Der Elternunterhalt-Rechner zeigt dir, ob das Sozialamt dich für die Pflegeheimkosten deiner Mutter oder deines Vaters heranziehen kann – und wenn ja, mit wie viel Geld im Monat. Seit 2020 gilt dafür eine Einkommensgrenze von 100.000 Euro im Jahr. Liegst du darüber, zählt dein bereinigtes Nettoeinkommen abzüglich eines Selbstbehalts, zu dem der Bundesgerichtshof 2024 die Grundsatzfragen geklärt hat.
Der Elternunterhalt-Rechner prüft beides in zwei Stufen und stellt dem Ergebnis die Lücke gegenüber, die zwischen Heimkosten und Rente deines Elternteils bleibt. Darunter erklären wir jedes Eingabefeld, rechnen Fälle für Alleinstehende, Verheiratete und Geschwister durch und zeigen, wo der Rechner an Grenzen stößt.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Sozialamt kann Elternunterhalt nur von Kindern zurückholen, deren Gesamteinkommen mehr als 100.000 Euro im Jahr beträgt. Das Einkommen von Ehepartnern zählt dabei nicht mit.
- Bei Arbeitnehmern ist das Gesamteinkommen der Bruttolohn minus Werbungskosten: Mit dem Pauschbetrag von 1.230 Euro liegt die Grenze bei einem Jahresbrutto von 101.230 Euro.
- Wer darüber liegt und alleinstehend ist, behält mindestens 2.650 Euro im Monat plus 70 Prozent des bereinigten Einkommens darüber (Düsseldorfer Tabelle 2026). Für Verheiratete gilt ein Familienselbstbehalt von 4.770 Euro.
- Beispiel: Bei 110.000 Euro Jahresbrutto, alleinstehend, zeigt der Elternunterhalt-Rechner 791,63 Euro im Monat – den Rest der Heimkosten trägt das Sozialamt.
- Ein Pflegeheimplatz kostet im ersten Jahr im Bundesschnitt 3.364 Euro Eigenanteil im Monat (vdek, Stand 1. Juli 2026).
So rechnet der Elternunterhalt-Rechner: zwei Stufen
Elternunterhalt ist zivilrechtlich geregelt: Verwandte in gerader Linie sind einander zum Unterhalt verpflichtet (§ 1601 BGB). Kann ein Elternteil die Heimkosten nicht zahlen, springt die Sozialhilfe mit der Hilfe zur Pflege ein und holt sich das Geld unter Umständen von den Kindern zurück. Der Elternunterhalt-Rechner bildet diesen Weg in fünf Schritten ab.
1. Gesamteinkommen und 100.000-Euro-Grenze
Zuerst prüft der Elternunterhalt-Rechner, ob der Unterhaltsanspruch überhaupt auf das Sozialamt übergehen kann. Das ist nur der Fall, wenn dein Gesamteinkommen mehr als 100.000 Euro beträgt (§ 94 Abs. 1a SGB XII). Liegst du nicht darüber, endet die Rechnung hier mit 0 Euro.
2. Bereinigtes Nettoeinkommen
Liegst du über der Grenze, geht es um deine Leistungsfähigkeit nach § 1603 BGB. Ausgangspunkt ist dein Nettoeinkommen. Davon zieht der Elternunterhalt-Rechner zusätzliche Altersvorsorge, anerkannte Abzüge wie Kreditraten und den Unterhalt für deine Kinder ab, denn Kinder gehen Eltern im Rang vor.
3. Selbstbehalt und 70-Prozent-Regel
Bist du alleinstehend, bleiben dir vom bereinigten Einkommen mindestens 2.650 Euro im Monat. Von allem, was darüber liegt, behältst du zusätzlich 70 Prozent. Nur die restlichen 30 Prozent gelten als einsetzbar. Für Verheiratete rechnet der Elternunterhalt-Rechner mit einem Familienselbstbehalt und der Familienmethode des Bundesgerichtshofs (dazu unten mehr).
4. Bedarf des Elternteils
Parallel ermittelt der Elternunterhalt-Rechner, welche Lücke bei deinem Elternteil bleibt: Eigenanteil im Pflegeheim nach dem Zuschlag der Pflegekasse, plus ein Barbetrag für persönliche Ausgaben, minus Rente und andere Einkünfte.
5. Zahlbetrag
Du zahlst höchstens den kleineren der beiden Werte: deine Leistungsfähigkeit oder die Lücke. Haften Geschwister mit, sinkt dein Anteil. Was übrig bleibt, trägt das Sozialamt.
Stufe 1: Was zur 100.000-Euro-Grenze zählt
Maßgeblich ist das Gesamteinkommen im Sinne von § 16 SGB IV, also die Summe der Einkünfte nach Einkommensteuerrecht. Bei Arbeitnehmern ist das der Bruttolohn abzüglich Werbungskosten, mindestens des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 1.230 Euro (§ 9a EStG). Hinzu kommen weitere Einkünfte, etwa aus Vermietung oder selbstständiger Arbeit, jeweils nach Abzug der Kosten. Die Leitlinien der Oberlandesgerichte Düsseldorf und Frankfurt sprechen deshalb vom „steuerlichen Gesamtbruttoeinkommen“.
Die Grenze gilt für jedes Kind einzeln. Das Einkommen deines Ehepartners zählt nicht mit, auch nicht bei gemeinsamer Steuererklärung. Das Gesetz vermutet zunächst, dass Kinder unter der Grenze liegen. Das Sozialamt darf deinen Elternteil zwar nach Hinweisen auf dein Einkommen fragen. Eine Auskunft von dir selbst verlangen darf es aber erst, wenn es hinreichende Anhaltspunkte für ein Überschreiten gibt (§ 94 Abs. 1a Satz 4 und 5 SGB XII in Verbindung mit § 117 SGB XII).
Die Grenze wirkt wie eine Kante. Der Elternunterhalt-Rechner zeigt das bei einem Jahresbrutto von 101.230 Euro: Das Gesamteinkommen beträgt genau 100.000 Euro, du zahlst nichts. Ein Euro mehr Brutto, und der Elternunterhalt-Rechner weist 675,71 Euro im Monat aus. Der Bundesgerichtshof hat bestätigt, dass dann der gesamte Unterhaltsanspruch übergeht, nicht nur ein Teil (BGH, Beschluss vom 23. Oktober 2024 – XII ZB 6/24, Rn. 36). Werbungskosten über dem Pauschbetrag senken das Gesamteinkommen: Mit 3.000 Euro Werbungskosten liegt dasselbe Gehalt wieder unter der Grenze.
Die Eingabefelder im Elternunterhalt-Rechner: dein Einkommen
Die Grundeinstellung rechnet für ein alleinstehendes Kind mit 110.000 Euro Jahresbrutto. Alle Beträge kannst du überschreiben, Felder für deinen Ehepartner erscheinen erst, wenn du „verheiratet“ wählst.
Lebenssituation
Wähle „alleinstehend“, wenn du ledig, getrennt oder geschieden bist. Bei „verheiratet und zusammenlebend“ rechnet der Elternunterhalt-Rechner mit dem Familienselbstbehalt von 4.770 Euro. Eine nichteheliche Partnerschaft behandelt er wie „alleinstehend“. Lebst du mit einem leistungsfähigen Partner zusammen, kann ein Gericht deinen Selbstbehalt wegen der gemeinsamen Haushaltsführung kürzen, in der Regel um 10 Prozent (Leitlinien NRW 2026, Nr. 21.5 Abs. 5).
Jahresbrutto aus Arbeit
Trage deinen Bruttolohn für das ganze Jahr ein, einschließlich Weihnachts- und Urlaubsgeld. Du findest ihn auf der Lohnsteuerbescheinigung unter Nummer 3 oder in der Dezember-Abrechnung. Rechne also nicht nur zwölf Monatsgehälter zusammen.
Werbungskosten
Der Elternunterhalt-Rechner setzt mindestens den Pauschbetrag von 1.230 Euro an. Hast du höhere Werbungskosten, etwa durch einen langen Arbeitsweg, trage den Betrag aus deinem Steuerbescheid ein. Was als Werbungskosten zählt, erklärt unser Ratgeber zu den Werbungskosten.
Weitere Einkünfte
Hierher gehören Einkünfte aus Vermietung oder selbstständiger Arbeit, jeweils nach Abzug der Kosten. Kapitalerträge trägst du vorsichtshalber nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags ein. Dieses Feld zählt nur für die 100.000-Euro-Grenze. Fließen die Einkünfte auch in dein verfügbares Geld, trage im nächsten Feld dein tatsächliches Netto ein.
Nettoeinkommen im Monat
Lässt du 0 stehen, schätzt der Elternunterhalt-Rechner dein Netto mit unserem Brutto-Netto-Rechner: Steuerklasse I oder IV, gesetzlich versichert, ein Kind, keine Kirchensteuer. Bei Verheirateten ohne Einkommen des Partners nimmt er Steuerklasse III an. Privat Versicherte und Selbstständige tragen ihr echtes Durchschnittsnetto ein.
Zusätzliche Altersvorsorge
Beiträge zu Riester- oder Rürup-Verträgen und andere Sparformen fürs Alter, etwa ein Sparplan, mindern dein Einkommen, wenn du sie tatsächlich zahlst. Anerkannt werden bis zu 5 Prozent des Bruttos. Für Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung von 101.400 Euro sind es 23,6 Prozent (BGH, XII ZB 6/24, Rn. 55). Der Elternunterhalt-Rechner kappt höhere Beträge automatisch. Bei 110.000 Euro Brutto liegt die Obergrenze bei 591,63 Euro im Monat.
Weitere anerkannte Abzüge
Hier trägst du berufsbedingte Kosten und Kreditraten ein, die das Gericht anerkennen würde. Die Leitlinien der Oberlandesgerichte unterscheiden sich: In Nordrhein-Westfalen musst du berufsbedingte Kosten konkret belegen, in Hessen ist bei Anhaltspunkten eine Pauschale von 5 Prozent des Nettos bis 150 Euro möglich. Kredite zählen je nach Art, Grund und Zeitpunkt.
Unterhalt für deine Kinder
Kinder stehen im Rang vor den Eltern (§ 1609 BGB). Trage den Zahlbetrag ein, also Tabellenunterhalt minus Kindergeldanteil. Den Betrag für deine Kinder ermittelt der Unterhaltsrechner, die Sätze stehen in der Düsseldorfer Tabelle.
Warmmiete
Im Selbstbehalt von 2.650 Euro sind 1.000 Euro Warmmiete enthalten, im Familienselbstbehalt 1.800 Euro. Zahlst du mehr und ist die Wohnung nicht unangemessen, erhöht der Elternunterhalt-Rechner den Selbstbehalt um die Differenz. Eine niedrigere Miete senkt ihn dagegen nicht (Leitlinien NRW 2026, Nr. 21.5).
Einkommen deines Ehepartners
Nur bei „verheiratet“: Trage das bereinigte Nettoeinkommen deines Partners ein. Es zählt nicht für die 100.000-Euro-Grenze, wohl aber für die Frage, welchen Anteil am Familienbedarf du tragen musst.
Anrechnungsfreier Anteil und Rechenweg für Verheiratete
Für Alleinstehende sind 70 Prozent nach der Düsseldorfer Tabelle 2026 voreingestellt. Mit der Option 50 Prozent siehst du, was die strengere Rechnung bedeutet, die bis zum BGH-Beschluss von 2024 üblich war. Wählst du „verheiratet“, erscheint stattdessen das Feld „Rechenweg für Verheiratete“: Standard ist die Familienmethode des Bundesgerichtshofs, als Variante kannst du die 70-Prozent-Regel übertragen (dazu unten mehr).
Einsetzbarer Betrag deiner Geschwister
Haben deine Geschwister ebenfalls Einkommen über ihrem Selbstbehalt, trage die Summe ihrer einsetzbaren Beträge ein. Am einfachsten rechnest du den Elternunterhalt-Rechner für jedes Geschwister einmal durch und addierst die Zeile „Deine Leistungsfähigkeit“.
Die Eingabefelder zu Heimkosten und Bedarf
Die Vorgaben im Elternunterhalt-Rechner entsprechen dem Bundesdurchschnitt laut vdek-Auswertung zum 1. Juli 2026. Die Kosten deines Heims stehen im Heimvertrag oder in der monatlichen Rechnung.
Dauer im Pflegeheim
Die Pflegekasse zahlt bei Pflegegrad 2 bis 5 einen Leistungszuschlag auf den pflegebedingten Eigenanteil: 15 Prozent im ersten Jahr, 30 Prozent ab dem 13. Monat, 50 Prozent ab dem 25. Monat und 75 Prozent nach mehr als 36 Monaten (§ 43c SGB XI). Angefangene Monate zählen mit.
Pflegebedingter Eigenanteil vor Zuschlag
Das ist der einrichtungseinheitliche Eigenanteil, kurz EEE, einschließlich der Ausbildungsumlage. Er ist im Heim für alle Bewohner mit Pflegegrad 2 bis 5 gleich. Trage den Wert vor dem Zuschlag ein, der Elternunterhalt-Rechner zieht den Zuschlag selbst ab.
Unterkunft und Verpflegung
Diese Kosten zahlt dein Elternteil vollständig selbst, die Pflegekasse beteiligt sich nicht. Im Bundesschnitt sind es 1.068 Euro im Monat.
Investitionskosten
Mit den Investitionskosten finanziert das Heim Gebäude und Ausstattung. Sie betragen im Schnitt 521 Euro im Monat und hängen stark vom Bundesland ab.
Einkommen des Elternteils
Trage die Rente nach Abzug von Kranken- und Pflegebeitrag ein, dazu Betriebsrente, Witwenrente und andere Einkünfte. Wie viel von einer Bruttorente netto ankommt, zeigt der Rente-Brutto-Netto-Rechner.
Ungedeckter Bedarf laut Sozialamt
Hat dir das Sozialamt mitgeteilt, wie viel Sozialhilfe es für deinen Elternteil zahlt, trage diesen Betrag ein. Der Elternunterhalt-Rechner ignoriert dann die Heimrechnung. So rechnest du mit den tatsächlichen Aufwendungen, die auf das Amt übergehen können.
Rechenbeispiel aus dem Elternunterhalt-Rechner: 110.000 Euro brutto
Jana ist 52, alleinstehend und verdient 110.000 Euro brutto im Jahr. Ihre Mutter lebt seit acht Monaten im Pflegeheim und bekommt 1.400 Euro Rente nach Kranken- und Pflegebeitrag. Das Heim liegt genau im Bundesdurchschnitt. Der Elternunterhalt-Rechner zeigt Schritt für Schritt:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Gesamteinkommen | 110.000 € − 1.230 € Werbungskosten | 108.770 € (über 100.000 €) |
| Netto im Monat | geschätzt, Steuerklasse I | 5.288,76 € |
| Einkommen über dem Mindestselbstbehalt | 5.288,76 € − 2.650 € | 2.638,76 € |
| Einsetzbar (30 %) | 2.638,76 € × 30 % | 791,63 € |
| Heimkosten nach Zuschlag | 2.088 € × 85 % + 1.068 € + 521 € | 3.363,80 € |
| Ungedeckter Bedarf | 3.363,80 € + 152,01 € Barbetrag − 1.400 € Rente | 2.115,81 € |
| Zahlbetrag | kleinerer Wert | 791,63 € im Monat |
Jana zahlt also 791,63 Euro im Monat oder 9.500 Euro im Jahr. Ihr bleiben 4.497,13 Euro. Die restlichen 1.324,18 Euro der Lücke trägt das Sozialamt.
Drei Stellschrauben verändern das Ergebnis deutlich. Zahlt Jana 300 Euro im Monat in einen Altersvorsorgevertrag, sinkt der Betrag auf 701,63 Euro – jeder Euro Vorsorge spart 30 Cent Unterhalt. Zahlt sie 1.300 Euro Warmmiete statt 1.000 Euro, sind es ebenfalls 701,63 Euro. Muss sie 700 Euro Unterhalt für ein eigenes Kind zahlen, bleiben 581,63 Euro. Mit der strengeren 50-Prozent-Rechnung wären es dagegen 1.319,38 Euro.
Elternunterhalt-Tabelle: 80.000 bis 200.000 Euro Jahresbrutto
Die Staffel zeigt, was der Elternunterhalt-Rechner bei verschiedenen Gehältern ausgibt: alleinstehend, Pauschbetrag als Werbungskosten, keine weiteren Abzüge, Netto geschätzt, Mutter im ersten Heimjahr mit Durchschnittskosten und 1.400 Euro Rente. Der ungedeckte Bedarf beträgt in allen Zeilen 2.115,81 Euro.
| Jahresbrutto | Gesamteinkommen | Netto im Monat | einsetzbar | Zahlung im Monat |
|---|---|---|---|---|
| 80.000 € | 78.770 € | 4.025,03 € | 412,51 € | 0,00 € |
| 100.000 € | 98.770 € | 4.854,40 € | 661,32 € | 0,00 € |
| 101.230 € | 100.000 € | 4.902,29 € | 675,69 € | 0,00 € |
| 101.231 € | 100.001 € | 4.902,37 € | 675,71 € | 675,71 € |
| 110.000 € | 108.770 € | 5.288,76 € | 791,63 € | 791,63 € |
| 125.000 € | 123.770 € | 5.951,28 € | 990,38 € | 990,38 € |
| 150.000 € | 148.770 € | 7.090,32 € | 1.332,10 € | 1.332,10 € |
| 200.000 € | 198.770 € | 9.410,74 € | 2.028,22 € | 2.028,22 € |
Unterhalb der Grenze steht in der Spalte „einsetzbar“ zwar ein Betrag, gezahlt wird aber nichts. Der Bundesgerichtshof erlaubt Kindern bis 100.000 Euro ausdrücklich, ihre Eltern auf die Sozialhilfe zu verweisen (XII ZB 6/24, Rn. 22). Erst bei sehr hohen Einkommen nähert sich die Zahlung dem vollen Bedarf: Bei 200.000 Euro fehlen noch 87,59 Euro zur kompletten Lücke.
Verheiratet: Familienselbstbehalt und Haushaltsersparnis
Für Verheiratete gilt ein Familienmindestbedarf von 4.770 Euro: 2.650 Euro für dich und mindestens 2.120 Euro für deinen Partner (Düsseldorfer Tabelle 2026, Anm. D I; Leitlinien NRW 2026, Nr. 22.3). Der Bundesgerichtshof rechnet so: Vom Familieneinkommen wird der Familienselbstbehalt abgezogen, vom Rest eine Haushaltsersparnis von 10 Prozent. Die Hälfte des verbleibenden Betrags behält die Familie zusätzlich, unterm Strich also 45 Prozent des Mehreinkommens. Zu diesem individuellen Familienbedarf trägst du im Verhältnis deines Einkommens bei. Der Rest ist einsetzbar (BGH, Urteil vom 28. Juli 2010 – XII ZR 140/07).
Diese Formel hat der Bundesgerichtshof für Verheiratete ausbuchstabiert, deshalb rechnet der Elternunterhalt-Rechner standardmäßig mit ihr. Ob und wie Gerichte die 70-Prozent-Regel von 2024 auf Verheiratete übertragen, legen weder der BGH noch die Düsseldorfer Tabelle 2026 oder die Leitlinien fest. Als Variante kannst du die Übertragung wählen: Dann bleiben 70 Prozent von 90 Prozent frei, also 63 Prozent. Das ergibt niedrigere Beträge, ist aber unsere Annahme.
Jana ist nun verheiratet, alle anderen Werte bleiben gleich:
| Situation | Netto Jana | Zahlung BGH-Methode (45 %) | Zahlung Variante (63 %) |
|---|---|---|---|
| alleinstehend (70-Prozent-Regel) | 5.288,76 € | 791,63 € | – |
| Partner ohne Einkommen (Steuerklasse III) | 6.124,92 € | 745,21 € | 501,32 € |
| Partner mit 2.000 € netto | 5.288,76 € | 1.005,19 € | 676,22 € |
| Partner mit 3.500 € netto | 5.288,76 € | 1.330,09 € | 894,79 € |
Verdient der Partner mehr, steigt Janas Zahlbetrag, obwohl sein Einkommen für die 100.000-Euro-Grenze keine Rolle spielt. Der Grund: Janas Anteil am Familienbedarf sinkt. Bei 2.000 Euro Partnernetto trägt sie 72,6 Prozent, bei 3.500 Euro nur noch 60,2 Prozent.
Auffällig ist: Mit der BGH-Methode zahlt Jana als Verheiratete teils mehr als allein. Die Formel stammt noch aus der Zeit der Hälfte-Regel, während die Düsseldorfer Tabelle 2026 Alleinstehenden 70 Prozent belässt. Wie Gerichte diese Lücke schließen, ist offen. Die Variante zeigt dir, was bei einer Übertragung der 70 Prozent herauskäme.
Heimkosten 2026: Was ein Pflegeplatz kostet
Laut Auswertung des Verbands der Ersatzkassen zahlen Heimbewohner im ersten Jahr im Schnitt 3.364 Euro im Monat selbst (vdek, Pressemitteilung vom 14. Juli 2026). Ein Jahr zuvor waren es 3.108 Euro. Die Spanne reicht von 2.891 Euro in Sachsen-Anhalt bis 3.761 Euro in Bremen. Die Pflegekasse zahlt dabei einen festen Betrag je Pflegegrad, zum Beispiel 1.319 Euro bei Pflegegrad 3 (§ 43 SGB XI). Wie sich diese Leistungen zusammensetzen, zeigt der Pflegegeld-Rechner.
Mit dem Leistungszuschlag sinkt der Eigenanteil mit der Zeit im Heim. Der Elternunterhalt-Rechner zeigt, wie sich das auf Janas Fall auswirkt:
| Dauer im Heim | Zuschlag | Eigenanteil gesamt | ungedeckter Bedarf | Zahlung Jana | Zahlung mit Geschwister |
|---|---|---|---|---|---|
| bis 12 Monate | 15 % | 3.363,80 € | 2.115,81 € | 791,63 € | 791,63 € |
| 13 bis 24 Monate | 30 % | 3.050,60 € | 1.802,61 € | 791,63 € | 791,63 € |
| 25 bis 36 Monate | 50 % | 2.633,00 € | 1.385,01 € | 791,63 € | 786,25 € |
| über 36 Monate | 75 % | 2.111,00 € | 863,01 € | 791,63 € | 489,92 € |
Solange der Bedarf höher ist als Janas Leistungsfähigkeit, ändert der Zuschlag an ihrer Zahlung nichts – er entlastet das Sozialamt. Die letzte Spalte unterstellt einen Bruder mit 95.000 Euro Jahresbrutto (dazu der nächste Abschnitt). Den Zuschlag zahlt die Pflegekasse direkt an das Heim; seit 1. Juli 2026 berechnet sie ihn auf Grundlage der Angaben des Heims. Dein Elternteil bekommt nur den verbleibenden Eigenanteil in Rechnung gestellt (§ 43c SGB XI).
Geschwister: Wer welchen Anteil trägt
Mehrere Kinder haften anteilig nach ihren Erwerbs- und Vermögensverhältnissen (§ 1606 Abs. 3 BGB). Der Elternunterhalt-Rechner verteilt den Bedarf im Verhältnis der Beträge, die jedes Kind einsetzen kann. Das ist eine vereinfachende Annahme: Das Gesetz nennt nur die Erwerbs- und Vermögensverhältnisse, den genauen Schlüssel legt im Streitfall das Gericht fest. Reicht die Summe nicht für den ganzen Bedarf, zahlt jedes Kind seine volle Leistungsfähigkeit.
Wichtig ist der Fall, in dem nur ein Kind über 100.000 Euro verdient. Dann haftet es trotzdem nur für seinen Anteil. Der Anteil der Geschwister unter der Grenze fällt nicht ihm zu, sondern bleibt beim Sozialamt (BGH, XII ZB 6/24, Rn. 43). Im Beispiel oben verdient Janas Bruder 95.000 Euro brutto. Laut Elternunterhalt-Rechner könnte er 602,86 Euro im Monat einsetzen, liegt mit 93.770 Euro Gesamteinkommen aber unter der Grenze. Nach mehr als drei Jahren Heimaufenthalt beträgt die Lücke 863,01 Euro. Nach dem Schlüssel des Rechners trägt Jana 56,8 Prozent, also 489,92 Euro. Die übrigen 373,09 Euro übernimmt das Sozialamt.
Der BGH-Beschluss von 2024: warum 70 Prozent frei bleiben
Im entschiedenen Fall verdiente ein verheirateter Sohn 2020 rund 133.600 Euro brutto. Das Sozialamt zahlte für seine Mutter im Heim gut 1.500 Euro im Monat. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hielt einen Mindestselbstbehalt von 5.000 Euro für Alleinstehende und 9.000 Euro für Verheiratete für angemessen, orientiert am Netto aus 100.000 Euro brutto, und wies die Forderung ab. Der BGH hob das auf: Diese Anknüpfung an die Einkommensgrenze beruhe auf einem „unterhaltsrechtlich systemfremden Bemessungsansatz“ (BGH, Pressemitteilung Nr. 229/2024).
Gleichzeitig gab der BGH die Richtung vor. Die in einigen Leitlinien fortgeschriebenen Mindestselbstbehalte, zuletzt 2.650 Euro, seien derzeit nicht zu beanstanden; der Volltext schränkt das mit „(gerade noch)“ ein. Und es dürfte nicht zu beanstanden sein, wenn dem Kind etwa 70 Prozent des Einkommens über dem Mindestselbstbehalt bleiben statt wie früher die Hälfte (Volltext, Rn. 50 bis 52). Genau das hat die Düsseldorfer Tabelle 2026 in Anmerkung D I übernommen. Mit diesen Werten rechnet der Elternunterhalt-Rechner für Alleinstehende. Wie die 70 Prozent bei Verheirateten in die Familienrechnung einfließen, lässt der Beschluss offen.
Was 2026 gilt – und was sich 2027 ändert
Seit 1. Januar 2026 nennt die Düsseldorfer Tabelle wieder konkrete Beträge für den Elternunterhalt: 2.650 Euro Mindestselbstbehalt einschließlich 1.000 Euro Warmmiete, 2.120 Euro für den Partner und 70 Prozent anrechnungsfrei. Seit 2021 hatte sie nur auf Zweck und Rechtsgedanken des Angehörigen-Entlastungsgesetzes verwiesen. Die 100.000-Euro-Grenze gilt unverändert seit 1. Januar 2020.
Für 2027 liegt der Regierungsentwurf eines Pflegeneuordnungsgesetzes vor, den das Kabinett am 30. September 2026 beschlossen hat (Bundesgesundheitsministerium). Der Referentenentwurf vom Juni 2026 wollte die Stufen des Leistungszuschlags auf 18, 36 und 54 Monate strecken. Im Kabinettsentwurf ist diese Änderung nicht mehr enthalten. Die Leistungsbeträge der Pflegeversicherung sollen ab 2029 jährlich angepasst werden. Der Entwurf soll im Wesentlichen am 1. Januar 2027 in Kraft treten, beschlossen ist das Gesetz aber noch nicht.
Zur 100.000-Euro-Grenze enthält der Entwurf keine Änderung, wohl aber einen Prüfauftrag: Nach Abschluss der Evaluation des Angehörigen-Entlastungsgesetzes will die Bundesregierung prüfen, wie Kommunen „durch mögliche Anpassungen angemessen entlastet werden können“. Eine Absenkung der Grenze ist damit nicht beschlossen. Sobald sich etwas ändert, passen wir den Elternunterhalt-Rechner an.
Post vom Sozialamt: Auskunft, Fristen und Rechtsweg
Meist beginnt alles mit einem Schreiben, in dem das Sozialamt dir mitteilt, dass es für deinen Elternteil Leistungen erbringt. Für die Vergangenheit kann es Unterhalt grundsätzlich erst von dieser schriftlichen Mitteilung an verlangen (§ 94 Abs. 4 SGB XII). Liegt dein Einkommen klar unter 100.000 Euro, weise auf die Grenze hin. Auskunft von dir verlangen darf das Amt erst bei hinreichenden Anhaltspunkten für ein höheres Einkommen.
Liegst du darüber, musst du Auskunft über Einkommen und Vermögen geben und Belege vorlegen (§ 117 SGB XII). Das gilt auch für deinen nicht getrennt lebenden Ehepartner. Den Unterhalt kann das Sozialamt nicht selbst per Bescheid festsetzen. Einigt ihr euch nicht, muss es ihn einklagen; zuständig sind die Zivilgerichte, für Unterhalt das Familiengericht (§ 94 Abs. 5 Satz 3 SGB XII). Prüfe die Rechnung des Amts Zeile für Zeile, vor allem Altersvorsorge, Wohnkosten und Kreditraten.
Enkel müssen nichts befürchten: Gegen Verwandte zweiten Grades geht der Anspruch nicht auf das Sozialamt über (§ 94 Abs. 1 Satz 3 SGB XII). Ist der andere Elternteil noch mit dem pflegebedürftigen Elternteil verheiratet, haftet er als Ehegatte vor den Kindern, soweit er leistungsfähig ist (§ 1608 BGB). Wer Konto- und Vertragsangelegenheiten der Eltern regelt, sollte die Unterlagen früh ordnen. Eine Bankvollmacht erleichtert das.
Was der Elternunterhalt-Rechner nicht abbildet
Bevor Sozialhilfe fließt, muss dein Elternteil eigenes Vermögen einsetzen. Geschützt sind 10.000 Euro als Schonbetrag (Verordnung zu § 90 SGB XII), ein angemessenes Haus nur, solange es etwa der Ehepartner weiter bewohnt (§ 90 Abs. 2 Nr. 8 SGB XII). Auch dein eigenes Vermögen kann zählen, Altersvorsorgevermögen und die selbst genutzte Immobilie bleiben aber weitgehend geschützt. Ein Wohnvorteil im Eigenheim erhöht dein Einkommen um die ersparte, angemessene Miete abzüglich der Finanzierungskosten. All das rechnet der Elternunterhalt-Rechner nicht.
Hat dein Elternteil dir etwas geschenkt und kann er danach seinen angemessenen Unterhalt nicht mehr bestreiten, darf er das Geschenk zurückfordern (§ 528 BGB). Ausgeschlossen ist das, wenn bei Eintritt der Bedürftigkeit seit der Schenkung zehn Jahre verstrichen sind (§ 529 BGB). Statt das Geschenk herauszugeben, kannst du den nötigen Unterhaltsbetrag zahlen. Das Sozialamt kann diesen Anspruch auf sich überleiten (§ 93 SGB XII). Die 100.000-Euro-Grenze gilt nur für Unterhaltsansprüche, nicht für Schenkungen. Wer eine Immobilie unter Nießbrauch übertragen hat, sollte das prüfen lassen.
Unterhalt kann ganz oder teilweise entfallen, wenn der Elternteil seine eigene Unterhaltspflicht gröblich vernachlässigt oder sich schwer gegen dich verfehlt hat (§ 1611 BGB). Ein einseitiger Kontaktabbruch allein reicht dafür nach dem BGH regelmäßig nicht (Beschluss vom 12. Februar 2014 – XII ZB 607/12). Daneben kennt das Gesetz eine Ausnahme für unbillige Härte (§ 94 Abs. 3 SGB XII).
Nicht abgebildet sind außerdem private Krankenversicherung, Kinder ohne eigenes Einkommen, die Haushaltsersparnis bei nichtehelichem Zusammenleben, Pflegegrad 1 und die Bekleidungspauschale. Selbstständige rechnet der Elternunterhalt-Rechner nur vereinfacht. Er ersetzt keine Rechtsberatung.
Elternunterhalt und Steuer: außergewöhnliche Belastungen
Gezahlter Elternunterhalt kann deine Steuer senken. Unterhalt für einen bedürftigen Elternteil ist nach § 33a EStG bis zur Höhe des Grundfreibetrags absetzbar, 2026 also bis 12.348 Euro im Jahr, zuzüglich der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die du für ihn zahlst. Eigene Einkünfte und Bezüge des Elternteils über 624 Euro im Jahr mindern den Höchstbetrag. Bezieht er eine Rente, sinkt der absetzbare Betrag entsprechend.
Pflegebedingte Heimkosten, die du für einen unterhaltsberechtigten Elternteil trägst, können stattdessen als allgemeine außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG zählen. Dann musst du die Pflegekosten von den reinen Unterbringungskosten abgrenzen, und eine zumutbare Belastung wird abgezogen (Amtliches Einkommensteuer-Handbuch, H 33.1–33.4). Welcher Weg günstiger ist, erklärt unser Ratgeber zu außergewöhnlichen Belastungen. Die Wirkung auf deine Steuer zeigt der Einkommensteuer-Rechner.
Häufige Fragen zum Elternunterhalt-Rechner
Ab welchem Einkommen zeigt der Elternunterhalt-Rechner eine Zahlung?
Das Sozialamt kann dich nur heranziehen, wenn dein Gesamteinkommen mehr als 100.000 Euro im Jahr beträgt. Bei Arbeitnehmern ist das der Bruttolohn minus Werbungskosten. Mit dem Pauschbetrag von 1.230 Euro liegt die Grenze bei 101.230 Euro Jahresbrutto. Bis zu diesem Betrag zahlst du ohne weitere Einkünfte nichts, solange dein Elternteil Sozialhilfe erhält.
Zählt das Einkommen meines Ehepartners für die 100.000-Euro-Grenze?
Nein. Die Grenze gilt für jedes Kind einzeln, Schwiegerkinder sind nicht unterhaltspflichtig. Liegst du selbst über der Grenze, spielt das Einkommen deines Partners aber bei der Höhe eine Rolle: Der Elternunterhalt-Rechner verteilt den Familienbedarf nach dem Verhältnis eurer Einkommen. Ein gut verdienender Partner kann deinen Zahlbetrag deshalb erhöhen.
Wie viel Selbstbehalt bleibt mir beim Elternunterhalt?
Als Alleinstehender mindestens 2.650 Euro im Monat, darin sind 1.000 Euro Warmmiete enthalten. Von deinem bereinigten Einkommen darüber bleiben dir zusätzlich 70 Prozent. Bei 5.288,76 Euro bereinigtem Netto sind das 4.497,13 Euro. Für Verheiratete gilt ein Familienmindestbedarf von 4.770 Euro, nach der BGH-Methode zuzüglich 45 Prozent des Mehreinkommens. Der Elternunterhalt-Rechner zeigt deinen persönlichen Selbstbehalt in der Ergebniszeile.
Wie genau ist der Elternunterhalt-Rechner?
Er rechnet mit der Düsseldorfer Tabelle 2026, den Leitlinien der Oberlandesgerichte und der BGH-Rechtsprechung. Unsicher sind vor allem die Netto-Schätzung, die Methode für Verheiratete und Abzüge, die Gerichte im Einzelfall anders bewerten. Trage dein echtes Netto und die Heimrechnung ein, dann wird die Schätzung deutlich genauer. Verbindlich ist sie trotzdem nicht.
Muss ich zahlen, wenn ich keinen Kontakt zu meinen Eltern habe?
In der Regel ja. Ein Kontaktabbruch, der vom Elternteil ausging, reicht nach dem Bundesgerichtshof allein nicht, um den Anspruch zu verwirken. Nötig sind schwere Verfehlungen, etwa wenn der Elternteil seine Unterhaltspflicht dir gegenüber gröblich vernachlässigt hat. Das prüft das Gericht im Einzelfall, der Elternunterhalt-Rechner kann es nicht abbilden.
Wie berücksichtigt der Elternunterhalt-Rechner meine Geschwister?
Du haftest nur für deinen Anteil am Bedarf. Liegen deine Geschwister unter der 100.000-Euro-Grenze, übernimmt das Sozialamt ihren Anteil – er wird nicht auf dich abgewälzt. Im Elternunterhalt-Rechner trägst du die einsetzbaren Beträge deiner Geschwister ein, dann siehst du deinen Anteil und den Zahlbetrag.
Zahlt die Pflegekasse den Eigenanteil im Heim?
Nur teilweise. Sie zahlt einen festen Betrag je Pflegegrad und bei Pflegegrad 2 bis 5 einen Zuschlag auf den pflegebedingten Eigenanteil, der von 15 auf bis zu 75 Prozent steigt. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten trägt der Bewohner selbst. Im Bundesschnitt bleiben im ersten Jahr 3.364 Euro im Monat.
Kann ich Elternunterhalt von der Steuer absetzen?
Ja, unter Voraussetzungen. Unterhalt ist nach § 33a EStG bis 12.348 Euro im Jahr absetzbar, gemindert um eigene Einkünfte des Elternteils über 624 Euro. Pflegebedingte Heimkosten können stattdessen nach § 33 EStG als außergewöhnliche Belastung zählen. Bewahre Zahlungsbelege und Heimrechnungen auf und gib sie in der Steuererklärung an.
Quellen & weiterführende Informationen
- § 94 SGB XII – Übergang von Unterhaltsansprüchen, 100.000-Euro-Grenze in Absatz 1a
- § 16 SGB IV – Definition des Gesamteinkommens
- § 1603 BGB – Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen
- § 43c SGB XI – Leistungszuschlag auf den pflegebedingten Eigenanteil
- § 27b SGB XII – Barbetrag in Einrichtungen
- BGH, Beschluss vom 23. Oktober 2024 – XII ZB 6/24 – Selbstbehalt beim Elternunterhalt (Volltext)
- Düsseldorfer Tabelle 2026 – Anmerkung D I zum Selbstbehalt gegenüber Eltern
- Unterhaltsrechtliche Leitlinien NRW 2026 – Altersvorsorge, Abzüge, Familienmindestbedarf
- vdek – Eigenanteile im Pflegeheim, Stand 1. Juli 2026
- Bundesgesundheitsministerium – Kabinettsbeschluss zum Pflegeneuordnungsgesetz (Entwurf)
Fazit: Erst die Grenze prüfen, dann rechnen
Wer nicht mehr als 100.000 Euro Gesamteinkommen im Jahr hat, muss dem Sozialamt keinen Elternunterhalt erstatten. Für alle anderen begrenzen BGH und Düsseldorfer Tabelle die Belastung: Alleinstehenden bleiben mindestens 2.650 Euro und 70 Prozent des Einkommens darüber, Verheirateten ein Familienselbstbehalt von 4.770 Euro plus ein Teil des Mehreinkommens. Mit dem Elternunterhalt-Rechner siehst du in wenigen Minuten, ob du betroffen bist und mit welchem Betrag du rechnen musst. Prüfe vor allem Altersvorsorge, Wohnkosten und Geschwisteranteile – dort liegen die größten Hebel.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Alle Beispielzahlen sind mit dem Elternunterhalt-Rechner berechnet: Netto geschätzt mit Steuerklasse I (bzw. III), gesetzlich versichert, ein Kind, ohne Kirchensteuer; Heimkosten im Bundesdurchschnitt laut vdek zum 1. Juli 2026; Selbstbehalte nach Düsseldorfer Tabelle 2026. Für Verheiratete rechnet der Rechner standardmäßig mit der BGH-Familienmethode von 2010 (45 Prozent des Mehreinkommens frei); die Variante mit übertragener 70-Prozent-Regel ist unsere Annahme. Gerichte können abweichen. Die Angaben zu 2027 beruhen auf einem Regierungsentwurf. Stand: 12. Oktober 2026.

