vor allem von der Energie kommt. Und die Schnellschätzung, die das Bundesamt am Monatsende veröffentlicht, ist vorläufig; das endgültige Ergebnis folgt rund zehn Tage später, für den August 2026 am 10. September. Für den Inflationsrechner spielt der Unterschied keine Rolle, für Nachrichten schon.
Inflation und Schulden: wer von der Teuerung profitiert
Inflation hat einen Gewinner: den Schuldner mit festem Zins. Eine Baufinanzierung über 300.000 € mit 1.450 € Rate bleibt nominal gleich, während Löhne und Preise steigen — nach 15 Jahren bei 2 Prozent Inflation entspricht die Rate nur noch 1.077 € in heutiger Kaufkraft, die Restschuld ist real um ein Viertel geschrumpft. Der Staat als größter Schuldner rechnet genauso; deshalb gilt eine moderate Inflation als Schmiermittel der Wirtschaft und Deflation als Gift.
Für Sparer dreht sich das Bild um: Jede Anleihe, jedes Festgeld und jede Lebensversicherung mit fester Zusage verliert real, wenn die Inflation den Zins übersteigt. Wer beide Seiten hat — Kredit und Sparguthaben —, sollte die Zahlen einmal durch den Inflationsrechner schicken: Oft ist die Sondertilgung des Kredits real die schlechtere Entscheidung als ein Depot mit höherer Rendite, solange der Kreditzins niedrig ist. Bei 4 Prozent Bauzins gilt das nicht mehr.
Gefühlte Inflation: warum dein Bauch anders rechnet als der Inflationsrechner
Viele Menschen empfinden die Teuerung deutlich höher, als die offizielle Rate ausweist — und das hat einen messbaren Grund: Die gefühlte Inflation wird von Dingen geprägt, die du häufig kaufst. Butter, Benzin und der Bäcker-Kaffee verteuern sich sichtbar jede Woche, während günstigere Fernseher oder Pauschalreisen im Warenkorb zwar gegenrechnen, aber kaum auffallen. Im August 2026 zeigt sich das an der Spreizung: Energie plus 10,5 Prozent, Nahrungsmittel plus 0,1 Prozent, Gesamtrate 2,9 Prozent.
Deine persönliche Inflationsrate hängt von deinem Warenkorb ab. Wer viel Miete zahlt oder pendelt, spürt Preisschübe bei Wohnen und Energie stärker als der Durchschnitt; wer sein Haus abbezahlt hat, weniger. Für die Langfristplanung im Inflationsrechner ist der offizielle Wert trotzdem der beste Anker — prüfe aber bei deinem Budget, ob deine größten Posten schneller steigen, und rechne dann mit mehr Puffer.
Deflation, Stagflation, Hyperinflation: die Ausnahmen
Bei einer negativen Rate steigt die Kaufkraft — Waren werden billiger. Der Inflationsrechner akzeptiert negative Werte, damit du auch das durchspielen kannst. Volkswirtschaftlich gilt Deflation als gefährlich, weil Konsum und Investitionen aufgeschoben werden; in der Jahresstatistik seit 1991 gab es in Deutschland kein einziges Deflationsjahr, nur die 0,3 Prozent von 2009. Stagflation, die Kombination aus hoher Inflation und schwacher Wirtschaft, prägte die 1970er Jahre. Und Hyperinflation wie 1923 liegt außerhalb jeder Rechnerlogik — dort verlor Geld seinen Wert innerhalb von Tagen.
Sonderfälle: was der Inflationsrechner vereinfacht
Der Zukunftsmodus unterstellt eine konstante Rate; die Realität schwankt zwischen 0,3 und 6,9 Prozent, wie der historische Modus zeigt. Der Verbraucherpreisindex misst einen Durchschnittshaushalt, nicht deinen. Vermögenspreise wie Immobilien und Aktien sind nicht enthalten, Mieten schon. Steuern auf Kapitalerträge zieht der Inflationsrechner nicht ab, und die Rendite gilt als konstant — ein Depot schwankt. Für Ausgaben in Fremdwährung kommen Wechselkurse hinzu, die der Rechner nicht kennt.
Häufige Fragen zum Inflationsrechner
Wie rechnet der Inflationsrechner genau?
Kaufkraft gleich Betrag geteilt durch 1 plus Inflationsrate hoch Jahre; künftiger Preis gleich Betrag mal 1 plus Rate hoch Jahre. Der Realzins folgt der Fisher-Gleichung, die Halbierungszeit dem Logarithmus. Im historischen Modus ist es die Division der beiden Indexstände.
Mit welcher Inflationsrate soll ich rechnen?
Für die Langfristplanung sind 2 Prozent, das EZB-Ziel und der Schnitt seit 1991, die Standardannahme. Wer konservativ plant, rechnet zusätzlich mit 2,5 bis 3 Prozent — seit 2015 lag der Durchschnitt bei 2,58 Prozent. Kurzfristige Ausreißer gleichen sich langfristig meist aus, hinterlassen aber bleibende Spuren im Preisniveau.
Was ist der Unterschied zwischen VPI und HVPI?
Der Verbraucherpreisindex ist die nationale Rechnung des Statistischen Bundesamts, der harmonisierte Verbraucherpreisindex die europaweit vergleichbare Variante, an der sich die EZB orientiert. Beide weichen leicht ab, etwa beim selbst genutzten Wohneigentum; im August 2026 lagen beide bei 2,9 Prozent. Der Inflationsrechner nutzt den VPI.
Schützt Tagesgeld vor Inflation?
Nur teilweise: Liegt der Zins über der Teuerung, wächst die Kaufkraft leicht — oft liegt er darunter. Tagesgeld ist Sicherheitsbaustein und Notgroschen-Parkplatz, kein Inflationsschutz für Jahrzehnte. Der Inflationsrechner zeigt mit dem Rendite-Feld sofort, ob dein Zins real reicht.
Welche Anlagen schlagen die Inflation langfristig?
Historisch vor allem breit gestreute Aktien, etwa über Welt-ETFs, und mit Abstrichen Immobilien. Gold hält die Kaufkraft über sehr lange Zeiträume ungefähr, schwankt aber stark. Garantien gibt es nirgends — Streuung bleibt Pflicht, und die Rendite muss nach Steuern über der Inflation liegen. Ob Gold als Inflationsschutz taugt, prüft unser Ratgeber Gold als Geldanlage.
Wie kann ich alte D-Mark-Beträge umrechnen?
Teile den DM-Betrag durch 1,95583, das ist der feste Umrechnungskurs, und gib das Ergebnis mit dem passenden Ausgangsjahr ab 1991 in den historischen Modus ein. 10.000 DM aus dem Jahr 1995 sind 5.113 €, die 2025 einem Preisgegenwert von rund 8.780 € entsprechen.
Was bedeutet Kerninflation?
Die Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel. Sie zeigt den Preistrend, der nicht von Ölpreis und Ernten abhängt, und ist deshalb der Wert, auf den die EZB besonders achtet. Im August 2026 lag sie bei 2,4 Prozent, die Gesamtrate bei 2,9 Prozent. Für die Langfristplanung im Inflationsrechner ist die Gesamtrate maßgeblich, denn Energie und Essen musst du trotzdem bezahlen.
Wie wirkt Inflation auf meine Rente?
Die gesetzliche Rente wird jedes Jahr zum 1. Juli an die Lohnentwicklung angepasst, 2026 um 4,24 Prozent — sie hält also grob mit der Inflation Schritt, aber mit Verzögerung und ohne Garantie. Private Rentenverträge mit festem Betrag verlieren dagegen jedes Jahr Kaufkraft: 1.000 € Zusatzrente sind bei 2 Prozent nach 25 Jahren nur noch 610 € wert. Der Inflationsrechner übersetzt jede feste Zusage in heutige Kaufkraft.
Ist der Inflationsrechner eine Anlageberatung?
Nein. Er rechnet mit amtlichen Preisdaten und deinen Annahmen, kennt aber weder dein Risikoprofil noch deine Steuer. Für Anlageentscheidungen sind die Zahlen eine Grundlage, keine Empfehlung.
Fazit: Rechne mit der Inflation, nicht gegen sie
Inflation ist kein Ausnahmezustand, sondern der Normalfall — im Schnitt 2 Prozent pro Jahr seit 1991, mit Ausreißern bis 6,9 Prozent. Der Inflationsrechner macht ihren Effekt greifbar: reale Kaufkraft statt nominaler Beträge, echter Realzins statt Faustrechnung, amtliche Preisgeschichte statt Bauchgefühl. Wer die Teuerung einrechnet, statt sie zu verdrängen, plant Sparziele, Rente und Anlagestrategie in ehrlichen Zahlen.
Datenstand 4. September 2026. Der Inflationsrechner wird mit jedem Jahresdurchschnitt des Verbraucherpreisindex und bei neuen Destatis-Werten aktualisiert.

