Der Festgeldrechner zeigt dir in Sekunden, was deine Anlage wirklich abwirft: Endkapital, Zinsertrag und — das lassen fast alle anderen Rechner weg — den Betrag, der nach Abgeltungsteuer, Soli und Kirchensteuer tatsächlich bei dir ankommt. Dazu rechnet der Festgeldrechner den Unterschied zwischen jährlicher Zinsgutschrift und Zinszahlung am Laufzeitende vor, der bei mehrjährigen Anlagen schnell mehrere hundert Euro Steuern ausmacht, und stellt das Ergebnis dem aktuellen Zinsumfeld gegenüber. Das Gegenstueck mit Aktionszins und Basiszins ist der Tagesgeldrechner.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Festgeldrechner berechnet Endkapital und Zinsertrag für jede Kombination aus Betrag, Zinssatz und Laufzeit — wahlweise mit Zinseszins, jährlicher Auszahlung oder Zinszahlung am Ende.
  • Auf Wunsch zieht er die Steuern ab: 25 % Abgeltungsteuer plus Soli (26,375 %), mit Kirchensteuer 27,82 oder 27,99 %.
  • Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person wirkt bei jährlicher Zinsgutschrift in jedem Jahr neu — bei Zinszahlung erst am Laufzeitende nur einmal. Genau diese Falle macht der Festgeldrechner sichtbar.
  • Deutsche Banken zahlten im Juli 2026 laut Bundesbank im Neugeschäft 2,22 % für Festgeld bis ein Jahr und 2,70 % für längere Laufzeiten; gute Angebote liegen bei 3,1 bis 3,7 %.
  • Festgeld-Guthaben sind pro Bank und Kunde bis 100.000 € gesetzlich abgesichert.

Was 2026 gilt: Zinsen und Regeln hinter dem Festgeldrechner

Die Europäische Zentralbank hat die Einlagefazilität zum 17. Juni 2026 auf 2,25 % angehoben, nachzulesen in der offiziellen EZB-Leitzinstabelle; der Hauptrefinanzierungssatz liegt bei 2,40 %. Daran orientieren sich die Banken. Nach der Zinsstatistik der Bundesbank zahlten deutsche Institute privaten Haushalten im Juli 2026 im Neugeschäft 2,22 % für Einlagen mit Laufzeit bis ein Jahr, 2,58 % für ein bis zwei Jahre und 2,70 % für längere Laufzeiten — täglich fällige Einlagen brachten nur 0,50 %.

Am Markt liegen die besten Angebote deutlich über dem Schnitt: zwölf Monate bis etwa 3,5 %, zwei Jahre um 3,55 %, drei Jahre 3,6 bis 3,7 %; fünfjährige Angebote zahlen laut unserem Vergleich Ende August 2026 dagegen wieder weniger. Der Zins-Buckel liegt im mittleren Laufzeitbereich, lange Bindungen werden derzeit nicht extra belohnt. Gegen die Zinsen steht die Inflation, die das Statistische Bundesamt für August 2026 vorläufig mit 2,9 % angibt — nur Angebote darüber erhalten die Kaufkraft. Vergleiche vor dem Abschluss im Festgeld-Vergleich und rechne das beste Angebot im Festgeldrechner nach.

So funktioniert der Festgeldrechner: Feld für Feld

Sechs Eingaben bestimmen das Ergebnis. Hier steht, was jedes Feld bedeutet und worauf es ankommt.

Anlagebetrag

Die Summe, die du fest anlegen willst. Rechne nur mit Geld, das du bis zum Laufzeitende sicher entbehren kannst — Festgeld ist während der Laufzeit nicht kündbar. Der Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben bleibt auf dem Tagesgeldkonto; wie groß er sein sollte, zeigt der Notgroschen-Rechner. Beachte außerdem die Mindestanlagen der Banken: Viele Top-Angebote starten bei 5.000 oder 10.000 €.

Zinssatz pro Jahr

Den nominalen Jahreszins übernimmst du aus dem Angebot deiner Bank oder aus dem Festgeld-Vergleich mit tagesaktuellen Konditionen. Der Festgeldrechner rechnet mit dem eingegebenen Satz über die gesamte Laufzeit — beim Festgeld ist der Zins schließlich fest vereinbart. Aktionszinsen, die nur für die ersten Monate gelten, gehören nicht in dieses Feld; für sie ist der Zinsrechner mit Tageszählung das passende Werkzeug.

Laufzeit

Wahlweise in Jahren oder Monaten. Unterjährige Laufzeiten wie 6 oder 9 Monate rechnet der Festgeldrechner zeitanteilig (Monate geteilt durch 12) — so machen es auch die meisten Banken, wobei einzelne Institute mit taggenauen Zinsmethoden minimal abweichen. Üblich sind Laufzeiten von einem Monat bis zu zehn Jahren.

Zinsgutschrift

Das unterschätzte Feld — es entscheidet über Zinseszins und Steuern. Drei Varianten sind am Markt üblich: Bei jährlicher Gutschrift mit Wiederanlage wandern die Zinsen aufs Festgeldkonto und verzinsen sich mit. Bei jährlicher Auszahlung fließen sie aufs Verrechnungskonto — kein Zinseszins, aber jedes Jahr verfügbares Geld. Bei Zahlung erst am Laufzeitende sammelt die Bank alle Zinsen und zahlt sie gebündelt aus. Welche Variante dein Angebot nutzt, steht in den Produktbedingungen, meist unter „Zinskapitalisierung“ oder „Zinszahlung“.

Freier Sparer-Pauschbetrag

Jedem Sparer stehen 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei zu, Paaren in Zusammenveranlagung 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Trage ein, wie viel davon für dieses Festgeld übrig ist — wer schon Zinsen oder Ausschüttungen bei anderen Banken kassiert, hat entsprechend weniger frei. Der Festgeldrechner setzt den Freibetrag je nach Gutschrift-Variante einmal oder jedes Jahr neu an.

Kirchensteuer

Kirchenmitglieder zahlen auf Kapitalerträge zusätzlich 8 % (Bayern und Baden-Württemberg) oder 9 % (übrige Bundesländer) Kirchensteuer — allerdings auf einen ermäßigten Abgeltungsteuersatz, den der Festgeldrechner automatisch nach der Gesetzesformel bestimmt. Ohne Kirchensteuer gilt der Standardabzug von 26,375 %; was die Kirchensteuer insgesamt kostet, zeigt der Kirchensteuer-Rechner.

Was ist Festgeld? Der Hintergrund in Kürze

Festgeld ist die einfachste planbare Geldanlage: Du legst einen Betrag für eine feste Laufzeit zu einem festen Zins an. Keine Kursschwankungen, keine Überraschungen — dafür auch kein Zugriff bis zur Fälligkeit. Wie das Produkt im Detail funktioniert und worauf du bei Angeboten achten solltest, erklärt der Ratgeber Festgeld einfach erklärt; die Abwägung gegen das flexible Schwesterprodukt behandelt Tagesgeld oder Festgeld.

Die Formeln hinter dem Festgeldrechner

Die Mathematik ist bewusst transparent. Ohne Zinseszins gilt die einfache Zinsformel: Zins = Kapital × Zinssatz × Laufzeit in Jahren. Bei 20.000 €, 2,5 % und 3 Jahren also 20.000 × 0,025 × 3 = 1.500 €.

Mit jährlicher Wiederanlage kommt der Zinseszins ins Spiel: Endkapital = Kapital × (1 + Zinssatz)Jahre. Dieselbe Anlage bringt dann 20.000 × 1,025³ = 21.537,81 € — der Zusatzertrag von 37,81 € entsteht, weil sich die gutgeschriebenen Zinsen ab dem zweiten Jahr mitverzinsen. Bei unterjährigen Laufzeiten rechnet der Festgeldrechner zeitanteilig mit Monaten geteilt durch 12.

Beispielrechnung: 20.000 € für drei Jahre bei 2,5 % im Festgeldrechner

Wie stark die Gutschrift-Variante das Nettoergebnis verändert, zeigt diese Gegenüberstellung (1.000 € Sparer-Pauschbetrag komplett frei, keine Kirchensteuer):

Variante Zinsertrag Steuer Netto
Jährliche Gutschrift mit Wiederanlage 1.537,81 € 0,00 € 1.537,81 €
Jährliche Auszahlung 1.500,00 € 0,00 € 1.500,00 €
Zinszahlung erst am Laufzeitende 1.500,00 € 131,88 € 1.368,12 €

Die Jahreszinsen liegen in den ersten beiden Varianten bei 500 bis 525 € — jeweils unter dem Pauschbetrag, es fällt keine Steuer an. In der dritten Variante fließen alle 1.500 € auf einmal zu: 500 € davon sind steuerpflichtig, 131,88 € gehen ans Finanzamt. Gleicher Zins, gleiche Laufzeit — fast 170 € Unterschied zwischen bester und schlechtester Variante.

Zinseszins beim Festgeld: wann er wirklich wirkt

Der Zinseszinseffekt beim Festgeld ist real, aber bescheidener als oft vermutet: Bei drei Jahren und 2,5 % macht er wie gezeigt knapp 38 € auf 20.000 € aus. Er wächst mit Laufzeit und Zinsniveau — bei fünf Jahren sind es schon gut 128 €. Wichtiger als der Effekt selbst ist die Frage, ob deine Bank überhaupt wiederanlegt: Viele deutsche Angebote zahlen Zinsen jährlich aus, Zinsplattformen und Auslandsbanken kapitalisieren häufiger. Für Sparpläne über Jahrzehnte ist der Zinseszinsrechner das passendere Werkzeug.

Steuern auf Festgeldzinsen: so rechnet der Festgeldrechner

Zinsen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % (§ 32d EStG) plus 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer — zusammen 26,375 %. Kirchenmitglieder zahlen zusätzlich Kirchensteuer; weil sie als Sonderausgabe wirkt, ermäßigt sich die Abgeltungsteuer nach der Gesetzesformel auf 24,51 % (bei 8 %) beziehungsweise 24,45 % (bei 9 %). Effektiv ergeben sich 27,82 beziehungsweise 27,99 % Gesamtabzug — genau diese Sätze verwendet der Festgeldrechner.

Steuerfrei bleibt, was unter den Sparer-Pauschbetrag fällt. Die Bank behält die Steuer direkt ein und führt sie ab — in der Steuererklärung tauchen Festgeldzinsen dann normalerweise nicht mehr auf. Die Grundlagen im Detail erklärt der Ratgeber Abgeltungssteuer, die vollständige Rechnung mit Dividenden und Fonds der Abgeltungssteuer-Rechner.

Die Pauschbetrag-Falle bei Zinszahlung am Laufzeitende

Steuerlich zählt der Zufluss (§ 11 EStG): Zinsen werden in dem Jahr versteuert, in dem sie dir gutgeschrieben werden. Zahlt die Bank alle Zinsen erst bei Fälligkeit, ballen sich mehrere Jahreserträge in einem einzigen Steuerjahr — und dein Pauschbetrag wirkt nur einmal.

Ein Fünf-Jahres-Beispiel macht die Dimension klar: 20.000 € zu 2,5 % bringen bei Zinszahlung erst am Laufzeitende 2.500 € Zinsen. Fließen sie gebündelt im fünften Jahr zu, sind 1.500 € steuerpflichtig — rund 396 € Steuer. Mit jährlicher Auszahlung bleibt jeder Jahreszins (500 €) unter dem Pauschbetrag, die Steuer beträgt null. Wer den Freibetrag nicht anderweitig ausschöpft, wählt bei mehrjährigem Festgeld deshalb konsequent Angebote mit jährlicher Zinsgutschrift — der Festgeldrechner zeigt den Unterschied für deine Zahlen auf den Cent.

Freistellungsauftrag nicht vergessen

Damit die Bank den Pauschbetrag überhaupt berücksichtigt, brauchst du einen Freistellungsauftrag — sonst behält sie ab dem ersten Euro Steuer ein, die du dir erst über die Steuererklärung zurückholen musst. Verteile den Freibetrag auf die Banken, bei denen du Erträge erwartest. Geringverdiener und Kinder ohne weitere Einkünfte können sich mit einer NV-Bescheinigung auch Zinsen oberhalb des Pauschbetrags brutto auszahlen lassen — steuerfrei bleibt das, solange das Gesamteinkommen unter dem Grundfreibetrag von 12.348 € liegt.

Realzins: was der Festgeldrechner nach Inflation übrig lässt

Nominal sind 3,5 % ein guter Zins; real zählt die Differenz zur Teuerung. Bei 2,9 % Inflation wie im August 2026 bleiben von 3,5 % nach der exakten Fisher-Formel 0,58 % Realzins, nach Abgeltungsteuer auf den Nominalzins sogar ein Minus: 3,5 % mal 0,73625 sind 2,58 % netto, real also minus 0,31 %. Wer unter dem Pauschbetrag bleibt, rettet die knapp positive reale Rendite. Bei 2,22 % Durchschnittszins ist der Realzins in jedem Fall negativ. Der Festgeldrechner zeigt nominale Beträge; die Kaufkraft übersetzt der Inflationsrechner.

Die Konsequenz ist keine Absage an Festgeld, sondern eine Rollenverteilung: Festgeld sichert Geld, das in ein bis fünf Jahren gebraucht wird, zu einem bekannten Ergebnis. Für Ziele jenseits von zehn Jahren braucht es Anlagen mit höherer Rendite; wie stark der Unterschied über Jahrzehnte wird, zeigt der Zinseszinsrechner mit 3 gegenüber 6 %.

Einlagensicherung: die 100.000-Euro-Grenze

Festgeld ist so sicher wie die Einlagensicherung dahinter: Pro Kunde und Bank sind 100.000 € gesetzlich geschützt (§ 8 EinSiG) — Zinsen eingeschlossen. Für Sonderfälle wie den Erlös aus dem Verkauf der selbst genutzten Immobilie gilt vorübergehend sogar ein Schutz bis 500.000 €. Größere Beträge verteilst du auf mehrere Banken; was bei ausländischen Instituten zu beachten ist, erklären Einlagensicherung und Festgeld im Ausland.

Innerhalb der EU gilt dieselbe Grenze von 100.000 € je Kunde und Bank, allerdings über die nationale Sicherung des jeweiligen Landes — im Ernstfall zählt deren Finanzkraft und die Abwicklung in Landessprache. Bei Angeboten über Zinsplattformen hilft die Frage, welches Institut das Geld tatsächlich verwahrt; der Festgeldrechner rechnet den Ertrag, die Sicherheit prüfst du vorher.

Mehr aus dem Festgeldrechner herausholen: die Zinstreppe

Statt alles auf eine Laufzeit zu setzen, kannst du deinen Betrag auf mehrere Festgelder mit gestaffelten Laufzeiten verteilen — die sogenannte Zinstreppe. Jedes Jahr wird eine Tranche frei, der Großteil arbeitet trotzdem zu den Konditionen längerer Bindungen, und die Zinszuflüsse verteilen sich so über die Jahre, dass der Pauschbetrag mehrfach wirkt. Rechne einfach jede Stufe einzeln im Festgeldrechner durch und addiere die Ergebnisse.

Ein Beispiel mit 30.000 €: je 10.000 € für ein, zwei und drei Jahre zu 3,4, 3,5 und 3,6 % mit jährlicher Zinszahlung bringen 340 €, 700 € und 1.080 € Zinsen — zusammen 2.120 € über drei Jahre, in keinem Jahr mehr als 1.050 € Zufluss, also bei 2.000 € Pauschbetrag für Paare komplett steuerfrei. Alleinstehende mit 1.000 € Pauschbetrag zahlen im ersten Jahr auf 50 € Steuer, gut 13 €; wer alles drei Jahre fest anlegt, hätte 1.080 € Jahreszins und dieselbe kleine Steuerlast, aber kein Geld verfügbar. Nach jedem Ablauf legst du die Tranche neu für drei Jahre an; die Treppe läuft dann dauerhaft mit jährlicher Verfügbarkeit eines Drittels.

Kündigung, Verlängerung und Sonderfälle

Festgeld lässt sich während der Laufzeit grundsätzlich nicht kündigen; einige Banken erlauben es in Härtefällen gegen Zinsverlust oder mit Vorschusszinsen. Nach Ablauf verlängern viele Institute automatisch zu den dann gültigen Konditionen — die Prolongation. Wer das nicht will, widerspricht rechtzeitig, meist bis wenige Tage vor Fälligkeit, und lässt sich das Guthaben aufs Verrechnungskonto auszahlen. Der Festgeldrechner hilft beim Vergleich des Anschlussangebots mit dem Markt.

Gemeinschaftskonten von Ehepaaren verdoppeln Pauschbetrag und Einlagensicherung; Festgeld für Kinder läuft auf deren Namen mit eigenem Pauschbetrag und NV-Bescheinigung. Bei ausländischen Banken kann Quellensteuer anfallen, die erst über die Steuererklärung angerechnet wird — das Netto liegt dann zunächst unter dem Wert aus dem Festgeldrechner. Und Festgeld mit variabler Verzinsung oder Stufenzins ist keines im engen Sinn; rechne solche Angebote Stufe für Stufe.

Wann Festgeld die richtige Wahl ist — und wann nicht

Festgeld passt für Geld mit Termin: die Anzahlung fürs Auto in zwei Jahren, das Eigenkapital für den Hauskauf in drei, die Rücklage für die Ausbildung des Kindes in fünf. Der Betrag steht fest, der Zins auch, und das Ergebnis aus dem Festgeldrechner ist verbindlich — keine andere Anlage liefert diese Planbarkeit. Auch als sicherer Baustein neben einem ETF-Depot hat Festgeld seinen Platz, weil es Schwankungen glättet und in Krisen nicht mitfällt.

Nicht geeignet ist Festgeld für den Notgroschen, der jederzeit verfügbar sein muss, und für Ziele jenseits von zehn Jahren, bei denen der Realzins nach Steuern kaum über null liegt. Wer flexibel bleiben will, kombiniert: Notgroschen auf dem Tagesgeld, planbares Geld im Festgeld mit Zinstreppe, langfristiges Vermögen im Depot. Der Festgeldrechner liefert dabei die Zahl für den mittleren Baustein — und zeigt über die Steuerzeile, ob der Pauschbetrag für alle drei reicht.

Was der Festgeldrechner nicht kann

Drei ehrliche Grenzen: Erstens rechnet der Festgeldrechner monatsgenau — Banken mit taggenauen Zinsmethoden (30/360 oder act/360) weichen um wenige Cent ab. Zweitens kennt er keine Anbieter: Welche Bank deinen Wunschzins tatsächlich zahlt, zeigt nur der Vergleich. Drittens simuliert er zur Vereinfachung, dass die Steuer gesammelt abgezogen wird; bei jährlicher Gutschrift bucht die Bank sie tatsächlich jedes Jahr ab. Am Gesamtergebnis ändert das praktisch nichts, an der Jahresliquidität minimal.

Gesetzliche Werte 2026 im Überblick

Alle Parameter im Festgeldrechner entsprechen dem Stand 2026: Sparer-Pauschbetrag 1.000 € pro Person (2.000 € bei Zusammenveranlagung, unverändert seit 2023), Abgeltungsteuer 25 % plus 5,5 % Soli (26,375 %), Kirchensteuer-Effektivsätze 27,82 % (8 %) und 27,99 % (9 %), Einlagensicherung 100.000 € pro Bank und Kunde, Grundfreibetrag 12.348 € für die NV-Bescheinigung. Ändert der Gesetzgeber einen dieser Werte, passen wir den Festgeldrechner an.

Häufige Fragen zum Festgeldrechner

Rechnet der Festgeldrechner mit Zinseszins?

Ja, wenn du die Zinsgutschrift „jährlich mit Wiederanlage“ wählst — dann verzinsen sich gutgeschriebene Zinsen ab dem Folgejahr mit. Bei jährlicher Auszahlung und bei Zahlung am Laufzeitende rechnet er mit einfacher Verzinsung, wie es diese Varianten in der Praxis auch tun.

Warum weicht das Ergebnis minimal von dem meiner Bank ab?

Banken nutzen unterschiedliche Zinstage-Methoden (30/360, act/360) und runden teils anders. Der Festgeldrechner rechnet monatsgenau — die Abweichung liegt üblicherweise im Cent-Bereich. Größere Differenzen deuten darauf hin, dass dein Angebot eine andere Zinsgutschrift nutzt als im Rechner eingestellt.

Welche Zinsgutschrift sollte ich wählen?

Wenn dein Sparer-Pauschbetrag nicht anderweitig ausgeschöpft ist: jährliche Gutschrift — egal ob mit Wiederanlage oder Auszahlung. So verteilen sich die Zuflüsse über die Jahre und bleiben öfter unter dem Freibetrag. Die Variante „alles am Laufzeitende“ lohnt fast nie; sie bündelt die Steuerlast ohne Zinsvorteil.

Welche Laufzeit ist 2026 sinnvoll?

Der Zins-Buckel liegt bei zwei bis drei Jahren; längere Bindungen zahlen kaum mehr, binden aber länger. Wer die Zinsentwicklung nicht raten will, baut eine Zinstreppe aus ein-, zwei- und dreijährigen Tranchen. Der Festgeldrechner rechnet jede Stufe einzeln.

Berücksichtigt der Festgeldrechner die Inflation?

Nein, er zeigt nominale Beträge. Die Kaufkraft des Endkapitals hängt von der Teuerung während der Laufzeit ab — bei 2,9 % Inflation und 3,5 % Zins bleibt real kaum etwas übrig. Den Kaufkraftverlust kannst du im Inflationsrechner nachvollziehen.

Was passiert nach Ablauf der Laufzeit?

Je nach Bank wird das Guthaben aufs Verrechnungskonto ausgezahlt oder — Vorsicht — automatisch zu den dann gültigen Konditionen verlängert. Widersprich der automatischen Verlängerung rechtzeitig, wenn du das Geld brauchst oder woanders bessere Zinsen bekommst, und vergleiche vor jeder Neuanlage erneut.

Lohnt sich Festgeld bei 2,9 Prozent Inflation überhaupt?

Knapp: 3,5 % Zins schlagen die Teuerung vor Steuern um gut einen halben Punkt, nach Abgeltungsteuer nicht mehr — es sei denn, die Zinsen bleiben unter dem Pauschbetrag. Festgeld erhält also Kaufkraft, baut aber kaum Vermögen auf. Für Sicherheit und Planbarkeit ist das in Ordnung, für die Altersvorsorge zu wenig.

Gilt der Festgeldrechner auch für Tagesgeld?

Nur eingeschränkt: Tagesgeld hat einen variablen Zins, den die Bank jederzeit ändern kann — eine feste Laufzeitrechnung bildet das nicht ab. Für Sparpläne und variable Verzinsung sind Sparrechner und Zinsrechner die passenderen Werkzeuge.

Fazit: erst rechnen, dann anlegen

Festgeld ist die berechenbarste Geldanlage überhaupt — umso erstaunlicher, wie viel Geld zwischen zwei formal gleichen Angeboten liegen kann. Zinsgutschrift, Steuern und Pauschbetrag entscheiden über den echten Nettoertrag, nicht die Nachkommastelle beim Werbezins. Der Festgeldrechner macht diese Stellschrauben sichtbar, bevor du unterschreibst: Betrag eingeben, Varianten durchspielen, dann das beste Angebot aus dem Vergleich nehmen. Fünf Minuten Rechnen ersetzen hier bares Geld.

Stand 4. September 2026. Der Festgeldrechner wird bei Änderungen der Abgeltungsteuer, des Pauschbetrags oder des Zinsumfelds aktualisiert.

Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.